Aufarbeitung alter Messer & Werkzeuge - Sammelthema

Ich glaube, es ging weniger um den TYP des Messers - ich stimme Dir absolut zu, paßt optisch zu den Tuttlingern! - als eher um den HERSTELLER ... und da hat @cut einen zumindest möglicherweise passenden gefunden. Aber wie er schon sagt: Die Chance, den "richtigen" zu finden

Insofern: Typ = Bauernmesser, Hersteller = eher unbestimmbar ... ;)
Irgendwo habe ich auch bereits die Bezeichnung „Bauernmesser“ für diesen Typ von Taschenmesser in einem Solinger Musterbuch gesehen.
Wenn ich erneut darauf stoße, werde ich gerne hier im Forum Infos posten.
… und vielleicht finde ich zusätzlich Abbildungen von Messern mit den ungewöhnlichen Backen auf die Quadrat hingewiesen hat: mit „Doppelkullen“.
 
Ein 🇦🇹Messerfreund fragte gerade wie er einen Holzgriff nachdunkeln lassen könne.
Im Zuge dessen zeigte ich ihm meine Flämm-Resultate an zwei Flohmarktfunden.
Hier quasi in der Zweitverwertung
IMG_4788.jpeg
 
Jüngst schwemmte die Flut ein tolles Takelmesser von Lütters bei mir an.
Es kam in einem Konvolut voller Schrottmesser und ich hatte daher wenig Erwartungen.

Ich hattes es im EDC-Thema schon mal kurz gezeigt.

Beim Anblick des Messers war ich auch zunächst etwas ernüchtert.
So war die Klinge ziemlich grob verschliffen worden und das sah nicht nur unschön aus, auch zum Schneiden taugte sie kaum noch.

Außerdem wies der große Marlspieker ein enormes seitliches Klingenspiel auf.
Der Vorbesitzer muss nicht gerade zimperlich mit dem Messer gewesen sein.

Ansonsten erwarteten mich die "üblichen" Verschleißerscheinungen.
Rost im Inneren, zerkratzte Griffschalen usw.

Leider war ich mal wieder zu faul, anständige Vorherbilder zu machen.
Daher gibt es leider nur einen vom Vorbesitzer ertellten, fotografischen Eindruck.

Hier sieht man aber zumindest die arg verunstaltete Klinge des Messers:

s-l1600.jpg


Übrigens habe ich in den Tiefen des Forums folgenden Beitrag aus dem Jahr 2010 zu diesem Modell von Lütters gefunden:

Hallo nochmals und Danke für die Tips, Frau Backhaus von der Firma Loewen hat mir zwischenzeitlich geantwortet.
Das Messer wird aus kostengründen nicht mehr produziert, Reste sind aber noch erhältlich.

Das nur am Rande. Weil ich mich schon länger mal fragte, warum Lütters dieses Modell schon lange nicht mehr vertreibt.

Dieses Modell ist wohl aus etwas neuerer Produktion.
So eines hatte unser @Seemann hier auch schon einmal gezeigt.

Ein älteres Exemplar hatte ich schon mal vor einiger Zeit hier präsentiert.

Mit dem Ergebnis bin ich ziemlich zufrieden.
Besonders erfreulich ist, dass ich das Klingenspiel vollständig beheben konnte.

Die Klinge bekam eine anständige Ausdünnung inkl. neuem Finish von mir.
Die Schnitthaltigkeit ist nun ziemlich beeindruckend. (y)

Aber auch optisch konnte ich mMn echt einiges herausholen aus dem alten Stück.

Hier nun einige Eindrücke vom Ergebnis:

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... gib's zu: Du hast das verranzte Ding weggeschmissen und ein anderes besorgt ... ;)

Mal wieder ein Paradestückchen draus geworden, Wahnsinn! Besonders gut gefällt mir die behutsame Korrektur der Klingenspitze ... Danke für diesen schönen Einstieg in's Wochenende!
 
Congrats Quadrat- wie gewohnt saubere Arbeit 👏🏼👏🏼👏🏼
Du spruchest von verkratzten Schalen im Ausgangszustand. Wie hast Du Dich dieses Problems angenommen ?

Schönen Feierabend wünscht
Excalibur
 
... gib's zu: Du hast das verranzte Ding weggeschmissen und ein anderes besorgt ... ;)

Verdammt. Du hast mich ertappt. :cool::

Mal wieder ein Paradestückchen draus geworden, Wahnsinn!
Besonders gut gefällt mir die behutsame Korrektur der Klingenspitze ... Danke für diesen schönen Einstieg in's Wochenende!

Vielen Dank für deine netten Worte!

Congrats Quadrat- wie gewohnt saubere Arbeit 👏🏼👏🏼👏🏼

Auch dir besten Dank für das Lob!

Du spruchest von verkratzten Schalen im Ausgangszustand. Wie hast Du Dich dieses Problems angenommen ?

Ich habe die Griffschalen mit Nassschleifpapier behandelt.
Angefangen mit 180er Körnung. Geendet mit 1200er. Dann final mit Polierpaste und Baumwolltuch.

Da Lütters damals für die Takelmesser sogenanntes "Richlite" verwendet hat, ging der Vorgang leicht von der Hand.
Das verhält sich ähnlich wie z.B. Micarta.
 
Danke Quadrat,
ja mal muss sich einfach mal trauen….
Oft hat man die Angst, die Beschriftung könnte leiden - in diesem Fall das güldene „BUND“ - ein kleiner Life-Hack aus dem Modellbau; das sogenannte „Schummern“
Man malt die Schrift mit Edding, Sharpie, Modellbaufarben o.ä. nach, wartet kurz und wischt dann zart mit Verdünner o.ä. drüber.
Die Farbe bleibt in den Vertiefungen, der Rest geht weg.

LG Excali
 
Das kürzlich auf dem Flohmarkt ergatterte "Schneidteufel" konnte ich nun vom Rost befreien.
Die Klinge war ansonsten in wirklich gutem Zustand.

Und das gute Stück war ab Werk schon angenehm dünn ausgeschliffen.
Weshalb es nun seinem Namen alle Ehre macht. Durch den Karbonstahl ist es auch wirklich extrem scharf geworden.

Was mich besonders glücklich macht, ist, dass ich zu dem Schneidteufel eine passende Scheide finden konnte.
Diese gehörte mal zu einem Fahrtenmesser identischer Bauart von Robert Klaas.

Dazu gestellt sich ein ebenfalls vor einiger Zeit auf dem Flohmarkt gefundeses Robert Schaaf.

Beide Messer finde ich aufgrund der wirklich beachtlichen Klingenpatina besonders reizvoll. :cool::

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Eine kleine Aufarbeitung für zwischendurch möchte ich euch mal fix zeigen.

Vor kurzem erreichte mich ein alter Klapper aus den 80ern im Stil des klassischen Buck 110.
Es ist ein italienisches Falcon aus Maniago und besticht durch eine sehr gute Verarbeitung und Wertigkeit.

Wie bei den älteren Buck sind auch hier die Messingbacken und Platinen aus einem Guss gefertigt.
Dementsprechend stabil ist der Klopper auch und bringt einiges an Gewicht auf die Waage.

So erreichte mich das gute Stück:

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Leider habe ich es wieder mal verpasst, eigene Fotos vom Ausgangszustand zu machen.

Nach einer gründlichen Reinigung und Aufarbeitung der Klinge lässt es sich nun wieder sehen:

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Ein Freund hat mir einen Dachbodenfund geschenkt … Axtkopf von Müller, Österreich. Komplett verrostet und mit abgebrochenen Stielresten;

Wurde überschliefen, entrostet, neu geätzt, ein achteckiger Eschenstiel angefertigt und auf Rasiermesserschärfe gebracht!

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Vor kurzem gelang mir ein wirklich feiner Fund, der mein Trödelherz höher schlugen ließ.
Ein altes Voss Jagdtaschenmesser mit großer Klinge, Bleistiftklinge und Korkenzieher. Bestimmt an die 100 Jahre jung.

Als Beigabe gab es gratis noch ein schönes, altes Bonsa Humpback mit Beschalung aus gefrästem Knochen (kein Delrin).

Aber das Voss war ein Messer, nach dem ich wirklich schon lange Aussschau hielt.
Nun endlich war es soweit. Und der Zustand war, bis auf oberflächliche Kratzer auf den Klingen, wirklich super und unverbraucht.

Hier einige Eindrücke vom Ausgangszustand in meiner Werkstatt:

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Bei der Aufarbeitung habe ich die Klingen lediglich gesäubert und leicht aufpoliert.
So ein altes Stück darf ruhig ein paar Spuren des Alters in Würde tragen.

Natürlich wurde auch noch eine neue Fase erstellt.

Das trockene Hirschhorn habe ich ausgiebig in Ballistol gebadet und wieder aufgefrischt.
Dann standen noch die "üblichen" kosmetischen Arbeiten an, die das Messer nun wieder in gutem Licht dastehen lassen.

Das gute Stück wird sicherlich öfter in meine Hosentasche wandern. :love:

Und das Bonsa kommt natürlich auch noch an die Reihe.
Das ist auch ein feines Stück.

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Herrlich! Ich kann Deine Begeisterung für Voss-Messer verstehen; vor allem in dem Zustand: Bereits vor Deiner Kur ein tolles Messer, das anscheinend immer in guten Händen war. Und auch das Bonsa ist eine Schönheit, die noch im Hintergrund auf Ihre Wiedererweckung wartet ... Mann-O-Mann, man kann ja viel positives über den tiefen Südwesten sagen, aber daß schöne Messer auf Trödelmärkten zu finden sind, gehört leider nicht dazu. :(
 
Ein klasse Ergebnis und diesem schönen Böker absolut würdig, @Werkzeugmacher0! (y)

Auf dem Vorher-Bild sieht es so aus, als wenn die Beschalung einen Riss hat, der in etwa durch das Böker-Emblem verläuft.
Ist dem so? Und wenn ja, wie hast du den Riss ausgebessert?
 
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