Herder K5

gerhardgg

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Moin, ich habe beim Lesen hier den Eindruck gewonnen, dass für das Herder K5 ein besonders guter Stahl verwendet wird. Ist das richtig?
 
Servus,

kann man so allgemein nicht sagen - rostend ist es der 1.2519, rostfrei der 1.4037.

Was man sagen kann ist, die Stähle sind mit viel Erfahrung gut ausgereizt und Herder hat zweifelsohne die notwendige Routine und die Ausrüstung, um diese Stähle in zuverlässig gleichbleibender Qualität zu verarbeiten.

Die Härte liegt um 60 HRc, ist damit eindeutig kein Weicheisen mehr, hält also die Schärfe merklich länger und lässt sich dennoch perfekt wetzen.

Der rostfreie ist zudem wenig spröde und auch etwas schnitthaltiger als der rostende wg Chromanteilen, Microausbrüche sind seltener als z.B. bei einem typischen VG10 Damastlaminat mit 61 HRc.

Vergleichbar mit diesem rostfreien Stahl wären etwa Sandvik oder SB1. Mein Custom Sandvik 14C28N zeigt bei mir keinen nennenswerten Unterschied im Küchengebrauch zum rostfreien K5.

Die Herder K-Serie ist immer leicht schneidend ausgeschliffen. Mit Glück erwischt man eines mit 0,2mm hinter der Wate, also deutlich nagelgängig. Mit weniger Glück hat‘s eher 0,25mm hinter der Wate, das buckelt nur mit viel Druck und dann auch wenig, ist aber immer noch leichtschneidend.

Ich persönlich kenne überwiegend nur Messerfreaks, die unabhängig ihrer besonderen Messer, alle ein K5 als No-Brainer im Haus haben und auch benutzen.

grüsse, pebe
 
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Danke
rostend ist kein Problem, Edelstahl muss ich auch spülen, abwaschen trocknen.
Ich bin im Mai vermutlich ins Solingen auf der Messe da such ich mir ein dünnes aus, danke für den Hinweis
 
Bei Windmühlen-Messern schrecken mich die oft schlecht verarbeiteten Griffe ab. Für die aufgerufenen Preise gibt es besseres.
 
Holzgriffe sind immer ein Thema.

Ich habe/hatte mehrere hundert Messer im Haus, dabei reichlich Customs.

Aber. Herder steht diesbezüglich hier MF aus verschiedenen Gründen im Fokus.

Meine 5 Herder sind alle gut.

Just saying..

grüsse, pebe
 
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rostend ist kein Problem, Edelstahl muss ich auch spülen, abwaschen trocknen.
Ein rostender Stahl hat mehr Nach- als Vorteile gegenüber einem rostträgen. Vor allem, wenn die Messer Holzgriffe haben: Wenn die Griffschalen nicht sauber verklebt wurden, rostet der Stahl auch dort.
Und er rostet auch an der Schneide, war zum Abstumpfen führt.

Modernen Edelstahl musst du eben nicht direkt nach dem Einsatz abwischen und sorgfältig trocknen. Das kannst du auch am nächste Tag erledigen.

Ein weiterer Punkt: Die immer wieder zitierte "leichtere Schärfbarkeit" und "höhere Schärfe", die rostender Stahl angeblich gegenüber rostträgem aufweist, ist lange überholt.

Ich habe ein Herder Schnippelmesser (150 Jahre Edition). Das ist wirklich wunderschön, aber normal nicht nutzbar, weil es einem unter den Händen wegrostet. Und auch die Griffschalen am Übergang zur Klinge gammeln munter vor sich hin.
 
Wenn ich in Solingen bin, kann ich ja auf die Griffe achten. Hauptsache der Stahl taugt was. Griffe kann man sich aussuchen
 
Der Stahl ist so gewählt, dass ausreichend Kraftreserve vorhanden ist, um eine dünne Klinge auch massentauglich anbieten zu können.
Ansonsten ist der Stahl für ein Messer, das gewetzt wird fast schon egal. Die Beliebtheit des K5 hat was mit der Geometrie und nicht mit dem Stahl zu tun.

Aussuchen ist sicherlich eine gute Idee. Schau aber nicht nur auf den Griff sondern auch auf den Schliff der Flanken und wähle eines, dass schön dünn und konvex geschliffen ist.

Gruß, Andreas
 
Der Stahl ist so gewählt, dass ausreichend Kraftreserve vorhanden ist, um eine dünne Klinge auch massentauglich anbieten zu können.
Ansonsten ist der Stahl für ein Messer, das gewetzt wird fast schon egal.

Das würde ich prinzipiell unterschreiben.

Aber. Der Stahl alleine ist halt nur die halbe Miete. Die Wärmebehandlung die andere halbe.

Optimiert für den angedachten Zweck. Und die technischen Gegebenheiten für die Umsetzung und zuverlässige Wiederholbarkeit.

Sonst geht‘s halt nach Augenmaß der Farbe der Glut und der jeweiligen Temperatur vom Dorfbach. Oder gerne als Beipack beim Profihärter.

grüsse, pebe
 
Die ersten 10 Jahre gab es bei der K-Serie mehr Reklamationen als üblich - im Zusammenhang mit der Nase. Besonders bei Brotmessern.

Daraufhin gab es eine leichte Kürzung der Nasen. Allerdings schon vor fast 15 Jahren. Seitdem ist K-Serie auf dem üblichen, geringen Niveau.

Das Auftreten der Probleme mit der Nase war gänzlich Holzart unabhängig - was Herder im Zusammenhang mit der damaligen Reklamationskundenbefragung darin bestätigt, dass es überwiegend ein Problem der „Handhabung“ der Messer war. 😋

Ich hatte übrigens neutral angefragt - als vermutet auschließliches Problem der zu weichen Pflaumenhölzer.

grüsse, pebe
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich das so lese, vergeht mir die Lust Windmühlen zu kaufen. Ich bin kein Profi und wenn der Kunde die Qualitätskontrolle übernehmen muss...
Bis jetzt habe ich gute Erfahrungen gemacht mit Böker. Könnt Ihr mir denn einen Solinger Hersteller empfehlen?
 
Bis jetzt habe ich gute Erfahrungen gemacht mit Böker. Könnt Ihr mir denn einen Solinger Hersteller empfehlen?
Was Kochmesser angeht nicht. Ich hatte out of the Box noch keines in der Hand, das für ein Kochmesser dünn genug geschliffen war.

Das gilt übrigens auch für alle anderen Solinger Hersteller mit Ausnahme von Robert Herder.
 
@gerhardgg Das K5 ist vom „Solinger Dünnschliff“ her konkurrenzlos. Nur Herder schleift dort so dünn aus.
Kannst das K5 ja auch mit POM-Griff in rostfrei anschauen, da sollte es keine Probleme mit der Nase geben…
Alternative: Anderes Messer und ab zum Ausdünnen. Deutsche Kochmesser mit HRC 60 und dünn sind rar gesät. Und 400.- für ein 1788er Dick willst du wahrscheinlich kaum ausgeben…
Alternative 2: K-Sabatier 200/8
 
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