Titan anodisieren in allen Farben bis 80 Volt

Hallo,

ich habe mir mal die Mühe gemacht und alle Farben von 2 bis 80 Volt ausprobiert.
Fazit ist dass Farben jenseits der 40 Volt sehr blass werden und eher uninteressant werden, es sei denn man sucht einen ganz bestimmten Ton.

Das Netzteil leistet bis max. 2,5 A und ist stufenlos regelbar bis 80 Volt.

Als Elektrolyt habe ich Zitronensäure verwendet, die Anodisierungsdauer war jeweils 30 Sekunden.

Die Farben changieren etwas, d.h. je nach Lichteinfall wirken sie etwas anders.

Das Leben bleibt spannend, oder nicht?

Painless Potter
 

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Knothole

Mitglied
AW: Titan annodisieren in allen Farben bis 80 Volt

Danke painless


So eine Farbscala die nicht im Versuchslabor unter Optimalbedienungen von Profis erstellt ist,suche ich schon lange.

Sowas wie du hier vorstellst bevorzuge ich,da es mitten aus dem praktischen Leben stammt. :super:


Gruß William
 

Torsten Pohl

Mitglied
AW: Titan annodisieren in allen Farben bis 80 Volt

das ist ja Geil:super::super:

Danke vielmals so einen Überblick habe ich auch schon lange gesucht!!!

:super::super:

Tschua Torsten
 
G

Gast

Gast
AW: Titan annodisieren in allen Farben bis 80 Volt

Moin moin,


ich sag nur der Junge ist Gold wert. Klasse Idee mit der Skala, jetzt wirds noch schwieriger sich für eine Farbe zu entscheiden.








gruss brady
 

Braten

Mitglied
AW: Titan annodisieren in allen Farben bis 80 Volt

Mal ne blöde Frage zwischendurch, was muss man als "Gegenpol" zum Titan nehmen??
 

Murat

Mitglied
AW: Titan annodisieren in allen Farben bis 80 Volt

Tolle Idee potter

Ich glaube die Farben werden so um die 100 V wieder interessanter.

@ Braten

Als Gegenpol nimmst du ein etwas größeres stück Titan.

Gruß Murat
 
AW: Titan annodisieren in allen Farben bis 80 Volt

Ich glaube die Farben werden so um die 100 V wieder interessanter.

Das Kann schon sein Murat, aber das Risiko bezüglich des Stroms wird dann auch interessanter...:D

Man muss bei Spannungen am 40 Volt je nach Stromstärke langsam vorsichtig werden, zumal hier ja über das flüssige Medium ein kontrollierter Kurzschluss erzeugt wird! Gummihandschuhe sind ebenfalls empfehlenswert.

Mann kann an den Minuspol sowohl Titan als auch ein Stück Edelstahl anklemmen. An den Pluspol kommt das zu färbende Material. Und das war keine blöde Frage.

Grüße

PP
 

yaammoo

Mitglied
AW: Titan annodisieren in allen Farben bis 80 Volt

Potter,

du schreibst, das Netzteil leistet bis 2,5 A. Mit welcher Ampèrezahl hast du es bei dem Versuch denn betrieben? Immer mit den auf dem Bild ersichtlichen 0,3 A?

Thorsten
 
AW: Titan annodisieren in allen Farben bis 80 Volt

Ich bin jetzt nicht so der Elektrolurch, da müssen die Strippenzieher hier im Forum mal ran!

Getreu des Mottos "Volt, Watt, Ampere und Ohm, ohne uns da fließt kein Strom" hat das irgendwie mit "U = R x I" zu tun... Das Netzteil hat als Maximalwert 80 Volt un 2,5 Ampere, regelt aber die Amperezahl im Verhältnis zur voreingestellten Spannung automatisch, daher kann ich keine Werte nennen.

Zu deiner 2. Frage per mail, der Minuspol mit dem Edelstahlstück (sieht man auf dem Foto nicht) hängt hinter der Trennwand und sollte eine größere Oberfläche haben als das zu annodisierende Teil. Und auf gute Belüftung achten, denn es entsteht Wasserstoff (Knallgas, also die Kippe aus dem Mund nehmen) und Sauerstoff (gut für die Umwelt und das globale Klima!).

Freut mich dass euch dieses doch sehr spezielle Thema so interesssiert.

PP
 

Eckhard

Mitglied
Danke pp für die Tabelle.

Bisher bin ich immer nach dieser vorgegangen :
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=2719

Deine Tabelle ist aber übersichtlicher.
Die Farben bei Titan hängen auch sehr von der Oberfläche ab.
Poliere ich das Titan bekomme ich eine andere als bei satinierter
Oberfläche.
Die Stromstärke (Ampere ) ist abhängig von Spannung ( Volt ) und
Widerstand ( Ohm ) . Mit steigender Schichtendicke steigt auch der
Widerstand = sinkende Stromstärke

Ich lasse meine Titanteile so lange im Bad bis die
Stromstärke auf Null ist ( Widerstand unendlich groß )
Man kann also am Amperemeter schön sehen ob der Prozess abgeschlossen ist oder noch läuft.- Dauert nur wenige Sek. !

Gruß Eckhard
 

yaammoo

Mitglied
AW: Titan annodisieren in allen Farben bis 80 Volt

Ihr habt Recht, bei den höheren Spannungen scheint mein Gerät schlapp zu machen...:mad:

Gruß

PP


Meiner Meinung nach liegt das daran, dass die Stromstärke einfach zu gering ist, bei z.B. 72 V, wie auf dem Photo, nur 0,3 A.
Kannst du an dem Gerät nicht die Stromstärke unabhängig von der Voltzahl regulieren?

Thorsten
 
Zuletzt bearbeitet:

Eckhard

Mitglied
PP schrieb am Anfang das sein Netzteil 2,5 A hat.

Wäre der Widerstand vom Titan geringer, könnte also 2,5 A fließen.
Da der Widerstand aber recht hoch ist fließt nur 0,3 A .

Die Stromstärke wäre in diesem Beispiel auch nicht höher wenn das
Netzteil 100 A hätte.

Stomstärke ( A ) = Spannung ( V ) : Widerstand ( Ohm )

Gruß Eckhard
 

yaammoo

Mitglied
PP schrieb am Anfang das sein Netzteil 2,5 A hat.

Wäre der Widerstand vom Titan geringer, könnte also 2,5 A fließen.
Da der Widerstand aber recht hoch ist fließt nur 0,3 A .

Die Stromstärke wäre in diesem Beispiel auch nicht höher wenn das
Netzteil 100 A hätte.

Stomstärke ( A ) = Spannung ( V ) : Widerstand ( Ohm )

Gruß Eckhard

Ich habe mal wieder falsch gedacht. Ich werde die Elektrik nie begreifen. Wenn man so wenig Ahnung hat wie ich, sollte man einfach die Klappe halten. Daran werde ich mich in Zukunft halten. Tschuldigung.

Aber in dem konkreten Beispiel von PP. Wenn der Widerstand schon so hoch ist, dass nur noch 0,3 A fließt, wieso hat er dann keine so ausgeprägten Farben mehr? Oder hätte er einfach bis 0 A runtergehen müssen und die Farben wären voll da?

Thorsten
 

Eckhard

Mitglied
Also, meiner Meinung nach erzeugt jede Spannung die dazugehöhrige
Schichtdicke. ( natürlch nur wenn ich den Prozess auch beende=0 A)
Die unterschiedlichen Schichten ergeben dann unterschiedliche
Lichtbrechungen.
Wenn dann bei 72 Volt sich ein zartes Lila bildet, dann ist das die Farbe
die unser Auge bei dieser Schichtendicke war nimmt. Es wird dann auch
kein Dunkel-Lila wenn ich 1 Stunde warte.
Ich kann das leider nicht so gut erklären wie ich gerne möchte.
Am besten einfach Probieren.
Paßt eine Farbe mal nicht kann man 1. die Spannung erhöhen, oder
2. das ganze wieder wegpolieren

Gruß Eckhard
 

jafi

Mitglied
Hallo PP,
danke für die schöne Arbeit!
Okay, ich versuche mal mein Glück einer (theoretischen) Zusammenfassung, wie das mit dem Strom und der Spannung hier ist. Eigentlich hat Eckard das meiste schon geschrieben...

Titan oxidiert sehr leicht an normaler Atmosphäre, vermutlich innerhalb von Sekunden. Die Schichtdicke ist nur wenige Nanometer dick und praktisch völlig transparent. Durch Erwärmung oder Elektrolyse kann die Schichtdicke erhöht werden (bis zu 50x so dick). Bei lezterem diffundieren Titan Ionen durch die bereits bestehende Oxidschicht und reagieren an der Oxid/Elektrolyt Grenzschicht. Die Schicht wächst also aussen. Die Kraft, die die Ionen durch die (elektrisch schlecht leitende) Oxidschicht "treibt", ist abhängig von der Spannung. Deshalb entstehen bei höheren Spannungen dickere Schichten.
Bei gleichbleibender Spannung wird der Strom zunächst recht hoch sein. Mit zunehmender Schichtdicke nimmt der Widerstand des zu anodisierten Gegenstandes immer mehr zu, damit nimmt der Strom immer weiter ab. Ist die endgültige Dicke erreicht, ist er (fast....) 0. Es können keine weiteren Ionen mehr duch die Schicht wandern.
I=U/R stimmt also, allerdings ändert sich R.

Übrigens spielen auch die Temperatur und die Zusammensetzung des Elektrolyts eine Rolle für die Schichtdicke. Die Spannung ist aber viel relevanter.

Der Farbeindruck entsteht dann, wie schon geschrieben, durch Interferenz, so wie bei einem Ölfilm auf Wasser. Die Schicht selbst ist transparent. Deshalb ist die Oberflächenbeschaffenheit des Titans auch wichtig für den Farbeindruck.

ich hoffe das war verständlich.

Gruß,
Jan.
 
Sogar sehr,

Danke Jafi.

Was mir noch nicht einleuchtet, ist der Farbunterschied zwischen meinen Mustern und den der Profis im höheren Sapnnungsbereich. Die haben doch mit den gleichen Widerständen zu tun, oder habe ich das jetzt falsch verstanden? Eine Erhöhung der Amperezahl ist damit doch unwirksam, weil aufgrund der zunehmenden Dicke der Oxidschicht der Widerstand erhöht wird. Oder ist in meinem Falle bei den blassen Farben jenseits von ca. 40 Volt die Schichtdicke einfach nicht hoch genug?

PP
 

Schmiedeglut

Mitglied
Hi Painless,

das was mich mehr wundert ist, dass auch im hohen Voltbereich die Übergänge auf der Skala dunkler sind als die "Hauptbereiche"
Irgendwie hast Du es also geschafft die Übergänge besser hinzukriegen als den Rest !?!????

Beispielsweise zwischen der 66 und 68 ist der Breich farblich "satter" als direkt neben den Zahlen.

Gruß

Xzenon
 
Habe ich mich auch drüber gewundert.

Erst dachte ich dass hier durch Überlagerung die Einwirkzeit verdoppelt würde, aber das kann ich ausschließen. Vielmehr glaube ich, dass durch die Gasentwickling eine Art Nebeldampf zu diesem Effekt führt.

Was man nicht selber weiß, muss man sich erklären (frei nach Jürgen von Manger, den Unter-Hundertjährtigen hier im Forum noch ein Begriff)

Gruß

PP