Könige backen, oder Wootzbruzzeln

JL-Jokke

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Hallo,dieser Beitrag wird unregelmäßig mit neuem Material ergänzt, z.T. auch einfach nur durch Änderungen in bereits bestehenden Beiträgen, ohne dass dies als neu erscheint!...
hab gestern (13.06.10) mal wieder den Ofen angeworfen und im Tiegel geschmolzen, was grad da war, Reste vom letzten Mal, mit ein wenig Feile gewürzt.
Erster König in diesem Jahr, nach erfolgreichem Umbau des Ofens, dank Andreas und Sven :super:, nun mit neuer Flare aus Keramik (Hochofenreparaturmasse mit etwas Graphittiegelmaterial).
Die Temperatur hab ich bis 1600° C "kontrollieren" können, besser gesagt "verfolgen" können.
erste Schmelze mit einem Brenner von Andreas, zweite mit dem von Achim, beide Venturi
Hier eine paar Bilder:
der Ofen:
Tiegelstahlschmelze_006.JPG

der kleine ist 1090gr schwer,
sch_ne_dendritenstruktur.JPG

der andere ca 1800gr
zwei_K_nige.JPG
 
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bergschoof

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Hi Messer-Jokke,

so'n Ofen will ich auch :D wieviel KG/std verbraucht denn der, damit du auf 1600°C kommst?

lg Korbi
 

JL-Jokke

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Hallo,

da ich ca drei Schmelzen mit einer Füllung fahren kann, knapp 2kg/Std.
Dabei läuft der Brenner die letzte std bei ca 2 Bar.
AchimW kriegt das bei sich jedoch in der Hälfte der Zeit hin...:cool:
daran arbeite ich noch,

Grüße
 

JL-Jokke

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So,
nach dem gestrigen riesen Tataraofen und dem guten Ergebnis dort in Witten-Herbede lief gerade der Ofen wieder auf Hochtouren. Diesmal mit einem neuen, modifizierten Venturibrenner, bei dem mir mal wieder Andreas von der Wolfsschmiede geholfen hat :super:.
hat ein neues Edelstahlrohr bekommen, faucht jedenfalls ganz gut
Beschreibung: Präzisionsrohr 28 x 1.2mm, 27cm lang, Flare ist fest im Ofen eingebaut,
Luftkammer 37mm Durchmesser, 45mm lang, 4 Löcher a 26mm, zum Ansaugen für den Venturieffekt
Düse: amerik. MIG Düse 0,8mm 4 cm lang
Gasdruck bis 2,2 Bar gefahren

Der Tiegel darf jetzt langsam auskühlen, hat Zeit bis morgen.
Hier noch ein Bild vom Brenner:

Brenner_neu_002.jpg


so: dieser Wootzklotz wurde ohne Glasabdeckung im Tiegel, aber mit Tiegeldeckel erschmolzen:
Wootzk_nige_002.jpg

der zweite traditionell, mit frischen Blättern und grünem Glas, beide etwas > 1kg schwer:
Wootzk_nige_005.jpg


mit Blick von "unten":

Wootzk_nige_004.jpg


jetzt muss ich nur noch Zeit finden zum Diffusionsglühen und zum langsamen Ausschmieden, dann meld ich mich wieder...
 
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JL-Jokke

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So, der graue ist jetzt auch aufgeschnitten und sieht innen superclean aus, werde versuchen, ihn am Wochenende am Bremecker Hammer - so alles klappt - diffusionszuglühen und auszuschmieden. Der zweite Kuchen hatte innen ein größeres "Loch", will wohl nochmal in den Tiegel zurück - auch am Hammer, werdeden Ofen mitbringen ...
hier zwei neue Bilder :

Querschnitte_beim_Wootz_001.jpg



der Brenner ist auch nochmal etwas optimiert worden gestern Abend, mit einem "neuen" Rohr, mit leicht geringerem Querschnitt, dank der Hilfe von Andreas in seiner Wolfsschmiede :super:, tjaja, so ne drehbank hat wat -nur schade, dass er den Namen abgeben muss, es kam jemand mit älteren Rechten... aber es bleiben, so hoffe ich, die Eisenwerker online...
(Wulfmaer, junger Mann!):rolleyes:

Grüße
 
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JL-Jokke

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konnte ein paar Stücke unter dem dicken Hammer, mit Hilfe von Dietmar ausschmieden - :super:; mir gings dabei schon ein wenig zu schnell, was sich dann auch im Bruch einer Schiene gezeigt hat. :( einfach in der Mitte auseinander "gebröselt"! :(
Auch hab ich noch Bedenken, was die Muster angeht.:argw:
Das Diffusionsglühen im Vorfeld hingegen, in einem großen "Ölbrennerofen", ging absolut problemlos. Es zeigte sich eine schöne Schicht dekarboniertem Materials um die drei eingelegten Stücke herum.
Der große Klotz von Post 1 wurde auch angeschmiedet, unter dem großen Fallhammer, ist auch nicht zerbröselt! eher rasch ein wenig "in die Knie" gegangen, den Gesenken hats nichts getan, war so eine Sorge von mir...
und wurde danach in ein paar Streifen geflext. Ich war äußerst froh über die große Flex!!!
Ich werde die Tage ein paar Bilder von den ausgeschmiedeten Streifen einstellen - zum Anätzen suche ich noch das richtige "Material", bekam Nital empfohlen, weiss jedoch noch nicht, ob ich mir das über die Apotheke besorgen kann.
Ansonsten werd ich zunächst ein zwei Probeätzungen mit Eisendreichlorid machen.

Außerdem konnte am Samstag, quasi als Schmelzvorführung (Tiegelstahlschmelze) ein neuer kleiner König geschmolzen werden, er kam am Sonntag Morgen unter einer dicken. grünen Glasschicht zutage - und wartet nun darauf, ebenso behandelt zu werden...
 
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JL-Jokke

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unten auf den beiden kleinen Bildchen zwei der Streifchen und ein paar "Aufschnitte" vom großen Kuchen,
Die Streifen liegen auf einem DinA4 Blatt Papier,


hier ein neues Bild, vom 11.07.10 mit den vier Streifen aus den beiden kleinen Kuchen:

Wootzstreifchen.jpg

Grüße
 

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JL-Jokke

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Jetzt gabs gestern noch eine Session chromhaltigen Wootz, sozusagen Weltmeisterwootz (als Ersatz bzw aus "Langeweile"), der König, ca 1,5kg ist heute Morgen schön grau aus dem Tiegel gekommen. Meine Tochter hat gestern Abend noch ein paar Fotos gemacht, die werd ich versuchen heute Abend einzustellen.
Auch die der bereits angeschmiedeten Streifen, das Halbzeug, kommen dazu

außerdem noch eine sehr kräftig angeätzte Klinge, die mich im Muster sehr an die russischen Bulatkklingen erinnert -die hat ihre eigene Geschichte, denn die hab ich nicht selber ausgeschmiedet, sondern ein Freund wollte sich am großen Hammer an dem "zähen Zeug" versuchen als ich nicht da war, als Überraschung, hat sich auch nicht lange aufgehalten, nicht diffusionsgeglüht und rap-zap drauflosgekloppt, (Zitat: das sei doch nix für ihn, brauche zu viel Zeit und Geduld...)
So sieht das halbfertige Teil dann auch aus, wurde aber beim Anschleifen rattenscharf (brauchte mal wieder ein paar Pflaster :rolleyes:) und ich hatte den Eindruck beim Ätzen in Eisendreichlorid, dass es fast auseinanderfallen wollte - ist es aber nicht!


also, Freunde der Kunst.. Abwarten...
 
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enrico

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Vielleicht kommentieren Deine Mühe hier nur so wenige, weil nur wenige Ahnung davon haben .... so wie ich! Als Stockremov´ler kann ich immer wieder nur den Hut ziehen vor Leuten, die sich diesen Aufwand antun, um zu einem besonderen Ausgangsmaterial zu kommen. Der Zeitaufwand ist ja enorm. Höchst interessant!

Gruß, claus
 

JL-Jokke

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Hallo Enrico,
das Ganze macht Spass, vor allem, wenn Du alles (mit guter Unterstützung natürlich) selber hinbekommst, das ist die eigentliche Herausforderung. Irgendwie wird alles dabei ursprünglicher und endet, am letzten Juliwochenende, mit einem Rennfeuertreffen im Besucherbergwerk Kleinenbremen (http://www.mitmach-schmiede.de/rennofen-2010.htm). Wenn alles klappt, gibts dann ein nächtliches Wootzbruzzeln aus eigener Luppe...
hier noch ein paar Bilder:
Bulatklinge.JPG

das Messerchen wurde viel zu schnell ausgeschmiedet (nicht von mir :steirer:) hat aber eine interessante Zeichnung, wie der Bulat vom neuen "Schmiedestar" aus dem Osten. Vielleicht hat das ja doch was für sich, wenns dann mal gut klappt...

Bulatstress3.JPG

aber das Teil ist trotzdem rattenscharf, s.o.

hier gings dann weltmeisterlicherzeits zur Sache:
Wootzbruzzeln.JPG

eine Stunde später sah das so aus:
weltmeisterschaftswootz.JPG


als Material kamen 470gr eines X250Chromy-holy- Moly Hartguss in den Tiegel, mit gut 400 gr Eisensand, der Rest war Feile (zusammen knapp 1600gr)
und das kam dabei heraus:
Chr-wootz1.JPG

mit einer super Dendritenzeichnung:
Chr-wootz3.JPG

auch auf der Unterseite:
Wootzseitenansicht.JPG
 
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Dietmar C

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Hey ich wollte dir doch nur helfen, das du dich nicht so quälen musst mit dem Schmieden von dem naja "Eisen"
und jetzt ist es zu schnell geschmiedet ,dabei hab ich doch den Federhammer nur ganz sanft benutzt man kann es dir aber auch nicht recht machen:steirer:

Sieht ja schöönnn aus die Zeichnung auf den Klopsen aber zum schmieden mag ich sie trotzdem nicht ,
kein Wunder das sich das bei uns nicht durchsetzen konnte ,zum schmieden brauchste die Ruhe und die Muße von einem Mönch(oder die eines Psychologen...:hehe:) .
Ne ich bin nicht geeignet dafür, ich brauche snell snell ......:D

Didi der ruhelose Schmied

Bremecker Hammer Lüdenscheid
 

JL-Jokke

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Hey ich wollte dir doch nur helfen, das du dich nicht so quälen musst ..., ich brauche snell snell ......:D

von wegen :glgl:
warts nur ab, wenn die Teile mit dreimal tiefdurchatmen bei jedem Hammerschlag sanft ausgereckt und poliert (in der nächsten Sazensitzung!) vor dir liegen

aber Deine Hämmer sind trotzdem goil :D
 

JL-Jokke

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OK OK,
auf vielfältigen Wunsch:
das Grundmaterial für den rostträgen Wootz (vonwegen HolyMoly):
G-X 250 Cr Mo 15 3

kommt aus einer Schweizer Quelle:
www.wolfensberger.ch
siehe verschleissbeständige Werkstoffgruppen (Gusseisen EN 12513)
:staun:
 

JL-Jokke

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Gestern gings weiter mit dem Ausschmieden,
Sven hat sich die Mühe gemacht, den neuen König aufzuschneiden,
der innen schön glatt war und sich gut anätzen ließ

hier die Eindrücke vom Funkenbild, leider mit Handy aufgenommen:
Funkenbild2.jpg

Funkenbild1.jpg


zwei der Streifchen aus Post #7 konnte ich auf ca 4mm Dicke und 40mm Breite ausschmieden - hab mächtig "geölt" und keine Sauna mehr gebraucht...
:lach:
mehr Bilder, wenn es wieder was zu sehen gibt...
Grüße
 
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JL-Jokke

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im Moment passiert ziemlich wenig, wegen der allgemeinen Hitze, ich hoffe aber am WE wieder weiter zu kommen.
Inzwischen konnte ich einen Liter NITAL in einem Weithalsgefäß beim Apotheker ergattern, für 50 teuronen, naja, soviel kostet schon allein der reine Alkohol (fast rein!) in dem dann 3% Salpetersäure gelöst sind (für alle chemieinteressierte - den Tip bekam ich von einem netten luxenburger Messer- und Bogenbauer :))
außerdem zeige ich dann auch noch ein paar Bilder vom "Umbau" eines 2kg Hammers in eine traditionelle Schmiedeform (mach ich evtl in einem anderen Thread...), der mir sehr gut gefällt - dank Andreas liegt er gut ausgewogen in der Hand, darf nur noch den Holzgriff kürzen und an meine Hand anpassen...
ein neuer Kontakt nach England lässt hoffen, dass es ein neues, interessantes Grundmaterial für weitere rostträge Könige geben könnte, das Grundmaterial Wallex 20 (2,5%C, 33% Cr, 18% Wo und etwas Si in einem großen Rest ~48% Kobaltmatrix)
und da bin ich mir noch gar nicht sicher, wie sich das dann in einer Mischung, die auf 1,5%C abzielt und dann ca 23% Kobalt enthalten würde, verhält, was Schmiedbarkeit und Feinheit der Karbide angeht

vielleicht wisst Ihr ja was dazu..

Grüße
 
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alchemist

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Inzwischen konnte ich einen Liter NITAL in einem Weithalsgefäß beim Apotheker ergattern, für 50 teuronen, naja, soviel kostet schon allein der reine Alkohol (fast rein!) in dem dann 3% Salpetersäure gelöst sind (für alle chemieinteressierte - den Tip bekam ich von einem netten luxenburger Messer- und Bogenbauer :))

Hallo Jokke,

das ist glaube ich das teuerste Nital von dem ich je gehört habe.
Für Nital wird üblicherweise vergällter Alkohol genommen, da ist keine Brandweinsteuer drauf und man kriegt den Liter dann für weniger als ein zehntel.

Servus

Manfred
 

JL-Jokke

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Hallo Manfred,
da hab ich mich wohl an die falsche Anleitung gehalten
übrigens steht im Sicherheitsdatenblatt von Buehler (1907/2006/EG-DE) nur was von Ethanol, nix von Methanol,
aber ich merk es mir fürs nächste Mal :cool:

>>Cyrus hat mal vor zwei Jahren was in diesem thread geschrieben, das ich noch nicht ausprobiert habe:
http://forums.swordforum.com/showthread.php?t=86871&page=4
im post #80

werd ich mal berücksichtigen
oder das hier auch noch:Zitat Grag T. Obach aus dem gleichen Thread:
"this combo i like ...and use often:
use a dilute nitric ( very dilute so it shows the pattern in about 15 to 30 seconds.. ).. if the acid does drill holes...its too strong..
as Cyrus mentioned.... it'll outline the structures
.. ( sometimes so nice that you may want to stop here...)
part 2.... mix a solution of sodium metabisulfite and water.... to do a secondary etch... if its made at a nice low solution ...it should only go after and darken the martensite and such... and leave the carbide alone..
- often i find new little things start to pop up...
Nota bene --- one etch recipe will not work for all wootz's... so be flexible and observe what it does and change accordingly.."

noch eine Quelle dort nennt Oxalsäure als nonplusultra für Wootz (Peter T. Swarz-Burt)
(ergänzt 25.10.10)<<

lieben Gruss

und ein Bildchen von einem Tiegel mit Inhalt:
 

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JL-Jokke

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und da ich keine Lust auf nen neuen Threat habe
hier die Bildchen von meinen Lieblingshämmern

der mit der langen Nase ist bei DietmarC am Bremecker Hammer enstanden, der andere aus einem 2kg Hammer in Andreas Werkstatt
und jetzt passt er auch in meine Hand :p

mit den Teilen schmiede ich per Hand die Wootzstreifen aus, erhitzen erfolgt in der Gasesse
 

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JL-Jokke

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so, nach ca zweieinhalb Stunden schleifen mit der Flex und dem Bandschleifer (es zeigte sich wieder, wie zäh und wiederspenstig dieses Material ist) hier das (vorläufige), leicht angeätzte Ergebnis:
an dem kleineren Streifen sind die Muster bereits gut zu erkennen und, wie ich finde, vielversprechend,

der kleine ist jetzt 100 x 37 x 4-5mm
der längere 140 x 36-39 x 5mm
aber schaut selbst:
hier genauer zu sehen der "kleine":
ange_tzt_III.JPG

ange_tzt_IV.JPG
 

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MythBuster

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Hallo Jokke,

da Du jetzt ja fleißig am Atzen bist, möchte ich noch eine Bemerkung zum Nital machen. Ich weiß ja nicht was Dein Apotheker Dir da zusammengebraut hat, aber Nital sollte man über einer Konzentration von über 5 (Gewichts)% HNO3 sicherheitshalber nicht länger lagern. Jetzt sagst zwar: Ich habe nur 3%. Aber üblicherweise wird Nital mit 3 Vol.% HNO3 angesetzt, was dann je nach Konzentration der Salpetersäure schon mal 5 Gew.% überschreiten kann.
Aber genug der Erbsenzählerei, was Du aber auf keinen Fall machen solltest ist, gebrauchte Atzlösung zur frischen zurückzuschütten, oder gebrauchte länger aufzubewahren. Zur Sicherheit würde ich zumindest diese überaus teure Lösung nicht in einer Glasflasche aufbewahren (Druckaufbau...), sondern in einer Chemikalienflasche aus Kunststoff (HDPE).
Methanol kann man auch zum Ansetzen von Nital verwenden, wenn man den Totenkopf nicht scheut. Was man aber auf keinen Fall verwenden sollte ist Isopropanol!

Gruß

MythBuster