Bark River in Problemen?

Jegliche Recherche kommt zum Ergebnis, dass Fakestahl aus China immer noch ein Problem ist. Punkt.

Egal, welche Branche. Aber. Eben auch bei Messern und vor allem bei Kochmessern.

Dass im großen Stil westliche Markenhersteller im Premiumstahlbereich bewußt mit chinesischen Fakestahl arbeiten, hatte ich als unwahrscheinlich vermutet, während @feuervogel69 das Gegenteil annimmt.

Und. Persönlich bezweifel ich stark, dass die Schwierigkeiten von BRK etwas mit Stahlpreisen zu tun hat. Nachfrage, Produktpreise und -menge, sowie Mitarbeiterzahl lassen nach 25 Jahren am Markt andere Überlegungen wahrscheinlicher erscheinen.

Sofern eine solche Betrachtung aus der Ferne überhaupt sinnvoll, scheint eine solche nachvollziehbarer.

grüsse, pebe
 
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Warum sollten "die Chinesen" des "Tricksens" verdächtiger sein als andere? Ich finde das reichlich befremdlich, schließlich reden wir hier gerade über erwiesenermaßene amerikanische Trickser.
siehe Antwort nacstehend von Kojak.

[
Mit chinesischen Firmen im Wettbewerb gestanden? Den know-how Abfluss erlebt, dadurch dass ausländische Firmen nur JVs in China gründen können bei denen der Anteil der chinesischen Partner mindestens 51% beträgt? Opfer von IP Klau und Nachbauten geworden, die die chinesischen Wettbewerber als eigene Produkte zu Dumpingpreisen angeboten haben und anbieten? Btw. seltene Erden sind gar nicht so selten, nur die Verarbeitung ist sehr umweltschädlich. Da sind wir beim nächsten Punkt, die Umweltstandards sind sehr gering. Also meine Erfahrung besagt, da wird mit allen Tricks gearbeitet und da gibt es keine Scham, Hauptsache es wird exportiert. Man kann sich nicht sicher sein, dass das was deklariert wird auch wirklich drinsteckt und das nicht aus Versehen oder vereinzelt, sondern systematisch.

Jegliche Recherche kommt zum Ergebnis, dass Fakestahl aus China immer noch ein Problem ist. Punkt.

Egal, welche Branche. Aber. Eben auch bei Messern und vor allem bei Kochmessern.

Dass im großen Stil westliche Markenhersteller im Premiumstahlbereich bewußt mit chinesischen Fakestahl arbeiten, hatte ich als unwahrscheinlich vermutet, während @feuervogel69 das Gegenteil annimmt.

Und. Persönlich bezweifel ich stark, dass die Schwierigkeiten von BRK etwas mit Stahlpreisen zu tun hat. Nachfrage, Produktpreise und -menge, sowie Mitarbeiterzahl lassen nach 25 Jahren am Markt andere Überlegungen wahrscheinlicher erscheinen.

Sofern eine solche Betrachtung aus der Ferne überhaupt sinnvoll, scheint sie für mich nachvollziehbarer.

grüsse, pebe
Also ich nehme nciht wirklich etwas an... Ich beobachte, spekuliere und versuche einzuordnen. Fakt ist für mich, dass das Stahlthema gewöhnlich bewusst nicht gross thematisiert wird, um eben Verunsicherung zu vermeiden. Dass es genau hier im Hintergrund massive Verwerfungen geben kann, wird grad offenkundig.
Als Beispiel nochmal der Midgards Cryo Hybrid irgendwas Stahl: ich hielt das für eine neue Mode, dass irgendwie nun zum guten Ton eines Herstellers gehört, seinen eigenen Stahl zu kreieren. Jetzt sieht das mittlerweile (nach dem Video von Midgards) anders aus: Hauptzweck ist eben genau die absolute Kontrolle über den Stahl trotz chinesischer Fertigung zu behalten und damit diese Stahlgarantie auch einlösen zu können. Wovon ich ausgehe, dass wir hier aktuell nur die Spitze eines angekratzten Eisbergs sehen. Interessant wäre z.b. wie oft Böker bei seinen Kontrollen der chinesischen Produktion Abweichungen entdeckt (?) Das wird ja nicht offengelegt. Bei BRK kommt noch dazu, dass ÜBERHAUPT eine chinesische Produktion im Hintergrund stand. Auch da bin ich nun verunsichert, wer sich evtl. noch alles Zuarbeit aus China liefern lässt? Also meinerseits nur maximale Verunsicherung, weil man hier den Behauptungen und Aussagen der Hersteller ja glauben muss.
Immerhin hab ich nun das "Rätsel" der "Äquivalentstähle" (Jars) gelöst: man nehme ein bisschen die gleichen Inhaltstoffe und koche es zusammen und behaupte was von Äquivalent. Gefügevergleich? Gibts nicht. Stahleigenschaftenvergleich? Gibts auch nciht. Dass die gleiche Zusammensetzung ohne PM-Fertigung ein anderes Produkt liefert, sollte klar sein.
 
@Kojak
Alles das, was Du schreibst kann man in frei zugänglichen Medien unabhängig recherchieren - seit mindestens 20 Jahren, eher noch länger. Solang ist das hier im Forum auch schon ein Thema, nicht immer, aber oft. Herzlichen Glückwunsch, wenn Du jetzt dank BRKT erst richtig wach geworden bist - eigentlich eher traurig. Was meinst Du, warum ich weiter vorn schon explizit auf die Westfalenhütte, den absurden Status Schwellenland und chinesische Wirtschaftspraxis hingewiesen hatte? Weil ich so oft als ADM in China war oder damit zu tun hatte oder weil das *eigentlich* zum Allgemeinwissen gehören sollte? Ihr lenkt konsequent vom Kern der Sache ab und relativiert.
Ihr verschiebt den Fokus vom Runterwirtschaften mindestens einer (!) Messerfirma durch ihren Chef auf chinesische Markenpiraterie, die es fraglos immer noch gibt, aber genau Null mit dem Thema zu tun hat. Wären die fraglichen Bausätze aus chinesischem "Fakestahl" gemacht gewesen, der nicht mindestens ein CR13MOV oder ähnlich war, wäre der Beschiß noch schneller und viel früher aufgeflogen...
 
1. Niemand relativiert irgend etwas was BRKT getan hat, warum auch.
2. Die Untersuchungen durch Spezialfirmen bleiben abzuwarten, ob es Beweise dafür gibt, dass BRKT schon früher und weitere als die
zugegebenen Produkte mit anderen als den zugesicherten Stählen hergestellt und vertrieben hat.
3. Die Frage die zurecht gestellt wird ist, ob es in der westlichen Welt weitere Fälle von „Etikettenschwindel“ in Bezug auf den verwendeten
Messerstahl gibt. Wozu es aber bisher keine belastbaren Fakten gibt.
4. Das die meisten chinesischen Hersteller in allen Bereichen systematisch falsche Produkteigenschaften vorgaukeln ist unstrittig. Dass es einige wenige Ausnahmen (WE Knife) gibt die auch entsprechende Stähle importieren allerdings auch zu vergleichbaren Preisen verkaufen und dass im Fall von Auftragsfertigungen in China andere Bedingungen herrschen sei dazu gesagt.
 
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Midgards Cryo Hybrid [...] und damit diese Stahlgarantie auch einlösen zu können.

Wo erfahre ich als Kunde etwas über die Zusammensetzung und das Herstellungsverfahren von Midgards' Legierung "Hybrid Cryo"?

Das hatte ich weiter oben schonmal gefragt. Die Informationen auf der Midgards Homepage und im Netz sind sehr spärlich.

Ich erfahre nur, dass der Stahl zusammen mit Böhler entwickelt wurde (wird er auch von Böhler hergestellt?) und dass es sich nicht um einen pulvermetallurgischen Stahl handelt. Die optimale Härte wird mit 58 bis 62 HRC angegeben. Das ist ein wahrlich weites Spektrum.

Für den Kunden ist das aus meiner Sicht völlig intransparent und ein Beispiel für deinen "Branding"-Vorwurf. Überspitzt: "Schreib' Böhler auf den Stahl und die Leute werden es kaufen, egal was drin ist."

Böhler hat aber nicht nur Premium-Messerstähle im Programm. Vielleicht ähnelt der Midgards Stahl auch Böhler K110 und ich will ihn eigentlich garnicht an meinem Messer haben.
 
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Wo erfahre ich als Kunde etwas über die Zusammensetzung und das Herstellungsverfahren von Midgards' Legierung "Hybrid Cryo"?

Das hatte ich weiter oben schonmal gefragt. Die Informationen auf der Midgards Homepage und im Netz sind sehr spärlich.

Ich erfahre nur, dass der Stahl zusammen mit Böhler entwickelt wurde (wird er auch von Böhler hergestellt?) und dass es sich nicht um einen pulvermetallurgischen Stahl handelt. Die optimale Härte wird mit 58 bis 62 HRC angegeben. Das ist ein wahrlich weites Spektrum.

Für den Kunden ist das aus meiner Sicht völlig intransparent und ein Beispiel für deinen "Branding"-Vorwurf. Überspitzt: "Schreib' Böhler auf den Stahl und die Leute werden es kaufen, egal was drin ist."

Böhler hat aber nicht nur Premium-Messerstähle im Programm. Vielleicht gleicht der Stahl Böhler K110 und ich will ihn eigentlich garnicht an meinem Messer haben...
Verständlich dass man das wissen will usw., aber darum gehts doch gar nicht (hier in dieser Diskussion), sondern nur darum, dass dieses Procedere dazu dient zu 100% die Kontrolle über den tatsächlich verwendeten Stahl zu haben. Insofern empfinde ich das hier als aneinander vorbei geredet. Wie gut der Stahl ist, in welchem Vergleich usw.: das sind doch zwar berechtigte, aber andere Fragen. (da ich nur wenige Midgards Messer mein eigen nenne, bin ich da auch gar nicht so dran). Die Frage für Kunde und Brand-Hersteller ist doch erstmal nur, ob das was drauf steht auch drin ist. (und wenn der Hersteller nix dazu sagt, na dann warte ich auch erstmal ab und kaufe nicht, bzw. im Falle von Jars, schenke ich mir die "Äquivalent"stähle (und kaufe dann lieber eben doch die limitierten in Deutschland hergestellten Klingen.


Welche Prüfmethoden gibt es eigentlich? Schade, dass hier wenig Prüfexperten dazu was sagen. Grad die ganzen Sammler (wo sind sie denn?) müssten doch jetzt nachfragen, wei sie testen können welche Stücke ihrer Sammlung echt sind und welche nicht?
 
@Kojak
Das ist zum Teil richtig mit der Systematik, hat aber auch mit unterschiedlichen kontinentalen Mentalitäten zu tun, die man sich zu Nutze macht. Sowohl hier, dort und anderswo. Auch dazu wurden hier schon vor Jahren Berichte von Forumiten aus erster Hand geschrieben - Forumiten, die Einigen hier persönlich bekannt und sehr geschätzt sind und waren. Was nichts daran ändert, dass hier bewusst mehrere eigenständige Themenkomplexe vermischt werden.
Das eine ist staatlich geduldete bis unterstütze Markenpiraterie/gezielte Fehldeklarierung von vorzugsweise für "den westlichen Markt" hergestellten Produkten nebst allen Nebenfaktoren. Für die Produkte für den eigenen Hightechsektor werden bessere Materialien verwendet. Dort agieren auch keine privaten Unternehmen oder Konzerne nach unserem Verständnis, das sind dort überwiegend staatliche Konzerne und Konstrukte. Das andere ist das Aufgreifen und Nutzen bekannter Praktiken Dritter, um sich selbst eine ordentliche Marge zu sichern.

Nur:
Unter der Annahme, dass "chinesische Fakestähle" der Normalfall seien, wären sie nicht im Nachgang mit der Aussage "die verwendeten Bausätze haben annähernd dieselben Eigenschaften, wie unsere hochpreisigen Hochleistungsstähle, die vom Anwender kaum bemerkt werden..." rechtfertigt worden. Denn die hatten sie ja tatsächlich in überschaubaren und bestätigten Grenzen, wäre da nicht die zerstörte WB gewesen...
Es bestand dem Vernehmen nach keine Unklarheit darüber, dass die verwendeten chinesischen Bausätze tatsächlich aus dem chinesischen Qualitätsstahl nach chinesischer Deklarierung bestanden. Es wurden also keine Brieföffner aus "Fake-Stählen" = Dosenblech als Messerstahl an BRKT verkauft, was im Übrigen auch den eigenen Aussagen der Verantwortlichen entspricht, die sie selbst veröffentlicht haben. Wenn man das alles ignoriert oder sogar negiert, ist der Schritt zum anderen Sündenbock nur konsequent, aber auch vorhersehbar. Typische Täter-Opfer Umkehr, weil hier der Täter selbst zum Opfer erklärt wird, obwohl er bewusst entschieden und gehandelt hat.

Ihr solltet euch vllt. mal die ganze gequirlte Scheiße selbst duchlesen, die von den verantwortlichen Hauptakteuren, glaubwürdigen Insidern und dem Sachverhalt näherstehenden Personen in diesem Kontext kommuniziert worden ist - nicht die eigene Filterung vergessen! Ich tue es mir nach einigen "Lesungen" nicht mehr an, es ist verstörend und zu anstrengend. Da mischen auch sehr viele "empörte Patrioten", hardcore Fanboys, Betroffenheitsrambos und Krisengewinnler mit. Witzig - eher nein richtig peinlich wird es dann, wenn den Hauptakteuren ihr eigener Umgang mit gemopsten Designs, "brownbagging" und fragwürdigen Geschäftspraktiken anderer Messermacher in deren heimischen Revieren vor die Nase gehalten wird. Die sind dort regelrecht virtuell gekreuzigt worden und konnten danach was anderes anfangen.

Stattdessen versteift Ihr euch auf Stahltabellen und (alt)bekannte chinesische Marktmethoden. In der Angelegenheit gibt es nämlich noch eine dritte, schwerwiegendere Komponente, die ich hier nicht näher ansprechen werde. Die müsst Ihr euch selbst recherchieren. Die ist nicht in irgendwelchen Stahltabellen oder Wirtschaftsberichten zu finden. Da geht es um charakterliche Dinge, durch die die gesamte Story ein ganz anderes Bild ergibt. Nach dem Verlauf dieses threads hier gehe ich auch in dem Kontext davon aus, dass es relativiert und verniedlicht wird, um einen Heiligenschein am Leuchten zu halten...

Aber hey, Hauptsache man ist selbst nicht beschissen worden, hat einen echten PM-Stahl in einem BRKT und der Krug geht an einem vorbei...

Schönen Sonntag noch :sick:🤮
 
Procedere dazu dient zu 100% die Kontrolle über den tatsächlich verwendeten Stahl zu haben.
Dann könnten sie, statt extra einen eigenen Stahl mit Böhler zu entwickeln, dessen Zusammensetzung und Herstellungsverfahren nicht öffentlich gemacht wird, auch einfach einen etablierten und bekannten Böhler Stahl nach China importieren, genauso wie sie den Hybrid Cryo nach China importieren müssten.
Dann wüsste der Kunde wenigstens, was er bekommt. So weiß der Kunde letztlich nichts weiter, außer dass es irgendein von Midgards und Böhler entwickelter, nicht pulvermetallurgischer Stahl ist.
Wozu extra einen "Hochleistungsstahl" erfinden und dann die Legierungsbestandteile unveröffentlicht lassen? Wenn ich was tolles entwickelt habe und meinen Kunden gegenüber transparent bin, informiere ich doch zumindest über die Legierungsbestandteile.

Und was heißt 100% Kontrolle? Ob die Wärmebehandlung in China überwacht und kontrolliert wird, weiß ich auch nicht. Ich kann es nichtmal selbst kontrollieren, weil das Härtezielspektrum zwischen 58 und 62 HRC maximal schwammig ist.

ob das was drauf steht auch drin ist
Was ist denn drin? Ein Klingenstahl von Böhler unbekannter Art. Diese Art "Transparenz" hat mich bei den kryptischen Stahlbezeichnungen von Zwilling für simple AEB-L Derivate schon irritiert.

Anders gefragt. Wenn ich als Kunde weiß, dass "Hybrid Cryo" drin ist, ich aber garnicht weiß, was das denn ist, was hilft mir das dann?
 
Wie fasst es ein digitaler Schlaumeier zusammen: Blackjack starb am Größenwahn, Bark River an der Abkürzung. 1997 war Mike Stewart ein junger Gründer, der zu viel wollte; 2026 ist er ein Branchen-Veteran, der (laut den Vorwürfen) den Profit über die Integrität gestellt hat.
Am Ende des Tages bin ich mit meinen Jahrzehntealten Solinger Eisen erstaunlicherweise zufrieden.
 
@feuervogel69
Die bekannteste Methode dafür ist RFA/XRF - Röntgenfluoreszenzanalyse, da diese zerstörungsfrei funktioniert.
Ist allerdings für den Heimgebrauch nicht wirtschaftlich, kann man aber sicherlich bei Instituten beauftragen, wenn man das unbedingt möchte. Bei den rostträgen Derivaten, wie SV35N, SV45N, Magnacut kann man Korrosionstests mit entsprechenden Salzlösungen vornehmen und mit den Ergebnissen auf Knifesteelnerds vergleichen Knife Steels Rated by a Metallurgist - Toughness, Edge Retention, and Corrosion Resistance - Knife Steel Nerds (https://knifesteelnerds.com/2021/10/19/knife-steels-rated-by-a-metallurgist-toughness-edge-retention-and-corrosion-resistance/)
Böker testet wohl den Materialeingang über die HRC.
Ich warte einfach ab, was die Untersuchungen von DLT und anderen ergeben. Ändern kann ich ja eh nix mehr.
 
@luftauge
Nur weil man nicht in den allgemeinen Kanon der „BRKT - alles war und ist schlecht Basher“ einstimmt, verniedlicht man nichts.
Wenn BRKT in der Vergangenheit systematisch Stähle falsch deklariert hätte, hätte sich wohl der Wettbewerb, der sicher über Equipment zur Stahlanalyse verfügt, zu Wort gemeldet. Dass es immer Influencer gibt, die schon immer wußten, dass BRKT schlecht war ist normal, genau wie auf der anderen Seite die Fanboys. Ich zähle micht weder zur einen noch zur anderen Seite. Bei den Influencern, gleich welcher Fraktion zugehörig, muss man immer auf deren eigene wirtschaftliche Interessen achten. Klar versuchen sich jetzt Lobbyisten zu positionieren, die sich als die reinen Moralapostel darstellen. Ich warte ab, was die Analysen jetzt ergeben und dann schauen wir mal Fakten-basiert weiter.
BRKT hat ja offensichtlich Schulden bei ihren Stahllieferanten gehabt, die zu Kontensperrungen geführt haben, ergo müssen sie ja bei denen auch Material gekauft haben - oder? Als sie dann in USA kein Material mehr bekommen haben sind sie nach China ausgewichen, haben es aber nicht kommuniziert.
 
@feuervogel69
Die bekannteste Methode dafür ist RFA/XRF - Röntgenfluoreszenzanalyse, da diese zerstörungsfrei funktioniert.
Ist allerdings für den Heimgebrauch nicht wirtschaftlich, kann man aber sicherlich bei Instituten beauftragen, wenn man das unbedingt möchte. Bei den rostträgen Derivaten, wie SV35N, SV45N, Magnacut kann man Korrosionstests mit entsprechenden Salzlösungen vornehmen und mit den Ergebnissen auf Knifesteelnerds vergleichen Knife Steels Rated by a Metallurgist - Toughness, Edge Retention, and Corrosion Resistance - Knife Steel Nerds (https://knifesteelnerds.com/2021/10/19/knife-steels-rated-by-a-metallurgist-toughness-edge-retention-and-corrosion-resistance/)
Böker testet wohl den Materialeingang über die HRC.
Ich warte einfach ab, was die Untersuchungen von DLT und anderen ergeben. Ändern kann ich ja eh nix mehr.
Das ist vielleicht zu naiv gedacht : aber was hilft eine Härteprüfung beim Materialeingang? Die sind doch vor der Verarbeitung eher weich. Beim Wareneingang fertiger Messer (Böker +) verstehe ich es natürlich.
 
@luftauge

Mir ist immer weniger klar, worauf Du hinaus willst. Einige Deiner Noten passen nicht zur Musik.

Einer hier glaubt, dass viel mehr westliche Messerhersteller beim Stahl betrügen und Bark River Knives nur die Spitze eines Eisbergs ist. Kann man so vermuten - ich teile diese Auffassung nicht.

Andere verteufeln BRK auf’s Bitterste und ziehen dafür aus dem Netz jeden erdenklichen und unbestätigten Verdacht hinzu, andere hingegen mahnen zum Abwarten, bis belastbare Ergebnisse vorliegen.

Zu Letzteren gehöre ich.

Meine abschließende „moralische“ Wertung mache ich davon abhängig, in welcher Menge und über welche Zeiträume hinweg, der Betrug stattgefunden hat. Und. Welche Motivation und Methodik steckte generell dahinter.

grüsse, pebe
 
@Bukowski nur um das mal mit Hybrid cryo abzuschliessen: ich stimme dir ja zu, dass es für mich als Endkunden quasi eben so schwammig bleibt, wie du schreibst. Aber für den Hersteller ist halt eine gewisse Kontrollierbarkeit gegeben. Ich halte das auseinander bzw. das zeigt eben auch, ob ein Hersteller sich hier erstmal Gedanken um seine Kontrollen und Prozesse macht. Hat natürlich erstmal nix mit der Quali für uns Endkunden zu tun, grundsätzlich. Ja, da sind Fragezeichen.

@luftauge worauf willst du hinaus? Ich kann es leider nicht einschätzen ob dieser Betrug quasi war um die Kiste überhaupt am laufen zu halten, oder ob hier mittels Betrug auch "abgesahnt" wurde? Betrug wegen persönlicher Bereicherung ist klar verwerflich, aber Betrug um die Kiste am laufen zu halten? Ich sag nur: Sternekoch Schubeck. Sicher auch letzteres klar nicht legitim, aber ändert zumindest meine moralische Bewertung des Antriebes.
 
Als Beispiel nochmal der Midgards Cryo Hybrid irgendwas Stahl: ich hielt das für eine neue Mode, dass irgendwie nun zum guten Ton eines Herstellers gehört, seinen eigenen Stahl zu kreieren. Jetzt sieht das mittlerweile (nach dem Video von Midgards) anders aus: Hauptzweck ist eben genau die absolute Kontrolle über den Stahl trotz chinesischer Fertigung zu behalten und damit diese Stahlgarantie auch einlösen zu können

Das halte ich für ausgemachten Quatsch und für reines Marketinggeschwubbel.

Der sicherste Weg für validen Stahl ist, eine anerkannte Stahlsorte von einem seriösen Hersteller zu kaufen und entsprechende Prüfprotokolle für jede Charge einzuforden. Kann man auch von seinem Messerproduzenten verlangen und dann Rückwärts beim Stahlhersteller prüfen.

Alles andere beinhaltet bereits die Möglichkeit, ähnliche Stähle bei Lieferengpässen oder Preisanstieg zu verwenden. Midgard kann letztlich als Cryo Hybrid deklarien, wonach ihnen der Sinn oder der Dukatenbeutel steht.

grüsse, pebe
 
Leute, ganz ehrlich: Thema verfehlt, setzen, sechs.

Es geht hier seitenweise nur noch um Chinamesser, was mit dem eigentlichen Kern der Sache null zu tun hat. Selbst wenn Bark River den besten Chinastahl aller Zeiten verwendet hätte: Die Firma hat betrogen. Sie hat Stahl umgelabelt, um Kunden gezielt zu täuschen, und „Made in USA“ draufgeschrieben – was glatter Betrug ist. In den USA kommt es nämlich nicht nur auf irgendwelche fünf Arbeitsschritte an, um dieses Label führen zu dürfen.

Fakt ist:

1. Wir als Kunden haben viel mehr Geld für diese Messer ausgegeben, als wir es für vergleichbare Chinamesser jemals getan hätten.

2. Wir können uns bei keinem einzigen Bark River (auch nicht bei den alten A2-Modellen) mehr sicher sein, ob der angegebene Stahl überhaupt stimmt.

Wieso sollte man das auch noch glauben? Da wird ein Firmeninhaber erst in die Enge getrieben und gibt nur aus diesem einen Grund zu, dass er betrogen hat – und das auch nur für die Modelle, bei denen es sowieso schon durchgesickert war. Aus welchem Grund sollte man so jemandem glauben, dass er nicht schon viel früher und in größerem Stil Schindluder getrieben hat? Wie gutgläubig kann man denn sein?

Zum Thema "Schwarze Schafe":

Ich bin überzeugt, dass es unter den Messermachern noch andere gibt, die sich ähnlicher Praktiken bedienen. Statistisch gesehen ist das absolut realistisch. Der Kunde merkt es in der Regel nicht, und falls doch mal was auffällt, heißt es: „Das war ein einmaliges Versehen.“

Meine Konsequenz:

Aufgrund des massiven Vertrauensverlusts finde ich es absolut nicht okay, dass Bark-River-Messer einfach so weiterverkauft werden. Wenn man es macht, dann bitte nur mit einem riesigen, für jeden Kunden gut sichtbaren Disclaimer: „ACHTUNG: Evtl. ist nicht das drin, was draufsteht!“

Ich bin mit meinem uralten Bravo-1 zwar super zufrieden, aber nach allem, was jetzt rausgekommen ist, würde ich kein Bark River mehr für mehr als einen Fuffi kaufen – weder neu noch gebraucht.
 
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