Japanisches Küchenmesser gesucht - beidseitig geschliffener Allrounder - Miyabi 5000er Serie?

Matthias.

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Hallo,

ich suche ein japanisches Küchenmesser als Allrounder in meiner Küche. Spezial-Messer habe ich genug. Es sollte beidseitig geschliffen und korrosionsbeständig sein - also vermutlich schauen wir eher in Richtung "Japanische Messer westlicher Art". Als Klingenlägner stelle ich mir mindestens 16 und maximal 20 cm vor. Klingenformen, die mir gut liegen, sind Gyutoh, Santoku und Nakiri.
Ich habe schon einen Favoriten ausgemacht, undzwar spricht mich das MIYABI KAIZEN II 5000FCD Nakiri 17 cm sehr an. Was ist von dem FC61-Stahl zu halten? Könnt ihr zuraten oder würdet ihr sagen, der härtere Stahl der 6000er Serie ist den Aufpreis unbedingt wert? Mir ist die optische Unterschied ehrlich gesagt ziemlich egal, ob Damaszener oder Hammerschlag als "äußerliche Verpackung"...
Bin auch für andere Vorschläge im Preisberei bis MAXIMAL 200 € "Straßenpreis" offen.

Vielen Dank!
Matthias
 
Grüße,
Hast Du mal einen Blick auf Cullilux riskiert oder sind diese Messer generell nicht ins beuteschema passend? Die Kobe serie könnte eventuell passen.

Der Stahl kann Hier nachgelesen werden. Ist recht brauchbar, der Stahl der Kobe serie ist 14c28N, also recht ähnlich, wenn ich es korrekt verstanden habe.
 
Hallo.

Gyuto, Santoku oder Nakiri, 16 bis 20cm, "rostfrei", da gibt's sehr sehr viel zur Auswahl. Welche Griff-Form und Material soll es sein?
Der FC61 ist ein guter Stahl, lässt sich sehr dünn und scharf schleifen und taugt mir in der Küche ganz gut. Culilux nutzt annähernd den gleiche Stahl in der Kyoto-Reihe, vielleicht spricht dich diese ebenfalls an?
Die Miyabi sind i.d.R. nicht besonders schneidfreudig ausgeschliffen, wäre das nicht relevant oder soll's leicht schneiden?
 
@Username86 und @Caligula Minus
Die Messer von Culilux sind sicher interessant - spannende Geschichte, sich mit Culilux selbstständig zu machen, bei dem vorangegangenen beruflichen Werdegang des Gründers... Aber ein kleines Geschmäckle hat das ja schon auch, oder? Wie das Hause Zwilling das wohl so fand?
Naja, jedenfalls spricht mich nur die Kyoto-Serie an, und die ist leider ausverkauft!

Dass die Miyabis nicht schneidfreudig ausgeschliffen sind, wusste ich nicht? Ich bin jetzt aber auch keiner, der solche Weintrauben-Tests mit seinen Messer macht. Scharf soll es natürlich sein, aber es geht mir um den prakitschen Nutzen und nicht um "Schärfe-Fetischismus" ;) Was ich im Zwilling-Geschäft in Frankfurt an Schärfe gesehen habe, von den Miyabis, war mir also ausreichend - wie ein Messer dann "out of the box" performt, wenn man es online bestellt, ist natürlich immer auch irgendwie eine gewisse Unsicherheit. Gibts da wohl den Erfahrungswert, dass die nicht ausreichend scharf beim Endkonsumenten ankommen, ja? Wäre schon ärgerlich. Wobei ich ohnehin bald einen Kurs mache zum Schleifen mit Stein, also wenn der Stahl gut ist, kann ich dann ja selber ran.

@C.H.K. Mich stört bei Masutani der "europäische" Griff.
 
@Matthias. Schneidfreude nicht mit Schärfe verwechseln. Die Miyabi lassen sich allesamt sehr scharf schleifen, egal ob FC61, MC63 oder MC66. Habe aber schon häufig Bilder gesehen von Miyabi die ziemlich robust geschliffen kamen.
Die Culilux Kyoto kommt in den nächsten Tagen wieder. Wenn es ein Wa-Griff sein darf kämen auch manche Modelle von Kazoku in Frage, der Eigenmarke von Meesterslijpers. Schau Mal hier vorbei, auch die anderen Serien.
 
Wenn ich alles richtig verstanden habe, dann ist die Kyoto-Serie von Culilux bereits angekommen und wird für den Verkauf durchgeschaut. In den nächsten 2-3 Wochen startet dann auch der Sale mit B-Ware, da bekommt man die Messer nochmal ein Stück günstiger (Einstufungen der B-Ware siehe hier).
Ich würde mir dort ein Nakiri, Santoku oder Gyuto holen und es einfach mal testen. Bei dem Preis macht man nichts falsch und zur Not hat man ein Geschenk für jemanden im Umfeld.
 
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@Matthias. Wenn dir die Schärfe eines Myabi aus der Schachtel heraus reicht – wunderbar, hör auf zu lesen…
Aber dann hast du noch kein Takamura R2 in der Hand halten dürfen. Ist unendlich schneidfreudiger, kostet nicht ansatzweise den Myabi-Preis und hat (leider) einen roten Western-Griff. Gibt‘s in 180 und 210 mm.
Man sollte ein solches Messer aber auch benutzen können. Drauf loschoppen wird nicht funktionieren…
 
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Entgegen der generellen Meinung, wie ich sehe, finde ich die genannte Serie von Miyabi absolut in Ordnung. Sie ist nicht der Preis Leistung König aber, mit etwas Rabatt, sind das gute Messer.

Diese Serie kommt für Miyabi eher sehr dünn ausgeschliffen und mit einem sehr steilen Schleifwinkel. Somit schneiden die Messer sehr gut. Der Stahl ist robust, hält genug scharf und lässt sich sehr leicht wieder schärfen (ist grundsätzlich AEB-L oder 13C26). Solange die Griffform, das Gleichgewicht und die Klingenform für dich passen, kann ich diese empfehlen.

Nur ein wichtigen Kommentar dazu: die Damast Oberfläche ist sehr griffig und ich würde vorschlagen diese mit sehr feinem Schleifpapier oder Politur zu bearbeiten. Wenn fein genug, verändert das fast nicht das visuelle Erlebnis aber doch sehr die Schneidfreude.

Und vielleicht auch noch... Für mich sind Damastmesser selten wirkliche Allrounder. Sobald das Ausdünnen dran ist, muss man sich fragen ob das Muster oder die Funktion wichtiger ist.
 
@Username86 und @Caligula Minus
Die Messer von Culilux sind sicher interessant - spannende Geschichte, sich mit Culilux selbstständig zu machen, bei dem vorangegangenen beruflichen Werdegang des Gründers... Aber ein kleines Geschmäckle hat das ja schon auch, oder? Wie das Hause Zwilling das wohl so fand?
Warum sollte ein echter Mensch Rücksicht auf die inexistenten Gefühle eines Konzerns nehmen?

Zum eigentlichen Thema: Bei Wa-Griff, allroundfähiger Schliff, rostfrei, keine besonderen Ansprüche an die Optik wie z. B. Damast, bis 200 € wäre ich bei Makoto Kurosaki oder Ogata
 
Warum sollte ein echter Mensch Rücksicht auf die inexistenten Gefühle eines Konzerns nehmen?

Zum eigentlichen Thema: Bei Wa-Griff, allroundfähiger Schliff, rostfrei, keine besonderen Ansprüche an die Optik wie z. B. Damast, bis 200 € wäre ich bei Makoto Kurosaki oder Ogata
Mir gefallen die Makoto Kurosaki VG7 Tsuchime Nakiri und Santoku optisch wahnsinnig gut, danke für den Tipp. Ich hab das Gefühl, das sind die authentisch-japanischen Messer, die Miyabi eigentlich eher imitiert, oder? Aber gibt es schon Erfahrungen hier im Forum mit dem eher neuen VG7-Stahl? Und: Kann sich jemand erklären, warum Makoto Kurosaki das Santoku mit Zwinge herstellt und das Nakiri ohne...?
 
Mir gefallen die Makoto Kurosaki VG7 Tsuchime Nakiri und Santoku optisch wahnsinnig gut, danke für den Tipp. Ich hab das Gefühl, das sind die authentisch-japanischen Messer, die Miyabi eigentlich eher imitiert, oder?
Naja, das eine wird halt mehrheitlich in Handarbeit, aber in einer Fabrik hergestellt, das andere von einem Schleifer in Handarbeit, aber aus industriell vorlaminierten Stahl herausgeschliffen. Was ist schon authentisch? Wenn du schaust, was in der Breite in japanischen Haushalten verwendet wird, sind wahrscheinlich irgendwelche halbstumpfen Supermarktmesser für umgerechnete 20 € besonders authentisch. Ich würde eine Menge Messer Miyabi vorziehen, aber ich will jetzt Miyabi auch nicht zu schlecht darstellen. Die werden halt in einer Fabrik besonders für europäische und amerikanische Kunden hergestellt, aber das ist eben auch ein Aspekt der japanischen Messerindustrie. Man würde ja auch nicht bezweifeln, dass es sich bei Wüsthof Classic oder Zwilling Pro um authentische deutsche Küchenmesser handelt.
Aber gibt es schon Erfahrungen hier im Forum mit dem eher neuen VG7-Stahl?
Um ihn mal mit zwei gebräuchlicheren japanischen Stählen mit 1 % Kohlenstoff zu vergleichen: Der Stahl ist etwas zäher und weniger empfindlich als VG10. Oder im Vergleich zu Ginsan etwas schnitthaltiger. Irgendwo dazwischen; das passt schon gut zu einem dünn, aber nicht krass dünn ausgeschliffenen Messer.
Und: Kann sich jemand erklären, warum Makoto Kurosaki das Santoku mit Zwinge herstellt und das Nakiri ohne...?
Weil der Händler oder der Importeur das so bestellt haben oder den Griff selber so installiert haben. Sofern keine stark quellenden Hölzer wie die japanische Magnolie verwendet werden, haben irgendwelche Zwingen, Spacer, etc. eher ästhetische Gründe. Typische Zwingenmaterialien wie Büffelhorn, Pakka oder Kunststoff quellen und verfärben sich halt nicht.
 
Wenn der Themenersteller kein Masutani haben will weil ihn der europäische Griff nicht taugt dann braucht er auch kein Takamura Migaki. Er sucht ja eher wahrscheinlich ein japanisches Messer westlicher Art.
 
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Es wurde eine Behauptung aufgestellt, die ich nicht nachvollziehen kann. Takamura R2 (nicht VG10) würde nicht ansatzweise den Preis MIYABI 5000FCD Nakiri Messer 17 cm kosten. Heute gibt es das MIYABI 5000FCD Nakiri für 140 € inkl. Versand. 15€ Unterschied zum dreilagigen VG 10 ohne Damast ist "nicht ansatzweise"? Das Takamura R2 Santoku kostet 160€, wäre also teurer als das Miyabi. Sollte kein Einwand gegen die Takamuras sein.
 
Du solltest lange genug dabei sein, um den Unterschied zwischen Gyuoto und Nakiri zu kennen. Aber ich bin raus. Diskussionen, in denen du dich beteiligst, laufen zu oft zu sehr aus dem Ruder und machen einfach keinen Spaß.
 
Aber dann hast du noch kein Takamura R2 in der Hand halten dürfen. Ist unendlich schneidfreudiger, kostet nicht ansatzweise den Myabi-Preis und hat (leider) einen roten Western-Griff. Gibt‘s in 180 und 210 mm.
Herrgott. Dann zeig mir doch mal das Takamura Migaki R2 Nakiri. Ich hab keines gefunden. Ich habe mich auf eine Aussage bezogen, die vom "180 und 210mm" Takamura R2 spricht und das sind nun mal beides Gyutos. Also richte deine Kritik bitte an die richtige Adresse und nicht an mich. Ich habe den Vergleich nicht aufgebracht.
 
Liebe Freunde der Klingenschärfe,
ich würde gerne nochmal zum Ausgangsanliegen zurückkommen.
Mittlerweile habe ich Miyabi verworfen: Ich merke, dass ich für das gleiche Geld Messer bekomme, die - in meinen Augen - "handwerklicher" und "authentischer" anmuten, als die eher serielle Miyabi-Produktion.
Durch beidseitigen Anschliff und rostfreien Stahl gibt es genug Optionen, die trotzdem ausreichend zugänglich und pflegeleicht für mich:
1. @Valentinian II hat bereits Makoto Kurosaki ins Spiel gebracht, da gefallen mir die Makoto Kurosaki VG7 Tsuchime Nakiri- und Santoku-Messer beide sehr gut.
Nun habe ich noch folgende beiden Entdeckungen gemacht und möchte dazu gerne eure Sicht hören:
2. Misuzu Urushi Hocho, handgefertigt von Schmied Yamato Miyawaki, hier vertrieben durch Dictum, erhältlich sind 17 cm Nakiri und 21 cm "Santoku" (das für mich eher ein Kiritsuke-Gyuto ist...)
3. Sakai Takayuki, mir gefällt die Serie mit der traditionellen Nashiji-Verarbeitung, vertrieben etwa durch Kinves and Tools, in Frage kommt das 17 cm Santoku
Beide Serien VG 10 Stahl.
Mein Favorit ist gerade die Misuzu Urushi Hocho-Serie und dort das 21 cm "Santoku", einfach weil mich diese Klingenform und auch der Urushi-lackierte Griff fasziniert. Ich hab kein annhähernd ähnliches Messer. Außerdem schätze ich Dictum als Händler sehr.
Was denkt ihr?
 
Täusch dich nicht. Miyabi hat seine Fabrik in Seki und die Japaner schmieden auch nicht alles von Hand. Die sehen vielleicht authentischer aus, aber ob sie es sind weißt du nicht. Makoto Kurosaki VG7 Tsuchime Nakiri - hat einen sehr kurzen Anschliff - ich würde es nicht nehmen. Wegen des Urushi Lack Griffes würde ich das Misuzu Urushi Hocho nicht kaufen. Den Griff des Sakai Takayuki finde ich besser.
 
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