Richten 1.2842

Hias

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Servus liebe Stahlprofis,

ich habe heute 5 Klingen 1.2842 vom Härten abgeholt.

Davon hatten zwei einen Verzug.

Normalerweise ist das ja kein Problem, Backofen auf 180 ° und dann richten.

Die eine davon konnte ich problemlos richten, die zweite ist abgebrochen. :jammer:

Ich dachte immer der 2842 hält auch größere Verbiegungen aus, das ist doch außer den kleinen Karbiden ein Vorteil des 2842er Stahls


Die Härte wurde noch beim warmen Stahl nach dem Anlassen auf 58 HRC von der Härterei gemessen.
Laut Härterei hat dann die kpl. erkaltete Klinge ca. 60 HRC.


An was kann das liegen dass die Klinge abgebrochen ist??
 
Hallo Hias.

Direkt und unmittelbar nach der Wärmebehandlung hat man noch sehr gute Chancen die Klinge zu richten.
Schade oder etwas anderes, wenn es die Lohnhärterei nicht macht.

Wärmebehandlung mit minimalem Risiko:
Klinge fertig feinschleifen, an der Schneide 1/10 - 2/10 mm stehen lassen.
Erwärmen, normalisieren.
Klinge auf Härtetemperatur bringen.
-falls Klinge sich beim erwärmen verzieht, mit der gleichen Hitze durch sanftes streichen mit dem Hammer richten und normalisieren.
Spannungen sind dadurch entfernt.

Klinge auf Härtetemperatur bringen.
Horizontal in Öl eintauchen, Rücken voran, Schneide nach oben.
Abkühlen lassen mit gleichmäßiger Bewegung.
Gegen Ende der Abkühlungsphase die Angel aus dem Öl halten.
Rausnehmen, Öl abputzen und umgehend mit Fiber-Borstenscheibe und Bürstfett die Oxydhaut entfernen.
Blanke Klinge umgehend in den Anlassofen geben.

Ergebnis:
Oxydfreie, spannungsfrei gehärtete Klinge
99,9 % Erfolgsgarantie bei symetrischen Geometrien, egal welcher Klingenlänge.

Gruß aus der Schmiede,
Peter
 
Servus Peter,

Danke für die Antwort.

Ich war gerade noch bei einer anderen Härterei um das gute Stück anschauen zu lassen und deren Meinung zu erfragen.

Härte wurde gemessen, Ergebniss: 60 HRC

Bruchstelle mit der Lupe begutachten, Ergebniss laut Härterei: zu Grobkörnig für einen 2842er Stahl (Meinung der Härterei, evtl. kleiner Fehler in der Wärmebehandlung)

Abhilfe: die übriggebliebenen Klingen, tiefkühlen und dann nochmal anlassen (angeblich die einzige Möglichkeit den Fehler der Grobkörnigkeit eingermaßen zu beheben)

was sagt Ihr dazu?
 
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Hallo Hias,

lass mich raten, die Härterei würde natürlich die TK auch gerne übernehmen...?
Mal abwarten, was Meister Gerfin noch dazu sagt, aber ich wüßte nicht, wie eine Tiefkühlbehandlung an der Grobkörnigkeit groß was ändern soll. Sie sorgt doch nur dafür, dass sich der Gehalt an Restaustenit noch umwandelt. Grobkorn heißt doch automatisch --> Glühen, also normalisieren, pendeln, usw.
Aber ich lerne gern dazu...

Gruß,
Daniel
 
Danke für eure Antworten, ich habe gerade mit Peter Stienen telefoniert.

Ich darf die Klingen netterweise zum Peter schicken, der sie dann Wärmebehandeln wird.

Deshalb auch noch einmal ein ganz großes Dankeschön an den Peter
 
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