Federmesserdrücker----zeigt her eure Modelle

Störtebeker

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Hallo Messerfreunde,
nachdem ich in den vergangenen Tagen mehrere alte Federmesserdrücker erwerben konnte, wollte ich diese erst mal suchen zwecks mehr Infos.

Allerdings mußte ich leider feststellen, das es relativ wenig zu dieser schönen und interessanten Verriegelungsart an Infos zu erfahren gibt.

Welche Hersteller haben solche Messer gebaut?

Welche unterschiedlichen Modelle gab es?

Ab wann gab es sie und bis zu welcher Zeit?

Heute gibts es nur noch die Hartkopfmesser und ganz Neu das Böker Enigma------- sonst leider keine Hersteller mehr.

So bin ich nun zu der Idee gekommen,
mal meine gesamten Modelle hier nach und nach einzustellen........aber in einem Beitrag.

So bekommt man es denke ich mal Übersichtlich hin und es wird ein kleines Nachschlagewerk für alle Sammler und Interessierte.

Was toll wäre, wenn Ihr Eure Modelle hier dann auch in Wort und auch vorallem Bild dann einstellt, sodass es möglichst eine große Ubersicht ergibt.

Von mir kommen Messer folgender Firmen: Gräfrath, Robert Klaas, Bonsa, Gottlieb Hammesfahr, Böker, Otter/Berns, F°K und mehrere ungemarkte Modelle.​

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Ich fange dann mal mit den 3 ältesten Modellen an.

Das mit dem Bunten Griff----ist ähnlich Schildpatt --- ist mit F°K garantie Solingen gemarkt.
Also der Hersteller FK = Friedrich Koch Friedrichswerk, Solingen.

Die beiden anderen sind ungemarkt.

Was dem Alter entspricht, sind die Korkenzieher, welche noch aus Rundmaterial ausgeschliffen sind und nicht wie später "Heiß gedreht" wurden.
Auch sind alle Klingen aus normalen Stahl und rostend, also nicht rostfrei.

Der Messertyp "Frauenschuh" vom Muster her gleich, bis auf Material der Griffschalen und andere Griff- und Klingenlängen.

Das F°K Messer hat eine Grifflänge von 10cm und klingenlänge von 8,5cm
Das Messer darunter mit dunkelbraunem Knochengriff ist von gleicher Größe.
Das untere Messer mit Hirschhorngriff hat eine Grifflängevon 11,5cm und eine Klingenlänge von nur noch 7cm ----- wohl etwas abgenutz/abgeschliffen.












 
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Abu

Premium Mitglied
Hallo Störtebeker,

Danke für die tolle Initiative! Das sind in der Tat sehr interessante Messertypen - und deshalb auch mein klar umrissenes Sammelgebiet.;) Schön, dass du mit deinen alten Fundstücken schon mal angefangen bist, ich folge, könnte aber immer ein bisschen dauern. Und ich bin sehr gespannt, was hier zusammenkommt.

Gruß
Abu
 

bigbore

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Interessantes Thema. (Aber sollte es nicht "Federdrückermesser" heissen?)
Ich kann leider nicht viele Infos beitragen, nur ein paar Bilder von meinem Bonsa

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Störtebeker

Mitglied
Hallo allerseits,
das läuft ja gut an.

@bigbore:
Dein Bonsa siehl klasse aus, ein Messer dieses Fabrikates hab ich auch und stelle es jetzt hier auch mal vor:

Grifflänge ist 11cm
Klingenlänge ist 8,5cm








Hier das Bonsa im Vergleich zum kleinen Gräfrath Messer




 
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bigbore

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Danke.
Eines hab ich noch, leider in schlechtem Zustand.
Infos dazu hab ich keine, die Bilder zeig ich trotzdem.

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Rudi_57

Premium Mitglied
Servus Störtebeker,
prima Einfall.
Kann das sein, dass die auch mal von Boker USA Tree Brand
gefertigt wurden? Evtl. zwischen den Weltkriegen? Oder später?
Ich bin da nicht so der Experte.
Wenn ja, habe ich evtl. eins in der zweiten Heimat liegen.
Fotos kommen, sobald ich mal wieder dort bin,
Gruss,
Rudi
 

Störtebeker

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Danke.
Eines hab ich noch, leider in schlechtem Zustand.
Infos dazu hab ich keine, die Bilder zeig ich trotzdem.

Anhang anzeigen 232721

Hallo bigbore,
das Messer hat ja einen Herstellerstempel auf der Klinge.

Das müßte die Firma Kastor & Co in Solingen Ohligs sein.

Das Messer müßte so ca im Zeitraum 1910 - 1920 gefertigt worden sein laut Klingenstempel.

Für das Alter ist es gut im Zustand und sammelwürdig.:super:

Gruß
Michael
 

Störtebeker

Mitglied
Hallo allerseits,
hier nun mein Gräfrath Messer.

Es ist das kleinste bzw zierlichste Messer dieser Reihe und mein Lieblingsstück.
ein absoluter Handschmeichler, der öfters auch mit darf und genutzt wird.

Grifflänge ist 9 cm
Klingenlänge ist 7cm und Rostfreier Stahl.




















Dieser Typ wurde auch noch nach der Übernahme durch die Firma Hubertus produziert und ist heute noch auf der Homepage von Hubertus zu sehen.
Artikel-Nr. 11.311.HH 01 und etwas größer unter 12.311.HH.01.

https://www.hubertus-solingen.com/hubertus-bilderkatalog-seite-7.html

Leider sind beide Messer dort zwar noch aufgeführt, aber nicht mehr lieferbar.
Auf Nachfrage bei Herrn Ritter konnte nichts zu einer Neuproduktion bzw. Wiederauflage gesagt werden.
 
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Störtebeker

Mitglied
Servus Störtebeker,
prima Einfall.
Kann das sein, dass die auch mal von Boker USA Tree Brand
gefertigt wurden? Evtl. zwischen den Weltkriegen? Oder später?
Ich bin da nicht so der Experte.
Wenn ja, habe ich evtl. eins in der zweiten Heimat liegen.
Fotos kommen, sobald ich mal wieder dort bin,
Gruss,
Rudi

Hallo,
Bilder sind immer Willkommen. :super:

Ein altes Böker mit Patronenzieher hab ich auch als Federdrücker.......das kommt noch.
Das müßte auch 30er Jahre sein.

Gruß
Michael
 

Abu

Premium Mitglied
Wie es der „Zufall“ will haben mich heute mein kleiner Enkel und ein Wittgens, Solingen in die Natur begleitet, Picknick obligatorisch. Die Schafsfußklinge ist für mich von besonderem Nutzen, da sehr gut zum Schnitzen geeignet! Ein schönes Messer durch die Hahnenkopfbacken. Alter 60er Jahre?

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Gruß
Abu
 

Störtebeker

Mitglied
Hallo Abu,
ein elegantes Messer hast du da.

Die Hahnekoppbacken sind ja ein typisches Merkmal der Solinger Messer, auch dieser Federdrücker.
Und die fehlen den neuen Modellen von Hartkopf und Böker leider.

Das Hartkopf habe ich auch,ist super verarbeitet,aber hat nicht das Flair der alten Modelle.
Werde es auch zum Ende hin mal hier einstellen.

Gruß
Michael
 

Abu

Premium Mitglied
Gehen wir mal der Spur nach, ab WANN es diese Messer gab und ggf. WOHER möglicherweise diese Innovation kommt. Ich habe irgendwo mal 1880er Jahre gelesen, leider die Quelle nicht vermerkt.

Vielleicht ist die Technik aber doch älter und die Geburtsstätte nicht Solingen - warum nicht Nixdorf?

Ich habe dieses sehr alte Messer mit einem sehr ungewöhnlichen Stempel, den ich per Vergleich ziemlich eindeutig Ignaz Rösler Nixdorf zuordne. Neben seinem bekannt-klassischen, in der Literatur verzeichneten Logo gab es also weitere. Ich denke, der wenig verbreitete Stempel mit den Fragmenten des Doppeladlers der Donaumonarchie plus IR ist sogar deutlich älter. Nach dem Tod von I. R. (dem Jüngeren) 1889 wurde aus der Firmierung „Ignaz Rösler Nachfolger“, die sich angeblich wieder dem Handel widmete. Separat wurde 1865 bereits eine Manufaktur „Ignaz Rösler Söhne“ gegründet. Meine Schlussfolgerung: das Messer ist in jedem Fall vor/bis 1889, mit dem „älteren“ Stempel sogar deutlich davor. Dann dürfte die Wiege der Technik evtl. eher in Böhmen als Solingen gestanden haben. Ich lasse mich aber gerne überzeugen, bin gespannt....

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Daten:
Geschlossen 10 cm
Große / Kleine Klinge 8 / 4,5 cm
Griff Horn, Stahl, Silber/Neusilber?

Gruß
Abu
 

Rudi_57

Premium Mitglied
Servus Abu,
ich habe das Böker Messer nicht hier, es liegt in der zweiten Heimat,
und Mmselle ist auf Reisen, die kann momentan auch kein Bild schicken.
Weißt Du evtl., ob die auch von Boker in den USA gefertigt wurden,
oder waren das Solinger Exporte? Soweit ich weiß, stammt nämlich
mein Exemplar aus den USA, wir haben es von einem inzwischen
verstorbenen US - Mitbürger. Er war allerdings als GI im WKII in
Frankreich und Deutschland.
Dass Germany auf der Klinge steht, weiß ich sicher.
Gruß
Rudi
 
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Abu

Premium Mitglied
Interessantes Thema. (Aber sollte es nicht "Federdrückermesser" heissen?)

Kann ich auch nicht explizit sagen, die Amis nennen es „pen blade release“, was dem „Federmesserdrücker“ eher entsprechen würde.

Böker nennt es an seinem „Enigma“ schlicht Backlock, obwohl da gewiss kein Lock-(release) auf dem Messerrücken sitzt.

@Störtebeker: übrigens danke für den Hinweis auf das Enigma, hätte ich so nicht gesehen.


Es gibt noch einen aktuellen Hersteller, schön handmade Stück für Stück: Hans Weinmüller (DMG) verbaut diese Variante auch in seinem Gunstock-Modell. (Muss ich noch drauf sparen....:hmpf:)


Abu
 

Abu

Premium Mitglied
....
Dass Germany auf der Klinge steht, weiß ich sicher.
Gruß
Rudi

Hallo Rudi,

Wenn Germany draufsteht, sollte auch Germany drin sein, mal fakes ausgeschlossen. Neee, im Ernst, ich hab mal das Boker-Buch von Neil Punchard zur Hand genommen, auch danach würde ich immer made in germany, hier Solingen, sagen. Es gab sogar amerikanisierte Stempel wie „H. BOKER & CO‘s CUTLERY, Germany“, gefertigt in Solingen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Herkunftsbezeichnung rechtlich klar vorgeschrieben war.

Gruß
Abu
 

Störtebeker

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Hallo allerseits,
hier mal mein Böker mit Patronenauszieher.

Die Patronenhülsenauszieher sind für Schrotpatronen Kaliber 12 & 16.

Das Messer habe ich vor ca 2 Monaten im Böker Werksverkauf erstanden und war überrascht, solch eine altes Modell dort in der Vitrine liegen zu sehen.

Auf Nachfrage wurde mir gesagt, das es aus der Sammlung des Werkes kommt, und dort ab und an Modelle ausgesondert werden.
Deswegen auch noch die rote Inventarnummer auf der Klinge.

Das Messer ist absolut Top in Quallität und Zustand......quasi neuwertig.

Das Messer soll produktionstechnisch aus den 30er Jahren sein.

Zusammen mit diesem Modell habe ich noch einen alten Böker Springer erworben, auch aus den 30er Jahren und genauso Top.

Da konnte ich absolut nicht wiederstehen..............:steirer:

Wenn die Messer in falsche Hände gekommen wären......:irre::haemisch:








 
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blackfox

Premium Mitglied
... sollte es nicht "Federdrückermesser" heissen?...

Kann ich auch nicht explizit sagen, die Amis nennen es „pen blade release“, was dem „Federmesserdrücker“ eher entsprechen würde....

Federmesserdrücker ist schon richtig. Auf gut Solinger Platt heißen die "Federmetzdröcker".

Ein Federdrückermesser wäre ein Messer, bei dem man irgendetwas federndes drücken muss. Liner Lock, Back Lock, Frame Lock, etc. Du siehst schon: Irgendwas federt da immer.

Das besondere bei diesen Messern ist eben, dass man auf das Federmesser drücken muss. (Das heißt bekanntlich nicht so, weil es federt, sondern weil man damals™ mit dieser kleinen Klinge Gänsefedern zurechtgeschnitzt hat, um damit schreiben zu können.) :)

Wirklich schöne Messer habt ihr da. :super:
Danke fürs zeigen.
 

Abu

Premium Mitglied
Hallo Störtebeker,

Ein wunderbar schlankes Messer hast Du da ergattert, hätte ich auch nicht widerstanden:super:

Aber ich will mal was zur Ent- und Verwirrung beitragen. In den US gibt es einige Sammler, die mit viel, viel Mühe versucht haben, eine gewisse zeitliche Ordnung in die Bökermesser zu bringen, bereits zitierter Neil Punchard mit seinem BOKER Buch (Wieland Verlag) ist einer von ihnen.

Bökers Zeitangabe 30er „produktionstechnisch“, was immer das heißt.....
Drei Merkmale kann man heranziehen:
Der Klingenstempel wurde 1932 bis in die Gegenwart genutzt, hauptsächlich bis 1950, aber auch für Reproduktionen.
Der einzelne Baum auf der Rikasso-RS spricht generell für ein „älteres“ Modell.
Das Schild im Griff ist allerdings sehr up to date: ca. 1960 bis heute.
Wie angekündigt: Verwirrung, alles möglich.... :confused:
Nur eines ist sicher: sehr schönes Messer!

Abu
 

Rudi_57

Premium Mitglied
Störtebeker,
Du kannst aber auch Pech haben, dass Du gerade dieses Messer
vor der Schrotthalde gerettet hast:steirer:
Gruss
Rudi
 

Störtebeker

Mitglied
Hallo Messerfreunde,
schön das euch die Messer und der gesamte Beitrag hier gefällt.

Ich mach dann mal mit dem Federmesserdrücker der Firma Gottfried Hammesfahr aus Solingen-Foche weiter.

Grifflänge ist 10,5cm
Klingenlänge ist 8,5cm







 
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