• Wenn Ihr im Marktplatz was anbietet, kann es schonmal vorkommen, dass potentielle Käufer euch kontaktieren wollen.
    Falls jemand in seinem Nutzerprofil explizit die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme sperrt (per default ist das nicht so), dann wird das schwierig.

    Und weil mich in letzer Zeit wieder mehr Mails in der Sache erreichen, steht das mal so als Info hier ;)

    *Ich* fummel natürlich nicht in Benutzerprofilen rum. Und ich spiel auch nicht man in the middle. Fragen diesbezüglich zwecklos.

    Servus
    Pitter

Zum ABS-Kunststoff Verarbeitungstipps erbeten

Wahl

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Hallo,
ich habe mir ein Paar Schalen aus ABS-Kunststoff mit schönen Mustern gekauft. Ich will damit neue Griffschalen für ein altes Jagdmesser anfertigen. Beim Sägen ist mir aufgefallen, dass sich ein eigenartiger Geruch vom Kunststoff aus verbreitet, obwohl dabei nicht wirklich Feinstaub entsteht. Wie gefährlich ist dieser Kunststoff? Sollte ich Atemschutz tragen?
Danke
Wahl
 

maidn

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Ich habe mir angewöhnt auf meinen Körper zu hören.

Riecht mein Sinnesorgan was seltsames beim Schleifen, und ich habe noch keinen Schutz auf, ist spätestens dann die Maske drauf.

Kunststoff würd ich generell nur mit Maske schleifen.

Gruß
 

goldmull

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Hallo, ich kenne den Stoff nicht, aber Du sagst es riecht. Das kann feiner Staub sein den Du nur bei bestimmten Lichtverhältnissen, oder gar nicht siehst, das können aber auch Dämpfe sein. Also Maske auf, aber welche kann ich Dir leider nicht sagen, wende Dich also an Deinen Händler.
 

Phosgen

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Nabend!

Also dann will ich hier mal meinen Senf dazu geben, deine Frage betrifft ja glücklicherweise mein Fachgebiet.
ABS (Acryl-Nitril Butadien-Styrol) ist praktisch unschädlich. Beim normalen schleifen verbrennt da auch nix, da müsstest du schon Temperaturen jenseits der 250°C erreichen.
Sicherlich ist Schleifstaub prinzipiell nicht unbedingt einzuatmen, jedoch geht von ABS grundsätzlich keine Gefahr aus.
Ich weiß genau welchen Geruch du meinst, ich weiß leider nicht wie ich den beschreiben soll hat so ne leichte säuerliche Note. Der Geruch ist normal für ABS und absolut typisch. Den hat man beim Spritzgiessen genauso.
Um die ganze Unschädlichkeit noch etwas zu untermauern: ABS wird speziell im Automobilbereich sehr häufig eingesetzt, vor allem im Innenraum findet er sehr viel Anwendung. Wenn da irgendetwas schädliches wäre, dann würden kaum alle Automobilhersteller das Zeugs einsetzen.

Gruß

Tobias
 

sanjuro

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.....ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) ist praktisch unschädlich......
Um die ganze Unschädlichkeit noch etwas zu untermauern: ABS wird speziell im Automobilbereich sehr häufig eingesetzt, vor allem im Innenraum findet er sehr viel Anwendung. Wenn da irgendetwas Schädliches wäre, dann würden kaum alle Automobilhersteller das Zeugs einsetzen......
Na klar, das ist ein überzeugendes Argument! Und wenn in ein paar Jahren die canzerogene Wirkung nachgewiesen werden kann, dann wird man total erstaunt sein, weil man das doch gar nicht geahnt hat!

Im Ernst: alle Dämpfe und Stäube sind potentiell gefährlich! Man sollte sie möglichst gar nicht erst erzeugen, und falls das unvermeidlich ist, Eigenschutz nicht vergessen und wenn möglich eine gute Absaugung einsetzen!

Gruß

sanjuro
 

Phosgen

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Das Zeug wird seit Jahrzehnten in der Automobilbranche eingesetzt und ist in vielen Fällen ein Standardthermoplast, der auch für Küchengeräte genutz wird, da ist nix giftig.
Ich hab jetzt ehrlich gesagt keine Lust in meinen Büchern nachzuschlagen in was ABS nun genau zerfällt und was da den Geruch erzeugt, der ist aber nunmal ganz spezifisch dafür.
Genauso wie PA beim Spritzen und Bearbeiten so einen komischen trockenen Geruch hat oder PP leicht wachsig riecht.
Wie gesagt, beim Schleifen Mundschutz tragen um den Staub nicht in die Lunge zu bekommen, das ist aber alles.
Nur weil etwas riecht ist es noch lange nicht schädlich.
Wenn ich mir ein Schnitzel brate riecht es auch nach Schnitzel, aber ist es deshalb giftig?:cool:
Einfach mal ein bissel Vertrauen in jemanden haben der sich damit auskennt und die Sache ist gegessen.
 

goldmull

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Hallo, also da das Zeug nicht giftig ist würde ich mir da auch weiter keine Gedanken machen, aber eine gute Maske gegen den Staub empfehle ich Dir trotz dem, die braucht man beim Messer machen eh.
 

maidn

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Einfach mal ein bissel Vertrauen in jemanden haben der sich damit auskennt und die Sache ist gegessen.

Sorry, aber da musste ich kurz lachen.
Ohne dir was unterstellen zu wollen, aber es ist schon richtig so im Leben alles Kritisch zu hinterfragen und nicht alles zu glauben was andere Leute oder Firmen für Aussagen treffen.

Das gabs schon oft genug das Stoffe Jahrelang als unbedenklich eingestuft wurden und dann, plötzlich Krebserregend sind?
Wie gesagt, ich will nichts unterstellen.

Meiner Meinung nach ist eine Maske Pflicht, auch bei ABS Kunststoff!
 

luftauge

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...
Ich hab jetzt ehrlich gesagt keine Lust in meinen Büchern nachzuschlagen in was ABS nun genau zerfällt und was da den Geruch erzeugt,
...
Einfach mal ein bissel Vertrauen in jemanden haben der sich damit auskennt und die Sache ist gegessen.
Nun, auch Du wirst dich damit abfinden müssen, dass so eine Antwort ^ berechtigterweise nicht anerkannt wird.

Entweder man kennt sich aus und kann deshalb qualifizierte Antworten aus dem Ärmel schütteln, oder man nimmt sich das eine Fachbuch was sonst niemand hat und schlägt die korrekte Antwort nach - da wirst auch Du nicht drumherum kommen. Es weis trotz Chemikalie als dein Benutzername schließlich niemand hier, ob Du nun Kunststoffformgeber, Maschinenbediener, Werkzeugmacher oder Chemiker in der Kunststoffindustrie bist. Daher ist die Neulingsaussage "einem der sich auskennt vertrauen" nach drei Beiträgen ziemlich dürftig... :rolleyes:

zur eigentlichen TO-Frage nach der Verarbeitung:
Das Problem bei diesen Kunststoffen ist die relativ niedrige Temperaturobergrenze die sie noch schadlos vertragen, die ist so niedrig (um die 250°C im Mittel), dass man selbst bei manueller Zerspanung kaum darunter bleiben kann, wenn man halbwegs zügig durcharbeiten will, ohne am Schraubstock einzuschlafen. Bedeutet, dass die spezifischen Ausdünstungen diverser Kunststoffe auch schon beim Sägen oder Feilen auftreten können. Sägen schmelzen sich manchmal ganz gern fest, dann war man zu schnell und zu hastig...

Sichtbar wird sie am verschmierenden, weil angeschmolzenen Material. Man kann die Erwärmung minimieren, indem man aus der Sprühflasche kühlt und/oder den Schnitt regelmäßig vom Abrieb säubert, ist aber bei Feil- oder Schleifarbeiten nicht unbedingt praktikabel.

Jedenfalls sollte man einen Gang langsamer werden, wenn der Kunststoff sich durch Geruchsentwicklung bemerkbar macht, man kann ihn dann auch schon soweit überhitzt haben, dass er beschädigt ist.
btw:
falls auch noch verklebt werden soll, ist eine entsprechende Gasmaske unumgänglich, weil da erst die richtigen Hämmer von Lösungsmittel drin enthalten sind, gerade ABS ist nicht mit allen Klebern einwandfrei verklebbar.

edit:
Im Tabellenbuch Metall stehen leider nur allgemeine Informationen, wie Verarbeitungs- und allg. Gebrauchstemperatur - habe es *trotzdem* rausgeholt und nachgesehen...

Gruß Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:

Wahl

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Danke für die vielen und ausführlichen Antworten, wobei ich jetzt nicht unbedingt eine große Diskussion auslösen wollte. Ich trage nun jedenfalls einen Baumarktmundschutz.
Das Material lässt sich übrigens sehr leicht verarbeiten. Sein Geruch ist tatsächlich sehr eingenartig und erinnert mich einbisschen an das Schädlingbekämpfungsmittel, das in den 80gern gegen Schaben eingesetzt wurde. Frohe Weihnachten!
 

Phosgen

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Nunja luftauge, in der Hinsicht gebe ich dir Recht. Ich bin übrigens keiner von den aufgezählten. Bin Dipl. Ing. für Kunststofftechnik, nun aber seit 4 Jahren in der Gummibranche tätig, deshalb kann ich die einzelnen Bestandteile in die ABS beim Verbrennen zerfällt eben nicht mehr aus der Hand schütteln. Und ein Nachschauen in meinen Bücherchen ist dahingegend unmöglich, da die sauber sortiert in meinem Büroschrank liegen, ich jedoch gemütlich zuhause sitze und die Weihnachtszeit geniesse.
Das mit dem Neuling sehe ich nicht so. es hat ja nun nichts damit zu tun, ob ich gerade erst in einem Forum angemeldet bin, oder ob ich mich mit etwas ausserhalb des Forums auskenne.
Wenn ich wieder auf arbeit bin reiche ich dann mal die Antwort aus meinem schlauen Büchlein nach. Mir selber fällt es momentan nicht mehr ein.
Achso, vielleicht noch zu meinem Benutzernamen: der hat sich mittlerweile so eingebürgert bei mir, kommt eben auch aus dem was ich mal gelernt habe und soll hier nix mit dem Kampfstoff zu tun haben, sondern mit Phosgen als Bestandteil der Synthese von Polycarbonat.

Um vielleicht nochmal auf die ursprüngliche Frage zurück zu kommen:
Sägst du das ABS von Hand oder mit welcher Art von Säge?
Beim motorische Sägen würde ich die Drehzahl so weit wie möglich senken und wie schon gesagt mit irgendeiner Art von Schmierstoff kühlen, wenn nicht dann eben mit Wasser.
Wobei normalerweise 250°C nicht so leicht zu erreichen sind, denn Kunststoff im allgemeinen ist ein relativ träger Wärmeleiter, heisst es braucht relativ lange, bis die Temperatur angenommen wird, genauso wie es dann logischerweise lange dauert bis die Temperatur wieder abgegeben wird.
 

Darth

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Hallo Leute,

als Mitarbeiter des wohl führenden ABS Hersteller der auch viele Jahre in der ABS-Forschung tätig war kann ich Phosgen nur zustimmen.
Allerdings trage ich bei ALLEN Schleifarbeiten eine Staubmaske mit einem bzw. zwei ABEK3 Filtern.
Die kostet Ca. 25 Euro und das sollte dir deine Gesundheit wert sein.
Gruß Darth
 

Wahl

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Um vielleicht nochmal auf die ursprüngliche Frage zurück zu kommen:
Sägst du das ABS von Hand oder mit welcher Art von Säge?
Beim motorische Sägen würde ich die Drehzahl so weit wie möglich senken und wie schon gesagt mit irgendeiner Art von Schmierstoff kühlen, wenn nicht dann eben mit Wasser.
Wobei normalerweise 250°C nicht so leicht zu erreichen sind, denn Kunststoff im allgemeinen ist ein relativ träger Wärmeleiter, heisst es braucht relativ lange, bis die Temperatur angenommen wird, genauso wie es dann logischerweise lange dauert bis die Temperatur wieder abgegeben wird.

Ich benutze eine normale Bügelsäge mit einem ca. 30 cm Sägeblatt. Der Geruch lässt sich sofort merken, unabängig davon, wie und wieviel Material abgetragen wird.
 

Walter2929

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Daher ist die Neulingsaussage "einem der sich auskennt vertrauen" nach drei Beiträgen ziemlich dürftig... :rolleyes:

Gruß Andreas

Nöö, sorry Tobias, das sehe ich ähnlich. Wenn das Thema Stahl wäre und U.Gerfin dazu einen Kommentar abgibt, käme ich mir blöd vor das nach zu schlagen (was ich aber trotzdem manchmal tue wenn ich es nicht verstehe) aber ein "Neuling" ist der, der erst seit kurzem im Forum tätig ist und dessen fachliche Qualifikation allen Forumsmitgliedern unbekannt ist.
Nun denn, zumindest für mich hast Du eine entsprechende Qualifikation, weißt von was Du schwäzt, und wirst es (in Zukunft) hier etwas einfacher haben. Wobei.... die Jung´s hier sind ja sowas von kritisch:haemisch:
Schönes Fest noch.....
Walter
 

luftauge

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Nun denn, zumindest für mich hast Du eine entsprechende Qualifikation, weißt von was Du schwäzt, und wirst es (in Zukunft) hier etwas einfacher haben. Wobei.... die Jung´s hier sind ja sowas von kritisch...
Jo, die Antwort musste zwar mit der "Beißzange" geholt werden, aber jetzt ist es in Ordnung - auch der Grund, dass die Bücher am Arbeitsplatz stehen, ist nachvollziehbar. Skepsis ist manchmal angebracht, aber nicht unbedingt böse gemeint ;)

Wobei die theoeretisch möglichen Zerfallsprodukte nachrangiger sein dürften, als die Dämpfe oder Stäube, die direkt beim Verarbeiten entstehen, denn die entstehen für jeden bei der Arbeit durch Geruch oder eben Abrieb/Staub erkennbar.

Gruß Andreas