Härten im Töpferofen?

nun, 'neben die spur kommen kann man da schon.
Gibt es doch meist mehrere Wege die zum Ziel führen.
Das Tabellenbuch Metall ist ok.
Besser noch für unsere Zwecke ist der Stahlschlüssel (die Taschenbuchausgabe genügt schon)

Wie soll man sich auf eine Reihenfolge eignen ??
:confused:
Wenn man die Werkstoffnummer kennt kann man sich die Eckdateb besorgen sofern nicht bekannt, dann ergeben sich die passenden Härtemethoden.
Aber selbst für einen einfachen C-Stahl hat man unterschiedliche möglichkeiten.
Die 'eine' richtige Art es zu machen gibt es nicht, genausowenig wie es den 'einen Stahl gibt.
Warum soll Pflanzenöl nicht geeignet sein.
Man benötigt lediglich ein Medium um das Werkstück in einer definierten Kurve abzukühlen.

Ein Problem ist das Anlassen nicht, wenn ein paar den Stahl betreffenden Eckdaten berücksichtigt werden.


gruß

Peter
 
Und im Zweifelsfall hilft der "Härter Deines Vertrauens". IM Ernst, früher gab es von den meisten Stahlherstellern erstklassige Unterlagen mit den tollsten Kurven, aber das ist teuer und muß gepflegt werden. Und die Härtereien benutzen entweder solche Unterlagen oder aber ein professionelles Programm, z.B. das von Dr. Sommer aus Issum, das in Abhängigkeit von der Zusammensetzung die Wärmebehandlungsdaten zu berechnen ermöglicht. Das ist schon wichtig, denn die tatsächliche Analyse entscheidet oft, ob man seine Wunschhärte erreicht, oder gerade verfehlt, unabhängig davon, daß solche Härtemessungen natürlich meßtechnischen Schwankungen unterliegen.
Und nicht zu unterschätzen ist die Herstellung eines definierten Ausgangszustandes vor dem eigentlichen Härten.
Ich wills nicht komplizierter machen als es ist, viele haben erfolgreich ihre Messer gehärtet. Aber ich möchte die Leute hier sensibilisieren, sich auch darum zu kümmern. Denn wenn man soviel Arbeit investiert in die Herstellung einer Klinge, dann soll es nicht an der Wärmebehandlung scheitern.
Und immer ein klasse Ergebnis erreicht man, wenn man einen Werkstoff nicht ganz ausreizt sondern sich ins Mittelfeld legt. Es sei denn, man hat Spaß daran, solche Dinge auszuprobieren. Dann aber an Proben aus dem Material, nicht unbedingt an der einzigen oder ersten Klinge, die man eben noch mühsam gemacht hat.
Ich will nur Enttäuschungne vorbeugen. Hier im Forum gibt es ja gott sei dank sehr viel Fachverstand für solche Fragen, und vor allen Dingen viele Leute, die auch praktische Erfahrungen gesammelt haben. Ich gehöre ja mehr zu den Theoretikern, aber die Kombination mit den Ratschlägen der Praktiker, das ist der wahre Wert. Dazu ist ja auch so ein Forum da.
 
Zum Thema Pflanzenöl: Warum soll das nicht geeignet sein? Im prinzip kann man zum Härten jedes Abschreckmedium verwenden, das eine ausreichend hohe Abkühlgeschwindigkeit zulässt, vorausgesetzt der Flammpunkt liegt hoch genug, damit sich das Abschreckmittel nicht entzündet, sonst wirds ungemütlich in der Werkstatt....


Ein Vorteil von Pflanzenöl liegt darin, dass es eben nicht so extrem unangenehm riecht wie das oftmals verwendete Motorenöl. Gersundheitlich ist das übrigens auch nicht gerade förderlich.

Je nach Art des Öles kann übrigens eine unterschiedliche Abkühlgeschwindigkeit erreicht werden. Nachzulesen z.B. im Fachbuch "Rezepturen zur Metallbehandlung". Hier werden ca 20-30 verschiedene Öle, Fette, usw. beschrieben sowie ihre Abschreckwirkung verglichen.

Passend zur Jahreszeit kann man z.B. auch Walnuss- oder Haselnussöl zum Abschrecken verwenden..:steirer: :steirer: verbreitet nen angenehm weihnachtlichen Geruch in der Garage...
 
Entwirrung

Das mit der "vereinigten" Reihenfolge war falschherum formuliert :rolleyes: !

Besser wäre : Negativliste der vermeidbaren Härtungsfehler, z.B.
- Überhitzung
- Haltezeit
- falsches Abschrecken
- Glühen vor dem Härten (j/n) => Anlieferungszustand ?
- ...
eben die Fehler, die man auf jeden Fall vermeiden sollte, alles andere ist (sollte) dann auf der sicheren Seite (sein) ;)

Im Werkstattbetrieb wird eben meistens nie das Optimum aus dem Stahl herausgeholt, Hauptsache hart und verschleißfest, und dann meistens 2842.
Ich hab auch schon 66-68 HRC aus 2842 rausgeholt, wir haben mehrmals geprüft (auch das Messgerät), ist aber gar nicht nötig, erst recht nicht im Formenbau !
Aber im Selbstbau sieht das selbstverständlich anders aus :D !

Das Pflanzenöl war nur rein informativ, weil ich in anderen threads was davon las.

Dass das kein einfaches Thema ist, is klar, und ohne ein Minimum an Theorie geht es nicht, aber Ihr gebt Euch wirklich Mühe.

Gruß Andreas/Luftauge
 
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