WundererAmEisen Schnibbler

pebe

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WundererAmEisen Schnibbler

Heute kam meine erste Ameise. Ein Schnibbler.

Der erste Eindruck, ganz wunderbar. Die Räuchereiche kommt wie Mooreiche daher, zusammen mit dem Edelstahlzwischenring ein edler und schlichter Auftritt. Fit & Finish bis auf leicht lösbare Kleinigkeiten ausgezeichnet - Like it.

Der Schnibbler ist sehr leicht und sehr handlich. Und sehr leicht schneidend.

Die Klinge aus 1.2067 Stahl hat bei 14,3cm Länge eine Höhe von 4cm. Die Härte soll bei 61-62 HRC liegen. Ich messe 0,12mm hinter der Wate am Kehl und 0,11mm an der Spitze - Ziemlich Laser like.

Der 1.2067 wird gemeinhin als die für Messer schlechtere Variante des 1.3505 angesehen bei gleicher Zusammensetzung. Von wegen großer und unregelmäßiger Karbide. Ersterer ist Werkzeug-, zweiterer Wälzlagerstahl, der Unterschied ergibt sich aus dem unterschiedlichen Herstellungsprozess. Sagt U. Gerfin hier im Forum.

Sharp Out of the Gebrauchtbox. Der Schnibbler kurvt sauber mit dem richtigen Pfiff durch das Papier. Kein bisschen franzige Kanten.

Nun, die Ameise ist in erster Linie für meine Küchenchefin gedacht. Große Messer mag sie gar nicht, leicht und handlich passt perfekt. Ich werde versuchen das Messer ebenso täglich zu nutzen, schon weil hier die höchste Aufmerksamkeitsstufe ansteht.

Meine bessere Hälfte wird mit größter Sicherheit die Fase schrotten - mehrmals. Das ist eingeplant. Ich werde diese solange zurücksetzen, bis hinter der Wate genug Material für ihr handling stehen bleibt. Hat Erfahrungspotential. :irre:

grüsse, pebe

P.S. Als Neubestellung hätte ich natürlich den Schnibbler als Work_Ant heavy mit 0,3 hinten und ca. 0,2 vorne bestellt. Aber den Schnibbler als Schnapper mochte ich mir nicht entgehen lassen. Und. Durchaus Erfahrungspotential im Plan.

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güNef

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Servus,

hübschen kleines Teil und das du eine mehrfach zerfranste/verformte Schneide einkalkulierst spricht für dich. :super:Der Plan ist unumstößlich gut, solange zurückzusetzen bis die Schneide alles schafft. Ich sage immer, entweder man passt das Messer den Gewohnheiten des Nutzers an, oder der Nutzer unterwirft sich dem Messer. :steirer:

Ob das ausbessern der Schäden schneller geht, als die Lernkurve "Umgang mit feinen Schneiden" gilt es zu evaluieren. ;)

Viel Freude mit dem Messer, ich hatte ein paar Jahre seinen "Prototyp" einer WorkAntLight-Geometrie, den ich bei einem Forentreffen nicht liegen lassen konnte. Hat mir viel Spaß gemacht, aber ich ziehe immer weiter und weiter und nur ganz wenige Messer gehen da mit, weil es einfach zu viele geniale Kochmesser gibt und die Redundanzen erträgt irgendwann selbst die Beste aller Ehefrauen nicht mehr.;)

Gruß, güNef
 

Taperedtang

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Auch wenn der 1.2067, die möglicherweise nicht ganz so leistungsstarke Variante des 1.3505 sein soll, habe ich schon viel Positives über den 1.2067 in Verbindung mit Kochmessern gehört.

Du hast dir auf jeden Fall ein tolles Messer gegönnt, und deine Frau wird auch ihre Freude damit haben :).

Die Abmessungen finde ich prima! Der Griff sieht sehr ergonomisch aus und dürfte auch von der Haptik sehr angenehm sein.

Ich wünsche dir viel Freude damit!

Gruß
Matthias
 

Abu

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Glückwunsch Pebe, zur emsigen 🐜 und Deinem Dauerauftrag der Pflege, das nenn ich hingebungsvoll. Meine Frau meidet auch größere Messer, deshalb hab ich auch gleich die größere 🐜 gewählt. 😀 Und die etwas stabilere Fase, sonst müsste ich meine Schäden zu sehr richten.

Abu
 

pebe

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Update

Nach nur einer Woche war es soweit.
Der Schnibbler hat eine kleine Delle an der Fase am Ende des ersten vorderen Klingendrittels. Das sah in etwa so aus, wie wenn man eine nagelgängige Klinge minimal gegen den Daumennagel drückt und die kleine Delle nicht mehr zurückfedert.

Ich habe die Fase vorerst nur mit dem Spyderco mid minimal zurückgesetzt und anschließend mit dem UF poliert, so dass 80g Papier ruckelfrei geschnitten wird. Man kann aber bei genauer Betrachtung problemlos immer noch eine Unregelmäßigkeit an der Fase erkennen.

grüsse, pebe
 
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pebe

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Der deutlich feinere Schneidtest besteht aus unserer wöchentlichen Dorfzeitung. Ich schneide jeweils eine ganze Zeitung auf Mini Bögen etwa A6 Format , sodass jederzeit einheitliche Testware vorhanden ist. Ruckelfreies Durchtrennen und Geräusch geben meist hinreichend Auskunft über den Zustand einer Klinge.

Nach der oben beschriebenen Prozedur ließ sich 80g Papier ohne Kraft und auffälliges Geräusch schneiden. Aber irgendwas war komisch. Als ich mit dem Schnibbler etwas später an die Zeitungsbögen ging, wollte die Klinge nur im vordersten Teil ohne Zugbewegung einschneiden. Entgratungsversuche brachten nix, durchgeschliffen hatte ich (Marker).

Die Stunde der Wahrheit stand an. Energisch griff ich den Sieger Keramik und setzte 5 weiche Züge je Seite. Die nachfolgende Daumen- nebst Nagelprüfung war vielversprechend. Flugs auf den Bogdan EP und je 3 mal pro Seite mit dem UF 4000.

Es kurvt seitdem wieder durch Zeitungspapier. Der Kontrollblick durch‘s Taschenmikroskop (erwähne ich immer explizit, wenn ich vermute dass GüNef mitliest :LOL: ) zeigt eine einigermaßen saubere Fase mit Mikrofase dran.

Also, für den Schnibbler meiner BastlLina zuhause, sollte das taugen.

grüsse, pebe

@richrichy
Geh‘ mal ins KochMalScharf Forum und suche nach Schnibbler, da gibt es etwas zum Thema Preise.
 

güNef

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Servus,

Der deutlich feinere Schneidtest besteht aus unserer wöchentlichen Dorfzeitung. Ich schneide jeweils eine ganze Zeitung auf Mini Bögen etwa A6 Format , sodass jederzeit einheitliche Testware vorhanden ist. Ruckelfreies Durchtrennen und Geräusch geben meist hinreichend Auskunft über den Zustand einer Klinge.

tja, man entwickelt Routinen und Gewohnheiten zur Bestimmung bestimmter Leistungen. Deshalb wechsle ich auch seit Jahren meinen Abschlussstein nicht, er erzählt mir alles was ich über die Schneide sensorisch wissen muss, optisch bestätigt wird mit Mikroskop und dann zerschneide ich meine Abo-Zeitschrift. :irre:

Gruß, güNef
 

pebe

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Der Schnibbler lag frisch geschärft auf dem Brett und lauerte geradezu auf Arbeit.

Ich ermunterte die beste aller Ehefrauen es einzusetzen. Es gab einen leichten Gemüseeintopf, ganz wunderbar mit gedämpften Kartoffeln und Zuccini sowie etwas Schinken. Dazu wird abschließend die würzige Gemüsebrühe mit Frischkäse abgeschmeckt. Lecker und empfehlenswert.

Ich war an der Zubereitung nicht beteiligt, ahnte nix vom drohenden Unheil, doch am nächsten Morgen wurde es offenbar - der Schnibbler war offenkundig nicht richtig gereinigt auf dem Schneidebrett verblieben. :rolleyes::


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Stimmt schon. Ich hatte gönnerhaft zugesagt, sie könne mit dem Messer machen, was sie wolle. Auch wenn das eher auf ihre engagierte Schneidtechnik gemünzt war.

Ok, Kaffeebrühe angerührt, die Klinge mit 2400er Micro Mesh gründlich gereingt, entfettet und für 4 Stunden ins Coffein-Koma versetzt.

Nach der Hälfte der Zeit hatte ich den Fortgang kontrolliert, die Patina war im Vergleich zum 1.3505 bei sonst gleichen Bedingungen, erstens deutlich dunkler und zweitens wesentlich ungleichmäßiger. Mit der rauen Seite des Scotchbrite liess sich schon nach nur 2 Stunden kaum etwas von der Patina entfernen. Am Ende sah es dann so aus..

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Das Ergebnis ist letztlich, sagen wir mal, rustikal ausgefallen, einem hart schuftenden Küchen Muli aber durchaus angemessen. :irre:

to be continued

grüsse, pebe
 
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rocco26

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Also mir persönlich wäre das einen Zacken zu düster. Aber, wer das so mag...die Rostflecken weiter oben sind gruselig. Ein schönes Beispiel, was geschieht wenn man...
Geht ja noch weiter. Danke für die bebilderte Story.
rocco26
 

pebe

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Für den eleganten Bob Zwilling wäre es mir auch zu dunkel und zu sehr rough look. Hier nehm‘ ich‘s wie Daniel auch, zumal der tough & rough Look durchaus von Mike Wunderer selbst stammen könnte. 😋

grüsse, pebe