Welcher Stahl für Feuerschlegel

Ich war mal am Rennsteig. Da gibt es ein Museum über Zunderherstellung. Die Region war dafür berühmt. Ich habe schon fast alles durch gemacht. Feile als auch C105 sind gut. Wichtiger ist fast noch der Feuerstein. Ich habe von einem hier aus dem Forum bestimmt 50kg mitgebracht bekommen. Da sind sehr gute Stück dabei.
Man hat früher auch Pferdeurin genommen um den Salpeter rein zu bekommen. Ich verwende nur noch Leinenzunder. Büchse mit gut schließenden Deckel, kleines Loch in die Büchse. Leinen in <5x5cm Stücke gerissen und in die Büchse. Deckel drauf und auf den Grill. Wenn kein Dampf mehr aus dem Loch kommt ist es fertig. Leinenzunder hat den Vorteil das er so stark glimmt das er auch kleine Späne direkt an bekommt. Zum starten nehme ich Kienspäne. Wenn die dann mal brennen produzieren die so viel Hitze das man damit auch Holzkohlebrikets an bekommt.

Zunderschwamm auch Blutschwamm genannt, kommt als "Richtiger" an der Buche vor. Allerdings konnte ich noch nicht herausfinden, ob der wirklich unter Naturschutz steht. Die Aufarbeitung ist mir allerdings zu aufwendig. Ich habe noch ein wenig um es Schulklassen etc. zu zeigen.
 
Keine Angst,

der echte Feuerschwamm (Fomes fomentarius) stand und steht in keinem deutschen Bundesland unter Naturschutz. Im Gegenteil. Die Forstleute sehen ihn gar nicht gerne, da er auch scheinbar gesunde Bäume befällt und das Holz gänzlich unbrauchbar macht.

Das Sammeln ist also in Haushaltsmengen erlaubt, für gewerbliches Sammeln wäre eine Genehmigung erforderlich.

Lie Grü,
Norbert
 
Zunderschwamm auch Blutschwamm genannt, kommt als "Richtiger" an der Buche vor. Allerdings konnte ich noch nicht herausfinden, ob der wirklich unter Naturschutz steht.

Moin,
Unter Naturschutz steht der nicht.
Er war mal Pilz/Pflanze des Jahres ...
Deswegen glauben die Leute das er unter Naturschutz steht ...
Aber nicht jede Pflanze des Jahres ist vom aussterben bedroht und steht deswegen unter Naturschutz ...

Zunderschwamm auch Blutschwamm genannt, kommt als "Richtiger" an der Buche vor.

Also ich finde den hier bei uns oft an Birken die am vergammeln sind ...
Teilweise so hart das man eine messerklinge zerbrechen kann ohne das er vom Stamm abgeht ...
Ein Beil schaft da schon eher was ...
 
Hallo Leute,
kann ich eine alte Feile auch zerflexen, oder muss ich die Stücke danach auch wieder härten?
wenn ja bei welcher Temperatur?
Die Schlageisen bei Venauts sind ja bis 67HRC gehärtet, kann ich das auch einfach mit nem Schweissbrenner auf die gewünschte Farbe anlassen?

Danke für eure wahrscheinlich wieder unheimlich guten Antworten ;)
Fizzy
 
Wenn Du aus einer guten Feile ein passendes Stück herausflext, sind die Schnittstellen mindestens teilweise erweicht.
Die Stellen in genügendem Abstand zur Schnittstelle sind dagegen unbeeinflusst, haben also noch die ursprüngliche Feilenhärte von ca. 65 HRC. Damit kann man sehr gut Funken schlagen. Der einzige Nachteil an solchen geschnittenen Funkenschlägern ist die Handlichkeit. Ein geschmiedetes Wikingerschiffchen greift sich besser und sieht auch schöner aus.
Anlassen braucht man an einem Feuerschläger nur die dünnen Hörner-so vorhanden- der Rest kann glashart bleiben.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 
Nene, das Problem ist, das der Stahl Härter sein muss als der Stein auf den man schlägt.
Feuerstein hat einen Härtegrad von 7, hab aber grad auf die schnelle nichts gefunden um es mit Rockwell zu vergleichen.
Du musst ja Funken aus dem Stahl schlagen und ich denke, wenn der Stahl zu weich ist, schlägst du nur Dulaken in deinen Stahl.
Oder zu große Späne, die dann nicht heiß genug werden um zu glimmen.

Wäre jetzt so meine Erklärung :p
 
Also ich hab jetz mal ein bischen geSuFut.
Bei einer alten Feile( 1.2002/1.2008) müsste man ungefähr so vorgehen.

1. Schmieden respektive irgendwie in die gewünschte Form bringen.
2. Stahl 2 mal hintereinander auf etwa 700-800 grad bringen, anschließend in warmem Öl abschrecken.
3. In die Ofenglut Packen, und diese ausglühen lassen, zum Weichglühen.
4. Feilen, raspeln etc. also in die Endform bringen.
5. Bei 770-800 Grad erhitzen, und dann abschrecken.
Wenn man Glas damit ritzen kann ist der Stahl hart genug.

War das jetzt soweit richtig???
Muss ich noch was beachten?
Ich glaub dann hab ich nämmich ma wieder ein schönes Wochenendprojekt :D
Gruß fizzy
 
Verstehe ich jetzt nicht:

1. o.k.
2. 2 x (?) auf 700-800 Grad und in Öl abschrecken?
1x auf ca. 800 Grad und in Öl abschrecken wäre HÄRTEN. Aber warum zu diesem Zeitpunkt, wenn Du anschließend zum Weiterbearbeiten wieder weichglühen willst?
Ergo: 2. ergibt überhaupt keinen Sinn !
Und weiter: Warum 3. (weichglühen nach dem Härten)? Wenn Du durch Schmieden den Feuerschlegel geformt hast, brauchst Du doch nicht durch Feilen/Schleifen nachzubearbeiten. Ein Feuerschlegel ist doch kein Präzisionsinstrument.
Aus diesem Grunde erschließt sich mir 4. auch nicht.

Aus meiner Sicht am einfachsten:
Feuerschlegel aus der Feile in die Endform schmieden und im letzten Arbeitsgang härten. Fertig!
Anlassen braucht man an einem Feuerschläger nur die dünnen Hörner-so vorhanden- der Rest kann glashart bleiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Den Ablauf hatte ich u.A. von hier:
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=26645
Ich wollte bis Punkt 4 mit der Endbearbeitung warten und alle Schritte vorher mit der kompletten Feile machen.
Dann wollte ich sie weichglühen, in kleine Teile schneiden und anschließend noch fein feilen.

Nachdem ich weder viel Erfahrung im Schmiedebereich, noch eine Esse hab (ich muss also n Schweissbrenner nehmen) kann ich nun mal nicht die komplette Formgebung mit dem Hammer machen.
Ist mein Vorhaben nun besser verständlich ;) ?
 
Zu Beitrag 46 und 47:
Feuerstein kratzt Glas. Seine Mohshärte ist 7 (das ist eine recht grobe Einteilung der Härte, die darauf beruht, daß der jeweils härtere Stoff den eine Stufe weicheren ritzt. Diamant hat danach die Härte 10, Rubin 9 und so weiter nach unten).
Wäre der Stahl weich, so würden an der scharfen Feuersteinkante zu große Stücke abgesprengt, die sich- diese Erklärung ist richtig-nicht genug erhitzen würden, um Glühfunken zu bilden.

Das ist aber wohl nur ein Teil der Wahrheit.
Gehärtete Stähle funken generell stärker als weiche. Man kann dies selbst beobachten, wenn man eine Feile am Schleifbock an der weichen Angel und an der gehärteten Spitze anschleift: Der gehärtete Teil zeigt mehr Sternchen.
Man könnte sich das so erklären, daß der Kohlenstoff im gehärteten Stahl elementar vorliegt und deshalb im Augenblick seiner "Befreiung" beim Schleifen mit dem Luftsauerstoff leichter reagieren kann, als wenn er in der Karbidform vorliegt. So könnte es sein-hier begnüge ich mich aber mal mit der Beobachtung und stelle die Frage "warum" nur so nebenbei.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 
Zu Beitrag 48, 49 und 50. Das Erhitzen auf eine Temperatur über Ac1 (723 Grad) und anschließendes Abkühlen bzw. Abschrecken dient der Kornfeinung und wird Normalisieren oder Normalglühen genannt. Bei Feile sollte die Temperatur ca. 770 Grad sein...

Die SuFu spuckt dazu jede Menge Infos aus. Hier kannst du dich schonmal einlesen...

Für einen Funkenschläger wird das aber nicht unbedingt nötig sein. Also kannst du wie in Beitrag 49 vorgehen...

Gruß Jannis
 
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