Werkstatt Schalldämmung

-Potti-

Mitglied
Hallo liebe Forengemeinde,

Ich wohne erst seit kurzem in einer Doppelhaushälfte, nun will ich im Keller eine Werkstatt einrichten.
Jetzt ist es so dass der Raum der dafür infrage kommt mit einer Seite zum Nachbar Keller grenzt der kein
Stahlbeton ist sondern aus Lochziegel besteht. Sprich Mauer an Mauer, ich möchte dass wenig bis kaum Lärm
nach außen oder zum Nachbarn in Keller und Haus dringt. Nicht das der gute Herr noch zur Fackel und Mistgabel greift.

Zum besseren Verständnis habe ich einen Ausschnitt aus dem Bauplan angehängt. Mit allen relevanten Daten.
Werkstatt soll in den Hobbyraum. Natürlich sollte es so Preiswert wie möglich sein.

Es wird Holz und Metall bearbeitet, Maschinen die ich benutze sind:
Flex, Bandschleifer, Tellerschleifer, Kreissäge, Kompressor, Tischbohrmaschine,
Staubsauger, Hammer, Kappsäge, um mal die Lauten Kandidaten zu nennen.

Was ich verstanden habe ist der Unterschied von Körperschall und Luftschall.
Wollte eh die Werkstatt innen mit OSB3 Verkleiden.


Wie sollte ich die Wand zum Nachbar hin gestalten?
Reicht bei den anderen Wänden Holzverlattung und OSB3?
Holzständerbauweise mit Dämmung hätte ich jetzt geplant oder gibt es bessere Lösungen?
Welches Dämmmaterial solle ich einbringen? Und wie Dick
Wie entkopple ich diese? Spezial Dübel oder Moos Gummi unter die Latten. Über hilfreiche Tipps und Erfahrungen
würde ich mich freuen vielleicht hatte ja schon jemand ein ähnliches Problem.

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Geonohl

Mitglied
Wie hier unter verschiedenen Stichworten schon zu lesen war. Ich hatte auch die Idee. Am besten ist den Boden mit Gummimatten (zwei verschiedene Härten aufeinander) auszulegen und darauf eine Hütte errichten, die keinen Kontakt zu den Wänden oder der Decke hat. Über das Gummi Stahlblech damit es nicht zu Schwammig ist warme Teile sich nicht einbrennen. Für Schall- und Brandschutz die Wände wie bei Schweißkabinen.
Hab ich wegen der Kosten doch nicht gemacht, braucht ja auch Be- und Entlüftung.
Wenn Du das selber Baust- jeschwerer die Isolierung des do besser.
 

Mekki Messer

Mitglied
Ich würde die Wand zum Nachbarn mit einer Vorsatzschale völlig Entkoppeln. Also von der Decke aus wie einen Vorhang eine Gipskartonschalung vorhängen doppelt beplanken damit es möglichst stabil und Schwer wird dann dämmt das auch. Selbstverständlich die Aufhängung auch Entkoppeln. Doppelt beplanken und mit Steinwolle hinterfüllen. Günstig und wird dir den Luftschall so gut wie völlig nehmen. Körperschll läßt sich nur durch Gummifüße oder ähnliches vermeiden.
 

Dan512

Mitglied
Ich habe eine Innenausbaufirma und solchen akustischen Aufrüstungen machen wir regelmässig.

Wie Geonohl richtig schreibt ist die beste Lösung ein "Raum im Raum"-Konzept, dies wir z.B bei Tonstudios verwendet, ist jedoch extrem aufwändig und teuer.

Die Zwischenwand zum Nachbarn besteht laut Plan wie bei Doppelhäusern üblich aus Doppelmauerwerk. Normalerweise (falls kein Pfusch am Bau) wird dazwischen eine Styropor oder feste Mineralwolle verbaut um die Körperschallübertragung zu vermeiden (die ist nämlich schwer nachträglich in den Griff zu kriegen). Luftschalltechnisch dürfte bei Doppelmauerwerk schon nicht viel durchgehen.

Bevor du anfängst, lass doch mal die Kreissäge und den Kompressor an und geh rüber zum Nachbarn und kuck mal wieviel Lärm rüberkommt. Das dürfte nicht allzu viel sein.

Bei Bedarf Ich würde einfach ne Vorsatzschale hochziehen wie Mekki schreibt. Z.B. mit Holz-UK (mind. 58x58mm) und mit OSB beplanken. Besser ist eine dopplete Beplankung aus unterschiedlich dichten Materialien. Also z.B. Gipskarton und dann OSB. Vorteil vom OSB ist du kannst alles einfach aufhängen ohne Dübel. Hinter der UK 50mm Holhraum lassen (da drin kannst du auch deine Kabel verlegen) und den gesamten Holhraum (also die 50mm + die Stärke deiner Kanthölzer mit schwerer Mineralwolle (mind. 75 kg/m3) ausfachen.

Die Kanthölzer unterlegen mit Moosgummi oder besser mit Neoprenband und freistehend von Boden zur Decke aufstellen, am besten ohne Befestigung an der Rückwand (du kannst dann aber keine 500 Kilo Werkbank dran hängen). Aufpassen dass weder die Kanthölzer noch die Beplankung irgendwo an die Aussenwände, Boden oder Decke stossen (Schallbrücke). Falls du doch an der Rückwand aufwängen willst, gibt es im Trockenbauhandel Schwingungsabhänger.

Umlaufend zwischen Beplankung und Seitenwänden/Boden/Decke eine Fuge lassen und mit Silikon ausspritzen.

Mit freundlichen Grüssen,
 
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Geonohl

Mitglied
Ich habe eine Innenausbaufirma und solchen akustischen Aufrüstungen machen wir regelmässig.
Intersant. Was wird da zum Entkoppel des Bodens genommen? Ich habe nach einiger Suche Matten für Rinder und Nashornställe gefunden, sowie die Gummi"Steine" die auf Spielplätzen verwendet werden. Nach den Herstellerangaben waren die von den Eigenschaften wie spezielle Schalldämmende Gummis nur 1/20 im Preis, und ohne Zertifikat zur Schalldämmung. Bauaufsichtsamt meinte aber die Konstruktion müsse sowieso getestet werden wenn die komplett fertig ist um eine Genehmigung zu bekommen.
 

Dan512

Mitglied
Es werden entweder Gummiauflager in einer bestimmten Shorehärte verwendet oder speziell angefertigte Schwingungsdämpfer. Abhängig von dem Flächengewicht und den zu behandelden Problemfrequenzen werden die Daten der Auflager / Dämpfer durch einen Akustikingenieur ausgerechnet.
 

chamenos

Super Moderator
Bevor du anfängst, lass doch mal die Kreissäge und den Kompressor an und geh rüber zum Nachbarn und kuck mal wieviel Lärm rüberkommt. Das dürfte nicht allzu viel sein.

Moin

Das ist das allererste, was du bitte machst...... und dann wirst du wahrscheinlich gar nix weiter machen müssen.

Den Raum nachträglich so zu isolieren, dass du da nachts um 2:00Uhr mit der Handkreissäge hantieren kannst ohne jemanden zu wecken wird wahrscheinlich teurer, als sich eine neue Werkstatt in den Garten zu stellen ;)

Gruß
chamenos
 

-Potti-

Mitglied
Vielen dank, für die ganzen Antworten.
Ich selber höre sehr wenig was der Nachbar macht, Fernseher am Abend ist dumpf hörbar steht vermutlich direkt an der Wand und wenn er die Musik mal lauter macht.
Und einmal habe ich gehört wie er mit einer Handsäge was geschnitten hat als ich im Keller war.
Werde auch mit ihm sprechen wegen der Werkstatt im Keller nur wollte ich schon eine Lösung parat haben.
Selbst wenn er sagt ne is ok vom Lärm, werde ich trotzdem was gegen den schall unternehmen.
Da ich einfach so viel machen möchte wie mit einfachen mitteln zu erreichen ist.
Ich möchte halt auch zu ungewöhlichen Zeiten dort dinge machen, Sonntag, nach 20 uhr, 6-7 stundem am Stück arbeiten usw ohne Rücksicht nehmen zu müssen.

Mein Plan ist es jetzt die Wand zum Nachbar so aufzubauen.
Vorsatzschale aus Holz entkoppelt, Dämmung ca 40-50mm, Rigips 12,5mm in zwei lagen aufzubringen, dann 1 schicht OSB vermutlich 18mm.
Mit einer Fuge die ringsum verläuft und die ich mit Silikon verschließe. Soll ich die Rigipswände verspachteln oder ist das unnötig ?

An die wand Kommt eine lange Werkbank mit Schubladen und oben drauf meine Maschinen die leise sind plus eine French Cleat Verlattung.
Anlassofen, Tellerschleifer, Tischbohrmaschine, usw würde die Werkbank zum Boden entkoppeln mit Gummi, muss oder soll ich sie zu wand auch entkoppeln ?

Die anderen Wände hätte ich jetzt mit OSB verkleidet und drunter Latten verschraubt ohne besondere Entkoppelung

Ps Das Haus ist Baujahr 2000

Grüße
 

Geonohl

Mitglied
Wenn Du die Bank an der Wand befestigst bekommst du eher Probleme. Es gibt eintkopelnde Verankerungen; einfacher währ sicher die Bank nicht zu befestigen und einfach schwerder zu machen.