Bark River in Problemen?

Mein persönlicher Hype auf diese Messer wurde insbesondere ausgelöst durch die Geometrie der konvexen Klingen.
Exakt. Mir war BR immer zu teuer. Als ich dann quasi zum russischen Pendant schielte- Juschnie Crest, oder "Kreuz des Südens", hier fälschlicherweise immer mit "Südkreuz" übersetzt- setzten die Sanktionen ein und man kam da nicht so ohne weiteres über Händler ran (wegen Rückgabe, Garantie usw.). DBK hat mit ihrem seinerzeit von TRC gefertigten Bushcrafter mit wunderbar konvexem Schliff auch Höchstpreise aufrufen können.

Bisher kam auch noch keine Antwort auf meine Nachfrage, wo denn die vielen günstigen Gebrauchsmesser mit eienm ebensolchen Schliff zu finden sind. (Ja, ich selbst habe auch schon mal Klingen zu Jürgen geschickt und mir da was draufschleifen lassen,aber so kauft man i.d.R. nicht Messer ein...).

Deshlab nachgefragt: ist es so, dass diese konvexe Geometrie auch heute nur von Hand geht, während andere Schliffarten mittlerweile maschinell geschliffen werden? Wie hoch ist der Kostenfaktor dieser Schlifform?
 
Servus,

Bisher kam auch noch keine Antwort auf meine Nachfrage, wo denn die vielen günstigen Gebrauchsmesser mit eienm ebensolchen Schliff zu finden sind

Real Steel CVX-80 | Convex | Micarta RE-3564
Real Steel Bushcraft Plus II, 14C28N, G10, Convex RE-3721C,
Real Steel Bushcraft III Convex White 3728C Bushcraftmesser

das sind allesamt gute, convex geschliffene Gebrauchsmesser zu einem fairen Preis. Ich hatte zwei davon, nicht sammelwürdig, wozu auch, aber wirklich tauglich.

Gruß, güNef
 
Deshlab nachgefragt: ist es so, dass diese konvexe Geometrie auch heute nur von Hand geht, während andere Schliffarten mittlerweile maschinell geschliffen werden? Wie hoch ist der Kostenfaktor dieser Schlifform?

Das geht schon mit CNC - in Perfektion bezüglich Geometrie und Finish, ist aber aufwändig.

Rockstead macht das schon lange. Da bist Du aber selbst beim Fixed stramm vierstellig.

grüsse, pebe
 
Was ich nie verstanden habe - warum wurde diese Marke so gehypt?
...
Aus dem gleichen Grund, aus dem viele andere Marken gehypt waren. Vor ich weiß nicht wievielen Jahren und regelmäßig kam und kommt das auf. Alle drei bis vier Jahre ist ein anderer Hersteller da und irgendwann wieder weg.
Was so ein gutes Branding doch ausmacht...
Dann stellt sich die Frage...

 
Bisher kam auch noch keine Antwort auf meine Nachfrage, wo denn die vielen günstigen Gebrauchsmesser mit eienm ebensolchen Schliff zu finden sind.
Ich versuche den Markt dahingehend relativ genau zu beobachten und das Ergebnis ist ernüchternd. Mir sind - unabhängig vom Preis - lediglich folgende potentielle oder vermeintliche "Alternativen" bekannt:

Real Steel: hat @güNef schon genannt, ist die einzige mir bekannte günstige "Alternative". Mir ist allerdings das Bushcraft Plus zu stabil geschliffen und das CVX-80 zu kurz und dafür zu schwer.

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Fällkniven: Modelle mit höherwertigen Griffmaterialien sind im Schnitt eher höherpreisiger als vergleichbare Modelle von BRKT (F1L3Gbm UVP ~700 €).
Der UVP eines Fällkniven F1 in Elmax mit Thermorun-Griff und Lederscheide liegt bei ~300 €. Straßenpreis aktuell 235 €.

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Dulo: Soweit ich weiß ein einzelner Macher mit sehr langen Wartezeiten. Die Klingengeometrien sind eher auf der stabilen Seite. Die aktuellen Preise sind mir nicht bekannt. Ich habe für meines seinerzeit auf dem Gebrauchtmarkt in etwa soviel bezahlt, wie ein gebrauchtes BRKT Bravo 1.5 mit Wüsteneisenholz mich gekostet hätte.

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TRC: hast du schon genannt, hat selten konvexe Kleinserien wie das "DBK Bushcrafter" (UVP 440 €) oder das "Apocalypse Convex Grind" (UVP 700 €).

Rockstead: hat @pebe schon genannt. Bewegen sich auf einem ganz anderen Preisniveau.

Owl-Knives (Russland): liefern ebenfalls schneidfreudige konvexe Klingen, teilweise auch in PM-Stählen wie Elmax. Preislich nach meiner Erinnerung für Modelle mit PM-Stahl um 200 €. Die Griffdesigns gefielen mir überwiegend nicht. Aktuell ist mir keine Bezugsquelle in der EU bekannt.

"Südkreuz" (Russland): Hatte ich leider nie in der Hand und mir ist keine Bezugsquelle in der EU bekannt.

Unterm Strich bleibt halt nicht mehr viel, wenn ich ab Werk aus einer vielfältigen Auswahl an konvexen Schliffen für meinen Anwendungsfall wählen möchte.
 
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Die Schummelei ist nicht in Ordnung, klar.
Ich besitze 7 Barkies und empöre mich hier erst mal nicht. Die Messer gefallen mir, performen sehr gut und zeigen stahltechnisch genau die Eigenschaften, die ich erwarte. Sollte der Stahl nicht exakt der sein wie angegeben - ich könnte es kaum feststellen. Der Wiederverkaufswert interessiert mich nicht.

Mick Strider hat irgendwann mal geschrieben, dass er keine Stahlbezeichnungen mehr auf die Klingen stempelt, wechselweise gute Stähle einkauft, die im Tagespreis günstig sind. Der Nutzer könne eh nicht unterscheiden, ob 154Cm, S30V, S35Vn oder ähnliches. Das war nicht nach jedermanns Geschmack, aber ehrlich.

Wo wir grad bei Betrug und so sind: Mick Strider hatte auch seinen Skandal von wegen angeblicher Elitesoldat, der er nie war. Alles nur Marketing, er hatte im Gefängnis gesessen. Die meisten Kunden scheinen ihm das nicht allzu krumm genommen zu haben. Ich auch nicht allzu sehr.

Die Schmiede ARTO in Thiers hat ähnlichen Betrug veranstaltet: Erst die Verpflichtung unterschrieben, Thiers Messer nur in Thiers und näherer Umgebung zu fertigen, und dann in Fernost eingekauft. Haben sie dann allerdings als Firma nicht überlebt. Ich habe ein paar Arto-Messer, alles gut, sie funktionieren, China ist nicht dabei.

Alles in allem macht mich die Sache mit BRKT etwas traurig, schade drum.

btw. Ich habe seinerzeit auch mehrere konvex geschliffene Messer von Jürgen Schanz erworben, die lagen preislich eher unter den Barkies.
 
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Mein persönlicher "Hype" auf diese Messer wurde insbesondere ausgelöst durch die Geometrie der konvexen Klingen.
Also mir hat Alex, dessen Videos hier im Forum ja auch gerne verbreitet werden, gestern erzählt, dass konvexer Schliff auch bloß Kostenersparnis sei:

(das sagt wahrscheinlich mehr über ihn als über die Firma)
 
Bei BRKT hingegen bietet das Portfolio von extrem schneidfreudigen Modellen, wie bspw. dem Kephart, dem Featherweight Fox River oder dem Bird & Trout, bis hin zum Tope Recon usw. alle erdenklichen Ausführungsformen des konvexen Schiffs.

Wenn man sich bisher nicht vertieft mit den Auswirkungen verschiedener Klingengeometrien auf die Schneideigenschaften einer Klinge beschäftigt hat, wird man diese Sichtweise schwerlich nachvollziehen können. Insbesondere, weil Kritik im Netz zuweilen lauter zu hallen scheint, als alles Lob.

Danke dir, werter Kollege, dass du dir die Mühe gemacht hast. Tatsächlich findet sich bei keinem Hersteller (?) eine solche Vielfalt und Kombination von Schneideigenschaft und Kantenstabilität durch den convexen Schliff wie bei BRKT! Da geht echt was verloren.
Muss man probiert haben und nutzen, dann muss man nicht „psychologische“ Argumente pro BRKT heranziehen.

Abu
 
konvexer Schliff auch bloß Kostenersparnis
Ich hoffe doch sehr, dass sich einige der großen Hersteller durch dieses Video inspirieren lassen, ihre automatisierten Produktionsprozesse mit vorgefrästen maschinellen Flachschliffen und fetten Sekundärfasen über Bord zu werfen und zukünftig auf den händischen convex grind am freilaufenden Band zu setzen.
 
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So die ersten privaten XRF-Tests sind unternommen worden und die getesten BRK Magnacut Messer haben kein Magnacut.

Link:
 
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Finde die Ergebnisse teilweise aber sehr unplausibel: nur 60 % Eisen? 1.5 % Nickel? Selbst für das vermutete Cruwear sind 0.3 % Chrom viel zu wenig. Und warum sollte überhaupt jemand Cruwear für Magnacut verkaufen, das macht wirtschaftlich keinen Sinn.

Ich finde die Patina auf Magnacut verdächtiger als die offensichtlich methodisch zweifelhafte Analyse. Dass die Daten dann auch noch von der KI interpretiert werden, ist die Kirsche auf der Torte, aber die Rohdaten an sich passen schon hinten und vorne nicht zu einem Messerstahl
 
Statement von Larrin Thomas zu dem Video:

"He said in the video that XRF is for soils not for metals, the composition doesn’t look like any steel available. The composition doesn’t make sense . He even had another MagnaCut knife and didn’t test it as a comparison to see that it didn’t test correctly either. Then he fed the nonsensical data into AI and read it to people. If that knife isn’t MagnaCut the video doesn’t prove it."

Quelle: Just saw this.....Bark River is no more? (https://www.bladeforums.com/threads/just-saw-this-bark-river-is-no-more.2069073/post-23431116)
 
Ich habe das Video nicht komplett gesehen aber zu den wahrscheinlich entscheidenden Teile vorgespult:
Bei der Messung und den Ergebnissen würde ich unsere QS immer noch in den Allerwertesten wenn sie die Ergebnisse ernst nehmen würden...
Zumindest falscher Modus (sofern man das Gerät überhaupt umstellen kann), absolut unrealistische Ergebnisse etc.
Auch wenn XRF Geräte einfacher zu bedienen sind als OES Geräte, der Anwender sollte doch verstehen was er da macht. Wir machen übrigens teilweise deutlich über 300 Messungen am Tag...
Ich kann da Larrin Thomas nur komplett recht geben.
 
...
Ich kenne das US-Insolvenzrecht relativ gut,
...
Da muss schon ziemlich arg Mathäii am Letzten sein.
...
...komplett bei Facebook zu lesen sein soll.
Ich habe dort keinen Account.
Man sollte das dort nicht überbewerten, weil jeder irgendwas "weiß" oder zu wissen glaubt - ich sehe das jetzt mit ganz anderen Augen.
Ich formuliere mal ganz vorsichtig, nachdem ich dort überschlagweise - d.h. nicht alles - gelesen habe, nachdem ich hier zuerst in Unkenntnis des vermeintlichen Gesamtausmaßes auch auf die übliche Schiene verfallen bin:
Auch mit "freedom of speech" im Rücken wird man drüben nicht einfach alles "rausrotzen" dürfen, wenn man keine halbwegs nachweisbaren Belege hat.
Wer kann und die Zeit dafür aufbringen will, sollte sich das ruhig mal durchlesen. Komplett ist gar nicht nötig, um einen anderen Blick zu bekommen. Wenn man davon streng selektiert und 20 - 25% als plausibel anerkennt, dann ist die jahrelange Um-Etikettierung lediglich Kinderkacke...
Erinnert insgesamt ein wenig an "American Chopper" - ist jetzt kein blöder Wortwitz, denn die Soap hieß nunmal so. Man hat auch dort nur zu sehen bekommen, was man sehen sollte.
 
Was soll man jetzt davon halten, wenn jemand schreibt, er habe erst dutzendweise Bark River gekauft, um dann festzustellen, daß die Messer nicht taugen?

Ich weiß in der Regel nach dem ersten, ob ich keine weiteren will. Spätestens nach dem dritten sollte eine Richtung erkennbar sein.

Diese Qualitätsfrage taucht auch bei Herdermessern immer wieder auf. Auch dort gab es einen Bericht, nachdem jemand insgesamt gut ein Dutzend davon gekauft hatte, um erst dann festzustellen, daß ihm die Qualität nicht ausreicht und ein pauschal vernichtendes Urteil abgegeben wurde.

Beiden Herstellern gemein, ist die Manufacturarbeit. Das bedeutet nun mal Handarbeit in Serie und Menge und nicht Custom Einzelarbeit.

Wem diese Fertigungsqualität nicht reicht, läßt das Messer zurückgehen und hört nach dem zweiten misslungen Versuch auf?

Jetzt auch noch öffentlich zu spekulieren, ob über 20 Jahre lang, nicht doch alles nur Lug und Trug war, ist genau die Social Media Empörung, die jeder anprangert - spätestens sobald sie sich gegen einen selbst richtet.

Und dann. Aus psychologischer Sicht..

… quatschen zu viele Menschen auf Basis von unverdauten Ahnungen.

grüsse, pebe
Hallo Pebe, du kannst davon halten was du möchtest. Die Qualität war zunächst lange überwiegend gut. Für mich muss es nicht absolute Perfektion und Symmetrie sein, es ist Handarbeit.oder Semi-Handarbeit.

Ab einem gewissen Punkt sind die Q-Themen aber extrem gewesen, dort kam der Stopp bzw. die starke Reduktion bei mir. Dort spreche ich nicht mehr von Schwankungen aufgrund Handarbeit sondern von Schlamperei, fehlender Qualität und fehlender Endkontrolle. Das liegt am Mitarbeiter, aber auch an der Führung. Diese Themen waren auch bei BR bekannt und wurden des Öfteren im Netz moniert.

Du musst es nicht hinterfragen ob es auch größere Ausmaße hat als aktuell bekannt. Für mich wirft dieser Betrug einen Schatten auf die gesamten Produkte, da wir nicht von einem kleinen Mitarbeiter am Schleifband sprechen der getrickst hat sondern von der oberen Riege sprechen, Gründer/ Eigentümer, der es zudem schon länger zugelassen hat, das schlechte Qualität in den Markt verkauft wird.

Verkaufst du Bark River Messer geschäftlich oder ist das Thema einfach generell ein bisschen emotional für dich?
 
Ab einem gewissen Punkt sind die Q-Themen aber extrem gewesen, dort kam der Stopp bzw. die starke Reduktion bei mir.
Die alten "guten" Messer zu verkaufen, weil die neuen "nicht mehr so gut" sind, ist doch aber eine Entscheidung, die auf Emotionen und nicht auf rationalen Überlegungen basierte, oder?
Es sei denn, der Hintergrund war, die Sammlung spekulativ zu veräußern, bevor die Marke Bark River für Sammler uninteressant wird und der Preis auf dem Sekundärmarkt fällt.

Für mich wirft dieser Betrug einen Schatten auf die gesamten Produkte

Auch diese Überlegung ist aus meiner Sicht emotional und nicht rational, weil dir die alten Messer ja nicht weniger gute Dienste leisten, als noch vor zwei Wochen.
Von einem persönlichen Schaden könnte ich ausgehen, wenn das Testen der Legierungen einen noch weitreichenderen Betrug in die Vergangenheit nachweist. Solange bin ich vielleicht enttäuscht von Stewart, aber nicht von meinen Messern.

Wenn ich meine Messer aus einer emotionalen Perspektive betrachte, sehe ich in erster Linie Erinnerungen an das eigene Erlebte und nicht die Machenschaften eines Herstellers. Vielleicht tue ich mich deshalb schwer beim "skandalisieren".
 
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Reden wir eigentlich davon das die Rohlinge bereits fertig WB aus Fernost geliefert wurden?
Das erschließt sich mir leider nicht ganz.
 
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