Bark River in Problemen?

Danke an die "hier sind andere konvexe Messer"-Poster, aber nur weils "irgendwie" konvex ist, heisst das noch lange nicht, dass es gut konvex ist. Ich denke man sieht schon optisch, dass da eben ein kleiner Unterschied ist. Ich habe auch von Joker kovexe Messer, aber man sieht es eben schon optisch, dass das nicht so ein schneidfreudiger Schliff wie bei BRK ist. Zudem hatte ich- um dabei zu bleiben- mir das gleiche Messer von Joker (Nomad 6.5) nochmal gekauft, um dann festzustellen, dass das 2. "selbe" Messer gar nicht schneidfreudig war-der ballige Schliff war viel zu dick ausgeführt. Jürgen Schanz hats dann behoben ;-)

Wird alles sehr spannend- für mich ist da auch dei Frage: gabs dass nur bei BR, oder tricksten andere evtl. auch? Der Preisdruck ist doch sicher überall?
 
Das bleibt bei mir auch so!

Wir sollten jetzt auch nicht alles in die Tonne treten. Der Umfang der betroffenen Modelle scheint ja noch begrenzt zu sein. Sind die überhaupt auf dem Markt bei uns importiert worden? Klingenwelt /Jenni könnte ggf Auskunft geben.
tatsächlich habe ich von den Modellen nur 10 Mini Manitou und das auch nur auf Drängen hin erhalten.
Ich habe mich auch schon mit allen Käufern in Verbindung gesetzt.
Ehemalige Mitarbeiter und Abby (Jim Stewarts Exfrau) haben mir versichert, dass in meinen Lieferungen immer die Messermodelle mit den original Stählen waren.
 
@Rudi_57
Kein Ding - ich bin nur durch deinen Hinweis darauf gekommen, doch noch nachzulesen, was da vom Stapel gelassen wird. Ich wollte niemanden animieren, sich dort zu registrieren. Auch die dortigen Forumiten werden zusehends weniger. PN hast Du nicht aktiviert, sonst hätte ich es dir dort geschrieben.
------------------------------
Zu Messerschäden, weil die dort auch mehr oder weniger ausgiebig gezeigt werden:
@herbert würden vermutlich Kitt aus der Brille und Zigarillo aus dem Mundwinkel fallen, wenn er selbst nur die teils einfachen Fotos der Schäden sähe. Da braucht man kein Mikroskop, um die versaute WB zu deutlich zu erahnen.

Mal angenommen, dass die Bausätze aus China (auch Rohlinge aus Sheffield !) eine völlig korrekte WB erhalten haben - wir gehen davon aus, dass man das in China mittlerweile auch ganz ordentlich macht - dann sind solche Brüche selbst an balligen Schneiden zwar haarsträubend, aber plausibel. Wer selbst schon ordentlich gehärtete Stähle oder Klingen gebrochen hat, weiß in etwa, wie eine feine, korrekte Struktur aussehen sollte. Bausätze müssen sofort nach Montage funktionieren, so sind sie gedacht! Also waren sie materialmäßig auch endbearbeitet.

Andere handwerkliche Fehler:
- Y-förmige Hohlkehlen oder "fuller" wie sie drüben heißen, eher "anderthalbfache Hohlkehle", die würden hier entweder komplett in ein anderes Profil umgeschliffen oder direkt in die Tonne getreten.
- korrodierte mosaikpins in Griffen, vermutlich finish mit unsauberen Mitteln
- sich ablösende Griffschalen s. auch Foto weiter vorn im Thema
- massive Schneidenausbrüche fast über gesamte Schneide
- durchgebrochene Skeletterle
- Brüche am Schneidenansatz
- Ungleiche, eckige Übergänge von Ricasso zur Klinge: links sauberer Radius, rechts eckiger Einschliff !!

Wobei: ich kenne die Leute nicht, die das dort zeigen, vllt. hat auch jemand aus Wut über die Sache sein Messer im Schraubstock abgebrochen - möglich ist alles...
 
tatsächlich habe ich von den Modellen nur 10 Mini Manitou und das auch nur auf Drängen hin erhalten.
Ich habe mich auch schon mit allen Käufern in Verbindung gesetzt.
Ehemalige Mitarbeiter und Abby (Jim Stewarts Exfrau) haben mir versichert, dass in meinen Lieferungen immer die Messermodelle mit den original Stählen waren.

Danke für die Erklärung. Ich hab bereits vermutet, dass der meiste Staub hier von Leuten gemacht wird, die faktisch gar nicht betroffen sind, (es sei denn eigene Importe).

Abu
 
Die alten "guten" Messer zu verkaufen, weil die neuen "nicht mehr so gut" sind, ist doch aber eine Entscheidung, die auf Emotionen und nicht auf rationalen Überlegungen basierte, oder?
Es sei denn, der Hintergrund war, die Sammlung spekulativ zu veräußern, bevor die Marke Bark River für Sammler uninteressant wird und der Preis auf dem Sekundärmarkt fällt.



Auch diese Überlegung ist aus meiner Sicht emotional und nicht rational, weil dir die alten Messer ja nicht weniger gute Dienste leisten, als noch vor zwei Wochen.
Von einem persönlichen Schaden könnte ich ausgehen, wenn das Testen der Legierungen einen noch weitreichenderen Betrug in die Vergangenheit nachweist. Solange bin ich vielleicht enttäuscht von Stewart, aber nicht von meinen Messern.

Wenn ich meine Messer aus einer emotionalen Perspektive betrachte, sehe ich in erster Linie Erinnerungen an das eigene Erlebte und nicht die Machenschaften eines Herstellers. Vielleicht tue ich mich deshalb schwer beim "skandalisieren".
Gründe für den Verkauf der Sammlung bzw. weniger BR zu kaufen gab es mehrere. Ob emotional oder rational - gute Frage. Vielleicht eine Mischung.

Ich verlor das Vertrauen in das Qualitätsbewusstsein bei BR. Es waren keine verdeckten Mängel, sondern einfach ersichtliche Mängel. Ich muss dazu sagen, dass ich von den gefühlt 100 BRs nicht alle genutzt habe. Ich habe viele User, möchte aber nicht bei allen den Wertverlust und habe deshalb auch Sammelobjekte, die den Wert zumindest halten oder leicht steigern können.

Die Preise für die BR stiegen (wie auch bei anderen Herstellern) teilweise in einen Bereich, wo man schon fast ein sehr gut verarbeitetes Custom von einem europäischer Messermacher für bekam. Dazu fand ich viele der BR Lederscheiden vom Design und Farbgebung nicht sehr sexy. Dann zwischen 300 und 400 ausgeben und ne mittelmässige Lederscheide dazu fand ich nicht dolle.

Ich bekam andere Hersteller bzw. deren Messer in den Fokus. Zumindest augenscheinlich gute bzw. konstant gute Qualität.

Mehrere Gründe.

Ich stelle meine "guten alten" Messer deshalb jetzt nicht in Frage oder mag sie weniger. Wie erwähnt ist es mit BR zu verdanken, dass ich mich nun seit vielen Jahren in Messerbereich bewege und ich habe auch noch ein paar coole BRs. Die Produktvielfalt war unübertroffen und sie haben richtig gute Messer auf den Markt gebracht.

Die Betrugsgeschichte hat BR noch weiter absinken lassen als es zuvor schon aus o. a. Gründen der Fall war.
 
Wie kommst du darauf?
Warum sollte Erasteel nicht auch das Pressen/Sintern machen und Niagara mach dann das Walzen usw.?
Es ging mir bei dem Post in erster Linie um die Zölle, nicht in welcher Form das Pulver an NSM geliefert wird.

Aber für die Detailverliebten noch einmal präziser:

Wenn ich alles richtig verstanden habe (Quelle: https://www.erasteel.com/wp-content/uploads/2024/08/Brochure-Blue-Tap-Max_2024.pdf)
Produktionskette:
Erasteel führt die primäre Erschmelzung und das Gas-Atomisierungsverfahren in Schweden durch, um hochreines Stahlpulver zu erzeugen. Dieses wird mittels Hot Isostatic Pressing (HIP) zu massiven Blöcken verdichtet.

Der Prozess bei Erasteel umfasst die folgenden Schritte:
Gasatomisierung:
Geschmolzener Stahl wird mit Stickstoffstrahlen in feine Tröpfchen zerstäubt, die zu Pulver erstarren.
Kapselung:
Das Pulver wird in Stahlzylinder (Kapseln) gefüllt, die evakuiert und gasdicht verschweißt werden.
Heißisostatisches Pressen (HIP):
Die Kapseln werden in einer HIP-Anlage gleichzeitig hohem Druck (ca. 100 MPa) und hoher Temperatur (900–1250 °C) ausgesetzt.
Ergebnis:
Das Pulver wird zu fast 100 % verdichtet, was zu einer homogenen, isotropen Mikrostruktur ohne Seigerungen führt.

Veredelung in den USA:
Niagara Specialty Metals übernimmt das Warmwalzen dieser Blöcke zu präzisen Blechen und Platten in ihrem Werk in New York. NSM ist darauf spezialisiert, auch "schwer walzbare" Güten in dünnen Stärken für die Messerindustrie zu fertigen.
 
Zu den Zöllen (Quelle: Crucible Industries: Knife Steel Maker Sells CPM Business to Erasteel (https://elevenflo.com/blog/crucible-industries-bankruptcy))
„ Supply chain implications for CPM steels. Post-sale, Erasteel acquired the rights to CPM trademarks and intellectual property, while Niagara Specialty Metals (NSM) entered an exclusive distribution agreement with Erasteel for the CPM line. Blade Magazine reported that NSM can supply CPM steels under original names such as S30V, S35VN, S45VN, S110V, 3V, and CPM 154, while some grades were renamed to reflect existing distributor agreements (for example, CPM CruWear became "NSMwear" and CPM S90V became "NSM 90PM"). The same report noted tariff impacts for European-sourced steels, with powder atomized in Sweden subject to at least a 10% tariff and European-sourced steels facing 25% tariffs, which add costs for U.S. buyers.

The CPM trademark portfolio determines which mills and distributors can use established grade names, which is significant for knife makers that market products based on specific steel grades. Under the NSM distribution agreement, most grades retained their traditional naming, while a few grades were rebranded to avoid conflicts with existing distributor rights. The table below summarizes the naming changes described in industry coverage.

Steel Grade Post-sale Branding
CPM CruWear NSMwear
CPM S90V NSM 90PM
CPM S30V CPM S30V (name retained)
CPM S35VN CPM S35VN (name retained)
CPM S45VN CPM S45VN (name retained)
CPM S110V CPM S110V (name retained)
CPM 154 CPM 154 (name retained)“
 
Danke für die Erklärung. Ich hab bereits vermutet, dass der meiste Staub hier von Leuten gemacht wird, die faktisch gar nicht betroffen sind, (es sei denn eigene Importe).

Abu
Das kann durchaus sein, ich zum Beispiel habe kein Bark River Messer; ich habe, glaube ich, sogar noch nie eines in der Hand gehabt. Dass der Fall über direkt betroffene Kunden und Händler hinaus hohe Aufmerksamkeit erzeugt, liegt, glaube ich, daran, dass beim Stahl betuppt zu werden, die Urangst des Messersammlers ist. Wir haben schließlich keine Chance, den Betrug direkt nachzuweisen, und selbst indirekter Nachweis über Gebrauch ist sehr schwierig und langwierig. Hier ist der Betrug ja auch nur dadurch bekannt geworden, dass ehemalige Mitarbeiter ausgepackt haben, oder?

Man zahlt hohe Aufpreise für irgendwelche Premiumstähle, und wenig mehr als die Gravur des Herstellers versichert mir, was denn eigentlich drin ist. Man zahlt extra für Fertigung, vielleicht sogar in Handarbeit in Hochlohnländern wie USA, Deutschland, Frankreich, Japan, und nichts als die Aussage des Herstellers beweist mir, dass das Messer nicht in einer chinesischen oder pakistanischen Fabrik, ggf. unter moralisch schwierigen Umständen (Arbeitssicherheit, Lohndumping, Kinderarbeit,...) gefertigt wurde. Einen chinesischen Bausatz ballig ausdünnen (lassen), hätte ich schließlich auch für einen Bruchteil des Geldes haben können. Wenn nachweislich gefälscht wird, geht Vertrauen über die ganze Branche hinweg verloren.
 
Trump's tariffs could squeeze U.S. factories and raise costs by up to 4.5%, a new analysis finds (https://www.pbs.org/newshour/economy/trumps-tariffs-could-squeeze-u-s-factories-and-raise-costs-by-up-to-4-5-a-new-analysis-finds#:~:text=Smith%20would%20happily%20buy%20the,by%20Karen%20Pulfer%20Focht/Reuters)

„Keeping the economy on a knife's edge
Josh Smith, founder and president of Montana Knife Co., called himself a Trump voter but said he sees the tariffs on foreign steel and other goods as threatening his business.

For instance, Smith just ordered a $515,000 machine from Germany that grinds his knife blades to a sharp edge. Trump had imposed a 10% tax on products from the EU that is set to rise to 15% under the trade framework he announced Sunday. So Trump's tax on the machine comes to $77,250 — about enough for Smith to hire an entry-level worker.

Smith would happily buy the bevel-grinding machines from an American supplier. But there aren't any. "There's only two companies in the world that make them, and they're both in Germany," Smith said.

Then there's imported steel, which Trump is taxing at 50%. Until this year, Montana Knife bought the powdered steel it needs from Crucible Industries in Syracuse, New York. But Crucible declared bankruptcy last December, and its assets were purchased by a Swedish firm, Erasteel, which moved production to Sweden.

Smith beat the tariffs by buying a year's worth of the steel in advance. But starting in 2026, the specialty steel he'll be importing from Sweden is set to be hit with a 50% duty.


"The average American is not sitting in the position I am, looking at the numbers I am and making the decisions each day, like, 'Hey, we cannot hire those extra few people because we might have to pay this tariff on this steel or this tariff on this grinder,''' he said. "I want to buy more equipment and hire more people. That's what I want to do."“
 
Zurück