Herder K5

Zur vielbeschworenen Griffproblematik der Herdermesser: Die Verarbeitungsqualität ist in den vergangenen Jahren prinzipiell wieder deutlich besser geworden! Alle Herder-Messer, die ich in den vergangenen Jahren gekauft hatte (Katana-Moulin, K6-M, K-Nakiri, K5, 2x Fehrekamp-Buckels…) sind von Reiderseite eineandfrei ausgemacht. Die Qualität entspricht mittlerweile wieder dem der Fehrekamp-Ära.
Der Mythos der schlampigen Verarbeitungsqualität hält sich dennoch standhaft.

Zur Länge: Egal wie groß die Hand ist: Eine längere Klinge bietet prinzipiell eine bessere Hebelwirkung beim Wiegeschnitt. Ein vier Zentimeter hohes Stück Ingwer mit einer kurzen Klinge zügig klein zu wiegen ist nur schwer möglich, schnell beißt sich jede Spitze ins Brett.
Bei einem mittelspitzen 23er wie dem Herder 1922er ist das dagegen ein Klacks.

Wer primär schiebt, drückt, oder zieht, wird oft auch mit kürzeren Klingen glücklich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was für ramibrus Alternative spricht ist, dass das K5 nur 18cm lang ist. Ich würde das eher als Santoku oder kleines Kochmesser bezeichnen.
Wenn rostend ok ist würde ich zum Böker Cottage-Craft 22cm ist eine gute Länge. Das bei Jürgen Schanz ausdünnen lassen und du hast ein Spitzenmesser, das günstiger ist als das K5 und größer.

@tiffel @Hybi999

Welche Parameter müssten für ein schneidfreudiges aber nicht allzu empfindliches geschanztes Böker an Herrn Schanz formuliert werden? Habt ihr dazu ein paar Stichpunkte?
Mir fehlt da die (Fach-) Kenntnis und ggf. ist das für andere Forumsmitglieder interessant, die mit dem gleichen Gedanken spielen.

Danke!
 
z.B. Dicke der Schneide hinter der Wate 0,1-0,2mm. Hinten am Kehl eher 0,2 mm, weil das eine exponierte Stelle ist, da sollte es aus meiner Sicht nicht zu empfindlich sein. Unter 0,1 hinter der Schneidfacette würde ich nicht gehen. Wer es nicht ganz so empfindlich will. eher 0,17mm, wer es ganz dünn haben will 0,12mm. Wichtig ist vor allem, dass es kein kompletter Flachschliff wird, sondern, dass es die ersten 6mm ballig geschliffen wird. Das bringt Schnittgutfreisetzung und Gleitfähigkeit. Die ersten 6mm haben dadurch einen anderen, größeren Winkel als der Primärwinkel der Klingenflanke. d.h. die Karotte löst sich nach 6mm vom Klingenblatt. (das Ankleben wird merklich reduziert, aber nicht komplett verhindert) Dadurch wird auch die Reibung reduziert. Ich weiß natürlich nicht, wie genau Herr Schanz das umsetzen kann.

Du könntest z.B. sagen, dass das Messer durchgängig nagelgängig sein soll, am Kehl aber etwas weniger und es soll über der Schneide ballig geschliffen sein. Wichtig: Kein Flachschliff. Ich bin davon überzeugt, dass du dann ein hervorragend schneidendes Messer erhältst.
 
@Awilum: du must ihm keine genauen zehntel Millimeter Angaben schicken. Formuliere einfach aus, was du dir wünscht. Also z.B. ballig schneidfreudig, aber nicht zu empfindlich. Herr Schanz ist sehr erfahren und weiss was zu tun ist. Hab ich genauso gemacht und ein super Messer bekommen.
 
@tiffel @Hybi999

Welche Parameter müssten für ein schneidfreudiges aber nicht allzu empfindliches geschanztes Böker an Herrn Schanz formuliert werden? Habt ihr dazu ein paar Stichpunkte?
Mir fehlt da die (Fach-) Kenntnis und ggf. ist das für andere Forumsmitglieder interessant, die mit dem gleichen Gedanken spielen.

Danke!
Hi.

Ich habe es seinerzeit. "Bitte gerade so nagelgängig ausdünnen" genannt.
Dabei ist es etwas dünner geworden als erwartet, für meine Schneidtechnik ist es top. Robust wäre aber anders.

Von daher kann ich dir das auch nicht so wirklich beantworten.
 
Etwas unter 0,25 ist knapp nagelgängig und am ehesten als noch stabil zu bezeichnen, buckelt nur mit viel Druck gegen harte Kante.

0,2 sollte klassisch nagelgängig sein und auf dem Daumennagel erkennbar leicht buckeln.

0,15 und weniger wäre schon deutlich nagelgängig, buckelt auf dem Daumennagel.

grüsse, pebe
 
Ich hatte vergangenes Jahr mein 230er 1922 mit folgenden Hinweisen zu Schanz geschickt: Durchgängig nagelgängig, ballig auf null. Zusätzlich Rücken verrunden (und Bart zurücksetzen, für dich nicht interessant).
Ergebnis: Blaugepliesstet war mal, Logo ist weg, zehn Jahre Patina natürlich auch.
Aber: Overgrind ist weg und das Messer schneidet wieder wie Sau.
Du könntest noch die Führhand angeben mit der Bitte eines konvex/konkaven Anschliffs anmerken, das kann beim food release schon etwas bringen…
Dass Schanz es kann, hat er bei meinem Messer beeiesen, leider seitenverkehrt und ohne Hinweis meinerseits…
 
Danke an alle für die (detaillierten) Hinweise.
Mit meinem Kyohei Shindo Nakiri macht’s sehr viel Spaß - die Empfindlichkeit ist aber deutlich spürbar. Für das Böker kann es gern eine Spur robuster sein 😁
 
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