• Wenn Ihr im Marktplatz was anbietet, kann es schonmal vorkommen, dass potentielle Käufer euch kontaktieren wollen.
    Falls jemand in seinem Nutzerprofil explizit die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme sperrt (per default ist das nicht so), dann wird das schwierig.

    Und weil mich in letzer Zeit wieder mehr Mails in der Sache erreichen, steht das mal so als Info hier ;)

    *Ich* fummel natürlich nicht in Benutzerprofilen rum. Und ich spiel auch nicht man in the middle. Fragen diesbezüglich zwecklos.

    Servus
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Schwerthärtung im Elektroofen

rolynd

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Hallo Zoidberg,

Ist wohl scheinbar gerade Ofenbau-Zeit, zuerst ruggero, dann ich und jetzt du :D

Ist ja ein Monster Teil geworden dein Ofen! Freut mich dass er funktioniert!

An der Isolierung hast du sicher nicht gespart wie man sieht.:D du könntest ja auch ein passenden Metallstab als Platzhalter verwenden nach dem Einwickeln entfernen und dann erst die Röhrchen bzw Thermoelemente einsetzen? Thermoelemente mit 3mm Manteldurchmesser sind ebenfalls viel stabiler.

Zu Thermoelementen von oben: Das Problem ist nicht das Thermoelement sondern die Ausgleichsleitung, die hält die gewünschte Härtetemperatur nicht aus deshalb kannst du leider das Thermoelement nicht am Kabel tief in den Ofen herablassen. Ich würde mal eines von Oben und eines von ganz unten zum Messen anbringen und wenn die Temperatur annähernd gleich ist brauchst du ja später nur eines zur Temperaturkontrolle.

Dass die Wicklungen sich berühren ist leider suboptimal und wohl die Hauptschwierigkeit bei der Konstruktion eines solchen Ofens, es kann dadurch zu lokaler Überhitzung kommen was dem Heizdraht auf Dauer nicht bekommt. Wie lange das dauert bis da Probleme auftreten weiß ich nicht. Kann genauso gut kurz wie verdammt lange dauern.
 

Zoidberg

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Hallo Rolynd,

die Thermoelemente die ich von oben einhänge sind auf jeden Fall lang genug (1-1.5m Mantelthermoelement) + Ausgleichsleitung von daher befindet sich die Ausgleichsleitung nur außerhalb des Ofens. Die "dünneren" Thermoelemente mit 0.5 bzw. 1mm Durchmesser verwende ich zum einen wegen der schnelleren Ansprechzeit zum anderen komme ich da günstig ran. Von unten komme ich nicht mehr so einfach an den Ofen ran, da ich den Ofen unten mit einer Aluminiumoxidplatte und viel Keramikkleber zugeklebt habe, sollte sogar Luftdicht sein. Die Thermoelemente wollte ich daher alle von oben einhängen (3 Stück, 1 unten, 1 mitte und 1 oben). Damit die quasi senkrecht runterhängen hatte ich mir überlegt kleine "Keramikwürfel" mit einem kleinen Loch für das Thermoelement zu gießen (Keramikgießmasse habe ich noch). Und diesen Würfel dann als kleines Gewicht unten an das Thermoelement zu hängen (kein großes Gewicht nur soviel, dass das Thermoelement halbwegs gerade runterhängt).
Normalerweise sind die Thermoelemente ja nur an der Messspitze empfindlich. Ich hatte nur die Befürchtung, dass z.B. bei dem Thermoelement was unten hängt quasi Wärme von oben im Ofen am Thermoelementmantel runterwandert und das Messergebniss an der Messspitze verfälscht. Wenn das so sein sollte wüsste ich aber auch nicht wie man dem entgegenwirkt. Ich gehe eigentlich nicht von hohen Temperaturgradienten im Ofen aus, aber der Temperaturgradient ist ja genau was ich messen wollte und wenn das durch diesen Effekt verfälscht wird macht das natürlich wenig Sinn.

Das sich ein paar Wicklungen nach dem ersten Aufheizen berühren ärgert mich auch ein "wenig". Aber selbst wenn ich die Keramikfasermatte wieder abwickeln würde könnte ich daran eh nichts reparieren, da das ganze ja in der Isolationsmasse eingegossen ist.
Beim zweiten Aufheizen habe ich den Ofen mal auf ca. 1060°C aufgeheizt und ne gute Stunde gehalten damit die Masse durchhärtet (laut Datenblatt bei 1000°C). Von daher ist das jetzt hoffentlich fest und bei der weiteren Verwendung des Ofens rutschen jetzt keine Wicklungen mehr zusammen.
Allerdings muss ich sagen, dass ich den Ofen nur bei "kleiner" Last betreibe. Mit der Leistungsdimensionierung habe ich es auch ein bisschen übertrieben :).
Ich habe beim Aufheizen eigentlich nie mehr als 1,8kW insgesamt draufgegeben (macht ca. 900 Watt pro Wicklung). Dann dauert es ca. 1-1.5 Stunden bis er auf 870°C ist. Aber da ich die Klinge jetzt sowieso erst nach dem kompletten Aufheizen (oder kurz vor erreichen der Härtetemperatur) und nicht schon vor dem Aufheizen einhängen will ist die Aufheizzeit eher zweitrangig.
Und bei 900 Watt pro Wicklung macht das gerade mal 1.12 W/cm^2 Oberflächenlast. Und die Stromstärke ist mit ca. 5-6A überall im Draht gleich und ich denke noch moderat. Ich hoffe daher dass der Kurzschluss zwischen ein paar Windungen nicht so tragisch ist.

Schönen Gruß
Thomas
 

rolynd

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Hi Thomas
wenn du so lange Thermoelemente verwendest ist das mit dem Kabel natürlich obsolet;) gemessen wird nur an der Spitze d.h. dort wo die Themoelementdrähte verschweißt sind mit dem runterwandern der Temperatur würde ich mir keine allzu großen Gedanken machen erstens haben die TE ganz wenig Masse und zweitens wenn dem wirklich so wäre müsste sich ja auch ein eingehängtes Schwert irgendwann überall auf gleiche Temperatur aufheizen auch bei Temperaturgefälle und das passiert so nicht.
Sonst könnte man ja auch einfach ein Schwert in den Ofen halten und nur die Angel mit nem Brenner erhitzen bis alles gleichmäßig aufheizt:irre:

Interessant finde ich deine Angaben zur Leistung, mit 1,8KW kommst du auf ca 0,66 W pro cm² Ofenoberfläche. Aus der Literatur und der Rückrechnung kommerzieller Öfen ist 0,8W/cm² mein ungefährer Richtwert gewesen und das bestätigt deiner ja auch. Größere Überdimensionierung der Leistung sind gar nicht nötig es sei denn man möchte ganz schnell hochheizen. Wenn du nicht noch das Rohr und die Isoliermasse mit aufheizen müsstest würde sich deine Aufheizzeit sicher noch mal um die hälfte verringern, die Leistung reicht aber aus um auf Endtemperatur zu kommen , dauert halt nur etwas länger.
Die niedrige Oberflächenbelastung der Heizelemente trägt sicher zur Lebensverlängerung der Elemente bei :super: Zu sich berührenden Wicklungen kann ich aber leider auch keine Erfahrungen beisteuern.

Auf jeden Fall ein schöner Ofen und ich freu mich schon wenn du dann mal dein erstes Schwert zeigst!
 

Zoidberg

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Hallo Ruggero,

erstmal frohes neues Jahr alle miteinander.
das Keramikrohr habe ich von Buntenkötter (www.buntenkoetter.de).
Die Keramik ist Pythagoras, Außendurchmesser 80mm, Innendurchmesser 70mm, Länge 1200mm.
Der Preis inkl. MwSt. war 262€. Ich glaube für Versand wäre noch mal so 20€ draufgekommen, aber die habe ich mir gespart da ich das Rohr abgeholt habe :).

Ich habe auch mal zwei Bilder von meinem ersten Eigenbauschwert hochgeladen (will ja auch mal was zu zeigen haben ;)). Die Bilder sind leider nicht so dolle. Mit Blitz hat man Reflektionen und ohne Blitz ist es in meinem Zimmerchen hier ein bisschen dunkel.
Das ganze ist ein Nachbau des Glamdring-Schwerts aus Herr der Ringe, dass fand ich am schönsten von den Filmschwertern. An der Parrierstange und am Knauf habe ich ein paar Vereinfachungen vorgenommen, so ist z.B. die Geomtrie leicht anderns und es sind keine Elbenrunen drauf (das war mir dann doch ein bisschen viel Aufwand). Die Klingenhärtung hat Arno von der Traumschmiede übernommen, aber mit meinen neuen Ofen hoffe ich mal dass ich das demnächst auch selber machen kann. Gesamtlänge ist ca. 1,2 Meter und die Klinge ca. 95cm. Der Knauf ist hinten unter dem Leder verstiftet und klemmt so die Griffschalen und die Parrierstange. Die Griffschalen sind zusätzlich durch die Angel mit zwei M4 Schrauben verschraubt. Die ganze Knauf-Befestigung mache ich beim nächsten mal aber anders, war ne blöde Fummelei.
Klingenmaterial ist 55Si7 gehärtet auf ca. 58 HRC. Die maximale Klingendicke ist ca. 5.6mm an der Parrierstange und die Schneide hat momentan ca. 0.6mm, die wollte ich eventuell irgendwann mal scharf anschleifen.
Parrierstange und Knauf sind aus V2A und die Griffschalen unter der Lederwicklung aus Eichenholz. Alle Teile sind gefräst (mit meiner Eigenbau CNC-Fräse die doch halbwegs gut funktioniert :)) und danach von Hand geschliffen und hochglanzpoliert (was eine sch... Arbeit war).
Momentan baue ich mir gerade eine passende Schwertscheide.

Hochladen_2.jpg

Hochladen_1.jpg


Mein Ofen ist mittlerweile auch fast komplett fertig. Ich habe mir ein Messgerät für die Thermoelemente gekauft das ich auch mit dem Laptop auslesen kann zwecks Temperaturregelung und einen Deckel hat der Ofen mittlerweile auch.
Ich wollte noch fragen wie ihr eure Klingen einhängt. Einfach mit einem dicken Draht durch die Angel und den dann oben am Rohr "quergebogen"?
Und ich überlege momentan noch zu welchem Zeitpunkt der Klingenrohling eingehängt werden sollte. Z.B. bei einer Härtetemperatur von 870°C würde ich den Ofen auf vielleicht 840°C aufheizen und dann die Klinge reinhängen. Durch das Öffnen des Deckels geht die Temperatur dann um ???°C runter. Dann wieder Deckel drauf und den Ofen langsam auf 870°C aufheizen, so dass die Temperatur im Ofen auch wieder gleichmäßig wird. Dann ca. 3 Minuten Temperatur halten und raus damit.
Macht ihr das genauso oder wie ist da eure Vorgehensweise?

Schönen Gruß
Thomas
 

sanjuro

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......Das Ganze ist ein Nachbau des Glamdring-Schwerts....
....bei einer Härtetemperatur von 870°C würde ich den Ofen auf vielleicht 840°C aufheizen und dann die Klinge reinhängen.....
Tolles Schwert!

Wenn es Federstahl ist, würde ich nur auf ca. 820°C gehen. Der Zeitpunkt der Einbringung in den Ofen hängt nach meinem Ermessen von der Aufheizgeschwindigkeit ab. Wenn das flott geht, würde ich das Werkstück auch schon bei 700°C reinhängen. Deine Wärmedämmung ist sicher gut, die dünnen Drähte vielleicht nicht so - lässt sich per Foto nur schwer bewerten.

Übrigens: PARIERstange!

Gruß

sanjuro