BW Kampfmesser - alte Art ? welcher Stahl ? Stempelung ?

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Maff

Mitglied
Beiträge
33
BW Kampfmesser, alte Art, Fälschung?

Hallo zusammen,
ich wollte schon immer das "BW Kampfmesser, alte Art" haben. Das ist das, was die meisten hier als "Pfadfindermesser" bezeichnen. :)

Nun habe ich es im Internet bestellt und nach Erhalt leider festgestellt, dass ich nur den Nachbau von Mil-Tec bekommen habe. Ich wollte aber das Original, soweit ich weiß von Herbertz, also habe ich es zurückgeschickt. Dann neue Suche. Ich habe dann ein vermeintliches original von Herbertz (Nr.: H101314) von einem anderen Shop bestellt. Das ist auch fast doppelt so teuer wie die Mil-Tec Version. Es kam in einem Pappkarton, auf dem ein orangener Aufkleber mit dem Herbertz-Logo und der Teilenummer H101314 ist. Desweiteren liegt im Karton ein Zettel mit Herbertz-Logo und einem Text von wegen, "Das original BW Kampfmesser... Stahl... bla,bla...". Ganz unten steht jedoch: "Importiert von Herbertz" Was hat das denn zu bedeuten? Stellt Herbertz das nicht selbst her, oder sind hier Fälschungen im Umlauf?

Auf der Scheide ist der Aufkleber mit Bundesadler und Fahne, was mich aber stutzig macht ist folgendes: Auf der Klinge steht zwar unten in Griffnähe ROSTFREI, es ist aber nirgends das Logo von Herbertz eingestanzt. Ich dachte immer alle Herbertz Messer habe auf der Klinge irgendwo die Kennzeichnung. Auch ist das Messer von der Verarbeitung und Aussehen her exakt identisch mit der Mil-Tec Version. Nur war dort auf der Klinge zusätzlich Mil-Tec eingestanzt.

Kann mich von euch Profis jemand aufklären? Habe ich nun eine Fälschung gekauft, oder wird das mittlerweile von jemand anderem hergestellt und nur noch von Herbertz verkauft?

Gruß
Matthias
 
herbertz ist ein importeur, kein hersteller, daher sind alle herbertzmesser nur für und nicht von herbertz hergestellt.

Ookami
 
fuer das alte bw-messer gab es verschiedene hersteller, ich hab eins das mit OFW78 +ROSTFREI gestempelt ist
 
Der von teachdair erwähnte Hersteller OFW (Otto Förster, Witzhelden, nicht mehr existent) hat für die Bundeswehr auch Feldeßbestecke und Klappspaten hergestellt. Das Kampfmesser wurde in der Tat von einer ganzen Reihe von Herstellern gefertigt. Ich besitze eines von Robert Klaas, Solingen. Die von Herbertz oder miltec heute vertriebenen Messer halte ich ausnahmslos für Imitationen, zumal die Zeit dieses Messers bei der Bundeswehr schon lange vorbei ist.

Ich wäre schon sehr mißtrauisch bei Messern mit Aufklebern auf der Scheide. Die Bundeswehr hat jedenfalls keine Messer mit schwarz-rot-goldenen Aufklebern beschafft. Darüber hinaus wäre die Frage zu stellen, bis wann überhaupt dieser Messertyp beschafft worden ist. Ich denke, die Beschaffung wurde bereits in den späten 70er-Jahren eingestellt. Die Nachfertigungen bedienen ein gewisses Bedürfnis für ein "Pfadfindermesser", das nicht zu sehr nach HJ-Messer aussieht.
 
Hallo,

verstehe ich das jetzt richtig?

- Herbertz hat nie Messer hergestellt, oder stellt mittlerweile keine mehr her, sondern importiert nur von anderen Herstellern?

- Das Messer wurde von verschiedenen Herstellern (Importeuren?) geliefert, also gibt es DAS ORIGINALE eigentlich garnicht? Dann müsste meins also genauso viel/wenig original sein, wie die bei der BW ausgelieferten?

Kennt von euch jemand eine Adresse, wo ich dieses Messer von einem bekanntem Hersteller herbekomme?

Dann hätte ich ja gleich das Mil-Tec Modell behalten können. Bis auf die Mil-Tec-Gravur schien es das Gleiche zu sein. Würde sogar sagen, vom gleichen Hersteller. Hat aber nur die Hälfte gekostet. :-(

Mich wundert nur, dass auf der Klinge nicht trotzdem dieses "C. Jul. Herbertz" eingestanzt ist. Ist doch bei anderen Messern von Herbertz auch so.

Matthias
 
Mein ehemaligen hatte ein WMF-Logo. Auch das Fallmesser zu dieser zeit hatte eines von WMF. Beide waren neu. Das bestätigt die Theorie, dass es damals mehrere Lieferanten gab.

Meines Erachtens sind originale Exemplare nicht mehr im Handel. Wer so was unbedingt haben will (die Dinger taugen nichts, zumindest die WMF-Klingen brachen wie Glas), sollte sich bei beim bekannten Auktionsportal oder auf dem Trödel umsehen.
 
Meines ist gestempelt mit "OFW70",
ansonsten nichts. Das Teil ist 100% echt,
und absolut neuwertig, war anscheinend immer
in nur in der Schublade.
Habe ich von meinem Onkel bekommen, zu
treuen Händen... :super:

Gruß, Simon
 
MOin,
Mil Tec würde ich die Finger vonlassen, ist in meinen Augen alles Sch....
Tschö Micha
 
"original" Bundeswehr...

C. Julius Herbertz hat NIE die Bundeswehr mit Kampfmessern beliefert und solche Messer oder Kopien auch nie selbst hergestellt. Die eigene Messerfertigung in der Solinger Firma Herbertz ist bereits in den 1960er Jahren beendet worden.
Neben einigen Solinger Herstellern sind, wie bereits in anderen posts beschrieben, auch OFW und WMF als Lieferanten für die Bundeswehr tätig gewesen. Es gab aber wohl auch Kontrakte, in denen an die Bundeswehr in Italien gefertigte Kampfmesser geliefert wurden – entsprechend den genauen (und mehrfach veränderten) technischen Lieferbestimmungen des Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB). Diese TL sind wohl auch im Internet abrufbar.

Auch das von Herbertz bis zur Verschärfung des Waffengesetzes vertriebene „Original Fallschirmjägermesser“ LL80 der Solinger Firma AES – A. Eickhorn ist als verkleinerte und in vielen Details vereinfachte Variante des „Originals“ entwickelt worden und entsprechen (natürlich?) NICHT dem Original. Übrigens gibt es selbst von dieser verinfachten Eickhorn-Kopie eine noch primitivere Ausführung - offenbar ist alles (auch negativ) steigerungsfähig!
Die vom BWB für die Bundeswehr beschafften "echt originalen" Fallmesser („Kappmesser“) sind auch noch heute bei verschiedenen Truppenteilen im Einsatz und haben z.B. eine 10cm lange Klinge – die alleine von der Länge her überhaupt nicht in den verkürzten Griff des Eickhorn LL80 passen!

Abbildungen zu den Messern gibt es im aktuell erschienen und in folgendem thread beschriebenen Buch:
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=28261

"pitter" weist zu Recht darauf hin, dass in diesem Buch nicht die Messer im Vordergrund der Beschreibungen stehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hatte lange Zeit eins, zu meiner Wehrdienstzeit aus Altbeständen "erworben", also wirklich "echt" mit deutlichen Spuren vom Dienstgebrauch, das hatte eine Stempelung "HSK". Wurde mir leider geklaut :mad:
arno
 
Marken HSK und FKS

Die Marke "HSK" ist mir von "echt original" Bundeswehr-Kampfmessern bekannt. Über den "Hersteller" gibt es bisher keine gesicherten Erkenntnisse. Gerüchte besagen, dass es sich bei den Messern um Importware aus Italien handelt, die von einem Nürnberger Händler an die Bundeswehr geliefert wurde.

Als weitere Marke von Bundeswehr-Kampfmessern kenne ich "FKS". Diese Marke wurde zusammen mit der abgekürtzen Jahresangabe (19)"70" verwendet. Hersteller war die Solinger Firma Friedrich Koch - Friedrichswerk. Die Firma existiert seit mitte der 1970er Jahre nicht mehr.

Eine Kopie des Kampfmessers mit aus EINEM Teill gespritztem Kunststoff-Griff inklusive Parierstange hat die Solinger Firma C. Friedrich Ern gefertigt. Dieses Modell führte -zumindest eine Zeit lang- auch C.Jul. Herbertz mit eigener geätzter Klingenmarkierung.
 
Tja, mal schauen, laut Vorankündigung soll ja im nächsten MM
ein Bericht über die Bundeswehr-Messer kommen.
Bin schon seeehr gespannt, was da alles ans Licht kommen wird...

Gruß, Simon
 
cut schrieb:
Eine Kopie des Kampfmessers mit aus EINEM Teill gespritztem Kunststoff-Griff inklusive Parierstange hat die Solinger Firma C. Friedrich Ern gefertigt. Dieses Modell führte -zumindest eine Zeit lang- auch C.Jul. Herbertz mit eigener geätzter Klingenmarkierung.

Das kenne ich, das habe ich auch. Wenn man von hinten auf den Klingenrücken schaut, sieht man, dass die Klinge deutlich schief im Griff sitzt. Die Klinge ist auch etwas schmaler und kürzer. Die Scheide ist auch viel primitiver gearbeitet. Der Griff hat ein helleres grün als die Scheide. Die Schrauben im Griff sind nur als Imitat in den Kunstoff gegossen. Das Leder ist dünner, und mit weniger Nieten verbunden. Auf der Klinge ist die Ätzung von Herbertz.

Da ich erkannt habe, dass dies unmöglich das Original sein kann, wollte ich ja ein anderes haben.

Ich glaube ich muss mich wohl damit abfinden, dass ich kein neues Originales mehr bekomme. Dann muss ich wohl mit dem Jetzigen leben. Es sieht wenigstens wie das Original aus. Die Verarbeitung ist auch recht ordentlich. Wenigstens steht jetzt nicht mehr Mil-Tec auf der Klinge :) (dafür garnichts :mad: ). Mal sehen wie lange es hält.

Als Ausgleich habe ich mir jetzt ein Klappmesser von Victorinox bestell. :) Das "Rescue". Das ist die zivile Version des aktuellen BW-Taschenmessers. (Ich hatte die Pinzette in den letzten Jahren doch recht lieb gewonnen. ;) ) Mal sehen was das taugt.

Matthias
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Trion,
wenn Du das bekommst was da auf dem Bild ist, dann sollte das schon ein original BW-Messer sein.
Trug so etwas selber zu meiner aktiven Zeit 1981 und leistete mir damals gute Dienste. :super:

Grüße

Ralf
 
ist zu empfehlen

Das Ding habe ich auch, allerdings in einer nicht ganz so neuwertigen Ausführung :eek: . Habe es für damals 5,- DM im Armyshop erworben. Für ein "Kampfmesser" würde ich es nicht unbedingt halten, aber ich finde es hat dafür einen umso höheren Nutzwert:

Griffiger Handgriff, auch für große Hände, kein Abrutschen in die Klinge möglich, kein Wackeln, sauber verarbeitet. Grifflänge 11,5 cm, Klingenlänge 14,2 cm, Breite 4 mm, es ist also ein gewisser Brecheisencharakter der diesem Schneidwerkzeug innewohnt :cool: . Nicht schön, gut zu tragen, unkaputtbar. Ich glaube mich zu erinnern, daß der Stahl ziemlich hart ist (steht HSK 70 drauf, sagt uns das was?!).
 
"HSK 70" ist Hersteller und Baujahr:)
Der Stahl wurde glaube ich mal mit X 45 Cr Mo V 14 angegeben. Härte ca. 54 HRC. Er ist mehr auf Elastizität als auf hohe Schnitthaltigkeit ausgelegt, das ist draussen im Feld und bei Verwendung als Vielzweckwerkzeug von Dosenöffnen bis Butterbrotschmieren gar nicht so verkehrt.
Mein original Dienstexemplar, aus der BW-Zeit ins Privatleben gerettet, wurde mir leider geklaut ... ich mochte es ganz gerne. Schnief!
arno
 
Das ist kein "original" BW Messer.
Bei den HSK 70 war der Anschliff bis zu 2/3 der Klingenbreite
hochgezogen und es war definitiv ein Flachschliff.
Das auf dem Bild sieht mir nach Hohlschliff aus.

Gruß
 
Joo, Danke Leute, :teuflisch

Ich sehe das Teil weniger als ein Kampfmesser(ich will ja nicht kämpfen damit) sonder als ein vielzweck einsetzbares Messer, das mich im Sommer jedes Mal beim Angeln, Campen oder bei meinen sonstigen Tätigkeiten im Freien begleitet. Das schöne dabei ist- ich brauche nicht sonderlich auf das messer achten, dass es nicht vielleicht einen kleinen Kratzer bekommt. Ich wollte mir unbedeigt von Marttiini eines von den Modelen mit Gummigriffe kaufen - dieses lag mir z.B. sehr am Herzen:

http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?
mod_nr=hb_04502&GTID=8c1d65a6ec2a87a48fbeac216189bf34a31

aber das ist so ein Schönling, dass es mir fast das Herz brechen würde, wenn die Beschichtung zerkratzt wird. Und draußen im freien auf das Messer wie auf ein kleines Kind zu achten, macht nicht so viel Spass.

Mit diesem BW-Urstein werde ich, glaube ich, ein sehr vielseitig nutzbares Teil meir mir haben.


P.S.(Nix degen Marttiini..da sind mir die Augen geblieben, so schön sind die)
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück