Anfänger sucht Tipps zur einfachen Messerpflege

Harry_W

Mitglied
Der Abtrag eines Keramikstabs ist minimal, da die Kontaktfläche zwischen Schneide und Stab winzig ist. Ich habe selbst zwei Flaska, aber damit halte ich nur meine Messer nach jedem Gebrauch scharf. Zum Schärfen von bereits stumpfen Messern wäre mir der Abtrag und entsprechend der notwendige Zeitaufwand viel zu hoch. Ein Taschenschärfer eines Merkenherstellers (wie die von mir genannten) hat da schon einen deutlich höheren Abtrag und für die kleinen Klingen eines Opinel #8 und Vics braucht es keinen größeren (und entsprechend teureren) Bankstein. Natürlich repariere ich mit meinem Medium Spyderco keine defekten oder völlig ruinierte Schneiden. Da kommt ein grober Diamant zum Einsatz. Aber wenn man regelmäßig nachschärft, kommt es normalerweise ja erst gar nicht so weit.

Ich benutze fast täglich meine Taschenmesser (incl. diverser Vics und 8er + 9er Opinels) beim Frühstück (vor allem für Obst und Tomaten) und ziehe sie nach jedem Gebrauch sanft ein paar mal über den Flaska oder feinen Spyderco. Wenn das nicht mehr die gewünschte Schärfe bringt, ist mit dem medium Spyderco die Schärfe mit wenigen Zügen wieder da. Bei den kurzen Klingen von Opinel und Vic 'ertappe' ich mich dabei, dass ich den feinen Spyderco lieber als den Flaska benutze. Durch die größere Auflagefläche fühle ich den korrekten Winkel während ich beim Flaska mehr oder weniger schätzen muss.

Wenn man die Schärfer nicht fallen lässt, halten die ein Leben lang. Daher stört mich der höhere Kaufpreis im Vergleich zu den No-Name Schärfern nicht wirklich, zumal die Qualitätsunterschiede mehr als deutlich sind. Meine beiden Flaska Stäbe musste ich nachbearbeiten, weil die Oberfläche bei einem rauh und beim anderen riefig war. Von der Qualität diverser No-Name Schärfer, die ich ebenfalls besitze (alles Made in China) ganz zu schweigen. Die nutze ich eigentlich nur, wenn mir die Markenschärfer für die geplante Arbeit zu schade sind.

Zur Schleiftechnik:
Zum leichten Abziehen nach jedem Gebrauch nehme ich die Spyderco Steine zwischen Daumen und Zeigefinger der einen Hand und schärfe langsam und sehr kontrolliert (!!!) mit der anderen Hand. Und ja, dabei sind die Fingerspitzen in ständiger Gefahr. Darum langsam, kontrolliert und nur mit sehr wenig Druck. Ich will ja eh kaum Material abtragen und nur leicht abziehen. Alternativ kann man auch das Messer mit einer Hand festhalten und den Schärfer mit der zweiten Hand über die Schneide führen, also ähnlich wie beim Schärfen einer Axt. Dabei ist das Verletzungsrisiko natürlich noch geringer.
Wenn ich mehr Abtrag will, lege ich den Schärfer auf die genannte Schaumstoffunterlage von Scherenkauf (könnte Neopren sein). Damit gewinne ich genug Abstand zum Tisch und der Schärfer rutscht kaum darauf herum. Da keine Finger mehr in Gefahr sind, kann ich dann natürlich auch mit mehr Druck schärfen, falls erforderlich.

Ich komme mit meinen kleinen Spyderco Taschenschärfern inzwischen bei den kurzen Taschenmessern so gut hin, dass ich die großen Banksteine dafür so gut wie gar nicht mehr aus dem Schrank hole. So bis ca. 9cm Klingenläge bekomme ich damit wunderbar geschärft. Obergrenze sind das große Mercator und die 111mm Vics. Alles, was länger ist, wandert gleich auf die Banksteine (ebenfalls von Spyderco).
 
Zuletzt bearbeitet:

pebe

Premium Mitglied
Alles richtig. Letztlich benutzt jeder das, womit er klar kommt und Erfahrung hat.

Für kurze Gebrauchsklapper finde ich trocken und transportabel eine geschickte Kombination.

grüsse, pebe
 

Harry_W

Mitglied
@Bukowski:
Das sind aber Wassersteine. Da kommt dann noch der ganze Aufwand mit dem Abrichten und Wässern vor Gebrauch hinzu und irgendwann ist der Stein verbraucht und muss ersetzt werden. Die Spydercos und meißten anderen Keramikschärfer sind praktisch verschleißfrei und halten bei normalem Hausgebrauch ein Leben lang.
Mein Hinweis auf die höheren Kosten bezog sich auch nur auf die größeren Banksteine von Spyderco oder entsprechende 6-8'' Diamantschärfer der Hersteller der genannten Taschenschärfer (Eze-Lap, DMT, Atoma & Co.) im Vergleich zu den Taschenschärfern aus gleichem Hause.
 

Bukowski

Mitglied
Da kommt dann noch der ganze Aufwand mit dem Abrichten und Wässern vor Gebrauch hinzu und irgendwann ist der Stein verbraucht und muss ersetzt werden.
Shapton Pro 1000...
- 42€ NP,
- Splash & Go,
- Schneller Abtrag (wesentlich schneller als der Spyderco 302m, den ich auch habe),
- für einen synthetischen Wasserstein sehr verschleißfest (ich nutze den Stein andauernd, soviel schleift kein normaler Mensch an seinen EDCs, und er hat vielleicht 1-2mm an Höhe verloren) und daher
- selten abzurichten (erst recht bei der Nutzung für ein paar EDC Klappmesser). Ein komplett planer Stein ist beim Freihandschärfen von kurzen Klingen auch nicht wirklich entscheidend.
- Feedback beim Schleifen ist wesentlich besser als bei Diamantplatten oder den Spydercos.

Aus meiner Sicht hat jedes Konzept seine Vor- und Nachteile.
 

Bibo

Mitglied
Liebe Floristen,
Erstmal ein Danke für die vielen Kommentare, Tipps und Links. Ich habe mir nun diverse Hilfsmittel und Videos zum Umgang angesehen. Erstmal starte ich mit einem Keramikstab, den ich mir ausleihen kann. Der zweite Schritt wäre ein FällknivenDC4 oder ein Taschenschärfer von DMT, eventuell als Schleifsystem EF mit Anwinkelhalterung. Damit sollte ich erstmal zurecht kommen, sind ja alles Messer, die leicht zu schärfen sein sollen und recht kurze Klingen haben.


Viele Grüße
Bene
 

Greycap

Mitglied
Ist son kleines Ding für Zuhause nicht total nervig? Ernstgemeinte Frage, ich hab's noch nie benutzt. Hält man dann das Plättchen in der einen und das Messer in der anderen Hand beim Schärfen? Ich würd mir dabei wahrscheinlich regelmäßig in die Flossen schneiden..

Ich finde nicht. Der DC4 ist vermutlich sogar der Stein, den ich am häufigsten benutze. Nicht für ganz große Messer (obwohl das prinzipiell auch geht), sondern für die Taschenmesser oder Gemüsemesser, aber auch Gartenscheren. Gerade auf der Terrasse ist das praktisch, nicht die großen, schweren Banksteine mit nach draußen schleppen zu müssen. Gerade die Keramikseite finde ich richtig gut.
Ich mache es tatsächlich i.d.R. so, dass ich den Stein in der einen Hand halte, und die andere Hand führt das Messer. Bislang ist das unfallfrei ausgegangen. Oder halt eine feste Unterlage (Buch, Klemmbrett etc.) mit rutschhemmender Matte, dann geht das auch gut auf dem Schoß.
Technik kommt auf das Messer (Größe) an. Grundsätzlich erziele ich mit dem Stein gute Ergebnisse, wenn ich kreisende Bewegungen mit der Klinge mache. Langsam von hinten bis zur Spitze vorarbeiten. Dann ist es einfach, den Winkel zu halten.

Liebe Floristen,
Erstmal ein Danke für die vielen Kommentare, Tipps und Links. Ich habe mir nun diverse Hilfsmittel und Videos zum Umgang angesehen. Erstmal starte ich mit einem Keramikstab, den ich mir ausleihen kann. Der zweite Schritt wäre ein FällknivenDC4 oder ein Taschenschärfer von DMT, eventuell als Schleifsystem EF mit Anwinkelhalterung. Damit sollte ich erstmal zurecht kommen, sind ja alles Messer, die leicht zu schärfen sein sollen und recht kurze Klingen haben.


Viele Grüße
Bene
Wenn Diamant: Zu Anfang meist sehr rau, wird dann mit der Benutzung weniger aggressiv.
DC4: Die Keramik ist zu Beginn (zumindest war es bei meinem Stein der Fall) eher grob, wenig glatt. Wird auch durch die Benutzung feiner. Oder eben mit Nassschleifpapier nachhelfen. Sonst dauert es eine Weile, bis die Keramik wirklich feine, scharfe Ergebnisse liefert. Das ist zumindest meine Erfahrung. Dann kann man aber Victorinox und Opinel (und natürlich auch andere Stähle) sehr scharf bekommen (wo sind gleich die Haare am Arm?)
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Ich benutze unterwegs gerne den Felco 903. Vor allem für kleine Klingen, geht aber auch für größeres Gerät. Unter anderen Möglichkeiten natürlich. DMT KlappDiamantFeile in Fein und sehr fein geht auch öfter mit.