EDC-Messer und Hygiene

AILL

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n'Abend zusammen.

Wie hält Ihr es eigentlich mit der Hygiene bei den täglich fleißig herumgetragenen scharfen Sächelchen?

Wenn man jetzt Karton schneidet oder ein Trillerpfeifchen aus Holz bastelt ist das ja recht nebensächlich - ist mir klar. Ich bin nur unlängst in die Situation gekommen, ein rohes Schweinsfilet mangels eines vernünftigen Messers mit meinem Endura zweizuteilen (was auch vortrefflich geklappt hat *schnipp*)

Vorher habe ich das Messer allerdings (ich befand mich in urbanem Umfeld) noch gründlich gewaschen.

Outdoor sieht das vielleicht anders aus (klärt mich auf) aber da gibts ja auch Feuchttücher die man mitführen kann etz.

Wie ist die Hygienesituation eines Messers das man im Hosensack oder in einer Kydex/Lederscheide (noch ärger) mit sich herumschleppt zu beurteilen in Bezug auf Essenszubereitung?

Hosentaschen und Kydexe neigen ja zum Dreck ansammeln ---

Wie geht Ihr damit um?

Ich bin kein Hygienefanatiker und Siebenmalamtaghändewascher - nein.
Ich verwende zuhause auch nur minimalst Desinfektionsmittel - bin eher ein Freund des gesunden Immunsystems - aber beim Essen zubereiten hört sich der Spaß auf denke ich.

Also: raus mit der Sprache, Schmutzfink oder Bazillenverhinderungspapst? Oder was dazwischen?

Andreas
 
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ich sag nix ..vielleicht halten die Leute mich dann für 'schräg' ..:irre:

Und jetzt mal ohne Flachs ..EDC ..ich benutz es ..wisch es ab (nen Papiertuch hab ich immer in der Tasche) und stecks wieder zurück!

Ich mach jetzt normal nicht meine Schuhe damit sauber oder so ..aber mal was auf- oder zerschneiden mach ich schon ..und mein Brötchen schneiden oder nen stück Wurst absäbeln auch ..ich bin da nicht wirklich zurückhaltend!

Ich pfleg es aber schon und es ist zumindest optisch immer sauber :super:
 
ich reinige meine edc messer nur nachdem ich rohes fleisch bzw. fisch zerteilt habe. ansonsten werden sie ja eh regelmässig gepflegt (weil nicht rostfrei...).
 
Beim Umgang mit Lebensmitteln empfiehlt sich ein gewisser Standard - unabhängig von der Art der Geräte.
 
Ich trage ein Spyderco Urban als EDC. Wenn ich die Gelegenheit zum Spülen habe, dann tue ich es auch. Z.B. nach dem Vesper zubereiten im Büro oder wenn ich es zuhause in der Küche mit verwende.

Bei rohem Fleisch bin ich vorsichtig. Wenn ich welches geschnitten habe, dann spüle ich das Messer immer sofort. Ist dies nicht möglich, z.B. beim Grillen im Grünen, dann wird das Messer nicht mehr verwendet, bis ich es ordentlich spülen kann.

Nicht dass ich dann ohne Messer wäre - oder hast Du etwa tatsächlich nur eins dabei??? :steirer:

Bei durchgegartem Fleisch oder Wurst sehe ich das ganz gelassen. Da wische ich es einfach mit einem Tempotuch ab. Wenn ich z.B. beim Wandern Salami damit schneide, dann ist die Salami streng genommen genauso fettig, ungekühlt und "unhygienisch", wie das fettige Messer. Dann ist auch eher ein feststehendes Marttiini im Einsatz, das nicht ganz rostfrei ist. Etwas Fett ist da garnicht so schlecht.

Wenn ich mit dem Zelt unterwegs bin, dann wird normalerweise nach dem Essen noch Wasser für Tee auf den Trangia gestellt. Da lasse ich dann schonmal etwas kochendes Wasser über die Klinge laufen und reibe sie dann trocken.

Von einem muß ich jedoch aus eigener Erfahrung abraten: Ich hielt es mal für eine tolle Idee, mein Messer unterwegs mit Feuchtpflegetüchern aus dem Wickelrucksack des Nachwuchses sauber zu wischen.
Diese sind jedoch mit irgendeiner Pflegelotion getränkt. Dadurch war das Messer nach der Reinigung schmieriger als vorher. Und zudem -ich kann's nicht anders sagen- erinnerte mich der Duft des Messers zu sehr an einen frisch gepflegten Babyhintern. :glgl:

Ich würde es mal so sagen: Absolut hygienisch ist das alles nicht - aber man tut was man kann und sollte sich vielleicht darüber hinaus einfach nicht zu viele Gedanken machen.
 
Danke für die Teilnahme bisher, bevor ich jetzt schlafen gehe:

vielleicht habe ich mich nicht ganz klar ausgedrückt:

es ging mir um die Reinigung VOR der Verwendung, nicht DANACH.

Ich gehe davon aus, dass ein Feitel der (selbst nach penibler Reinigung) wenn er einmal ein paar Tage im Kydex verbracht hat oder in der Tasche meiner Jeans nicht mehr so ganz astrein ist.

Da ist nämlich nachher nicht gleich vorher - denke ich.

Andreas
 
Hm, ich bin hier sehr pragmatisch.
Papiertaschentuch habe ich fast immer dabei, zur Not tut es auch die Jeans. Kurz abwischen - fertig.

So "gereinigt" habe ich kein Problem damit ein Brötchen aufzuschneiden, oder ein Stück Salami abzuschneiden.
Bin bislang damit gut gefahren und habe davon nie Schaden genommen.

Greetz´

Anvil1971
 
Ich würde gern die Andeutung oben unterstreichen, daß feststehende Messer für solche Zwecke etwas geeigneter sind und natürlich, bei entsprechender Gelegenheit, einsatzbereit gehalten werden - wie jedes Werkzeug halt. Taschenmesser vielleicht eher als Notbehelf. Oder?

PS Die schon erlebten Fleischbearbeitung bei Klappmessern mit starker "Patina" (Karbonstahl) sehe ich etwas skeptisch.
 
Meine Messer finden relativ regelmaessig und haeufig Verwendung als Kuechenmesser - bereite ich dabei was fuer mich vor, entscheid ich spontan, welches Messer am besten passt und ob ich das vllt. nochmal sauber machen will (eher selten ;)) oder ein andres nehm.

Wird das Messer zum Zubereiten von Essen auch fuer andere Personen benutzt, hab ich den Standard, die Messerklinge und manchmal auch das ganze Messer immer vorher mit klarem, heissen Wasser gruendlich abzuwaschen.
Aber wenn eine Klinge schmierig oder dreckig ist, versuch ich sie generell sobald wie moeglich sauber zu machen oder ich benutz das Messer dann erstmal nicht.
 
Bitte die Klugscheißerei zu entschuldigen, aber insbesondere bei der Bearbeitung von Geflügel sind solche Maßnahmen nicht ganz ohne Sinn. :)
 
Ihr habt natürlich vollkommen recht. Deshalb habe ich mir folgende Vorgehensweise angewöhnt. Immer wenn mich abseits jeglicher Zivilisation ein leichtes Hungergefühl beschleicht, dann packe ich eins meiner tiefgefrorenen EDC-Hühnchen aus meinem EDC-Rucksack (ich habe immer 3-4 dabei, man kann ja nie wissen).

Aber bevor ich es mit meinem unhygienischen EDC-Messer zerteile hole ich meine klappbare OP-Schwester aus dem EDC-Rucksack, die das Messer dann in meinen ultraleichten Titan-Autoklav legt und erstmal dafür sorgt, dass es klinisch rein ist.

Inzwischen ist mein EDC-Hühnchen aufgetaut und ich kann es unbesorgt kleingeschnibbeln, es in meinem Karbonfaserofen garen und dann genüsslich verspeisen.

Wenn ich zuhause in der Küche ein ganz normales Hühnchen in einen ganz ordinären Ofen schiebe, dann reicht mir meistens, das Messer vorher mit Spülmittel und lauwarmem Wasser zu behandeln - auch wenn das total unhygienisch ist.
 
Mein Großvater sagte immer "Dreck reinigt den Magen", also einfach nach den Gebrauch ordentlich sauber lecken und dann unterm Arm zum trocknen durchziehen :irre:
 
Nach dem Gebrauch stecke ich es ein paar mal in die erde, die ist oft auch etwas feucht, und wisch es dann mit einem Tuch oder an der Hose ab. Sollte es an Schärfe verlieren, dann gibt es immer noch den kleinen Keramikstab. ;)
 
Wie hält Ihr es eigentlich mit der Hygiene...
Mit gesundem Hausverstand. Hin und wieder wische ich die Klinge an der Hose ab, bevor ich Lebensmittel schneide. Ist die Klinge danach fettig oder sonst irgendwie verschmutzt, wird mit einem Papiertaschentuch nachgewischt. Sollte ich rohes Fleisch schneiden, wird mit Wasser und Spülmittel gereinigt.

Outdoor wird mit mit Wasser und gegebenenfalls mit Sand oder Erde gereinigt.

Hasenfuss
 
Bei rohen Fleisch wasche ich das Messer vorher wenn möglich mit warmen Wasser und Spühlmittel, wenn Spühli nicht vorhanden, dann nur mit Wasser und mit Tempotaschentuch abreiben, fehlt auch noch das Wasser, tuts auch nur das Tempo ...

Bei Salami, Brot und Apfel nehme ich beim EDC nur das Tempo oder gebe mich mit der Jeans zufrieden.

In aller Regel brate ich rohes Fleisch recht schnell nach der Schnippellei bis es durch ist... ich habe da gar keine Bedenken dass dies die gesammelte Virenschar überlebt!
Angesicht's der Problematik überlege ich mir gerade, wie unsere Vorfahren ihre doch recht heikle Nahrungszubereitung längerfristig überleben konnten .... :D

Gruß Khayman

Nachtrag: Worauf schneidet ihr eigentlich "Outdoor" das rohe Steak? Die Auflagefläsche des Untergrundes beim Schneiden ist sicherlich um Welten größer als die Schnittkante des EDC .... :glgl:
Da nun mal das Hygieneproblem angesprochen wurde, sehe ich da (und auch manchmal in der Indoor Küche) größeres Diskussionspotenzial.
 
Last edited:
Ein gesundes Mass an Bakterien hält das Immunsystem am Laufen:glgl:
Nichtsdestotrotz: Meine zwei aktuellen edc's sind Spyderco UKPK und Wilkins Ryback Bushcrafter.
Das UKPK wird regelmäßig abgewischt und immer wieder mal von Hand abgewaschen.
Das Ryback wird nach jeder Benutzung gründlich gespült; es kommt auch überwiegend in der Küche zum Einsatz.
Ich hab länger keine Outdooraktivitäten veranstaltet, aber wenn, dann hatte ich immer eine kleine Flasche umweltverträgliches Spülmittel dabei.
 
Moin

also bei mir sieht das so aus: wenn ich Abends nach dem Abendbrot mein Messer reinige halte ich es gründlich unter warmes Wasser mit Spüli.
Wenn ich unterwegs bin, oder meine es müsste auch so mal wieder eine "richtige" Reinigung bekommen, dann benutze ich diese ganz normalen Alcohol Pads die es in Hunderterpackungen in der Apotheke gibt. Die gehören mittlerweile zu meinem EDC und werden zum Reinigen von allem und jedem benutzt.:hmpf:
 
Weil oben angesprochen wurde, das Kydex-Scheiden Dreck ansammeln:

Ich frage mich, warum man die nicht rund herum mit den Chicago Screws ausführt.
Dann wäre es egal, wie schmutzig man das Messer reinsteckt, denn man kann die Scheide dann ganz einfach zerlegen und abputzen.

Sollte doch eigentlich problemlos möglich sein.

Wäre für Messer, die regelmäßig zur Verarbeitung von Lebensmitteln eingesetzt werden, eine gute Lösung.

Auch für Jäger wäre das, glaube ich, optimal, denn das Messer beim zerlegen des Wildes imm irgendwo hinlegen ist auch nicht so dolle.

Es wird immer geraten das Messer, wenn es nicht benutz wird in die Scheide zu stecken, dann weiß man wo es ist und greift nicht versehendlich hinein.

Nur blutverschmiert stecken die Jäger ihre Messer bestimmt auch nicht so gerne in die Lederscheide.
 
Hallo Guido,

nach dem Aufbrechen findet sich in der Natur immer irgendwas, womit man sein Messer abwischen kann. (Bachgraben mit fließendem Wasser, Schnee, feuchtes Gras etc.)
Zu Hause wird es dann "richtig" sauber gemacht, in lauwarmem Wasser mit ggf. etwas Spülmittel.
Ihr habt schon recht, Jagdnicker lassen sich besser reinigen als Taschenmesser, besonders bei moderneren Verschlußarten kann sich Schmutz und Schweiß festsetzen. Habe ich mal bei einem Victorinox mit dem seitlichen Schieber erlebt, daß der ganze Feststellmechanismus in verschmutztem Zustand nicht mehr so gut funktioniert.
 
Also bei rohem Fleisch wäre ich auch vorsichtig ! Danach reinige ich das Messer wenn es geht direkt.Dazu reicht aber genug kaltes Wasser drüber :)
Wobei ich einen Unterschied zwischen "natürlichem Dreck" ( ist für mich Erde im Wald,oder Sand,Matsch,oder Blätter,etc. ) und anderem Mache.
Manchmal kann nähmlich der "urbane" Dreck viel schädlicher sein als die Natur selbst.Und wie sagt man so schön:" Dreck reinigt den Magen " :D

Aber wie gesagt,bei rohen,organischen Sachen bin ich auch vorsichtig.
Sonst werden meine EDC´s ( ist meistens immer nur eins über eine längere Dauer ) einfach alle paar Wochen mal abgespült.Mit der Brause in der Dusche einmal durch,mit dem Massagestrahl schön in die kleinsten Ecken rein,fertig ! Vielleicht nen Tropfen Spülmittel dazu,das wars :)
Dann einfach über der Heizung trocknen und schon geht´s wieder mit auf die Reise :D Hat bis jetzt immer gut geklappt :super:
 
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