Vorstellung: Shiro Kamo Gyuto 210 (Aogami Super)

vitaminc

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Hallo zusammen,

Shiro Kamo Gyuto 210

Aogami Super rostfreie Flanken (Kurouchi) ~HRC62 | Octagonal Ebony w/ white horn

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Gesamtlänge: ~366mm | Klingenlänge: ~218mm | Klingenhöhe: ~53mm | Rücken: 4,1mm → 2,2mm → 0,6mm | Gewicht: ~212g

Eines vorweg: Ich bin Anfänger und das ist mein erstes Messer-Review. Ich bin weder ein guter Fotograf, noch sind meine Messungen 100% akkurat.

Ich habe mir diese Version von Shiro Kamo ausgesucht, da ich unbedingt noch ein Gyuto haben wollte und einfach mal Lust auf solch einen Griff aus Ebenholz mit blond/weißer Zwinge hatte. Bislang befindet sich kein 240er in meinem Bestand, da es mir für meine heimische Küche zu lange vorkommt, daher umso erfreulicher, dass dieses Shiro eine Klingenlänge von 218mm aufweist, d.h. es ist nicht nur wuchtiger sondern auch länger als mein Ashi Hamono Gyuto und kann sich damit klar anders positionieren.

Der Griff ist achtkantig aus Ebenholz mit weiß/blonder Zwinge. Die Klinge aus Aogami Super mit Kurouchi-Finish an den Flanken. Wie ich finde, alles sehr ansprechend.

Fit & Finish ist für meine Anforderungen völlig in Ordnung. Ich bin mir sicher, es geht besser, aber es gibt sicher auch schlechtere Beispiele. Spine und Choil sind angefast, was sich beim Pinch-Grip direkt positiv bemerkbar macht. Es ist immerhin ein Werkzeug, mit dem jeden Tag gearbeitet wird, und nicht eines, das in der Vitrine steht. Ich bin also zufrieden, auch angesichts der 200€-Preisklasse. Bilder sagen hier mehr aus als irgendwelche Worte.

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Geometrie ist auch einer der Gründe, warum es ausgerechnet dieses Shiro wurde. Hinten mit 4,1mm startend, relativ gleichmäßige Verjüngung bis zur Spitze – schöner Distal Taper. Leichte konvexe Wölbung der Flanken.

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Mein persönlicher Eindruck. Es liegt gut in der Hand, leicht grifflastig, es fühlt sich nach Masse an, nicht nach ultimativer Wendigkeit.

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Dank des dickeren Rückens liegt das Teil sahnegut im Pinch-Grip – da kann ich stundenlang damit arbeiten. Gute Out-of-the-Box-Schärfe, hab dem Messer bislang nur einen leichten Touchup mitgegeben. Da geht sicher noch mehr, aber ich bin bei weitem kein Schärfnerd. Mein Lieblingsgemüse, die Karotte, zeigt mir schnell Unterschiede auf. An dicken Stellen braucht das Messer ein bisschen Nachdruck, leichtes Knackgeräusch, aber kein Aufreger. Ansonsten relativ ebenbürtig zu meinem Mazaki Nakiri. Gurken choppen geht leicht und schnell. Apfel und Birne brauchen auch jeweils etwas Nachdruck, aber was will man auch anderes erwarten. Auch im Zugschnitt macht es eine gute Figur, auch wenn ich es dafür weniger einsetze.

Food Release – ach komm, das lassen wir am besten, denn für mich ist hier deutlich mehr die Technik entscheidend als das Messer selbst. Zugschnitt oder beim Choppen einfach mehr Geschwindigkeit aufnehmen – denn je schneller durchs Schnittgut, desto weniger haftet. Ob die Kurouchi-Flanken hier etwas ausbremsen, vermag ich noch nicht zu beurteilen. Zumindest ist mir bislang nichts Negatives aufgefallen.

Reaktivität. Rost oder Patina ist bislang Fehlanzeige – kein Vergleich zu meinem Shirogami #2-Kram. Das Shiro Kamo mit Aogami Super und rostfreien Flanken ist also eher auf der pflegeleichten Seite.

Im Vergleich. Ich wechsle mehrmals zwischen dem Mazaki Nakiri und dem Shiro Kamo, und muss sagen: beides tolle Messer, die sich dennoch komplett unterschiedlich anfühlen. Das Shiro Kamo fühlt sich wuchtiger an, durch den schweren Griff hat es eine deutliche Balanceverschiebung Richtung Griff. Der größte Unterschied ist das Profil, was natürlich auf die Klingenform zurückzuführen ist. Es gibt wie immer kein Besser oder Schlechter, aber je nach Anwendung und Schnitttechnik hat das eine oder andere die Nase leicht vorne. Beide lassen sich „universell" einsetzen, bin aber aktuell mehr beim Shiro Kamo, wenn es um Workhorse-Charakter geht. Wer weiß, das kann sich auch noch ändern.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden – es ist mein aktueller Daily Driver, mein Workhorse geworden. Ich hatte Angst, es wäre zu sehr auf der „Laserseite", zu fragil, aber ich empfinde es eher auf der stabilen Seite – trotzdem äußerst schneidfreudig.

In der Preisklasse 200€ eine klare Empfehlung. Es gibt bei Cleancut und anderen Händlern ähnliche Versionen, zu denen ich allerdings nichts schreiben kann, würde aber behaupten, man macht auch mit denen nichts falsch.

Bei Fragen, einfach Fragen!
 
Danke fürs zeigen!
Der Griff hat mir schon bei Deinen Bildern in der Kaufberatung sehr gefallen.
Aus Neugierde würde mich noch die Dicke 1cm über der Schneide interessieren, am besten hinten , in der Mitte und an der Spitze.

Gruß, Andreas
 
Danke fürs zeigen!
Der Griff hat mir schon bei Deinen Bildern in der Kaufberatung sehr gefallen.
Aus Neugierde würde mich noch die Dicke 1cm über der Schneide interessieren, am besten hinten , in der Mitte und an der Spitze.

Gruß, Andreas
habs versucht, aber ohne Gewähr. 1cm über Schneide gemessen.

Hinten: 0,12
Mitte: 0,09
Spitze: 0,05
 
Danke!
So kann ich das einschätzen. Unter 1 mm in der Mitte ist schon sehr schneidfreudig :)

Das spiegelt auch meine praktische Erfahrung mit dem Shiro wieder. Ich komme vom Ashi, da bin ich "schneidfreudigkeit" gewohnt. Für mich ist allerdings das Shiro weitaus alltagstauglicher. Die Kombination aus dickem Heel und dünn ausgeschliffener Schneide mit dieser grifflastigen Balance, obendrein eben auch die Qualität eines solchen Griffes, ist in dieser Preisklasse absolut Top.
 
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