Weshalb keine Funken beim Stahlgießen?

Koraat

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Hallo,

mir ist in letzter Zeit ein Phänomen aufgefallen für das ich keine Erklärung habe.
Wie die meisten von euch sicher mitbekommen haben, gieße ich ja eigene Stahlegierungen.
Interessant ist, dass dabei während dem Gießen keine oder nur ganz vereinzelte Funken sichtbar werden.
Wenn ich hingegen Stahl in der Esse überhitze sprüht er ganz klassisch in kräftigen garben Funken.
Fast alle Videos die man so im Netz zum Thema Stahlgießen findet zeigen extremste Funkenbildung während des Gussvorgangs.
Nicht dass mich der Umstand stören würde, ist ja eher positiv zu bewerten, dass mir der Kohlenstoff nicht davonbrennt, aber interessieren woran es liegt würde es mich schon.
Am Flussmittel kann es nicht liegen, da der Stahl spätestens beim Gießen Kontakt mit der Luft hat.
Dass eine Sauerstoffarme Atmosphäre in meiner Schmiede herrscht will ich auch eher bezweifeln...;)

Vielleicht hat ja jemand eine Idee woran es liegen könnte.

mfg
Ulrik
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ulric!

Ich hab mir Deinen Guss mal in der Röhre angesehen. In den Moment, in dem Du gießt, entstehen ja doch einige Funken. Bei dem Titanstahl hast Du scheinbar etwas verschüttet. genau in diesem Moment gab es auch eine ordentliche "Explosion".
Der Guss erfolgt unmittelbar neben der Esse, die auch einiges an CO und CO² beisteuern sollte. Demnach ist die reduzierte Atmosphäre durchaus nich von der Hand zu weisen.
Ich vermute allerdings, dass sich im Tigel und auch in der Gussform innerhalb von Sekunden eine reduzierte Atmosphäre bildet. Außerdem überzieht sich der flüssige Stahl schnell mit einer Art Schlacke- bzw. Zunderschicht, die Du später abschneidest.
Ich denke mal, dass diese Effekte immer beim Guss auftreten und bei den schlanken und handlichen Formen die Du nutzt, und in der Kürze der Zeit, die Du zum gießen benötigst, deutlich schneller zum Tragen kommen, als zum Beispiel im Stahlwerk.
 
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