Bark River in Problemen?

Etwas mehr gezahlt ist gut. :)

Für die Nachwelt um es mal kurz zusammenzufassen: 20$ China Messer (mehr oder weniger fertig) wurden in Treu und Glauben und einigen Umbauarbeiten für 400$ weiterverkauft, dazu angeblich dann als Made in USA. Ja das sind Messer mit denen man schneiden kann, aber wenn Magnacut von BRK rostet, dann ist das doch weniger schön und grenz eher an Betrug im großen Stil.
Man kann es auch so sehen: Kunden waren bereit, für den Markennamen und das Label „Made in USA“ 380 $ Aufpreis zu bezahlen. Jetzt ist diese Vorstellung geplatzt. Der Schaden besteht in der Enttäuschung der Kunden, dass der eingebildete immaterielle „Wert“ wirklich nur eingebildet war. Eingebildeter Wert wird gegen Enttäuschung getauscht.

Ich will damit keineswegs einen Betrug rechtfertigen, aber vielleicht mal anregen, über eigene Motive, Vorstellungen und Illusionen zu reflektieren.

P.S.: Der Wertverlust ist ja eigentlich gar nicht eingetreten. Steward hat ja darauf hingewiesen, dass die chinesischen Klingen in den USA soweit modifiziert wurden, dass das Label „Made in USA“ dennoch gerechtfertigt war. Also eigentlich doch alles gut?? ?😉🙁🥲🤥
 
Das ist doch irrelevant. Wenn nicht das drin ist, was drauf steht, und der Hersteller das ganz bewusst falsch etikettiert hat, ist es Betrug. Völlig egal, wieviel Arbeit da eingeflossen ist, wie Stahl und Messer performen oder wie die Preise in EK und VK sind
 
Das ist doch irrelevant. Wenn nicht das drin ist, was drauf steht, und der Hersteller das ganz bewusst falsch etikettiert hat, ist es Betrug. Völlig egal, wieviel Arbeit da eingeflossen ist, wie Stahl und Messer performen oder wie die Preise in EK und VK sind
Natürlich ist es Betrug und dazu eine menschliche Schweinerei gegenüber allen Beteiligten, die ihm vertraut haben, ohne Wenn und Aber.

Meine Frage ist: wofür zahlen wir als Käufer eigentlich? Besonders, wenn wir im Luxussegment bereit sind, Premiumpreise zu zahlen.

Meine persönliche Meinung dazu: wir zahlen nicht primär für Funktion, sondern für Gefühle.
 
Bark River sind aus meiner Sicht keine Luxusmesser, sondern sehr hochwertige Nutzmesser, die sich klar durch ihre Nutzungseigenschaften wie Materialien und Geometrien sowie Verarbeitungsqualität definieren.

Ist natürlich klar, dass Kunden umso emotionaler reagieren, je mehr Emotionen sie zum Kauf bewogen haben.
 
Bark River sind aus meiner Sicht keine Luxusmesser, sondern sehr hochwertige Nutzmesser, die sich klar durch ihre Nutzungseigenschaften wie Materialien und Geometrien sowie Verarbeitungsqualität definieren.

Ist natürlich klar, dass Kunden umso emotionaler reagieren, je mehr Emotionen sie zum Kauf bewogen haben.
Okay, über die Definition von Luxussegment kann man diskutieren. Aus meiner Sicht gehört jedes Messer (spätestens) ab 100 € Kaufpreis zum Luxussegment.
 
Jep, auch für mich ist ab 100€ Luxussegment. Das die Hersteller sich immer mehr in diesen Bereich vorschieben, oder noch höher ( ich schaue mal nicht so genau auf meine Messer) öffnet natürlich für Betrug mehr oder weniger die Tür. Wir wissen ja auch das nach dem VW-Abgasskandal rauskam das die anderen auch das selbe gemacht haben. Oder Ikea die erst Vollholz haben und wenn die Sorte gut läuft ist es Pressspan. Also sollte man sich solange man zuhause kein eigenes 16.000$ Stahlprüfgerät rumstehen hat, nicht so sicher sein, welche von unseren Lieblingsfirmen es genauso macht.
 
Okay, über die Definition von Luxussegment kann man diskutieren.
Für mich definiert nicht der Preis den Luxus. Der Preis definiert nur meine persönliche Hürde, über die ich nicht oder nur in Ausnahmefällen drüber will.
Allgemeiner gesehen fängt Luxus für mich da an, wo Materialien oder Verarbeitungsniveaus zum Einsatz kommen, die zu keiner nachvollziehbaren Steigerung des ureigenen Nutzwertes eines Gegenstandes führen.
 
Ich halte Bark River auch nicht für eine Luxusmarke, gemessen an der Menge an Handarbeit, die drin steckt, eher für günstig bis angemessen.
Man kann die Preise mEn nicht mit einem Messermacher vergleichen, der seine Produkte direkt an den Endkunden verkauft und sich (und dem Kunden) dadurch natürlich die Händlermarge erspart.

Wie viele beliebte Marken, spaltet auch BRKT die Gemüter. Die einen lieben sie und die anderen lehnen sie ab, weil sie von so vielen gemocht werden. Geht mir in anderen Bereichen auch so.

Ich finde, die Bark River sprechen eine Formensprache, die ich hierzulande nicht finde, die sind da auch nicht die einzigen Messerhersteller in USA, wo ich das so sehe. Für mich sind das Arbeitsgeräte aus idR zweckmäßigen Materialien, die ihren Reiz daraus ziehen, eher am oberen Ende dessen zu sein (Materialtechnisch), was der durchschnittliche Mall-Ninja so braucht.
 
Für mich definiert nicht der Preis den Luxus. Der Preis definiert nur meine persönliche Hürde, über die ich nicht oder nur in Ausnahmefällen drüber will.
Allgemeiner gesehen fängt Luxus für mich da an, wo Materialien oder Verarbeitungsniveaus zum Einsatz kommen, die zu keiner nachvollziehbaren Steigerung des ureigenen Nutzwertes eines Gegenstandes führen.

Sehr schön formuliert
 
Luxus definiert jeder anders, kein Problem. Fakt ist das sich keiner mehr eine neue Sammlung zulegt mit Bark River Messern. Sammler deren Emotionen zu Kauf führten, werden nun von gegenteiligen Emotionen heimgesucht und fluten den Markt, das heist das BRK im eigentlichen Sinne nur noch Messer sind, die man zur Not kauft, weil es gerade nichts anderes gibt. DLT sitzt wohl noch auf 15.000 Messern, viel Glück beim Abverkauf.
 
Bark River sind aus meiner Sicht keine Luxusmesser, sondern sehr hochwertige Nutzmesser,

Das bleibt bei mir auch so!

Wir sollten jetzt auch nicht alles in die Tonne treten. Der Umfang der betroffenen Modelle scheint ja noch begrenzt zu sein. Sind die überhaupt auf dem Markt bei uns importiert worden? Klingenwelt /Jenni könnte ggf Auskunft geben.

Der Abgang von Mike Stewart ist sicher ein Desaster für ihn, die Händler, ggf. betroffene Kunden. Ich vermute dahinter aber auch eine gewisse Tragik, die Gesundheit betreffend. Die Videos seiner (selten gewordenen) Präsentationen im Vergleich zu früheren machen das deutlich. „No excuse“, wie er selber schreibt.

Mir fehlt aber etwas, deshalb: Meine Anerkennung, was er in 50 Jahren aufgebaut und für die Messerszene an Vielfalt und Qualität geleistet hat!

Abu

PS: Die vermeintliche „Luxus“-Diskussion finde ich in diesem Zusammenhang völlig überflüssig. Für die Mehrheit in diesem Land ist unser Hobby purer Luxus!
 
Fakt ist das sich keiner mehr eine neue Sammlung zulegt mit Bark River Messern
Wenn ausreichend Klingen durch Händler wie DLT von Stahlherstellern wie Niagara Specialty Metals getestet und deren Stahlangaben verifiziert wurden, sehe ich keinen rationalen Grund die verbliebenen Lagerbestände der Händler zu verschmähen.
Inwieweit man dabei Willens und in der Lage ist, die offenkundigen Machenschaften der Verantwortlichen auszublenden und die Messer rein nach ihren funktionalen Eigenschaften wahrzunehmen, ist natürlich eine andere Frage.

Für mich waren die Schneideigenschaften der konvexen Klingen von Bark River stets ein positives Alleinstellungsmerkmal in der Serienproduktion von "Outdoor"-Messern. Ich habe auch einige Modelle in der Sammlung und im Gebrauch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Daher habe ich die Messer in meiner persönlichen Erfahrungswelt nicht als überteuerte oder überwiegend emotional behaftete Gegenstände erlebt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich beziffere den Schaden den Mike Stewart mit seinem Verhalten ausgelöst hat als viel größer, als seine angeblichen Errungenschaften, bzw. ist der Schaden noch gar nicht absehbar. Messerkauf ist Vertrauenskauf, wir haben nunmal alle keine Prüfgeräte oder finden sofort heraus ob die Wärmebehandlung genau richtig erfolgte. Das Vertrauen ist dahin, vlt muss sich jetzt jeder Händler so ein Prüfgerät holen, Kunden Aufpreis zahlen für geprüfte Ware, neue Firmen werden es schwer haben, Kunden zu finden. Viele sind jtzt vlt auch nicht mehr bereit Unsummen zu zahlen? Lohnt es sich noch zu sammeln? Mike Stewart hat ja gerade auch die Leute extrem angeschmiert, die in seinem Bark River Club waren und die Sammlermesser sind Fakes! Bark River/ aka Familie Stewart als Name ist bis in die dritte Generation verbrannt, dabei hätte er wirklich etwas seinem Sohn hinterlassen können. Aber wer Bitte glaubt denn der Sohn habe da nicht mitgemacht und dann soll dessen neue Firma auch noch die Garantie übernehmen? Wäre Mike Stewart ein rechtschaffender Mensch gewesen, wäre seine ganze Messerlaufbahn nicht so schief gelaufen wie sie es geworden ist.
 
...Aber wer Bitte glaubt denn der Sohn habe da nicht mitgemacht und dann soll dessen neue Firma auch noch die Garantie übernehmen? Wäre Mike Stewart ein rechtschaffender Mensch gewesen, wäre seine ganze Messerlaufbahn nicht so schief gelaufen wie sie es geworden ist.

Finde es auch gerade schwierig zu sagen, wie sich das auswirkt. Ich habe mir vor 2 Jahren ein Aurora Mini gekauft, weil ich einfach von dem guten Ruf von Bark River viel gehalten habe und mir das Design auch sehr zusagt. Ich finde die Messer von BRK immer noch sehr schön, und nutze weiterhin gerne mein Aurora. Aber natürlich bleibt da ein bitterer Beigeschmack. Da gebe ich auchg gafi recht, klar wurde da auch viel aufgebaut, aber so eine Aktion zerstört halt viel mehr. Es ist halt einfacher Vertrauen zu zerstören als aufzubauen. Es gibt auch ein Update vom Sohn, in welchem steht, dass er auch teilweise beteiligt war. Da ist ist meiner Meinung nach sehr schade, weil sich dieser durch seinen Vater jetzt auch ins schlechte Licht gezogen wurde. Naja letztendlich muss man schauen wie es sich entwickelt, auf jeden Fall werde ich mein Aurora behalten und es weiterhin schätzen.
 
Wenn ausreichend Klingen durch Händler wie DLT von Stahlherstellern wie Niagara Specialty Metals getestet und deren Stahlangaben verifiziert wurden, sehe ich keinen rationalen Grund die verbliebenen Lagerbestände der Händler zu verschmähen.

Genau so isses.

Alles andere ist die übliche Social Media Empörung.

Kaum vorstellbar, dass er jetzt, wo die Dämme brechen, auch noch dahingehend lügt, dass doch nicht nur wenige Modelle und Stahlsorten betroffen sind.

Persönliche würde ich nach Klärung jederzeit wieder Bark River Knives kaufen, sollten die Restbestände auch bei uns günstiger als bisher werden, eher 3 statt nur einem geplanten.

Normale BRK als Sammelobjekte sind im Hinblick auf geringen oder vollständig verlustfreien Wiederverkauf ohnehin Humbug.

Just saying.

grüsse, pebe
 
Hallo Zusammen, unabhängig von den Hintergründen, hat jemand eine Idee, wo man die Bark River Messer mit den falschen Stahl kaufen kann? Wenn ich es günstig(er) bekommen würde, wäre ich da absolut interessiert... Grüße, Stefan
 
Na ja, abgesehen vom Stahl (und andere etablierte Hersteller verkaufen auch Messer aus 8cr13mov)... der Schliff ist ja immer noch original Bark River konvex 🤷

Damit ist klar, mach den Preis gut genug, dann gehen die weg wie geschnitten Brot.
 
Ich schließe mich da Bukowski vollumfänglich an- Ich nenne schon einige Barkies mein eigen und keins hat mich bisher enttäuscht.
Natürlich stört mich auch diese hausgemachte Rosstäuscherei enorm, auch im
Hinblick auf die aufgerufenen Preise. Was da firmenintern schief gedacht wurde, ist nicht nachvollziehbar- und ich kann mir auch keine riesige Gewinnspanne durch die Verwendung anderer Stähle vorstellen.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass BR minderwertige Kuchenbleche verbaut hat. Vielleicht ist „made with proud in the USA“ mittlerweile nicht mehr konkurrenzfähig. Egal, unterm Strich bleibt ein riesiger Imageschaden.
Aber die Messer, die bleiben 💪🏼
 
Da ich mittlerweile ein sehr gespaltenes Verhältnis zu diesen "Sammlern" habe, denen man es zu verdanken hat, dass viele Messer immer utopischere Preise haben, muss ich sagen- bitte nicht hauen- gönne ich es sogar diesen "Sammlern", dass dieses Spiel aus "ich will immer die besten Messer mit den besten Stählen haben (für die Vitrine) und "wir machen schöne Messer und verkaufen die für viel Geld- die "Kunden" wollen das ja so; einen schönen Dämpfer erhalten hat.

Ich gehe soagr soweit (ausserhalb der rechtlichen Sache und natürlich ist es Betrug) dass sich der Gebrauchsschaden für die Nutzer eher gering hält. Evtl. vielleicht auch mal daran denken, dass so eine Firma auch immer nur mit ihren Kunden gedacht werden muss. Für die Händler ist es doof, klaro und auch so ist es doof, aber: liegt es nicht auch am Markt, der betrogen werden will (magnacut, Mondholz und handmade in der Werkstatt von 1270 geschmiedet auf Hämmern die schon Excalibur dengelten)?

Meine Frage wäre also ein bisschen: gäbe es solche Disaster eigentlich auch, wenn es keine "Sammler" gäbe und hier ein reiner Nutzermarkt reine Gebrauchsmesser wöllte?
 
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