Alle Todeskandidaten in Illinois begnadigt

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filosofem

Gast
Original geschrieben von TimM.
Man kann so eine Diskussion doch auch etwas weniger polemisch führen, vor allem, wenn man an einem anderen Ort evtl. fast alleine mit seiner hiesigen Mehrheitsmeinung stehen würde

Was interessiert mich ein anderer Ort? Wir diskutieren hier.

Die größte Polemik (Mörder sind keine Menschen... blablabla...) und weitere Stammtischparolen kamen von dir.

Auf gute Argumente gehst du kaum oder gar nicht ein. In meinem Beitrag habe ich ein paar Fragen gestellt bzw. Argumente gebracht.

Deine Antworten?
 

achlais

Mitglied
@filosofem: Eben. Ich habe bis jetzt hier noch kein gutes Argument für die Todesstrafe gelesen.
(Außer die Polemiken, die TimM zum Teil natürlich wiedergekommt.)

@TimM: Wenn ich länger darüber nachdenke, finde ich den Ausdruck "Hobby-Henker" gar nicht schlecht.
Du als Befürworter der Todesstrafe, würdest dich im Falle einer Hinrichtung, ja zumindest teilweise zum Henker machen. Denn das Urteil würde "Im Namen des Volkes" - also auch in deinem Namen - vollstreckt werden. Und da ich nicht annehme, daß du diese Urteile selbst berufsmäßig vollstrecken würdest, wärest du ein "Hobby-Henker".
Warum störst du dich eigentlich an dem Begriff. Für den, der für die Todesstrafe ist, kann doch ein Henker nichts Schlimmes sein.

Ich für meinen Teil, werde nie Teil eines Staates sein, der in meinem Namen Menschen hinrichtet.

@Pitter:
Jetzt wissen wir endlich, das Britney Hinduistin ist.:staun:

@Thomas:
Machst du noch was anderes, als im Internet nach excellenten graphischen Beiträgen fürs Forum zu suchen.:super:

@HankEr:
Stimmt, aber einen Häftling kann man notfalls wieder freilassen und zumindest versuchen, ihm Wiedergutmachung zu leisten. Einen Kopf wiederannähen und ihm "tschuldigung" sagen, ist vieeeeeel schwieriger.


P.S:
@TimM: Ich geife hier deine MEINUNG über die Todesstrafe an. Ich bin mir aber durchaus bewußt, daß hinter einer Meinung, die für mich absolut inakzeptabel ist, ein ansonsten vielleicht netter Mensch stecken kann. (Auf deutsch: Ich habe durchaus Streitkultur) Daher möchte ich meinen Respekt ausdrücken, wenn du deine hier sehr unpopuläre Meinung verteidigst.

Gruß sgian achlais
 
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TimM.

Mitglied
sgian achlais,
bist du ein "Hobby-Verbrecher-Freilasser", nur weil "im Namen des Volkes" Kriminelle Hafterleichterungen/Bewährung bekommen? Das zu behaupten, wäre genauso polemisch.

Ich erkenne an, das es gute Argumente gegen die Todesstrafe gibt, aber für mich kein gänzlich überzeugendes (das die Argumente dafür überwiegt).

Original geschrieben von filosofem
Die größte Polemik (Mörder sind keine Menschen... blablabla...) und weitere Stammtischparolen kamen von dir.

Beispiele?

Original geschrieben von filosofem
Auf gute Argumente gehst du kaum oder gar nicht ein. In meinem Beitrag habe ich ein paar Fragen gestellt bzw. Argumente gebracht.

Deine Antworten?

Ich habe meine Argumente allesamt aufgelistet und wenn ich nun wirklich jedes Post hier, dass meiner Position entgegentritt, direkt beantworten wollte, dann hätte ich viel zu tun.
Dies ist der 102. Beitrag in diesem Thread. Von dieser Zahl entfallen stattliche 20 Posts auf Cato und mich (diejenigen, die die Todesstrafe für Schwerverbrecher nicht grundsätzlich verdammen) - immerhin 82 Posts hätte ich aber dennoch noch direkt zu beantworten (zumindest die meisten von denen). Das ist mir, ehrlich gesagt, zu aufwendig.

Ich denke auch, dass beide Seiten an einem Punkt angekommen sind, wo es nicht mehr viel neues beizutragen gibt (das hat jemand anderes schon zuvor angemerkt).
 
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achlais

Mitglied
@TimM:
Das stimmt "Hobby-Verbrecher-Freilasser" ist polemisch. Der Ausdruck "Hobby-Henker" war anfangs auch polemisch. Nach meinem letzten post, bin ich mir da aber gar nicht mehr so sicher. Was sagst du denn zu der Entgegnung mit dem Hobby-Henker? Henker dürfe ja nix Schlimmes sein.

Im Übrigen wäre ich lieber ein "Hobby-Verbrecher-Freilasser" als ein "Hobby-Unschuldigen-Henker".
 
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TimM.

Mitglied
Der Begriff impliziert aber eine gewisse Blutdürstigkeit und Mordlust, die schlicht nicht angemessen ist. Als wenn jemand scharf drauf wäre, Verurteilte hinzurichten - also ich bin das bestimmt nicht. Das wird in den USA als die unangenehme Notwendigkeit betrachtet, die es ist.

"Hobby-Unschuldigen-Henker" - also dazu fällt mir nun gar nichts mehr ein. :(
 
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El Dirko

Mitglied
Sorry für nachfolgende "Klugscheißerei" mir geht hier einiges auf den Senkel.

Ich gehe mit Tim konform das er sich gegen den Begriff "Hoby-Henker" wehrt! Das ist IMHO Provo und einer sachlichen Diskusion abträglich. Die Argumentation Henker weil "Mitverantwortlich" oder "im Namen von" ist quark. Henker sind Vollstrecker der Todesstrafe, dass hat mit Verantwortung für eine Hinrichtung nichts zu tun.

Henker (Scharfrichter): Vollstrecker von Todesurteilen.

Weiterhin sehe ich nicht wohin das führen soll? Imho läuft inzwischen mehr schlechtes Begriffereiten als eine Diskusion zum Zwecke des Austauchs von Argumenten.

So wie ich Tim verstanden habe ist er für die Todesstrafe bei extremen Gewaltverbrechern die "quasie" (In seinem Sinne) unmenschliche Verbrechen nahezu erwiesennermaßen verbrochen haben.
(Kernaussage, einige Formulierungen fand ich auch schlecht bzw. daneben, Schwamm drüber.)

Aus verschiedenen Gründen bin ich anderer Meinung, aber trotzdem kann man ja diese versuchen die Meinung zu verstehen und bei der Sache bleiben.

--
Nochmal eines meiner Argumente gegen die Todesstrafe um Tim doch noch zu überzeugen. :)

Ich finde es ist eine härtere Strafe viele Jahre im Knast sitzen zu müssen. Ich bin auch der Meinung das für bestimmte grausame Verbrechen ruhig sehr harte und lange Haftstrafen (echtes Lebenslänglich in Arbeitslagern ;)) angebracht sind. Ich denke da an Verbrechen wie: mehrfacher Mord aus Habgier, gewerblicher Kindesmißbrauch und ähnliches. Solche Verbrecher sollten IMHO nicht getötet werden, sondern 40 Jahre hinter Gittern schmoren und sühnen. (Ich denke da an tägliche Diskussionen mit Sozialarbeitern und so. ;))

Gruß
El
 
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Hayate

Mitglied
Original geschrieben von TimM.
Als wenn jemand scharf drauf wäre, Verurteilte hinzurichten - also ich bin das bestimmt nicht. Das wird in den USA als die unangenehme Notwendigkeit betrachtet, die es ist.


Da ist sicher keiner scharf drauf, deshalb will in den USA ja auch keiner der selbsternannten Todesstrafenbefürworter mehr mit eigener Hand vollstrecken- man hat alles durch Gift oder Gaspumpen bzw. elektrische Stühle automatisiert.
Ich bin gegen Todesstrafe, aber von denen die es nicht sind, ist mir ein potentieller ehrenamtlicher Henker lieber als jemand, der sich bloß nicht für seine politische Überzeugung die Hände schmutzig machen will.
 

Tierlieb

Mitglied
Hayate:
Da ist sicher keiner scharf drauf, deshalb will in den USA ja auch keiner der selbsternannten Todesstrafenbefürworter mehr mit eigener Hand vollstrecken- man hat alles durch Gift oder Gaspumpen bzw. elektrische Stühle automatisiert.
Und demnächst verurteilen wir die Gerätschaften wie stuhl und Spritze dann wieder als eigentliche Mörder und verbrennen sie hinterher rituell. Ein althergebrachtes Prinzip der Verdrängung. Ich frage mich manchmal, ob es diese ganzen Prozesse wirklich schon so oft gegeben hat...

TimM.:
Ich denke auch, dass beide Seiten an einem Punkt angekommen sind, wo es nicht mehr viel neues beizutragen gibt
Naja, ich würde sagen, das ist eher der Punkt, an dem jeder seine Argumente vorgetragen hat und jetzt feststellen muß, daß ihn die Meinung des anderen gar nicht interessiert.
Denn wie Janosch sagt "in eine Diskussion geht man mit der eigenen Meinung hinein und kommt mit einer bestärkten eigenen Meinung und der neuen Überzeugung, daß das Gegenüber ein Ar*** ist, wieder heraus".
Will sagen: *In* Diskussionen überzeugt man niemanden, der schon eine Meinung hat. Wenn überhaupt sickert die Erkenntnis erst *später* langsam ein (das kenne ich von mir). Deswegen gilt imho genau eines bei solchen Unterhaltungen: Immer nett bleiben.
Man muß die Diskssion nicht gewinnen, darauf kommt es nicht an, aber wenn man danach noch ordentlich miteinander über andere Dinge reden kann, iss' richtig gelaufen.
So, meine Worte zur guten Nacht und um vielleicht ein paar Dinge zu entschärfen, falls das noch nötig sein sollte. Was will ich eigentlich hier? Ich sollte wieder Pornobilder runterladen.

MfG, Tierlieb

EDIT: So, Rechtschreibfehler korrigiert.
 
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T

Thomas Spohr

Gast
Hallo Tierlieb,

interessanter Beitrag!

Deine Aussage, daß eine Meinungsänderung seine Zeit braucht, deckt sich mit meinen Erfahrungen.

Bzgl. Streitkultur bin ich anderer Meinung. Ob man höflich, mit wohlüberlegten Worten oder emotional und keine Beleidigung auslassend diskutiert, ist nicht als richtig oder falsch zu beurteilen, sondern, aufgrund von Sozialisation, Umfeld u. Erfahrung, lediglich die erfolgversprechenste Methode.
 

Hayate

Mitglied
Original geschrieben von Tierlieb
Und demnächst verurteilen wir die Gerätschaften wie stuhl und Spritze dann wieder als eigentliche Mörder und verbrennen sie hinterher rituell. Ein althergebrachtes Prinzip der Verdrängung. Ich frage mich manchmal, ob es diese ganzen Prozesse wirklich schon so oft gegeben hat...


Es geht nur darum, daß man die Tötung bequem und mittelbar aus einem anderen Raum heraus vornimmt,ohne daß jemand unmittelbar mit den Folgen seines Tuns und dem dadurch ausgelösten Leiden konfrontiert wird. DAS ist Verdrängung.
Alle Todesstrafenjünger wollen Köpfe rollen sehen , aber niemand ist mehr bereit, sie abzuschlagen ?
Wer Todesstrafe für nötig hält, sollte sich in dieser Meinung sicher genug sein, um in der Tat dafür einzustehen.
Ansonsten gestatte ich mir, diese Meinung nicht ganz für voll zu nehmen.

In unserem Land kann jeder Bürger als Schöffe herangezogen werden. Ich wüßte gern , wie die Volksmeinung in Texas aussähe, wenn man jeden Bürger (bis auf die mit Gewissensgründen) als Henker heranziehen könnte..
 
T

Thomas Spohr

Gast
SFB1 sendet heute um 22 Uhr 45: „Henker - Der Tod hat ein Gesicht“

„Henker aus aller Herren Länder erzählen vom Handwerk des staatlichen Tötens. Erschütterndes Portrait, das unter die Haut geht“ (TV Spielfilm)
 
F

filosofem

Gast
Original geschrieben von Thomas Spohr
SFB1 sendet heute um 22 Uhr 45: „Henker - Der Tod hat ein Gesicht“

„Henker aus aller Herren Länder erzählen vom Handwerk des staatlichen Tötens. Erschütterndes Portrait, das unter die Haut geht“ (TV Spielfilm)

Habe ich vor kurzem erst gesehen. Empfehlenswert.

In Arte kommt alle paar Monate mal ein Bericht über Hinrichtungen in den USA. U.a. wird ein Schwarzer begleitet der immer seine Unschuld beteuert. Einen Monat nach seiner Hinrichtung wurde bewiesen, dass er wirklich unschuldig war...
 

achlais

Mitglied
@ El Dirko und TimM:
Selbstverständlich sind meine Bezeichnungen "Hobby-Henker" und "Hobby-Richter" provokativ. Wenn wir in einer Diskussion nicht auch provokativ wären, käme das heraus was Tierlieb von Janosch zitiert hat:
In eine Diskussion geht man mit der eigenen Meinung hinein und kommt mit einer bestärkten eigenen Meinung und der neuen Überzeugung, daß das Gegenüber ein Ar*** ist, wieder heraus. OHNE daß es Spaß macht.:haemisch:
Wenn dabei etwas die Fetzen fliegen, macht es etwas mehr Spaß. Sonst könnte jeder seine Argumente hinschreiben und fertig.

Natürlich darf bei aller Provokation die Sachlichkeit nicht völlig verloren gehen. (Daher wären Beleidigungen oder Lügen fehl am Platze.)

@ Rest:
Ich frage mich, warum wird auf der Welt und in der Geschichte nirgends ein Verurteilter mit den Händen erwürgt? Zwischen Henker und Opfer ist immer mindestens ein "Gegenstand".
Damit sogar der Henker nicht unmittelbar Hand anlegen, den Tod nicht fühlen muß und vielleicht auf diese Weise doch Schuldgefühle bekommt.

Und warum werden den Opfern meistens die Augen verbunden oder die Opfer anders "versteckt".
Damit man ihm nicht in die Augen sehen muß und vielleicht auf diese Weise doch Schuldgefühle bekommt.

Warum Gibt es bei Erschießungskommandos oft ein "Platzpatrone" oder warum gibt es in verschiedenen Staaten der USA bei einer Hinrichtung mehrere Henker von denen nur einer quasi "unwissentlich" die Tötung auslöst.
Damit man später nicht doch einer noch Schuldgefühle bekommt.

Die Regel vom Nicht-Töten-Dürfen ist so tief in uns verwurzelt, daß man sogar den Henker vor den "Folgen" zu bewahren versucht.

Seltsam das, gell?


Oder soll man doch das Von-Hand-Erwürgen einführen.


Gruß sgian achlais
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.