Warum keine „Zwinge“ aus Holz? (Japanische Griffe)

Carl Hanger

Mitglied
Liebes Messerforum,

ich werde bald ein paar octagonale und kastanienförmige Griffe herstellen. Aus rein optischen Gründen möchte ich gerne eine Zwinge haben. Keine echte, sonden einfach ein angeklebtes Stück Dafür habe ich mir neben diversen Holzarten etwas Horn besorgt, möchte aber auch Griffe aus zwei verschiedenen Hölzern ohne Horn bauen.

Anscheinend scheint das recht verpönt zu sein. Ist das nur elitäres Gehabe oder gibt es tatsächliche praktische oder hygienische Gründe, die gegen eine Holz“zwinge“ sprechen?

Eine Zusatzfrage noch: Mir ist aufgefallen, dass die Holzgriffe an japanischen Messern (auch hochwertigen) sich oft extrem nach Kunststoff anfühlen. Sind die einfach komplett dicht lackiert oder ist das dieses stabilisierte (Plastik) Holz?

Vielen Dank und guten Rutsch!
 
G

gast

Gast
Wie der Name "Zwinge" schon andeutet, presst diese den umschlossenen Teil des Griffs zusammen. Das lässt sich mit Holz wegen seiner ausgepägten Spaltbarkeit nicht gut machen, weshalb sich Horn etabliert hat. Als Zwingenatrappe kannst Du auch Holz verwenden.

Ebenfalls einen guten Rutsch!
 

knifeaddict

Mitglied
Moin

das mit dem " elitären Gehabe " verstehe ich jetzt nicht so ganz.

Ich jedenfalls nehm die Griffe die zu mir passen . Die mir gefallen und wenn ich die Möglichkeit habe das zu beeinflussen..
wie bei meinem Custom / Handgemachten nach meinen Wünschen...dann nehme ich halt Materialien die ich mag.
Das hat dann auch einen praktischen nutzen. Stabilisierte Hölzer benötigen weniger Pflege , sind unempfindlicher..
Genauso wie eine Zwinge aus Micarta oder Metall

Und natürlich gibt es auch Griffe ab Werk...mit Holz als Zwinge...z:B. Kurosaki

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Zuletzt bearbeitet:

tiffel

Mitglied
Holz als Zwinge ist dann eben keine Zwinge, sondern mehr ein Endstück. Horn ist auch nicht so stark auf Zug belastbar.
Beim Machen eines Griffes ist es ja so, dass man ohne dieses Endstück sehr schwer eine saubere Passung für den Erl hinbekommt.
Wäre der Griff ein Stück, und man muss da 5-7 cm für den Erl rausarbeiten, dann sieht das Ende bescheiden aus. Mit einem kurzen Endstück lässt sich
das viel genauer dem Erl anpassen und dieses Endstück verdeckt dann quasi das unsaubere große Loch am restlichen Griff. Wenn der Erl mit Epoxikleber eingeleimt wird, ist eine Zwinge auch nicht nötig. Eine echte Zwinge braucht man bloß, wenn der Erl in das Griffholz eingeschlagen wird. Der Erl würde ohne Zwinge das Griffholz spalten. Die Zwinge verhindert das.
 

Carl Hanger

Mitglied
Danke für eure Antworten!
Das eine aufgeklebte Holz (pseudo) Zwinge nicht die Funktion hat wie eine echte ist klar. Da ich aber vor habe mit Epoxy zu arbeiten und das Loch im Griff nur ein kleines Bisschen mit dem Erl einzubrennen (den Rest vorbohren/feilen) sollte das kein Problem sein. Wenn es sonst nichts gibt, was dagegen spricht das Endstück (das Wort hat mir gefehlt) aus Holz zu fertigen bin ich beruhigt.

@knifeaddict da habe ich mich etwas pampig ausgedrückt, war nicht böse gemeint. Danke für die Inspiration auf den Bildern. Vorallem der erste Griff gefällt mir richtig gut. Aus welchem Material ist das Endstück? Beim Zweiten ist es Micarta, oder? Gefällt mich auch sehr gut, finde es nur leider nicht in der Materialstärke in der ich es bräuchte.
Da du offensichtlich schon ein paar Griffe in der Hand hattest: werden die meistens wirklich so stark behandelt (lackiert), dass sie sich nach Plastik anfühlen? Ich habe hier gerade ein Kashima Gyuto 240 von cleancut. Das hat immerhin ca. 240€ gekostet und F&F sind auch nicht schlecht aber der Griff fühlt sich sehr billig an, da man haptisch nicht mal mehr erahnen kann, dass das Holz sein soll. Da fühlt sich mein 40€ Tosa mit Plastikzwinge besser an. Leider sieht es so aus, als würde cleancut diese Griffe bei vielen Messern verwenden.
 

tiffel

Mitglied
Wenn du den Erl teilweise einbrennen willst, dann würde ich dunkles Holz für das Endstück nehmen, denn möglicherweise wird das Holz dann ein wenig angekokelt und das sieht man bei einem hellen Holz. Ich persönlich würde auf das Einbrennen verzichten, wenn du eh mit Epoxy arbeitest.
Die japanischen Griffe sind meist Standardgriffe, die von einem Hersteller kommen. Die Klinge hat in Japan absolute Priorität. Der Messermacher eher ein Klingenschmied.
 

knifeaddict

Mitglied
Danke für eure Antworten!
Das eine aufgeklebte Holz (pseudo) Zwinge nicht die Funktion hat wie eine echte ist klar. Da ich aber vor habe mit Epoxy zu arbeiten und das Loch im Griff nur ein kleines Bisschen mit dem Erl einzubrennen (den Rest vorbohren/feilen) sollte das kein Problem sein. Wenn es sonst nichts gibt, was dagegen spricht das Endstück (das Wort hat mir gefehlt) aus Holz zu fertigen bin ich beruhigt.

@knifeaddict da habe ich mich etwas pampig ausgedrückt, war nicht böse gemeint. Danke für die Inspiration auf den Bildern. Vorallem der erste Griff gefällt mir richtig gut. Aus welchem Material ist das Endstück? Beim Zweiten ist es Micarta, oder? Gefällt mich auch sehr gut, finde es nur leider nicht in der Materialstärke in der ich es bräuchte.
Da du offensichtlich schon ein paar Griffe in der Hand hattest: werden die meistens wirklich so stark behandelt (lackiert), dass sie sich nach Plastik anfühlen? Ich habe hier gerade ein Kashima Gyuto 240 von cleancut. Das hat immerhin ca. 240€ gekostet und F&F sind auch nicht schlecht aber der Griff fühlt sich sehr billig an, da man haptisch nicht mal mehr erahnen kann, dass das Holz sein soll. Da fühlt sich mein 40€ Tosa mit Plastikzwinge besser an. Leider sieht es so aus, als würde cleancut diese Griffe bei vielen Messern verwenden.
Moin

Bei den ersten beiden Griffen , handelt es sich um stabilisiertes Wallnußmaserholz , mit Edelstahl (V2A ) Spacer , und Micarta Zwinge.
Das hat den Vorteil , das der Griff wirklich unempfindlich gegen Flüssigkeiten ist...und nicht mehr arbeitet.

Sonst bade ich die unbehandelten Holzgriffe 24 Stunden in Skydd ( Ikea Öl ) also ein säurefreies Weisöl , da hat man auch erstmal Ruhe.

Wenn du Material suchst...frag nochmal Jürgen Schanz....wenn er es nicht hat...weis er zumindest wo du es bekommst

Gruss

Micha
 

Carl Hanger

Mitglied
@tiffel Das Einbrennen wäre hauptsächlich dafür da, dass die Fuge zwischen Erl und Griff so klein wie möglich ist. Es gibt Methoden bei denen man das macht, dann den erl. wieder rauszieht un den Geiff fertig zu bearbeiten. So könnte man die Brandstellen wieder wegschleifen. Ob ich das so mache oder einfach so genau wie möglich Feile weiß ich noch nicht.

@knifeaddict Ich werde bei Schanz mal nachfragen. Er bekommt eh kommende Woche von mir einMesser zum ausdünnen.

Vielen Dank euch
 

ericfg

Mitglied
The dark wood near the support of this knife is made from the wood of the original handle. The knife was made 100 years ago. The wood for the handle is way older than that. Those who say you can't use wood for a ferrule are crazy. Do what you want. Be creative.
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