Entwurf Outdoormesser

Durdentyler

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So nun hab ich das mit dem Bilder hochladen auch kapiert danke dafür!

Ich möchte mir ein Outdoormesser bauen.
Da ich sowas noch nicht gemacht habe wird das sozusagen die Premiere.
Ich habe keinerlei Ahnung von der Materie und wende mich deshalb an Euch als Fachleute.
Ich bin für jeden Rat und konstruktive Kritik dankbar!

Verwendung/Einsatzbereiche:

-Holzarbeiten
-Nahrungszubereitung
-kleinere Hackarbeiten (z.B. Unterstand bauen, Holz spalten)
-Hebeln
-Graben
-Speer bauen

Das Messer hat in der bisherigen Skizze eine Klingenlänge von ca. 145mm, Klingenhöhe ist 40mm, Klingenbreite 4 bis 5mmm.
Als Stahl wollte ich 1.2519 oder C75 (1.1248) Carbon Stahl nehmen.
(Wenn ich den mit "hauseigenen" Mitteln bearbeiten kann, z.B. Standbohrmaschine, Bandschleifer, Feile usw.)

Das abgerundete Rechteck auf der Klinge soll eine Hohlkehle darstellen. Über Sinn und Unsinn der Hohlkehle wollte ich Euch befragen.

Die drei grauen Kreise auf dem Griff sollen handelsübliche Edelstahlinbusschrauben sein.

Die vier weißen Kreise sollen Bohrungen sein um das Messer an einem Stock befestigen zu können und als Speer verwendbar zu machen.
Die Ausführung des Knaufs am Griffende ist noch unklar.

Um das später Aussehen des Messers abschätzen zu können habe ich ein 3D Rendering erstellt. So kann man sich das besser vorstellen.

Die Idee auf dem Klingenrücken eine kleine "Schneide" für einen Firesteel einzuplanen habe ich aus Eurem Forum. Dazu wollte ich fragen ob es zu Problemen mit dem Gefüge des Stahls nach dem Härten kommen kann. Die Funken des Firesteels haben bis zu drei tausend Grad(!). irgendwo hab ich gelesen, dass das für den Stahl schädlich sein kann!?

Durch den leicht nach unten gebogenen Griff bräuchte ich Stahl der 50mm in der Höhe hat um es aus einem Stück fertigen zu können.

Die Scheide ist in Kydex angedacht.

Für den Griff wollt ich euch fragen was man nehmen kann. Das Griffmaterial sollte rutschfest sein, so dass das Messer auch mit feuchten Händen sicher gehalten werden kann.

Ich möchte ein massives elegantes Stück Stahl in Händen halten mit dem ich zur Not auch eine Wohnungstür aufhebeln kann, ohne dass das Messer großartig beschädigt wird. Ich mag massive Messer wie das KaBar. Es darf auch ruhig schwer in der Hand liegen - ich brauche kein Florett - Gewicht finde ich im Gegenteil macht Sachen immer sehr wertig!
Wenn es als hochwertiger Allrounder nutzbar wäre wär das klasse. ich möchte ein Messer das ein Leben lang hält und das man gerne in der Hand hält. Also einen Handschmeichler:)

Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.
 
Das Design und Dein Rendering find ich gut. Würde aber in DE auf die zweite Schneide an der Spitze verzichten. Und wenn es massiv und schwer sein soll würde ich 6,5 mm nehmen. (Hebeln, Hacken usw)

Grüße Knifefaan
 
Ok kannst Du mir sagen wo ich den Stahl kaufen kann und welcher Stahl für diesen Zweck der Beste ist?
Danke.
 
Moin!

Bei Deinem Entwurf widersprechen sich mMn zwei Deiner angegebenen geplanten Verwendungszwecke, nämlich die der Nahrungszubereitung und die des Einsatzes als Speer...

Zum Lebensmittel schneiden (nicht spalten) sind die angestrebten 5mm Klingenstärke zu viel und bei der kurzen und bulligen Spitze ist die Verwendung als Speer auch suboptimal...

Ob´s zudem ein Handschmeichler wird, liegt überdies ohnehin an Dir, inwieweit Du die Griffschalen an Deine Hand anzupassen vermagst...

Schöne Grüße und mach weiter, bei DEM EINEN MESSER wird´s wahrscheinlich ohnehin nicht bleiben, wenn Dich erst mal das Virus gepackt hat... :steirer:

Dom

EDIT:
Ich würde an Deiner Stelle auch auf jeden Fall darüber nachdenken, den Anschliff deutlich höher zu ziehen, so knapp wie Du geplant hast ist das eigentlich eher eine scharfe Brechstange als ein Messer, aber wenn Du denn unbedingt auch Wohnungstüren aufhebeln können willst... :glgl:
 
Last edited:
Ich selber bin ja ein ausgemachter Holzgriff-Fan und würde zu dem Messer Wüsteneisenholz nehmen ..fast unzerstörbar ..schön..schwer..und wenn man es nicht hochpoliert auch feucht rutschsicher.

Nachdem es eh 'zu Lang' für den deutschen Normalverkehr ist, würd ich die kleine Zusatzklinge für den Firesteel durchaus so machen! Ob es probleme an der Stelle mit der Hitzeentwicklung gibt weiß ich zwar nicht ..habe aber auch schon Leute gesehen die den Rücken eine Messers hernehmen und das Messer sah irgendwie ganz normal aus ..auch oben am Rücken

Wenn Du noch nie ein Messer gebaut hast, finde ich selber das Projekt etwas ZU sportlich vom Bau und anspruch und hoffe nicht das Dir Rückschläge (speziell am Ende find ich das Design geil aber aufwändig) den Spaß verderben! Ich denke für sowas wird man einige Versuche brauchen!
 


So ich hab die Sache beschriftet und ein paar Maße angegben.
Die kleine Schneide für den Firesteel hab ich an den Knauf/Griffende verlegt.
 
das sieht meiner meinung nach schon nach einem recht "fortschrittlichen" entwurf aus-auf keinen fall schlecht!! aber sehr anspruchsvoll...gefällt mir gut.

-ein kleiner tipp, musste ich selbst so lernen: fang lieber an, anstatt lange zu zeichnen, denn je genauer du es im kopf hast, desto größer ist auch die gefahr, dass du am ende enttäuscht bist.(man lernt aus erfahrungen:hmpf:)
versuch dich vielleicht erst einmal an einer schlichteren form.

-noch zu einzelnen elementen: ich halte die extra firesteel-klinge für schlicht und ergreifend unnötig. entweder du lässt einfach den klingenrücken recht kantig, dann funktionierts, oder du nimmst einen schaber separat. oder aber, was ich selbst so mache: wenn ich ein großes messer, wie das von dir geplante, trage, dann hab ich auch noch einen kleinen folder dabei, meinstens ein opinel, mit dessen klingenrücken man auch toll funken schlagen/schaben kann.
und zu der gefahr, dass die hitze schädigend sein kann: das ist sicherlich so, aber ich gehe mal davon aus, dass sich dass im zehntel-millimeter-bereich abspielt-also wenn man nicht grade die schneide für den firesteel missbraucht glaube ich nicht dass es da großartige stabilitätsprobleme gibt...

und zum thema speerbau: warum nicht einfach einen stock anspitzen?!?

-beim thema anschliff stimme ich gnilreh zu, liebe etwas weiter nach oben ziehen, dann schneidet und hackt es sich leichter.

ich hoffe ich konnte helfen:)
mfg Alex
 
Ja Ihr habt recht vielleicht sollte ich einfach anfangen:)
Dazu brauch ich aber einen brauchbaren Stahl.
Könnt Ihr mir netterweise einen empfehlen?
Bezugsquelle wär auch nicht schlecht:)

Ps: Den Schliff weiter nach oben zu ziehen hört sich vernünftig an. Werd ich beim Schleifen sehen. Wüsteneisenholz finde ich total schön, danke für den Tipp. Was meint Ihr zu der Hohlkehle? Unsinnig? Könnt ich mir bei nem Freund in der Werkstatt fräsen lassen.

Danke für die tollen Tipps!
 
ich selber würde für den Anfang Wald-und-Wiesen-Stahl z.B. 1.4125 nehmen und wenn es Dir beim ersten Mal gelingt und nur der Stahl nix ist kannst ja immer noch mal bauen in RWL oder so ..am Anfang würde ich selber nicht endlos viel für Stahl ausgeben und auch schon mal 2-5 Mal die erforderliche Menge einrechnen!

Bei Jürgen Schanz kannst Du das Metall kaufen und auch härten lassen! Ist ja auch nicht ganz unwichtig :hehe:
 


Ja super Tipp mit dem "Allerweltsstahl":))
Auch dass ich mir da wohl was vorgenommen hab:)
Ist natürlich für mich interessant zu wissen.
Und keine Angst: Ich kann auch mit Niederlagen ganz gut leben;-)
Den größten Wunsch den ich zur Zeit habe ist dieses Messer zu bauen.
Es ist MEIN MESSER:)
Die EINE:)
Oder nennt es wie Ihr wollt.
Blöd is, dass ich mich in meinen eigenen Entwurf verknallt hab:)))
Jetzt muss ich es bauen!!!

Bitte hört nicht auf diesen Thread zu kommentieren!
Jede Meinung, jeder kleine Hinweis auf den Stahl, jede Bezugsquelle ist für mich wichtig.
Auch Eure Meinung auf Handhabbarkeit wie z.B. der Hinweis den Anschliff höher zu setzten.
Super!
Jetzt sieht das auch ohne Hohlkehle gut aus! :))
 
Überlege dir mal, wie du die Löcher zum befestigen an einer Stange benutzen wilst.
Steht dann die Klingenspitze nicht zuweit aus der Mittellinie?
 
Wow cool Jungs - ich gehe ganz frech davon aus hier sind min. 80% Jungs.
Wenn Mädels anwesend sind bitte melden:)))

Hallo Geonohl,
Du hast natürlich recht die "Durchbrüche" sind sozusagen ein wenig aus der Spur. Mir war das Handling aber erstmal wichtiger. Hervorragend beobachtet!

Es ist auch angedacht die Griffschalen mit einer leicht zu lösenden Konstruktion zu versehen, um z.B. eine Griffschale lösen zu können, die andere bleibt befestigt, man hätte dann ein ich nenne es mal "halbes Griffstück".
Teile ich nun einen Rundstab, z.B. Stock aus der Natur, im Durchmesser in etwa auf Grifflänge kann ich das "halbe Griffstück" mit dem halbierten Rundstab verbinden und mit Schnur zu einer sehr stabilen Einheit verbinden.
Ich hoffe ich drück mich nicht zu geschwollen oder unverstädnlich aus.
Das Ergebnis wäre, je nach Wahl des Rundstabes, ein speerähnliches Notkonstrukt.
So in etwa.
Bitte weiter kommentieren, ich kann hier sehr viel lernen:)
Danke:)!
 
dann lass die handzugewandte Griffschale gleich weg ;) Hat für das Handling weniger Bedeutung als man denkt ..ausser Du wills das Messer auch reverse verwenden. Probier das am besten mal aus bevor Du überhaupt die Befestigung realisierst

Ich selber würd am Ende die Klinge mattieren oder noch besser Titangrau oder Schwarz beschichten ..aber das ist sicherlich nur eigener Geschmack und wie das machbar ist weiß ich auch nicht!
 
Also optsich gefält mir der Entwurf, Du hast Dir sicher einiges dabei gedacht, allerdings drängt sich bei mir die Frage auf, ob des hier um theoretische Möglichkeiten oder tatsächlich um praktische Anwendungen geht (Speeren, Graben :hmpf:?)

Aus praktischer Sicht würde ich den Schliff flach oder ballig bis zum Klingerücken hochziehen. Hohlkehle mach nur Sinn bei Kampf- oder Jagdmessern, ansonsten ist´s eine Schmutzrille.

Bzgl Griff würde ich ein Karton- oder Holzmodell machen ...

Gruß, C.
 
Messer fürs Grobe fertigt man aus zähen Stählen die nicht zu hart werden. Mit der Härte steigt das Bruchrisiko, beim Hebeln bricht die Klinge leichter, beim Hacken gibt es leichter Ausbrüche. Das ergäbe

C45 - C60: damit es nicht zu hart wird,
Si: etwas mehr als bei Werkzeugstählen üblich, für die Zähigkeit,
Karbidbildner: ein wenig, für die Schnitthaltigkeit.

Mit dem Karbidanteil steigen wieder Härte und Ausbruchgefahr, bitte nicht zu viel verwenden. CrV Stähle sind gebräuchlich, und für so ein Messer eine gute Wahl. Das wären dann 1.22xx und 1.23xx. Im kleinen Stahlschlüssel wäre das zB 1.2243/61CrSiV5. Mit einer Ansprunghärte von 52HRC nach Tabelle, etwa 55HRC bei einem Messer, liegt die Härte etwas niedrig, aber die Richtung stimmt. AchimW berät gut, und hat im Gegensatz zu mir auch alle möglichen Stähle ausprobiert. Er hat 80CrV2 im Angebot, dieser Stahl ist mit einer Ansprunghärte von 63HRC aber etwas zu hart für meinen Geschmack, aber auf ~300°C angelassen passt das schon. Besser wäre ein Stahl der bei 200°C die gewünschte Härte erreicht, um kein Potential zu verschenken. Differenzielle Härtung macht Klingen robuster... Willkommen bei der Stahlauswahl;)

Frohes Schaffen
Holger
 
Hallo Holger und auch hallo an alle Anderen Kommentatoren:)
Ich werde es wohl mal mit einem SB1 Stahl versuchen.
Euer Tipp mit einem "Allerweltsstahl", an dem man esrtmal testen kann is super!
Ihr habt recht mit der Komplexität des Entwurfs!
Hab mir ein Pappmodell mit der Schnittlinie/Schneidenlinie(?) zusammengestrickt.
Hab versucht mir den angedachten Hohlschliff via Pappmodell am Schleifrad vorzustellen
und wie man sowas hinkriegt.
Na herzlichen Dank:)

Wieo muss ich eigentlich immer so bescheurte Ideen haben?:)
Ich bestelle erstmal den Stahl - auf Euer Anraten auch mal zwei bis drei Lämgen mehr:)

Ansonsten nehm ich mir ein Stück Schrott und versuche mal ne symetrische Klinge hin zu kriegen:)

Danke für Eure Unterstützung:)
Jetzt gilt es zu machen.
Ich werde berichten:)
Bitte seid geduldig!
Auch ich muss ab und an arbeiten:))
Lieber Gruß Matze.
 
Last edited:
Legales Türaufhebeln gibt es bei Rettungs- und Polizeieinsätzen. Wenn man dafür schon ein Messer benutzen muss, weil einfach überhaut kein geeigneteres Werkzeug zu finden ist, sollte man ein Messer nehmen, das nicht zerbricht. Beim unachtsamen Zerbrechen von Messern, kann schon mal was ins Auge gehen.

SB1 wäre nicht meine erste Wahl, auch wenn der Stahl rostbeständig sein soll. Mit angepasster Materialstärke und einer robust balligen Schneide, geht der bestimmt auch- aber was soll das?

Hier ist einem Messermacher mal was Dummes mit SB1 passiert. 55Si7 ist ein einfacher Federstahl, gut und billig, damit wäre das nicht passiert. Was ist am SB1 noch dran, wenn man ihm die Härte und Schnitthaltigkeit nimmt?

Die Wärmebehandlung für Federstähle beherrscht jeder Messermacher der selbst härtet, bei SB1 für Hebel- und Hackmesser sieht das vermutlich ganz anders aus.


Gruß Holger


PS Hier geht es zu wie bei "wünsch Dir was", das finde ich ganz unterhaltsam. Dabei könnte ein Vorschlag für ein gut verkäuflichess Serienmesser harauskommen.
 
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