Borax oder Glasmehl, welcher Feuerzement ?

AW: Kettensäge

....und Hochöfen werden mit FEUERFESTBETON ausgekleidet (und Kacheln)......Habe übrigens meinen alten Baustoffprof. mal angerufen. Der meint, dass Feuerfestbeton nix anderes ist als ganz normaler Portlandzement mit Schamottemehl als Zuschlagstoff. Und Schamotte ist ein Lehmbrand aus feinem Ton und Klinkermehl (Klinker = bis zur Sinterung gebrannter Ziegelstein).......
Warum das Glasmehl da durchgeschmolzen ist, dafür hatte der Herr auch eine mögliche Erklärung: da Glas ein ausgesprochen schlechter Wärmeleiter ist, hält es seine Temperatur auch eine ganze Weile. Und Glas schmilzt jenseits der 1450°C.
Die Innenauskleidung der Hochöfen wird mit feuerfesten Fliesen gemacht (Kacheln sind schüsselförmige Keramikteile für den Bau von > Kachelöfen).
Feuerfestbeton wird nicht thermisch hoch belastbar durch die Zugabe von Ziegelsteinschamotte (Schmelzpunkt schon ab ca. 1.100°C), sondern durch Beimengung von sog. Hartbrandschamotte und spät schmelzenden Zuschlagstoffen wie Kaolin oder Quarz.

Geschmolzenes Glas (Schmelzpunkt schon ab ca. 900°C) ist einfach ein gutes alkalisches Lösungsmittel und nimmt daher Mineralien unter Bildung eines Eutektikums gut auf (ein Eutektikum ist eine Mischung von Stoffen mit einem Schmelzpunkt, der unter dem der einzelnen Inhaltsstoffe liegt).

Gruß

sanjuro
 
AW: Kettensäge

Die Innenauskleidung der Hochöfen wird mit feuerfesten Fliesen gemacht (Kacheln sind schüsselförmige Keramikteile für den Bau von > Kachelöfen).

Jein, ich war selber bei den Einrüstarbeiten in zwei alten Hochöfen dabe, das waren definitiv Kacheln im Dickbett. Wir hatten eine auch eine ganze Weile als Aschenbecher in Gebrauch.
Wobei das mit der eigentlichen Problematik nicht wirklich was zu tun hat:irre:



Geschmolzenes Glas (Schmelzpunkt schon ab ca. 900°C) ist einfach ein gutes alkalisches Lösungsmittel und nimmt daher Mineralien unter Bildung eines Eutektikums gut auf (ein Eutektikum ist eine Mischung von Stoffen mit einem Schmelzpunkt, der unter dem der einzelnen Inhaltsstoffe liegt).

Ziemlich genau das ergab das Telefonat gestern Abend mit meinem Prof. Hätte ich nicht schöner formulieren können.

Gruß :)
 
Hallo, bin neu hier :D ich baue Glasschmelzöfen und Brennöfen für Hobbytöpfer und Härte bzw Glühöfen. Ich habe auch schon festgestellt das sich Glas durch die meisten Keramischen Feuerfest Massen wie Säure verhält, frisst sich unaufhaltam durch. Ich denke auch das eine Eutektische Verbindung davür verantwortlich ist. Es gibt übrigens einen Temperaturbeständigen Stahl der nicht verzundert, dieser ist als Auffangwanne geeignet ;)
Feuerferstzement besteht, so weit ich weis, aus Portlantzement, Schamotemehl, Tonerdeschmelzzement, der Tonerdeschmelzzement bindet Hydraulisch ab, bei einer bestimmten Temperatur dann Keramisch.
 
INCONEL ist kein Stahl sondern eine Legierung auf Nickel-Basis. Eine Auffangwanne aus Inconel möchtest Du nicht bezahlen müssen.....

Zudem: bei den Temperaturen, die man zum Feuerschweißen von Damast braucht, gibt auch Inconel oder hitzebeständiger Stahl ziemlich schnell auf. Deutlich schneller jedenfalls als Feuerfestzement, selbst bei Borax-Kontamination. Bei uns hat ein 6 mm Blech aus hitzebeständigem Stahl (für WB-Öfen geeignet) nach einer Schmiedesession ein 8 cm großes Loch gehabt. Einfach weggeschmolzen.
 
Borax setzt die Schweißtemperatur herab, wer mit Glas oder Quarzsand schweißen will, muß stärker glühen.
Dies ist auch der Grund, warum Verschweißungen höher legierter Stähle mit Sand nicht richtig werden, siehe Post oben (Schweißtemperatur für den legierten Stahl zu hoch)
Ich hab ma nen Versuch gemacht, und hab mir ne Essenschüssel vom befreundeten Töpfer anfertigen lassen, das ist ähnlich wie die Hochofenkacheln und hält erstaunlicher Weise länger als ich dachte.
Ich bin drauf gekommen, weil ich in meiner Schulzeit die Glocke von Schiller lernen mußte..."steht die Form in Ton gebrannt, heute muß die Glocke werden".......:D
Das Borax, oder auch Glas hinterlässt in der Schüssel lediglich Glasperlen, die sich da einbrennen, siehe auch "Glasur", stört aber nicht weiter.

Gruß Ede
 
Ich hatte am Anfang eine Abelesse. In die habe ich eine Schicht zerkloppte Porzellanteller eingebracht. Ging bestens. Muß ja nicht gerade Meißner sein. Gruß Dietmar
 
Ich hab da auch mal ne Frage:

Ich habe die Schmiede von meinem Vater geerbt. Meine Brüder sagen er hat immer mit Sand geschweißt, aber genaues wissen die auch nicht, nur dass er immer in den Eimer unter der Esse gegriffen hat. Ich habe in den letzten Tagen auch mit Sand geschweißt und ging auch ganz gut. Gestern hab ich hier aber irgendwo gelesen dass man Sand Pottasche und Eisenspäne zusetzen kann was dann die Zunderschicht lösen soll. Unter meiner Esse stehen immer noch 2 Eimer mit Sand. Der den ich noch nicht verwendet habe hat aber auch Schwarze Körner drinnen. Diese Körner sind aber auch als "Bätzchen" in dem Sand. Könnte das Pottasche sein?

Ich kanns leider noch nicht ausprobieren, hab keine Kohle mehr.

Hier mal ein paar Bilder:


Das Häufchen ist etwas größer als ein 5 Markstück, ist also relativ feiner Sand.







Diese Klümpchen kann man ganz leicht mit den Fingern zerbröseln.
 
meiner Esse stehen immer noch 2 Eimer mit Sand. Der den ich noch nicht verwendet habe hat aber auch Schwarze Körner drinnen. Diese Körner sind aber auch als "Bätzchen" in dem Sand. Könnte das Pottasche sein?




Diese Klümpchen kann man ganz leicht mit den Fingern zerbröseln.

Das wird wohl "gebrauchter" Sand sein, also welcher, der schon mal angeschmolzen war...oder...?
 
ich habe mir als erstes ein kleines Stück von einem U-Esien besorgt und die Stirnseiten mit Blechen zugeschweißt, so, das ich eine art Wanne hatte, die ich in die Esse stellen konnte. Da hinein hab ich dann das Packet gelegt und das Borax ist auch schön da drinnen geblieben. Allerdings, Ihr habt bestimmt schon erraten, hat diese Wanne ganze zwei Schweißvorgänge gehalten. Danach habe ich mir bei nem bekannten Schlosser eine kleine Schale aus hitzebeständigem Edelstahl biegen lassen. Die hat schon länger gehalten, war aber sehr teuer und am Ende doch unbrauchbar. Jetzt hab ich mir bei *-*** eine Ladung Schamottsteine geschossen, die Säge ich mir zurecht und leg sie unter das Packet. Nach der Ersten Schmiedesession war auf dem Schamottstein eine schöne Schicht geschmolzenes und wieder erstarrtes Borax, aber durchgefressen hat sich da nix.

Hat der Zement nicht auch die Funktion, das er die Hitze Speichert und wieder in die Brennkammer zurückstrahlt?
 
sagt mal
kann man auch Hartlötflussmittel ( Pulver weiß)als Borax ersatz nehmen
hat da jemand vielleicht erfahrungen gesammelt ?
Hab im Dachbodne noch 1 KG von dem Zeug gefunden und kann sont nix mehr damit anfangen .

LG und guten Rutsch ins neue Jahr
Stefan
 
Hey, also auch wenn die Frage hier etwas älter ist, ich nehm seit paar Jahren einfach eine "Opferplatte aus Edelstahl".
Wenn die durch ist oder stark verzogen kommt ein neuer Restabschnitt rein, das war bislang all paar Monate der Fall. Der Boden meiner Esse hält damit sehr lange. Bislang 2 Jahre. Der Boden ist aber auch mit einem Aluminiumkorund geschützt.
Einfach Aluoxid kaufen, grob, mit etwas Kaliwasserglass mischen und mit der Pampe den Boden ca. 1cm aufpanzern. Dann die Edelstahlplatte auflegen. So blieb der Schamottstein bislang unbeeindruckt von allem. Wieso hab ich das so aufgebaut? Weil die letzten paar Gasessen meistens durch das verbiegen/verglasen der Schamottsteine zu Bruch gingen.
Aber durch die 1cm Aluoxidschicht verformte sich die Schamotte nicht mehr. Die Edelstahlplatte verhinderte das abschmelzen des Aluoxidkorunds durch das Borax.

Es gibt Betonzuschlagstoff, das ist sogenannte Hochofenschlacke. Die Schmilzt auch nicht davon. Kann man auch mit einem Wasserglas zu einer Paste rühren und aufbringen das entspricht inetwa einem Gasofen Zement. Die Vertriebler schmeissen einem die Schlacke zentnerweise hinterher! Einfach nach einem Zuschlagstoff für einen neuen Zement Prototypen fragen, die helfen dann meistens schon. Gratis.

Das Hauptproblem, meiner Erfahrung nach, ist das die Oxidinhibitoren oder Glasschmelzen alle chemisch bei Hitze mit was auch immer reagieren.
Desto heisser desto stärker reagieren sie. Natrium oder Borax setzt wie Kalium die Schmelztemperatur von Keramiken herunter.

Bedeutet, man sollte die chemische Reaktion am besten gar nicht erst in Gang kommen lässt. Daher die Opferplatten Idee.
Gut und günstig.

Grüsse
 
sagt mal
kann man auch Hartlötflussmittel ( Pulver weiß)als Borax ersatz nehmen
hat da jemand vielleicht erfahrungen gesammelt ?
Hab im Dachbodne noch 1 KG von dem Zeug gefunden und kann sont nix mehr damit anfangen .

LG und guten Rutsch ins neue Jahr
Stefan
Hey

Das Problem dabei könnte sein das im Flussmittel Flusssäure-haltige Mineralien zugesetzt sind. Musst halt googlen was die Zusammensetzung ist.
Prinzipiell geht das aber, es ist ja ein Flussmittel das Metalle von Oxiden befreit, ABER das verwenden kann auf Lasten deiner und der Lungen deren die die Essenabgase einatmen gehen!

Wir löten viel bei uns, und wenn gelötet wird mit Fontagen HF dann macht man automatisch die Absauge an, das Zeug stinkt dermassen sauer da sollt einem ein Licht aufgehen. Und alles was mit den Dämpfen in Verbindung kommt rostet! Auch die gehärteten Chromstahlbacken des Schraubstocks! Also man ist wirklich bestens beraten wenn man die Dämpfe absaugt.

Grüsse
 
ich habe mir als erstes ein kleines Stück von einem U-Esien besorgt und die Stirnseiten mit Blechen zugeschweißt, so, das ich eine art Wanne hatte, die ich in die Esse stellen konnte. Da hinein hab ich dann das Packet gelegt und das Borax ist auch schön da drinnen geblieben. Allerdings, Ihr habt bestimmt schon erraten, hat diese Wanne ganze zwei Schweißvorgänge gehalten. Danach habe ich mir bei nem bekannten Schlosser eine kleine Schale aus hitzebeständigem Edelstahl biegen lassen. Die hat schon länger gehalten, war aber sehr teuer und am Ende doch unbrauchbar. Jetzt hab ich mir bei *-*** eine Ladung Schamottsteine geschossen, die Säge ich mir zurecht und leg sie unter das Packet. Nach der Ersten Schmiedesession war auf dem Schamottstein eine schöne Schicht geschmolzenes und wieder erstarrtes Borax, aber durchgefressen hat sich da nix.

Hat der Zement nicht auch die Funktion, das er die Hitze Speichert und wieder in die Brennkammer zurückstrahlt?
Hey

Der Zement speichert Hitze ja, zurückstrahlen würd ich jetzt so nicht verwenden aber speichern sicher ja.
Der Gasverbrauch kann nach ca. 30 min, bei einer fast geschlossenen fetten Esse, ebenfalls stark reduziert werden. So 10cm dick vergosserner Zement in einer 3cm Schicht Keramikwolle hält die Hitze sehr gut und sehr lange. Ebenfalls sind dann höhere Temperaturen möglich so um die 2040°C gingen bei meiner zumindest dann stieg das Thermometer aus ^^

Grüsse
 
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