ein paar Fragen [Welche Knochen sind als Griffmaterial "tauglich"]

Glasbläser

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Erst mal möchte ich mich vorstellen :hmpf:

Ich heisse Thomas, bin 44 Jahre alt und wie man meinem Nick ansehen kann Glasbläser von Beruf :D genaue Berufsbezeichnung ist Glasapparatebauer. Ich habe also eigendlich vom Stahl absolut keine Ahnung :glgl:

Da ich schon mal vor Jahren versucht habe ein Messer selber zu machen, siehe hier :glgl: , es ist aus dem 1.2842 mit Rosenholzgriff und Messinghandschutz, selber gehärtet und angelassen in meinem Glastemperofen, wollte ich dieses mal etwas mehr Fleiß an den Tag legen und es nochmal versuchen :confused:

Diesesmal habe ich wieder 2 Stücke 1.2842 und ein Stück 1.2436 zur verfügung :lach:

Für meine Messerprojekte will ich nun einen Griff aus Tierknochen verwenden :staun:

Ich habe mir dazu ein paar Markknochen vom Schwein besorgt, weil, die sind ja eigendlich dickwandig.
Leider bekomme ich aus diesem Knochen nicht, wie erhofft, ein großes Stück/Platte von ca. 120x30xca.10mm herraus :mad: es soll dick genug sein um hinterher noch eine Gravur oder Schnitzerei dort anzubringen.

Welcher Knochen würde sich da am besten für eignen :confused: um eine massive Platte von den obigen Massen zu erhalten :confused:

Schulterblatt :confused: oder........... :confused:

und weiss/weisslichgelb sollte der Knochen schon sein.
 
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AW: ein paar Fragen

servus Glasbläser,

ich habe es mal mit dem schienbein ( edit. quatsch schienbein, meinte vorderer unterschenkel) vom rind probiert.
aber auch das lieferte die von dir gewünschten masse nicht.

meine empfehlung wäre:

argentinische pferdeknochen, beispiel

oder kamelknochen, beispiel

pferdknochen - heinle
kamelknochen - schanz

grüsse ,..
 
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AW: ein paar Fragen

Und wenn du den Knochen nicht in Platten schneidest, sondern den ganzen Knochen als Griff benutzt?
Viele Knochen sind von Natur aus schon Handschmeichler.

Ciao, Basti
 
Du könntest alternativ auch fossiles Elfenbein verwenden. Die Stücke lassen sich problemlos zuschneiden und haben außer dem natürlichen Durchmesser des Zahnes eigentlich keine Begrenzung in der Stärke. Du müsstest dir halt die Mühe machen, da ein bisschen rumzustöbern, weil Qualität und Färbung nicht immer gleich sind.

Hier mal ein Beispiel für die Optik (wobei das ein reines Elfenbeinmesser aus sehr hochwertigem Material ist):

SashaKn2.jpg
 
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Da dank ich doch mal sehr herzlich :D jetzt hab ich ja erst mal wieder ein paar Anregungen :super:

und das ist die Klinge aus 1.2842 wo die Schalen drauf sollen


werde berichten wie es weite geht :cool:
 
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Hoppsala, nun hab ich doch glatt vergessen zu sagen, wo man das Elfenbeinzeugs im Zweifel in rauhen Mengen herbekommt... :D

Es gibt da einen ziemlich guten Shop innerhalb eines größeren I-netauktionshauses :glgl:, nennt sich Mammut-Shop. Ich hab davon bis jetzt nur gutes gehört, allerdings selber noch nie dort bestellt.
 
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Schweineknochen sind viel zu spröde und eignen sich nicht als Griffmaterial, sind aber bestens für den Kochtopf. Ich hole mir im Schlachthof ab und zu Rindersuppenknochen, die sind klasse für beides. Such dir einen Metzger der die Suppenknochen selber schneidet und red mit ihm, dann kannst du die Größe selber bestimmen. Achte darauf das es sich um Knochen von den Beinen handelt (die großen halt). Abkochen und Fleisch abpulen, gibt eine super Brühe und ist eingefroren eine gute Grundlage für Suppen aller Art. Danach koche ich die Knochen ca. drei bis vier Stunden in Spüliwasser, das reicht meistens um sie leidlich fettfrei zu bekommen. Nach dem trocknen kannst du sie so schon verwenden. Lass dich nicht von der eher grauen und rauen Oberfläche täuschen, schleif einfach mal ein stück an. Wenn du sie unbedingt fast weiß haben willst musst du sie in Wasserstoffperoxyd (30% bekommst du in der Apotheke) baden, aber Vorsicht. Ein bisschen zu lange und die Knochen werden porös und mürbe. Rinderknochen sind ein klasse Material, warum muss es immer Elfenbein sein.

Gruß
Martin
 
Wie wird denn ein ganzer Knochen auf dem Erl befestigt:confused: wie z.B. bei dem Messer von Haudegen mit Pferdeknochengriff , der Knochen war ja nun warscheinlich auch hohl:confused:
Ich sehe da keine Nieten, wird da der Hohlraum komplett mit Kleber ausgefüllt:confused: und der Erl mit großen Löchern versehen zur besseren haftung/fixierung des Klebers:confused:
 
ich habe mir jetzt noch ein paar Rinderknochen besorgt :) , so wie es aussieht bis jetzt sind die auch dickwandig genug, die ich auch schon gesägt (war das eine stinkerei an der Bandsäge :eek: ) und plangeschliffen habe.

Jetzt hab ich aber noch ein paar Fragen.

Da ich die Knochenoberflechenstrucktur behalten will, also nicht schleifen vor dem Polieren, wie bekommt ihr dann diese Polierpastenreste aus den Poren, wenn ich den Knochen mit der Polierpaste an der Polierscheibe poliert habe :confused: (was für ein Satz :hehe: ) irgend was Fettlösendes :confused:









@-Mecki- wie hast du diese Zeichnung auf das
SashaKn2.jpg
Messer bekommen :confused:

Ich wollte nachher auf den Griff meines Messers auch einen schwarzen Schriftzug drauf machen :confused:
 
Mit den Knochen ist das wie mit Holz, alles was du da reinreibst ist und bleibt drin. Such dir zum polieren Helle Polierpasten, nix blau rot oder grün. Insbesondere auf Sauberkeit der Polierräder achten, also nicht erst Metall und dann Knochen. Knochenmaterial ist nicht gleich homogen, manche Stellen sind Super dicht, andere mehr porös. Dichtes Material ist sauber poliert genau so schön wie Elfenbein und eignet sich auch gut für Scrimshaw. Manchmal ist es hilfreich die Poren vor dem polieren zu füllen, bei Scrimshawarbeiten ist es manchmal unerlässlich da die Farbe sonst überall stehen bleibt. Das A u. O ist aber eine wirklich fein polierte Oberfläche, also nicht einfach 80er Korn und dann schon polieren, sondern vorher so lange Feinschleifen bis man keinen auch noch so feinen Kratzer mehr sieht. Bei deinem Problem versuch es mal mit ausbürsten unter heißem Wasser mit Kernseife.

Gruß
Martin
 
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Hallo Glasbläser
Ich habe folgende Erfahrungen mit Knochen gemacht.
1. Staussenbeinknochen: Röhrenknochen, Erl mit Epoxy eingegossen. Hält bestens und sieht nach färben mit Lederfarbe super aus. Verarbeitet sich sehr gut und einfach.

2. Rinderknochen: Erst lecker Süppchen kochen. Mit den Fleischstücken meinen Hund glücklich machen. Dann den Knochen 3 - 4 mal in der Spülmaschine mit spülen. Danach sind die Knochen schön sauber, enfettet und auch schon gebleicht. Noch einige Tage auf dem wärmsten Heizkörper im Haus und fertig zum verarbeiten.

Habe übrigens auch schon Knochenplatten bei dem oben erwähnten "Blades and more" gekauft. Nur sind die noch nicht verarbeitet worden. Eine nette Firma.

Gruss aus Luxembourg
Frank
 
Hallo ! @Steinpilz2:

Du schreibst:
Manchmal ist es hilfreich die Poren vor dem polieren zu füllen, bei Scrimshawarbeiten ist es manchmal unerlässlich da die Farbe sonst überall stehen bleibt

Mich würde interressieren womit man die feinen Poren ausfüllen kann?

MfG
Pechvogl
 
@ Pechvogl
Sorry, habe erst heute deine Frage gelesen. Als Füller eignen sich z.B. fast alle Kleber die Transparent sind und nach dem Trocknen richtig hart werden, also nix elastisches. Erst relativ fein schleifen, Poren auffüllen, dann Endschliff und polieren. Sei einfach kreativ.

Gruß
Martin
 
so, ich habe bis jetzt schon mal ein paar Versuche gemacht die Knochen zu bleichen, mit Wasserstoffperoxid und zu färben mit Kaliumpermanganat (wird zu dunkel und oxidiert noch nach) und Schwarztee (geht gar nicht mal so schlecht). Werde aber noch weitere Versuche starten und dann berichten.

Ich mache jetzt aber erst mal meine anderen beiden Klingen soweit fertig und starte dann weitere Versuche.
 
hier mal mein erster Versuch einen Griff aus Rinderknochen zu machen.

Dieses Messer ist aus dem 1.2842 welches ich aus einem kurzen Reststück vor einigen Jahren mal gemacht habe.


Da hatte ich mal einen Versuch gestartet, aus Knetmasse welches für Puppenköpfe genommen wird, einen Griff zu machen. Der Versuch ist mir damals aber gründlich misslungen, deswegen habe ich den alten Griff wieder entfernt.

Das ganze Messer hat nun eine Länge von 12cm.
Da der Erl ziemlich kurz ist, ca.3cm, habe ich versucht die 2 Knochenplatten mit dem Dremel auszufräsen.
Die Knochenplatten wurden mit Wasserstoffperoxid gebleicht, geschliffen und mit jeweils 3 Edelstahldrähten pro Nietloch auf dem kurzen Erl verklebt.

Da ich keine sauberen Polierscheiben hier auf der Arbeit bei meinen Arbeitskollegen hatte, habe ich mir das billige Polierset von dem Motorradzubehörladen www.Louis.de besorgt. Poliert habe ich dann nur mit der feinen Baumwollscheibe und dem weissen Wachs.


so, jetzt muss nur noch eine passende Lederscheide gebaut werden, mal schauen wie das klappt :hehe:
 
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