Messermacher Philosophie?

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Eine Frage an die Messermacher (egal ob Hobbybastler oder Profi): Was ist eure Philosophie in Sachen Messermachen?

Damit meine ich NICHT die Initialzündung zum Messermachen, sondern warum ihr genau DIE Messer macht, die hier immer wieder zu sehen sind (auch wenn das vielleicht nicht immer klar zu trennen ist).

Ich mache mal den Anfang:
Mir ist bewusst, dass es für jede erdenkliche Anwendung gute, häufig auch sehr gute Messer gibt, sowohl handgemachte als auch Fabrikmesser. Trotzdem habe ich angefangen, selber welche zu machen.

Meine ‚Philosophie’ ist es nicht, ‚bessere’ Messer zu machen, als die, die es schon gibt, dafür fehlen mir handwerkliche Fähigkeiten, metallurgische Kenntnisse und vieles Mehr. Daher verlege ich mich darauf, das Beste aus meinen Fähigkeiten zu machen…d.h. möglichst eigenständige Designs, möglichst gut verarbeitet, und schneiden sollten sie natürlich auch noch. Klar, dass meine Fähigkeiten meinen Ansprüchen noch hinterherhinken, aber das wird sich mit der Zeit hoffentlich langsam ändern. Genau diese mangelnden Fertigkeiten sind auch der Grund, warum ich häufiger einseitig geschliffene Messer mache.
Das meine Messer überwiegend klein (also 3-Finger-Messer) sind, liegt daran, dass ich eigentlich nie größere feststehende Messer mit mir rum trage und keine Klappmesser bauen kann, also musste ich ein Kompromiss in Sachen Größe eingehen.


So, jetzt seit ihr dran: warum macht der Macher A fast ausschließlich vollintegrale Jagdmesser, warum benutzt der Macher B fast ausschließlich den Stahl XYZ? (Ich nenne keine absichtlich Namen).
 
Meine Philosophie ist auch ganz bestimmt nicht Perfektion, schon gleich nicht bei der Verarbeitung. Das letzte Hundertstel ist nicht mein Revier und wird es auch nie sein (selbst das letzte Zehntel nicht). Ein eigenständiges Design ist mir auch nicht wichtig, da ein Messer für mich mehr ein Werkzeug als eine Kunstwerk ist. Wenn es gefällig aussieht, dann ist das zwar ein Bonus, aber kein Muß und Originalität ist für mich überflüssig.

Überhaupt ist es denke ich bei mir völlig unangebracht von einer Philosophie zu sprechen. Manchmal zeichne ich vor, manchmal schleife ich aber auch einfach los, manchmal ist mir jedes Detail (nicht nur Form, sondern auch Griff-/Backenmaterial, Geometrie, Härtung, etc.) vorher bekannt, manchmal ergibt sich das alles auch erst. Naja Philosophie vieleicht, Plan aber nicht :irre:

Was mir aber immer wichtig ist, ist die Funktionalität des Werkes, ein für die Aufgabe und Hand ergonomischer Griff, eine für die Aufgabe geeignete Form und Schneidengeometrie, gutes Material und Härtung, keine Fett an den falschen Stellen, etc.pp. Bessere Messer zu bauen als die meisten Messermacher ist auf jeden Fall mein Ziel; nicht besser im Detail (werde ich wie oben geschrieben nie schaffen) oder in der Optik, aber besser in der zugedachten Funktion.

Im wesentlichen ist die Philosophie aber eigentlich nur, daß es mir Spaß macht und auch eine gewisse Befriedigung verschafft auch mal etwas Greifbares zu schaffen. Das könnten genauso Schaufeln oder Taschenlampen sein...
 
Meine Philosophie hinter dem Messermachen.....?

Also es soll in erster Linie Spaß machen.
Den Druck " du musst jetzt aber" habe ich in der Uni - den möchte ich in der Werkstatt nicht auch noch haben. Wenn ich in die Werkstatt gehe und mich ans "werkeln" begebe, dann nehme ich mir die Freiheit nach 10 min zu sagen : "nö - keinen Bock mehr! Ich gehe lieber feiern, spazieren, kaffeetrinken oder sonst was."
Dies ist mir allerdings noch nicht wirklich passiert. Meistens ist es dann 3 Uhr morgens wenn ich mir denke, das ein bisschen Schlaf nicht ganz schlecht wäre.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Messermachen für mich einen Art "Meditation" oder besser Entspannung ist. Ich kann noch soviel Stress haben, noch so einen schlechte Laune, wenn ich in die Werkstatt gehe und zur Feile greife ist das alles vergessen. Das Produkt was letztlich dabei rauskommt ist auch eher von sekundärer Intresse.
Man kann es etwas mit Lego vergleichen. Das Bauen damit macht Spaß, aber wenn man damit fertig ist, kommt immer die Frage auf: "Und was jetzt?" Außerdem endecke ich bei jedem Arbeitsgang soviel was ich das nächste mal besser machen möchte.
Und so ist das Fertigstellen eines Messer jedesmal der Beginn eines neuen Projektes.
 
Gebrauchennnnnnnnn

Meine Messer sollen benutzt werden,
je mehr je besser.

Auch ich lege viel mehr Wert darauf das ich ein Gebrauchsmesser fertige,als áuf Hochglanzpolitur und teuerste Materialien.

Ich versuche Messer mit 0€ Materialkosten zu bauen, das ist meine Perfektion.

AXEL
 
Thomas Künzi hat im aktuellen MM genau meine Meinung vertreten. :D

"Ein Messer ist in allererster Linie ein Gebrauchsgegenstand. Aber wer sagt, daß der nicht auch schön sein darf?"

Ansonsten mache ich Messer, weil es Spaß macht. Ist ein notwendiger Ausgleich zum Bürojob.
 
Klar, mir macht es auch Spaß, sonst würde ich es nicht machen. Geht mir da wie Moppekop-bin ich erstmal in der Werkstatt, ist alles andere vergessen.

Trotzdem hatte ich mir eigentlich auch noch andere Informationen erhofft;) Siehe Ausgangsfrage...
 
Messermachen beschränkt sich bei mir bisher weitgehend auf den Eigen"bedarf". Von daher kommt es auch hauptsächlich auf die Funktion an. Ob jetzt noch irgendwo ein paar Kratzer auf der Klinge sind oder sonstige optische Mängel sind eher zweitrangig.
Die entstehen mit der Zeit sowieso wieder - schlieslich ist ja ein Messer ein Werkzeug.

gruß,
nico
 
Einige meiner Messer sind so geworden weil es sich einfach so ergeben hatte. Ich hatte so eine Idee, dann auf dem Papier sah das Messer wieder etwas anders aus und am Schluss war ein Messer fertig das ich so nicht wollte. Also nix mit Philosophie.
Bei anderen wieder hatte ich eine Materialkombination vor Augen oder einen Verwendungszweck und habe das Messer entsprechend gebaut. Philosophie: Funktionieren muss es!
Manchmal gelingt aber ein größerer Wurf, dann passt die Form zum Material und trifft auch noch meinen Geschmack.
 
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