Aufarbeitung alter Messer & Werkzeuge - Sammelthema

Ich stelle hier mal einen Kandidaten vor - und nur zu Sicherheit: Das ist der "Vorher"-Zustand! :cool::

Erster Eindruck: "Hm. Ein Taschenmesser, älter ... hmmmmm, Hahnekopp. Hmmmmmmmmmm, kein Backlock-Knebel ... aaaaaber Oje ... was ist mit den Klingen passiert?!"

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Klaas, Federmesserdrücker :) Hirschhorn nicht so richtig hübsch, aber komplett und heile und ordentlich. Backen soweit gut. Korkenzieher alles OK.

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Aber die Klingen ... :cry:o_O Und wie's aussieht, ist die große wohl mal der Spitze (ca. 4 - 5 mm) verlustig gegangen, die dann"wiederhergestellt" wurde. Kurz: Gruselig.

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ABER: Spiel nur nach rechts/links, Federspannung gut, die Klingen schnappen noch; und das wichtigste: Die Arretierung ist gut fest & stabil. Und in der Hoffnung, daß sich was draus machen läßt, was dann in etwa dem darunterliegenden Teil ähnelt (Entlein -> Schwan, nichtwahr ;)). Ich werde berichten ...

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Zuletzt bearbeitet:
Das wäre ein Projekt genau nach meinem Geschmack, @kaiman.
Bin sehr gespannt, was du aus den heruntergerockten Klingen zaubern wirst. (y)
 
Vor einigen Tagen erreichte mich dieser alte, jagdliche Vierteiler von Anton Wingen Jr. in herrichtungswürdigem Zustand:

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Das sind mal wieder leider nicht meine Fotos, sondern die vom Vorbesitzer. Aber man erkennt glaube ich ganz gut die Ausgangssubstanz.
Hauptsächlich die unschön verschliffene Hauptklinge störte hier. Der Rest war eher kosmetischer Natur.

Das Ergebnis stimmt mich auf jeden Fall zufrieden.
Klingenspiel behoben, Hauptklinge begradigt und ausgedünnt.

Die Aufbruchklinge wurde ebenfalls leicht ausgedünnt.

Alle Werkzeuge wurden noch einheitlich neu gefinisht.

Ein nun wieder echt schöner Handschmeichler mit praktischem Nutzen. (y)

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Wieder mal eine tolle Lebensrettungsmaßnahme eines Solinger Qualitätsprodukts. :super:

Du solltest das hauptberuflich machen, :);)
 
Huhu,
hast Du das Horn der Beschalung aufgehellt ( wenn ja -wie? ),oder sind das unterschiedliche Fotoqualitäten?

Gruß Excalibur
 
Eine kleine "Spielerei" erledigte ich vorhin mit meinem heutigen Flohmarktfund.

Das Messer an sich sagte mir aufgrund der guten Verarbeitung zwar zu.
Jedoch gefiel mir das aufdringlich eingefärbte Delrin nicht wirklich.

Dieses tendierte schon fast in lila Farbtöne und wirkte ziemlich grell.
Darum entschied ich mich kurzerhand dazu, die Griffschalen von der ursprünglichen Farbe zu befreien.

Anschließend behandelte ich die Oberfläche mit Kaliumpermanganat, welches in der Lage ist, fast jedes Material dauerhaft einzufärben.
Nach einigen Durchgängen erhielt ich die gewünschte Einfärbung bzw. Nachdunklung der hellen Schalen.

Ein wenig Feintuning in Form von Schleifen und Polieren noch. Fertig.

Der daraus resultierende Look gefällt mir auf jeden Fall besser.
Es hat nun etwas von einem schon über jahrzehnte begrabbelten, gefrästen Knochengriff.

Hier einmal der direkte Vergleich:

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Und noch ein paar weitere Eindrücke, inkl. einem Vergleich zum Böker Barlow:

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Wow, das Ergebnis ist tatsächlich verblüffend.
Das sieht wirklich gut aus.
Bei Deinem universellen, handwerklichen Talent hätte ich noch ein zwei kleine Aufträge in anderer Richtung für Dich - für meine zweite Identität benötige ich noch neue Personaldokumente- näheres über PN


🤭😉🤣😂- das war natürlich ein lauer Scherz- trotzdem fußt er auf dem Respekt vor der Spannweite Deiner handwerklichen Fähigkeiten 👏🏼👏🏼👏🏼

Gruß Excalibur
 
Am Ostermontag konnte ich ja ein altes Buck 112 auf dem Trödel abstauben.
Dieses habe ich nun wieder ein wenig aufgearbeitet.

Der Vorbesitzer hatte den originalen Hohlschliff des Buck leider nicht verstanden.
Die Schleifversuche waren ziemlich katastrophal und haben die Schneide absolut unbrauchbar gemacht.

Darum habe ich mich für eine Radikalkur entschieden und der Klinge einen Flachschliff spendiert.
Dazu habe ich die Klinge ordentlich ausgedünnt.

Das Ergebnis ist nun ein ultra schnittfreudiger Slicer mit sehr kleiner Fase.

Und natürlich musste ich mich um die abgebrochene Klingenspitze kümmern.
Der Rest waren kosmetische Arbeiten am Messer. Säubern, polieren, ölen...

Hier ein Vorher-Nachher-Vergleich:

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Zum Vergleich habe ich mal ein baugleiches Buck 112 von 1989 daneben gelegt.
So kann man die Wandlung der Klinge besser nachvollziehen.

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Und hier die "neue" Klinge in der Nahansicht:

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Das Lederetui war zum Glück noch ziemlich gut erhalten, anders als das Messer.
Dieses musste ich lediglich säubern und wieder gut einfetten, um es geschmeidig zu machen.

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Das Messer wird sicherlich öfter den Weg in meinen EDC-Kreislauf finden.
Es ist nun ein wirklich teuflisch scharfes Teil, was sich gut zum Schnibbeln eignen sollte.

Daher wird es vielleicht einen Platz in meinen Wanderrucksack als Vespermesser finden. (y)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde besonders gelungen, daß bei/durch Deine Arbeiten die Relationen gewahrt wurden. Das Messer sieht absolut stimmig aus, und nicht irgendwie weird.

Respekt.
 
@Quadrat ….eine unglaubliche Wandlung, Hut ab!

Danke für deine netten Worte, werter @Abu.

Ich finde besonders gelungen, daß bei/durch Deine Arbeiten die Relationen gewahrt wurden.

Schön, dass dir das Ergebnis gefällt.
Meine Absicht war es, dass der buck-typische Look nicht verloren geht.

@Quadrat Super gemacht, wiedermal.
Und echt inspirierend.

Vielen Dank. Solche "Messerleichen" erweichen jedes Mal mein Herz, wenn ich sie sehe.
Da kann ich einfach nicht dran vorbeigehen. Dabei geht es auch immer um den Nachhaltigkeitsgedanken bei mir.

@Quadrat
Wie hast Du den Flachschliff hergestellt?

Den habe ich händisch mit meinen Schleiffeilen aus Siliciumcarbit bzw. Edelkorund angelegt.

Danach wurde mit Nassschleifpapier gefinisht.
In dem Fall habe ich mit 240er Körnung geendet, um eine satinierte Oberfläche zu erhalten.
 
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