Aufarbeitung alter Messer & Werkzeuge - Sammelthema

Ein wenig schmunzeln lässt mich meine Rechere in amerikanischen Foren bzgl. des Bleimessers.
Dort wird dieses Werkzeug oft als "Skinner" oder Hunting Knife" beschrieben. :p:

Hier eine übersetzte Beschreibung zu dem Messer eines amerikanischen Online-Shops:

Bleiprofile lassen sich mühelos durchtrennen, ohne die Nut zu verformen oder zu verbiegen.
Die gebogene Klinge ermöglicht präzise Schnitte mit minimalem Druck. Hergestellt aus Edelstahl, rostet und korrodiert sie nicht.
Die Klinge lässt sich leicht schärfen, um eine optimale Schneide zu gewährleisten.
Steigern Sie Ihre Effizienz, indem Sie mit dem Ende dieses Messers Nägel beim Zuschneiden und Montieren Ihrer Bleiplatten einklopfen.

Dort wird eine moderne Version des Herder für knapp 120 Dollar angeboten.
 
Ja genau um die Bögen beim zusammen setzen der Ornamente in der Lage zu halten, werden für die Fixierung Nägel genommen. Und deswegen das Metal Ende. Haben die einfachen aber nicht. Da musste dann ein Hammer genommen werden
 
Hier mal meine einfache Version
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Bei manchen brauchts mehr, bei manchen weniger „Aufarbeitung“.
Beide aus der Ära zwischen (korrigiert) 1967 und 1980 (Drehring aus Carbonstahl ohne Beschichtung, Klingenstempel einzeilig, Krone etwas größer als Schrift, Ring- und kleiner Finger der gestempelten Hand „lang“).
Das Design von damals ist für mich viel ansprechender, die Schwünge und Radien an Griff und Klinge passen besser zusammen, der Griff war leicht geschwungen, wirkte nicht so gerade wie bei den heutigen. Die Klingenspitze hatte noch einen Anschliff oben.

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BGC
 
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Nachdem mir kaiman im Dezember ein richtig tolles Weihnachtsgeschenk gemacht hat, fand ich nun die Zeit, dieses wieder aufzuarbeiten.
An dieser Stelle noch mal ein wirklich dickes "Dankeschön" an dich, @kaiman. Ich liebe solche abgerockten Klassiker.

Es ist ein klassisches Solinger Fahrtenmesser - in diesem Fall von Hubertus.
Mit 10cm Klingenlänge gehört es eher zu den kompakten Vertretern und ist schön handlich.

Als mir kaiman das Messer zuschickte, sah es so aus:

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Die Grundsubstanz war gut, aber die Klinge war ziemlich verkratzt und das Messer absolut stumpf.
Zudem war die Spitze mehr rund als spitz.

Meine Aufgabe war zunächst mal, die Klinge auszudünnen, um später ein besseres Schneidverhalten zu erzeugen.
Dadurch verschwanden natürlich alle Unebenheiten und Krazter und ich habe final ein satiniertes Finish erstellt.

Die Spitze musste ich neu formen, da diese wie schon erwähnt, nicht mehr vorhanden war.

Das Horn des Griffes habe ich gesäubert, poliert und anschließend geölt.
Die Zwischenringe habe ich übergangslos zum Horn und zum Knauf verschliffen und ebenfalls poliert und geölt.

Eine alte und perfekt passende Lederscheide von Hubertus macht das Messer nun wieder "ausgehfertig".
Und durch das Ausdünnen habe ich nun einen wirklich rattenscharfen Schneidteufel erhalten.

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Alter Falter ... das übertrifft meine ohnehin schon hohen Erwartungen nochmal; wunderbar, was Du daraus gemacht hast! Als dieses leider sehr vernachlässigte Stück bei mir ankam, habe ich gleich die Idee gehabt: "Wenn' DAS einer retten kann, dann @Quadrat ...!" - und Du hast das sensationell gemacht und ein richtig schönes Stück wiedergeboren. Danke dafür & viel Spaß mit dem Teufelchen!
 
Bei uns hier im Süden (-> SC Freiburg) gibt es die Tradition, daß einer der Fußballer (wenn er es denn verdient hat!) eine besondere Ehrung erfährt: Bei der Verlesung der Aufstellung nennt der Stadionsprecher i.d.R. den Vornamen, und die Fans ergänzen dann lautstark den Nachnamen - und wenn es verdient ist (ist nicht automatisch, und es kann immer nur einen geben), wird nochmal lauter "Fußballgott!!!" angehängt. Nice :) Zuletzt war das m.W. Nils Petersen ... und der hatte es auch verdient, keine Frage. Ich weiß nicht, ob's anderswo auch so ist, ich bin nicht SO der Stadiongeher, aber ich finde es ziemlich nett.

Ich würde sagen, bei @Quadrat könnte man analog dazu "Messergott" ergänzen ;)
 
Da ich gerade etwas mehr Freizeit habe, habe ich mich einem weiteren Messer auf der "Warteliste" gewidmet.
Es ist ein klassisches Buck 112 von 1989.

Dieses kam in relativ ungepflegtem Zustand zu mir.
Viel Dreck im Messerinnen, eine zerkratzte, stumpfe Klinge und reichlich "Schmodder" außen.

Aber auch hier mit einer tollen, aufarbeitungswürdigen Grundsubstanz.

Auch toll, dass das originale Holster von damals mit am Start war.
Dieses bekam auch eine kleine Auffrischung von mir.

Der Vorbesitzer hat ein paar Fotos gemacht:

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Mit dem Ergebnis bin ich eigentlich sehr zufrieden.
Der Klinge sieht man nun nichts mehr an und sie strahlt fast wieder wie am Tag der Auslieferung.

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Buck 110 no-dot from the 1972-1974 timeframe which had a rounded point, no edge, and a handle filled with crud.
Cleaned everything with tootpicks, an old tootbrush with diluted detergent, and lastly an ultrasonic cleaner.
Then polished the brass and hand reground the blade on wet & dry paper with WD40 as a lubricant.
The new convex edge measures ~25 degrees inclusive and there is a new point too.





































Specs:

Length open: 21,8 cm
Length closed: 12,3 cm
Blade length: 9,5 cm
Blade thickness: 3,0 mm
Blade grind: semi-hollow convex
Edge angle: ~25 degrees inclusive
Steel: 440C stainless
Hardness: ~60 HRC (estimate based on regrinding/sharpening)
Locktype: Backlock
Handle material: Solid brass with Makassar Ebony inlays
Weight: 194,9 grams
Belt sheath: Leather
 
Im Vordergrund stehen für mich:
- die Funktionalität (sie müssen rasieren)
- Originalzustand
- Aufarbeitung so wenig wie nötig, meine Messer dürfen Patina haben, man dar ihnen das Alter ansehen.

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Messer mit Loch hat nicht jeder :) (rasieren muss es und das tut es :steirer:)
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Hier mal wieder eine kleine Auffrischungskur für zwischendurch.

Es ist ein ziemlich altes Herrentaschenmesser, mit Schildpattbeschalung.
Hergestellt wurde es ziemlich sicher vor 1945, wahrscheinlich eher deutlich davor.

Vielleicht können unsere Experten à la @cut das genauer eingrenzen.

Es kam in ziemlich "abgelagertem" Zustand zu mir, lag wohl jahrzehntelang in einer Kiste.
Die Klingen sahen jedenfalls unbenutzt aus und wiesen keinerlei Schleif- oder Benutzungsspuren auf.

Natürlich war allerlei Rost, vor allem im Messerinneren, sowie Korrosion an den Neusilberbacken, vorhanden.
Auch die Klingen wiesen einige Rostspuren auf.

Hier ein Eindruck vom Fundzustand (Fotos sind vom Vorbesitzer):

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Hier einige Eindrücke vom Ergebnis:

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