Richtig kleben

Jeo

Mitglied
Ich glaube du wirst da keine Probleme bekommen. Ich hab vor einiger Zeit ein Messer mit Olivenholzschalen gebaut und die Schalen wie jedes andere Holz verklebt. Da das Ding am Ende nicht so geworden ist wie ich es mir vorgestellt hatte, hab ich das Teil quasi einem Belastungstest unterzogen (Hebeln, Hacken.....). Der Griff war zum Schluss noch Spaltfrei.

Gruß,

Joe
 

david91

Mitglied
Hallo an alle!

Hab eine Frage die das Kleben betrifft und will kein neues Thema aufmachen!

Es geht um Folgendes:
Ich möchte ein Küchenmesser machen. Die Form ist ähnlich wie bei einem Sushi-Messer.
Den Griff möchte ich wie folgt aufbauen (v.d zwinge zum Ende):
2mm Messingblech - 12mm Niro - 2mm Messingblech - Buchenholz - 1mm Niro.

Hab mir jetzt den Locktite 330 bestellt! Ich hätte alles mit dem Locktite geklebt, bis auf die 1mm Niro-Endkappe. Die hab ich mit Kontaktkleber schon aufgeklebt!

Habe die einzelnen Bleche mit P120 Papier geschmirgelt. Wie und wie dick muss ich jetz den Kleber und Härter auftragen (und wo) und kann ich das Ganze danach am Bandschleifer noch sinnvoll in Form bringen?

Liebe Grüße und Danke im Voraus

David
 

Lupus*Wolf*

Mitglied
Moin!

Vielleicht bin ich hier im falschen Thread, wenn ja, bitte verschieben...

Es geht die ganze Zeit um möglichst fettfreie Materialien (Hölzer entfetten, da sie einen hohen Fettwert haben...) Das kann doch nicht so wild sein, wenn man den kompletten Griff nach dem Kleben einen Tag in Öl einlegen kann, das aber nicht schadet...

Eine speziellere Frage in diesem Kontext: Ich habe eine Karnaubawachslösung (eig. Möbelflüssigwachs) und würde meine Griffe gern damit versiegeln. Nun befindet sich in dieser Lösung ein leider unbenanntes Lösungsmittel oder eine ganze -gruppe...

Kann ich den Griff wie bei Leinöl einfach da reintauchen und das ganze einen Tag stehen lassen (natürlich verschlossen), damit eine richtige Tiefenversiegelung stattfindet? Oder kann sowas unseren geliebten "Endfest 300" killen? Diese Frage wäre im Generellen mal interessant: Kann man den Harz nach dem kompletten Härten wieder ungewollt zerstören? (Ethanol, isoprop, Terpentin, Xylol und alle anderen Kandidaten...) Etwa durch Schellack- oder andere Harzpolituren oder verdünnte Öle?
 

bluesman

Mitglied
Hallo zusammen,
vielen Dank für die interessanten Infos.
Ich habe Probleme einen Griff aus Cocobolo auf einer Steckangel zu verkleben. Der Kleber ( 2K von Patex) härtet nicht aus. Habe ich nicht richtig entfettet? Wie kann ich die Sache noch retten?:confused:

Gruß Uwe
 

sanjuro

Mitglied
......Ich habe Probleme, einen Griff aus Cocobolo auf einer Steckangel zu verkleben. Der Kleber (2K von Pattex) härtet nicht aus. Habe ich nicht richtig entfettet? Wie kann ich die Sache noch retten?......
Du hast nicht Prinzipielles falsch gemacht. Lediglich das Cocobolo verträgt sich mit manchen Zwei-Komponisten-Klebern nicht.

Wir hatten das Thema bereits hier im Forum durchgekaut, schau mal über die Suchfunktion nach.

Gruß

sanjuro
 
Nachtrag: Mangelhaftes Entfetten verhindert die Verklebung, nicht das Aushärten insgesamt. Allenfalls eine richtig dicke Fett- oder Ölschicht verhindert oberflächlich eine Aushärtung, diese nicht ausgehärtete Schicht sollte aber nicht allzu dick sein. Wenn ein 2-K-Kleber nicht aushärtet, würde ich auch immer an ein überlagertes Material denken. Der Kleber von r+g z.B. ist nur etwa ein Jahr haltbar und das auch nur bei korrekter Lagerung.

Grüße

PP
 
Das Problem mit dem Pattex kenne ich auch!
Machte es zweimal,es war einfach sch....e!
Ich nehme nur noch Uhu 300 Endfest - keine Probleme mehr.

Zu Lupus Wolf:
Ich klebe (mit Uhu 300) Fiber als auch Griffschalen auf,lasse es
bei 50' 12 Std. aushärten,dann nochmals einen Tag bei Raumtemperatur
und ätze dann die Klinge, als auch den den Rest in Batteriesäure ohne
Probleme.Von daher glaube ich nicht,daß irgend etwas im Carnaubawachs schädlich sein könnte.
Gerald
 

Lupolino

Mitglied
Hallo bluesman,

das Problem bei 2K Epoxyklebern sind die Härter. Diese sind auf Amin-Basis, welches mit dem Epoxy reagiert.
Wenn ein 2K Epoxy-Kleber nicht aushärtet (klebrig bleibt), dann gibt es folgende Erklärungen dafür.

1. Mischungsverhältnis/Mischung
Das Mischungsverhältnis Harz/Härter muss exakt (nach Hersteller verschieden) stimmen. Zuwenig Härter und das restliche Harz bleibt für immer klebrig (nicht vernetzt). Bei 2K-Spritzen also darauf achten, dass gleichviel Harz und Härter aus der Spritze kommt.
Dann wirlich gut mischen, nur dort wo der Härter dirket sitzt kann eine Härtung erfolgen. Dies ist anders als bei Styrol/Alkyd Harzen, welche radikalisch aushärten.

2. Der Härter ist überaltert
Die Härter regieren mit dem CO2 auf der Luft und bilden dabei ein Carbamat. Dieses kann nicht mehr mit dem Harz reagieren. Das Ergebnis ist wie bei Nummer 1.

3. Die Temperatur beim Kleben war zu tief
Nicht alle Epoxy-Kleber sind katalysiert. Wenn dies nicht der Fall ist, dann läuft die Härtung unterhalb 8°C nur innerhalb von 24-48 Stunden ab. In dieser Zeit reagiert dann das CO2 mit dem Härter. Daraus folgt Nummer 2 und damit Nummer 1.
Eine Temperatur von grösser 20°C im Kleberaum hilft wirklich.

Ich verwende (wie die meisten) UHU Endfest oder Araldit. Mit beiden habe ich bis jetzt keine Probleme gehabt.

Einen guten Punkt hat Chopper-Gerald genannt.
Wenn Epoxy-Kleber bei höheren Temperaturen ausgehärtet werden, dann erreicht man immer eine höhere Festigkeit als bei Raumtempertur. Das hängt mit dem Glasübergangspunkt und der besseren Molekülbeweglichkeit bei erhöhter Temperatur zusammen.
Eine Temperatur über 60°C bringt nur noch bei ganz speziellen (Industrie) Klebern etwas.
Beim Aushärten bei 50-60°C (nach 12h bei Raumtemp.) muss beachtet werden, dass der Kleber dann nochmal flüssig werden kann, bevor er dann engültig fest wird. Das heisst, dass man die Klammer dran lassen muss, sonst können die Griffschalen verrutschen oder sich lösen (ist mir auch schon passiert).

Viele Grüsse,
Uli
 
Zuletzt bearbeitet:

bluesman

Mitglied
Hallo zusammen,
vielen Dank für die prompte, kompetente Hilfe. Mache mich sofort auf in die Werkstatt :super:
Gruß aus Freiburg
Uwe
 

rueben

Mitglied
Nabend;

steht eigentlich auf der Verpackung der Kleber das Herstellungsdatum oder gar so was wie ein Mindensthaltbarkeitsdatum ?
Woran erkenne ich, bevor ich was klebe, ob der Kleber nicht schon zu alt ist ?

lg, rüben
 
Moin,

bei r+g zum Beispiel steht ein Abfülldatum drauf. Das muss man sich dann mithilfe eines Großrechenzentrums ausrechnen lassen, wann die 12 Monate um sind.:D

Nils
 
Zuletzt bearbeitet:
Jetzt doch noch eine Frage zur Haltbarkeit:

Wenn ich überlagerten Kleber habe (konkret hier Abfülldatum 01/08), eine Probe aber normal auhärtet, kann ich davon ausgehen, dass der Kleber noch o.k. ist? Oder kann er sich technisch gesehen trotzdem nachteilig verändert haben, was Festigkeit, Zähigkeit und Klebkraft angeht?

PP
 

uuups

Premium Mitglied
Das kann man so einfach nicht sagen.

Ich habe ~15 Jahre altes Uhu Endfest 300 in Metalltuben, das funktioniert einbandfrei, nur die Farbe ist etwas merkwürdig. (Kann aber auch original sein).

Letztes Jahr habe ich 5 min EP (durchsichtig) in einer Doppelspritze gekauft, das hat von Anfang an nicht funktioniert.

Wenn der Test erfolgreich war und beim vermischen mit dem Härter keine Klumpen/Schlieren auftreten, sollte alles klappen.
Manchmal riecht der Härter auch komisch wenn er kaputt geht/ist.
(Manche Härter riechen allerdings immer komisch, was die Sache somit nicht vereinfacht. ;) )
 

Eukalypt

Mitglied
Hallo PP,

wenn du den Kleber ordnungsgemäß gelagert hast und die einzelnen Komponenten noch reagieren sollte es für unseren bereich keine erkennbaren defiziete geben. Auch wenn sich das E-Modul um +/-30% veränderet ist das für Messerbau bezogene Zwecke immer noch ausreichend.

Hab teilweise die abgelaufenen Epoxidharze aus der Arbeit zum aufbrauchen, da fehlt sich beim L-Harz mit L-Härter nach gut 5 Jahren Überlagerung nichts. Beim 5 Min. Epoxyd war jedoch nach 6 Monaten bereits die Härterkomponente auskristallisiert.

Wenn du jedoch technisch enwandfreie, Sicherheitsrelevante, dokumentierte Bauteile fertigen musst, geh auf nummer Sicher und nimm die überlagerten Produkte nicht mehr dafür her.


Schöne Grüße, David
 

pgj

Mitglied
Richtig kleben - Leimen

Hallo Zusammen,
ich hoffe ich bin im richtigen Thread. Wenn nicht, bitte korrigieren.
Ich möchte nun mein erstes Messer bauen. Als Holz für den Griff habe ich Rio-Palisander (von einem befreundeten Tischler bekommen) vorgesehen. Nun wundert es mich immer, das ihr die die Griffschalen alle mit 2K Klebern zusammen klebt. Gibt es einen Grund warum man das Holz nicht mit Leim (z.B. Ponal Blau, Wasserfest) verleimt?
Zum Zusammenbau meines Messers dachte ich mir folgendes:
Eine Griffschale ausklinken, so das der Erl drinn liegt und diesen mit Uhu Endfest einkleben und nach dem aushärten die Griffschalen mit Ponal verleimen, wobei ich die andere Seite des Erls auch noch mit dem Uhu bestreichen wollte, das Holz nur mit Leim. Ich hoffe, das war nicht zu verwirrend.
Bin für jeden Tip dankbar.
pgj (Peter)
 

Goldfinger

Mitglied
Gibt es einen Grund warum man das Holz nicht mit Leim (z.B. Ponal Blau, Wasserfest) verleimt?)

I.d.R. werden die Griffschalen auf die Klinge geklebt, so dass der Erl umlaufend sichtbar ist. Es besteht also kein Kontakt zwischen den Griffschalen. Bei Deiner Konstruktion umschließt das Holz den Erl, da könnte man schon mit Ponal arbeiten (…oder den Griff gleich in einem Stück belassen.)
Allerdings traue ich UHU Endfest letztlich doch etwas mehr zu als Ponal und wenn man schon einen 2K-Kleber anmischt, kann man auch gleich alles damit kleben.

Andreas

PS. Ich würde den Erl in beide Griffschalen einlassen, damit die Klebefuge mittig verläuft.
 

pgj

Mitglied
Hallo Goldfinger,
ok, wenn der 2K Kleber besser hält als Ponal, dann werde ich den nehmen.
Gut, den Erl werde ich in beide Schalen einlassen, sieht ev. auch besser aus :). Noch eine Frage:
Sollten die Flächen der Schalen beim Kleben blank geschliffen sein oder eher etwas angeraut, sprich mit 80iger Schmirgelleinen einwenig die Oberfläche anrauhen?
Schonmla vielen Dank für die Antwort.
pgj (Peter)
 

Goldfinger

Mitglied
Mit groben Schleifpapier z.B. 40er anrauen macht Sinn, weil sich dadurch die zu benetzende Oberfläche vergrössert und der Kleber sich gegen Scherkräfte verkrallen kann. Zusätzlich entsteht eine stärkere Klebefuge, was für UHU Endfest durchaus positiv ist. Bei einem komplett verdecktem Erl würde ich eine Flex nehmen, die Flächen mit einer Schuppscheibe aufrauen und den Kanten ein paar Einschnitte mit einer Trennscheibe verpassen.

In den vorangegangenen Beiträgen wurden schon Sacklöcher und Blindstifte angesprochen.
So sieht's bei mir aus:

ASA_5044.jpg


Anstatt Sacklöchern mache ich durchgehende Bohrungen mit 2mm und als Blindstifte nehme ich Gewindestangen. Die übrigen Löcher sind zur Gewichtsreduzierung.

Andreas

PS: Falls jemand meint, dass der Aufwand übertrieben ist, da könnte er Recht haben. :)
 

pgj

Mitglied
AW: Richtig kleben /Sacklöcher

Hallo Goldfinger,
was hälst Du von der Idee in die Griffschalen kleine Sacklöcher zu bohren?
Als so eine Art "Dübel" wo dann zusätzlich Kleber rein läuft?
pgj (Peter)
 

Goldfinger

Mitglied
Das finde ich jetzt wirklich übertrieben. :D

Haftprobleme zwischen UHU Endfest und Holz kenne ich nicht. Bei gewaltsam geöffneten Verklebungen bleibt der Kleber meist komplett am Holz.

Spezielle Klebeprobleme mit Palisander sind mir nicht bekannt. Zumindest bei Verleimungen gilt es als unproblematisch.


Andreas