Schneidfreudiges Petty mit 120-130mm gesucht. Am besten noch wetzbar und möglichst leicht!

güNef

Premium Mitglied
Servus,

Kaufberatungen werden ohnehin immer schwieriger. Japanische Messer sind teurer geworden und die Verfügbarkeit nimmt in jedem Shop ab statt zu. Das Budget für Messer innerhalb der Kaufberatung wird aber nicht angehoben, sondern wird in Zeiten wie dieses eher knapper. Viele bringen keinerlei Erfahrung mit, wie sie die empfohlenen Messer dann langfristig scharf halten können, bzw suchen oder bitten nach der günstigsten Methode mir dem geringsten Aufwand. Dazu kommt, dass kaum noch jemand nacharbeiten möchte, sondern gleich aus der Schachtel soll alles stimmen. Scharf und scharf bleibend, leicht schneidend, aber nicht empfindlich, lang scharf bleibend, aber leicht schärfbar und am besten jahrelang zu wetzen. :irre:

Das macht es einfach schwer überhaupt noch was zu finden, was man als Standard empfehlen kann. Wir, die Empfehlenden lernen ja auch über die Jahre dazu und wenn sich vermehrt Schwierigkeiten zeigen, wenn noch Unerfahrene asymmetrisch geschliffenen Messer kaufen, dann versuche zumindest ich vorzuwarnen, oder zu erwartende Hürden beim schärfen zu benennen.

Es macht auch einen Unterschiede ob 60/40 ausgeliefert wird, wie bei Hiromoto, oder 70/30 bei Misono, das schleift man bald wieder in Symmetrie, aber ein 90/10 wie bei Yo-Sakai Takayuki ist eine Herausforderung für jeden Neuling.

Gruß, güNef
 

alphacma

Mitglied
Dazu kommt, dass kaum noch jemand nacharbeiten möchte, sondern gleich aus der Schachtel soll alles stimmen. Scharf und scharf bleibend, leicht schneidend, aber nicht empfindlich, lang scharf bleibend, aber leicht schärfbar und am besten jahrelang zu wetzen

Jo, das wäre perfekt gewesen! 😇

Mal aus meiner persönlichen Anfänger-Sicht:

Und da fängt die Problematik m.E. an. Es gibt -aus Unwissenheit- zu viele verschiedene Einsteiger Bedürfnisse.
Ich habe es sehr geschätzt, dass sich die Erfahrenen hier im Forum sehr viel Mühe damit geben, auf jeden Einzelnen einzugehen, vielleicht macht es aber auch Sinn, die vielen verschiedenen Wünsche auf 3-4 Anfängerkonzepte zu reduzieren.
Ich weiß, auch schwierig, da ausgerechnet viele der Einsteiger eine gefestigte Meinung haben aber letztlich könnte ich mir vorstellen, das ich mit etwas stärkerer Anleitung denn individueller Beratung einen anderen Weg eingeschlagen hätte.

Viele der Threads hier beschäftigen sich mit Messerwünschen um die 150€, oft 18cm Santokus, wetzbar, japanisch anmutend, möglichst kein Nachschärfeaufwand. So eins wollte ich auch.
Was ich aber eigentlich wollte, ohne es zu wissen, war ein 24 cm Gyuto, ergonomischer schöner Holz-Griff, persönliche Note, 350€ wäre ich nun doch bereit auszugeben und schleifen auf dem Stein ist gar nicht so schwierig, wie ich dachte, habe mir aber sicherheitshalber auch noch einen Spyderco V gekauft, den ich jetzt nicht mehr benötige, etc. pp.

Eine Idee könnte sein, einen Leitfaden anzupinnen, z.B. nach Budget gruppiert? Für 150€ gibt es nun mal kein großes perfektes Kochmesser. In der Klasse wäre z.B. dann eine gute Basis+Schanzen+Schleifsteine das Grundkonzept.

Natürlich ist das nur (m)eine Einsteiger-Meinung aber ich kann mir gut vorstellen, dass ich jetzt eine Zeit mit dem ausgedünnten Sakai Grand Chef + Schleifsteinen glücklich werde, bevor ich dann genauer weiß wohin ich möchte. Dafür hätte aber auch eine etwas günstigere Basis genügt.
Letztlich hätte ich mir aber, mit etwas reiferer Überlegung und ohne kostspieligen Umweg, lieber gleich eines anfertigen lassen.

Wahrscheinlich muss aber doch jeder durch seine eigene Lehre :)

Sorry, OT...
 

TiTaTonio

Mitglied
Jetzt würde ich doch gerne nochmal kurz aud meine Suche zurück kommen :)
Hab inzwischen ein paar Messer mit Schnittgutfreisetzung (billige Messer, sie in der WG rumlagen) getestet und muss sagen, dass macht schon einen Unterschied in der Praxis.
Besonders eine ausgeprägte Shinogi-Kante hatte einen deutlichen Effekt.

Gibt es eine Empfehlung für ein wetzbares Messer bis 150€ mit einem guten Kompromiss aus Schneidfreudigkeit und Schnittgutfreisetzung?
 

natto

Mitglied
So langsam sind das ein paar widersprüchliche Anforderungen zu viel für Empfehlungen. Du musst dich schon entscheiden was du suchst.
 

güNef

Premium Mitglied
Servus,

wo soll denn der FR bei einer 130mm langen Klinge mit 25mm Höhe herkommen? Mit einem Petty kannst du weder wiegen noch choppen, bei diesen Schnitttechniken wäre eine FR-optimierte Klinge von Vorteil. Mit einem Petty dieser Größe schneidest du auf Zug und da bleibt bei einer dünnen Spitze eh nix kleben, oder höchstes ein Scheibchen, dass mit dem nächsten Zug wieder abgestreift wird, das schaut dann so aus: KLICK

Gruß, güNef
 

güNef

Premium Mitglied
Servus,

das ProM Petty von Kanetsugu, dass ich mir selber empfohlen habe ist angekommen. :irre: Sehr ordentlich gefertigt, mit rund 0,25mm knapp über der Wate noch alles richtig grün und ein eigenartiger Anschliff. Zwar sehr sauber geschliffen, aber eigentlich sollte das ballig geschliffen sein, weil's ja seit ewig so beworben wird, was aber zumindest bei meinem Exemplar absolut nicht zutrifft. Das ist ein Flachschliff der knapp vor der Schneide noch ballig wird, aber dann ist eine saubere V-Fase angeschliffen. Ein balliger Schliff geht anders!!!

Wieder was gelernt. Ansonsten ein typisches Minaturgyuto ,mit einem Griff der sich ein wenig vom 0815 Allerlei abhebt. Gefällt mir, ist top scharf und sehr gut geschliffen. Das Messer ist aus der Schachtel benutz-und wetzbar. Stahl ist übrigens ein aufgeladener AUS8, also gut rostbeständig und noch besser wetzbar.

Hier noch ein paar Eindrücke:

IMG_4402.jpg


IMG_4403.jpg


IMG_4405.jpg


IMG_4404.jpg


Hier die Schärfe aus der Schachtel: KLICK

Finde ich wirklich fein. Hier noch der Schliff unterm Mikroskop:

Blitzsauber, geht doch. :super: :super: :super:

202102181907_59.jpg


202102181908_27.jpg



Gruß, güNef
 

PaMo

Mitglied
Danke für die Info. Hab noch nie was aus dem asiatischen raum bestellt und bin deshalb völlig planlos, weil theoretisch fällt diese steuer ja ab einem warenwert von 22 euro an. Wird aber vermutlich nicht wirklich kontrolliert und rutscht meist durch.
 

Bo_Hannoi

Premium Mitglied
Moin,

schönes Messer :)

Mein ProM Gyoto 210mm, gerade weiter verkauf hier, kam mit dem selbem Schliff (V verjüngend und am Ende ballig) an,
das Finish war aber nicht auf Deinem Niveau - es hatte kleinste Kratzer, diesen Absatz zwischen Holz und Metall, ...
Die Auslieferungsschärfe war ok. Aber da gibt es wohl Serien-Streuungen oder verschiedene Versionen im Vergleich zu dem Fünf Blickwinkel Test hier.

Ich hatte es sehr günstig in Finnland bestellt. Klangen auf hohem Niveau bei einem Preis von 50% des Schweizer-Internetpreises ;-)

Mir lag die Größe und das Filigrane des Messers aber irgendwie nicht.

Grüße Bo
 
Zuletzt bearbeitet:

PaMo

Mitglied
Moin,

schönes Messer :)

Mein ProM Gyoto 210mm, gerade weiter verkauf hier, kam mit dem selbem Schliff (V verjüngend und am Ende ballig) an,
das Finish war aber nicht auf Deinem Niveau - es hatte kleinste Kratzer, diesen Absatz zwischen Holz und Metall, ...
Die Auslieferungsschärfe war ok. Aber da gibt es wohl Serien-Streuungen oder verschiedene Versionen im Vergleich zu dem Fünf Blickwinkel Test hier.

Ich hatte es sehr günstig in Finnland bestellt. Klangen auf hohem Niveau bei einem Preis von 50% des Schweizer-Internetpreises ;-)

Mir lag die Größe und das Filigrane des Messers aber irgendwie nicht.

Grüße Bo
Hab das messer heut von dir erhalten. Zur schärfe möchte ich anmerken, dass ich es 1 mal über ein leder ohne paste gezogen hab und dannach hat es zeitungspapier ohne rupfer durchgesäbelt. Ich bin sehr zufrieden. 70 tacken für das 210mm gyuto is für mich ein top deal. Danke dafür
 

güNef

Premium Mitglied
Servus,

wie ich immer sage, der Zustand der Schneide/Schärfe ist zugleich das wichtigste und unwichtigste an einem neuen Messer, wenn man das selber ordentlich herstellen kann. ;) Von dutzenden frischen Klingen die ich kontrolliere ist ab und an eines so gut geschliffen, dass ich nichts machen muss. Zuletzt waren das ein kleines ProM-Petty und ein Kaeru WH, ein 1x benütztes Mazaki mir Originalschliff musste ich gleich schärfen.

IMG_4428.jpg


Gruß, güNef
 

Bo_Hannoi

Premium Mitglied
@güNef Das Setup auf dem Bild (von Stein über Messer und Maschine) macht mich neidisch :)

Bin gerade in der Meditationsphase bis es erste Berichte vom Messerguide Wing gibt 😇

Welchen festen Winkel sollte ich nehmen bei dem Nowi, wenn ich mich nicht beherrschen kann :irre: ?
 

Bukowski

Mitglied
Wenn du die Magnethalterung nimmst, würde den 40°-Winkel nehmen, weil du dann den Flankenanschliffwinkel der Messer abziehen musst. Der Fasenwinkel wird dann allerhöchstens bei 38° liegen. Meist eher 35-37°. In Kombination mit der Messerklemme würde ich auch 35° nehmen.
 

Benras

Mitglied
Servus,

wie ich immer sage, der Zustand der Schneide/Schärfe ist zugleich das wichtigste und unwichtigste an einem neuen Messer, wenn man das selber ordentlich herstellen kann. ;) Von dutzenden frischen Klingen die ich kontrolliere ist ab und an eines so gut geschliffen, dass ich nichts machen muss. Zuletzt waren das ein kleines ProM-Petty und ein Kaeru WH, ein 1x benütztes Mazaki mir Originalschliff musste ich gleich schärfen.

Anhang anzeigen 252213

Gruß, güNef
Hast du das schonmal irgendwo genauer vorgestellt? Oder wonach müsste ich suchen um mehr über so ein Setup zu erfahren?