SWR- Sendung "Preiswert nützlich gut"

Border

Mitglied
Hallo Forum,
ich konnte vorhin als Wiederholung im Fernsehen, leider nur immer wieder im Vorbeigehen, eine Sendung sehen, die sich in interessanter Weise mit dem Thema Küchenmesser beschäftigt.
Recht ausführlich wurden die Themen Einkauf / Beratung, Test zuhause und im Labor, eine Schmiede, Schärfen und prakt. Beurteilung gezeigt. Ebenso wurde das Thema Schneidebrett mit einer mikrobiolog. Untersuchung angesprochen.
Alles Themen, die hier im Forum auch immer wieder auftauchen.
Ich konnte die Sendung leider immer nur in kurzen Ausschnitten verfolgen, da ich im Dienst bin.
Man kann sie in der ARD- Mediathek aufrufen: SWR, Preiswert nützlich gut, Sendung vom 14.06.2022 um 21:00 Uhr.
Sobald ich Zeit habe, werde ich sie mir näher ansehen, ich denke, sie kann durchaus empfehlenswert sein.
 

Mundso

Mitglied
Da kam das Burgvogel Olivia-line Kochmesser bei der Bewertung der Schärfe und Schnitthaltigkeit nicht so gut weg. Trotzdem das schönste Messer gewesen...


Greetz
 

Seemann

Mitglied
@kreisl : warum so traurig? Sprache nicht unflätig genug? Oder weil kein Herder dabei ist?
Schönes Wochenende
Michael

Edit: sehe gerade, dass du auf Lachsack umgeschwenkt bist. Irgendeine Persönlichkeitsstörung? :unsure:
 
Zuletzt bearbeitet:

JensG.

Mitglied
Vielen Dank für den Tipp!
Ich habe da eine technische Frage: Das Burgvogel-Messer erfüllte nicht die Normvorgaben beim Schneidleistungstest durch Siliziumoxid-Papier (ab 29:15). Burgvogel gab als Erklärung an: "[...]Vermutlich ist dieses durch zu starken Druck beim Polieren der Schneide entstanden [...] Wir haben eine entsprechende Arbeitsanweisung [...] verfasst und werden auch das eingesetzte Poliermaterial in nächster Zeit ändern, so dass dieser Fehler nicht mehr vorkommen kann. [...]"

Was ist denn da schiefgegangen? Wurde durch zu gutes Polieren die Mikrosäge entfernt, was auch die bei den Laientests eher entäuschende Schneidleistung erklären könnte? Oder war der Grat nicht entfernt worden, sondern umgefaltet? Letzteres hätte die interne Qualitätskontrolle abfangen müssen.

Ich nehme aus der Sendung mit:
- Für 55€ bekommt man Marken-Kochmesser, die für den Haushaltsgebrauch sicher ausreichen.
- Es muss kein geschmiedetes Messer sein.
- Selbst simulierte 1000 Waschmaschinengänge schienen das Burgvogel mit Olivenholzgriff nicht wesentlich beschädigt zu haben (ab 24:50).
- Ab 43:30 kann man sehen, wie dick die beiden Solinger Klingen am Klingenrücken sind. Diese Dicke hat mich überrascht.
- Das Burgvogel war mit Abstand am schönsten. Den Mehrpreis für meines zahlte ich gerne, zumal der Griff auch sehr angenehm in der Hand liegt.
- Mein Kochmesser (allerdings 2. Wahl) war zu Beginn auch nicht überzeugend scharf. Das habe ich mit dem Sharpmaker aber problemlos verbessert.
- Griffhaltung mit Daumen auf der Klinge sieht fürchterlich aus. Als Badmintonspieler bin ich da aber auch vorgeschädigt. Mit so einer Griffhaltung kann man kein guter Spieler sein, ebenso mit Zeigefinger oben.
 

Mundso

Mitglied
Defektschichten an der Schneide, vom Schleifvorgang des Herstellers, sind ja Problemchen die andere Hersteller an ihren Produkten ebenso haben. Sollte jene, die sich mit Messer beschäftigen nicht abschrecken. Es gibt einige, die prinzipiell ihre Messer erstmal schleifen, direkt aus der Schachtel raus. Vielleicht wäre das Messer dann durch den Normtest gekommen. Auf meiner Liste steht das Messer trotzdem noch.

Greetz
 
Zuletzt bearbeitet:

ruediger010

Mitglied
Ich nehme aus der Sendung mit:
- Für 55€ bekommt man Marken-Kochmesser, die für den Haushaltsgebrauch sicher ausreichen.

Ich habe gestern ein Schnäppchen beim Tk Maxx gemacht. Da gabs ein Kai Santoku welches momentan im Netz um die 65€ kostet, für 36,-€
Ok ist jetzt eins mit Kunststoffgriff, bin trotzdem zufrieden und dann habe ich auch gleich was um schleifen zu üben 😂
 

DirkWitten

Mitglied
Vielen Dank für den Tipp (y)

Interessant fand ich den Profikoch, der von dem Bambus-Schneidbrett begeistert war...
  • Was mir beim Schneidttest jetzt nicht klar wurde - haben die den mit dem Burgvogelmesser vor oder nach den 1000 Spülmaschinengängen gemacht oder mit einem neuen Messer?
  • Die Dame mit der HRC-Testmaschine testet die Klingen nah am Klingenrücken - ist das irgendein (sinnvoller) Standard? Es gibt doch auch Klingen, die speziell an der Schneide gehärtet sind.
Die "Begeisterung" zum Wüsthoff kann ich nachvollziehen, ich mag diese Messer auch sehr
 

JensG.

Mitglied
Der Schneidtest wurde mit einem neuen Messer gemacht. Sieht man deutlich am Griff, der beim Burgvogel wieder dunkel war. Nach der Spülmaschine war er deutlich heller geworden.
 

Seemann

Mitglied
Das mit dem Bambus Schneidbrett hat mich auch gewundert. Ich dachte Bambus ist viel zu hart und spröde?
Bambus ist an sich nicht besonders widerstandsfähig. Wer das mal im Garten verbaut hat kann das bestätigen. In japanischen Gärten werden Bambusteile ständig ausgetauscht (Zäune, Wasserleitungen, Schöpfgefäße usw.) Wenn Bambus zu Brettern verarbeitet wird, wird die äußere harte Deckschicht geschält oder geschliffen, ganz schmale Streifen aus den Rohren geschnitten und zusammen geleimt. Damit ist die ursprüngliche Struktur zerstört. Beim Verleimen wird ein Laminat mit Kunstharz aufgebaut. Je nach eingesetztem Harz werden die Bretter extrem hart bis sehr weich. Ich selbst hatte beide Typen, die harten haben meine Messer stumpf gemacht, die weichen waren extrem schnell verschlissen und die Verleimungen haben sich partiell gelöst. Ich kann Bambus als Schneidbrett nicht empfehlen. Hatte den Eindruck, dass der Food Stylist nicht besonders viel Ahnung von Holz hatte. Sein Schwerpunkt liegt sicher bei Kochen, Lebensmitteln und Design / Arrangement. Vermutlich auch noch bei Fotografie. Man kann eben nicht alles wissen.
Schönen Restsonntag
 

herbert

MF Ehrenmitglied
@DirkWitten ich hab den Film (noch) nicht gesehen. Die Problematik bei der HRC-Messung ist, dass es eine Mindestdicke braucht. Zudem muss die Fläche exakt horizontal sein, bzw muss der Prüfeindruck diese senkrecht treffen.
Ich schau nir das mal an.
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Hab den Film gesehen. Für mich auch die Schlussfolgerung: für 55 € gibt es offenbar ein gutes Messer.
Ein paar Sachen sind interessant, das Tomatenschneiden ohne Festhalten, der Korrosionstest mit der Lochfraßvermessung.
Es hält sich immer noch das Gerücht, man könne den Stahl verdichten. Die heutigen Stähle als solche sind weitestgehend sauber und schlackefrei, da ist nichts mit Verdichten. Und geschmiedete im Gegensatz zu "ausgeschnitten, oder ausgestanzt" als Qualitätskriterium zu sehen, ist nicht wirklich richtig. Wird auch von dem Schmied mal gesagt.
Die Güte macht man über die Wärmebehandlung. Jedenfalls bei Serienfertigung.
Nun ja, ein Film für Laien, dennoch nett.
Nur hätte man der Moderatorin besser zeigen sollen, wie man einen Hammer führt. Sah lebensbedrohlich aus.

Eines ist wirklich gut: Burgvogel hat auf die Kritik positiv reagiert. Mal nicht schlecht.
Unterm Strich doch recht lehrreich.
 

JensG.

Mitglied

Besserbissen

Premium Mitglied gewerblich
Man hätte im Labor auch einen kurzen Blick auf die Schneide werfen können, ob dort noch ein Restgrat zu sehen ist. Dies ist in den meisten Fällen das Problem bei stumpfen Klingen ab Werk und würde auch zu der Erklärung von Burgvogel passen.
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Das hätte für mich zur normalen Vorgehensweise gehört. Ebenso mindestens 3 Messwerte HRC. Und ich habe keinen Unterlegkeil zur Gewährleistung eines senkrechten Eindrucks gesehen. War halt niur als „Würze“ gedacht, die Sache bzw zur Veranschaulichung für das Zielpublikum.