Mein "Drumm-Trumm": Rückblick auf ein schönes Jahr

Mephistopheles

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Guten Abend, werte Gemeinde! Heute möchte ich euch endlich mal mein liebstes handgemachtes Messer vorstellen:

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Nun, wo Fange ich an? Wohl am besten hier:
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=62513

Ich will ja schließlich nicht verhehlen, dass eigentlich der Beppo an meinem Glück schuld ist. :steirer:
Der Mensch weiß einfach eine so mitreißend-kindliche Freude zu verbreiten, wenn es um rustikales, aber taugliches Werkzeug geht, dass ich einfach nicht anders konnte, als auch so was zu wollen.

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Zwei zusammengenietete Dachlattenhälften mit einem dicken, scharfen Stück Metall dazwischen. Ich denke, dieser erste Eindruck entsteht bei vielen "Nichtwissenden" beim ersten Anblick - Understatement pur. Ich mag irgendwie Dinge, deren eigentliche Qualität sich erst bei genauem Hinsehen erschließt. Und dass Armin offenbar zu nix anderem als Qualitätsarbeit fähig ist, beweist er uns ja regelmäßig.

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Nachdem sowohl Beppo, wie auch ich und Armin uns regelmäßig im Chat aufhalten, war der Kontakt zur Planung meines "Trumms", wie ich es gerne nenne, kein Problem.

Das lief dann in etwa so:

Ich: "So wie das von Beppo, nur kleiner."
Armin: "NOCH kleiner?!"
Ich: "Jo, so 19-20 cm Gesamtlänge"

...nunja, ich brauche/gebrauche es eben als EDC im eher urbanen/zivilisierten Umfeld und trage es meist in der vorderen Jeanstasche (zudem hab ich eher kleine Hände). Dennoch sollte es massiv/stabil genug sein, um mich davon abzuhalten, mir sowas wie ein ER Shrapnel zu kaufen, falls ich jemals der Meinung sein sollte, ich bräuchte ein Hebeleisen.

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Natürlich sollte es auch nicht einfach ein Abbild der Vorlage sein, schließlich war es auch mein erstes Custom.

Also entschied ich mich als Griffholz für was einheimisches, nämlich Eiche, die Oberfläche nicht poliert, sondern gebürstet. Das verleiht dem Griff eine interessante Haptik und noch rustikalere Optik, wie ich finde.

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Das ausgeschmiedete "Schwänzel" am Griffende anstelle eines Fangschnurloches war allerdings Armins Idee. Ich fands gut und jetz isses dran und erfüllt regelmäßig seinen Dienst als Flaschenöffner.

Der Stahl ist übrigens 1.2510, wenn ich mich recht erinnere.

Am KAMFT 2009 konnte ich es dann endlich entgegennehmen. Ein würdiger Rahmen, wie ich finde ;)

Nun denn - zum Gebrauchswert des Messers.

Hoch. Sehr hoch.

Muss ich mehr sagen? Ok:

Ja, es ist Stabil. Von größeren Holzscheiten (Buche/Eiche) kleinere Späne fürs Grillfeuer mittels Schlagholz abtrennen geht gut, mache ich aber nur seltenst. Die Schärfe leidet dabei nur wenig. Nach der Grillparty ist natürlich trotzdem eine Runde auf dem Sharpmaker nötig - finde ich jedenfalls.

Ja, es ist Scharf. Und bleibt es auch lange genug, um auch mal zu vergessen, wann man es denn das letzte Mal geschärft hatte. Rasierschärfe erreicht es schnell, eine überdurchschlittliche Gebrauchsschärfe hält es lange.

Nein, ein Küchenwunder ist es nicht - Aber mal ehrlich: Muss es das? Ich sehe es eher als Brotzeit- und Grillfestmesser an, das auf Grund seiner Dicke seine Grenzen hat, durch seine Klingenhöhe aber auch zu Feinerem fähig ist. Dicke Karotten, Sellerie oder Kartoffeln werden natürlich eher gespalten, aber es geht:
Die Position des Griffes im Verhältnis zur Schneide erinnert aber auch etwas an ein Kochmesser. Das macht die Kraftübertragung einfach und erleichtert auch das Wiegen von z.b. Petersilie. Schalottenwürfel werden ebenfalls schön klein.
Noch ein zartgekochtes Stück Suppenfleisch wüfeln, Essig und Öl dazu, abschmecken und fertig ist ein leckerer Fleischsalat als Beilage zur Fleischbrühsuppe - ohne ein anderes Messer gebraucht zu haben :D

Nein, es ist kein Leichtgewicht und auch nicht schlank. Aber das wollte ich auch nicht. Trotzdem zieht es mir die Hosen nicht runter. Sollten diese eng sein, kann es allerdings komisch aussehen, da vorne in der Tasche...

Ja, der Stahl ist nicht "Rostfrei" - aber rosten tut er eigentlich auch nicht. Bischen anlaufen, bischen verfärben, jo. Das wars aber schon. Patina eben.

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Nein, ich gebs nicht mehr her. Da müsst ihr bei Armin schon selber eins in Auftrag geben :D

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Danke fürs lesen, hoffe es hat Spaß gemacht.

Daniel

P.S. : Bilder kommen nach und nach noch dazu, meine Verbindung braucht nur so ewig zum uploaden.
 
Last edited:
Hi Meph,

das hat ja lang gedauert:D

Schön das Du mich dran erinnerst, daß ich auch noch einen Drumm brauche....:cool:

Grüße,
Pit
 
@ Beppo??:steirer: nicht benutzt? weil noch eine Spitze drann ist :irre:
Gute Beschreibung
Tolles Messer

Gruss unsel
 
Nein, ich gebs nicht mehr her. Da müsst ihr bei Armin schon selber eins in Auftrag geben :D
Wenn ich mir diesen Bericht und die Messer von Armin so anschaue, wird das früher oder später definitiv passieren. Danke für diesen Praxisbericht und die tollen Fotos.

Gruß,
Carsten
 
Herrliches Stück! Schönes Holz, schöner Stahl, schöne Form - und saugeile Fangriemen"öse". Schreib doch mal bitte noch ein paar mehr Maße und Deine Handschuhgröße dazu, damit man einen noch genaueren Eindruck bekommt. Für mich sieht es aus, als komme man um den Griff nur mit Mühe herum... :glgl:

Glückwunsch jedenfalls zu einem wirklich tollen Messer! :super:

P.S.: Die Pins sind Kupferdraht, oder?
 
Nabend nochmals. Freut mich, wenns euch gefällt.

Noch ein Paar von den hübschen Bildern vom letzten Mai hätt ich da:

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Weitere Infos und Maße?...na gut:

Meine Hände passen in Handschuhe der Größe 8 bis 8,50,also nicht die Welt. Die Länge des Messers über den Rücken gemessen beträgt ziemlich genau 20cm (ohne Ringelschwänzchen), die Klingenstärke beträgt ca 6mm - vorm Griff gemesen. Zum Griffende hin getapered und auch zur Spitze hin Schlanker werdend.

Zahlen kann man sich aber eh so schlecht vorstellen, daher hab ichs mal geschwind auf diese Weise versucht:

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Der Messergriff fühlt sich für mich nicht zu dick an. Man hat halt richtig was zum Zupacken dran, daran habe ich nix auszusetzen. Nicht ganz rumkommen? Wie man's nimmt.

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Von der Länge her sind die Griffschalen übrigens meiner Handbreite angepasst. Ob sich das jetzt aus den Proportionen so ergeben hat, oder ob ichs Armin mal erzählt hatte, weiß ich nicht mehr. Mir gibt es jedenfalls das Gefühl von "maßgeschneidert" ;).

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Noch ein bischen was, mit dem viele was anfangen können:

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Und für die "moderneren" unter euch:

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und einmal rustikal vs. tactical:

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Das dicke Ende darf natürlich nicht fehlen:

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Und im Nachhinein noch ein "'tschuldigung" für die Ladezeiten :lach:
 
Last edited:
Tolles Messer und tolle Fotos.
Genau mein Geschmack, der Trumm.
Danke!
Die Patina sieht auf den Fotos aber schon etwas Eisenoxid-mäßig aus. Wie behandelst du die Klinge? Bei meinen Rostenden hat sich, nach dem säubern, ein abreiben mit Kieselerde bewährt. Mit Öl vermischt und auf einen Weinkorken aufgebracht, beseitigt es Rost und erhält die Patina. Komischer Geschmack und/oder Geruch treten seitdem nicht mehr auf. Hab ich, na klar, hier im Forum gelesen.
espresso
 
Tolles Messer und tolle Fotos.
Genau mein Geschmack, der Trumm.
Danke!
Die Patina sieht auf den Fotos aber schon etwas Eisenoxid-mäßig aus. Wie behandelst du die Klinge? Bei meinen Rostenden hat sich, nach dem säubern, ein abreiben mit Kieselerde bewährt. Mit Öl vermischt und auf einen Weinkorken aufgebracht, beseitigt es Rost und erhält die Patina. Komischer Geschmack und/oder Geruch treten seitdem nicht mehr auf. Hab ich, na klar, hier im Forum gelesen.
espresso

Was den Geschmack angeht: Ich habe gerade mal an der Klinge geleckt. Da schmeckt nix nach Eisen. Als Eisenpfannenbenutzer würd mir das auffallen.

Die Patina hat auf den Bildern eine gelb-bräunliche Färbung, das stimmt. Muss am Blitz liegen, eigentlich erscheint sie viel grauer. Da frisst sich auch nix in die Klinge oder färbt ab. Bei D2-Stahl kann man mitunter ähnliche Farbschleier beobachten, ohne dass da was über ein "anlaufen" hinaus bemerkbar wäre. Ich nehms hin...

Gepflegt wirds entweder mit Tuf-Cloth oder mit Wurst.
 
Sehr gut!
Ich meinte natürlich den Geschmack auf den Lebensmitteln. Aber ich denke, wir haben uns da schon richtig verstanden!? Ich lecke auch eher selten an meinen Eisenpfannen (Schmiede in Vorderhindelang plus Gasherd !!!). Wurst als Pflegemittel ist eh die erste Wahl, vielen aber zu unhygienisch (was auch immer das bedeutet). Hab auch schonmal von "Nasenfett" als adäquatem Mittel zur Messerpflege gehört, möchte aber nicht ins bodenlos Ekelhafte abschweifen.
Jedenfalls mache ich mir nach deiner Antwort fortan keine Sorgen mehr um das schöne Stück.
LG
espresso
 
Ok, wenn ich das Geld angespart habe, werde ich bei Armin vorstellig. Danke für die schönen Bilder, das Messer ist echt klasse!

Gepflegt wirds entweder mit Tuf-Cloth oder mit Wurst.

LMAO! Das könnte man auch prima als Signatur verwenden (es deckt ja quasi das gesamte Spektrum von Tactical bis Oldschool ab). :D

Gruß,
Carsten
 
@ espresso:

Meine Antworten sind oft mit einem Augenzwinkern zu lesen, ich vermeide bloß nach Möglichkeit die Smilie-Orgien.

Ich habe es schon richtig verstanden und bei anderen Messern auch schon erlebt, dass sie den Geschmack der Speisen beeinträchtigen - und nicht richtig eingebrannte Eisenpfannen sind da noch schlimmer, das meinte ich damit.

Sollte ich tiefere Veränderungen der Oberfläche bemerken, werde ich es auch mal mit der Korkenpolitur versuchen, bis dahin bin ich mit dem Istzustand zufrieden.

An der Klinge geleckt hab ich trotzdem ;)

Grüße,
Daniel
 
Ich hoff da Meph ist mir ned böse, wenn ich jetzt einfach die Bilder von meinem "Trumm" reinstell.
Aber es passt ja.






 
Quatsch...böse...tse..

Ich freu mich doch, wenn man die beiden Geschwisterchen mal zusammen sieht :super: Bei dir wirds sicher Artgerecht gehalten. Hast du das Holz gezielt nachgeölt, oder ists von selbst so nachgedunkelt beim speckig werden?

aber "Meiii, des is ja gar ned benutzt!" lass ich trotzdem nich gelten.

Bloß weil ich nicht am Griffholz rumkaue (geh mal zum IKEA, da gibts Bleistifte umsonst) oder die Klinge mit dem Geröll vom Wanderparkplatz poliere? Ha!

Grüßle :steirer:
 
so angestiftet von dem Beitrag, habe ich mir auch ein Drumm als Fertigklinge bestellt, nach folgender Zeichnung

ich werde dann sobald die Klinge fertig ist weiter berichten und Bilder einstellen

Grüße

Matthias
 

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  • Zeichnung Drumm.pdf
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Und wie man an Da Beppo's Bild vom hinteren Griffabschluss gut erkennen kann, eignet sich das Griffholz auch als Notproviant. :steirer:

Spaß beiseite, ich habe eine etwas gestreckte Version der Drummschen Robusta Serie fürs Brotzeiten an knochenbewerten Dingen wie Hendl und Haxn. Richtig tolle Messer, an den wichtigen Stellen bestens verarbeitet, und nach außen Understatement und höchste Gebrauchstüchtigkeit/Robustheit.


Gruß Michael
 
so angestiftet von dem Beitrag, habe ich mir auch ein Drumm als Fertigklinge bestellt, nach folgender Zeichnung [...]
ich werde dann sobald die Klinge fertig ist weiter berichten und Bilder einstellen

Ich bin schon gespannt wies wird. Was mich zudem noch Interessieren würde: Welche niederen Absichten hast du mit dem deiner Planung nach offenliegenden Erl am Griffende? Bloß Design? Flaschenöffner/Hebel? Zum Holz draufkloppen? Oder der Versuch, perspektivisch zu zeichnen?:glgl:

Freut mich jedenfalls (und Armin vermutlich auch), dass die Familile weiter wächst. Gecko wartet ja auch schon auf seins "in hübsch", wie er sich neulich ausdrückte...(Pöh...meins is hübsch *eingeschnappt tu*). Sowas von jemandem, der rosa Messer mit Lila Kordelgriff hübsch findet...

Michael, du hast den Reiz dieser Messer glaube ich am kompaktesten Ausgedrückt :super: (- und ich meinte nicht die Eignung als Notproviant...)

Grüße,
Daniel
 
Last edited:
Na ja Daniel,

der offenliegende Erl, soll zum Flaschen öffnen und als Design sein Dasein verdienen.

Den Schwänzel finde ich auch super, das mit dem offen Erl gefällt mir glaub ich auch gut.
Evtl. wenn Du nichts dagegen hast will ich auch einen Schwänzel.

Da ich wegen der Stahlwahl sowieso noch mit A. Drumm in Verbindung kann ich das evtl. auch noch anpassen.

Grüße

Matthias
 
Hi Matthias,

Warum sollte ich etwas dagegen haben, dass du ein Ringelschwänzchen willst *g* - das war allein Armins Idee. Er hat den Rohling so geschmiedet, mir ein Foto gezeigt und gefragt. obs dranbleiben soll. Das Ergebnis sieht man ja :super: und taugt ganz gut als Flaschenöffner, da verbiegt sich/bricht nix. Also immer ran damit. Eine Fangriemenöse wäre bei dem dicken Griff eh irgendwie doof gewesen, könnte ja ne Ratte drin übernachten...

Grüße, Daniel
 
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