Klinge aus 55Si7 -Leistungspotential?

xian

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Hallo,
mich würde interessieren, ob ich bei diesem doch recht einfachen Stahl eurer Meinung nach das Mögliche erreicht habe, oder ob in diesem Stahl noch mehr Leistung steckt?

Es geht um ein recht einfaches ''ich gehe Zelten, und brauche Eins für Alles'' -Messer.
Geschmiedet aus einer Spiralfeder, am Bandschleifer in Endform geschliffen, gehärtet und 2 mal bei 180 Grad angelassen, von Hand mir Schmirgelleinen gefinisht.

Die Schneide ist 12 cm lang, 2,2 cm breit,
Rückenstärke 3mm
Stärke der Klinge 0,5 cm hinter der Schneidphase 0,8mm
Stärke der Klinge 1cm hinter der Schneidphase 1mm
Schleifwinkel ca. 35 Grad

Mein Test war recht einfach, ich habe die Klinge auf ''Rasierschärfe''(rasiert bei leichtem Druck am Arm) geschliffen, und dann einen 2cm x 4cm starken Holzstab (Nadelholz,trocken) durchgehackt. Ich habe darauf geachtet, dass ich mit der gesamten Schneide arbeite. Nach dem Test rasiert die Klinge nurnoch schwer, bis garnicht. Mein Papierschneidtest (Druckerpapier) funktioniert jedoch noch sehr gut, und die Klinge zeigt keinerlei Ausbrüche. Es ist natürlich ein sehr subjektiver Test, mit ''schneidet Papier noch sehr gut'' meine ich, dass das Papier bei mäßigem Druck und einer schneidenden Bewegung sauber ohne zu reißen durchtrennt wird.

Da ich überlege, ob ich relativ kleine einfache Haumesser weiterhin aus diesem Stahl machen soll würde es mich freuen, wenn jemand der diesen Stahl schonmal ähnlich getestet hat mir berichten könnte.


Danke, Beste Grüße
Christian.
 
Hallo Christian,

ich verwende diesen Stahl seit einigen Jahren für meine Kochmesser die relativ dünn geschliffen sind, Rückenstärke 2-2.5mm, Schneide gehärtet, Rücken weich.
Nach meiner Erfahrung ist der Stahl nicht der Schnitthaltigste und nach einigen geschnittenen Karotten und Zwiebeln auf einem Holzbrett ist die Rasierschärfe wie von dir beschrieben nur noch schwach vorhanden.
Trotzdem kann man noch recht gut schneiden und das Nachschärfen ist auch kein Problem,
ein paar mal über den Wetzstein und es rasiert wieder.
Alles in allem ein gutmütiger Stahl der auch einiges an Biegen und Hacken verträgt.

Gruß Link
 
Hallo, vielen Dank für die Antwort!

Ich denke unsere Erfahrungen bezüglich der Schnitthaltigkeit liegen sehr nahe beisammen. Das freut mich.
Das recht einfache und schnelle Nachschärfen dieses Stahls empfinde ich auch als Vorteil bei bestimmten Einsatzbereichen.

Beste Grüße Christian.
 
Mahlzeit Christian
Nägel auf dem Amboss zerkloppen macht er auch ohne zu meckern mit.:hehe:
Er ist garantiert kein Hochleistungsstahl ,aber für größere Haumesser (Blattfeder) meiner Meinung nach ganz gut geeignet. Gut , der Schnitthaltigste ist er nicht, aber dafür verzeiht er ziemlich viel.
Gruß Ralf

p.s.Kennst du einen "klingentauglichen" Stahl (außer vielleicht Feile) an den man so leicht herankommt ....ich nicht :D
 
Der schnelle Verlust der Schärfe ist allen hoch silizium-legierten Federstählen gemeinsam. Da es gleich gut oder besser belastbare, gleich billige und besser schneidende Alternativen gibt, habe ich schon ziemlich früh damit aufgehört, diese Stähle für Klingen zu verwenden.

Ein gutes Beispiel für gleich billig aber besser sind die CrV-legierten Federstähle wie 51CrV4 oder 58CrV4, die beispielsweise oft von Mercedes oder Volvo in Lastwagen-Blattfedern verwendet werden.

Und Nägel zerkloppen ist auch damit wie auch mit vielen anderen, besseren Stählen gar kein Problem, wenn man die richtige WB und Geometrie wählt.
 
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