Schnitthaltiges und dünnes Santoku gesucht

Es wurde glaube ich schon mehrmals erwähnt, aber für mich ruft die ganze Diskussion nach Takamura SG2. Kann ich nur empfehlen.

Der original Schliff ist zu fein und es muss mit Microchipping gerechnet werden. Nach dem ersten etwas realistischen Nachschliff hatte ich aber nie mehr Probleme damit.

Mit etwas Liebe hält der Schliff ganz schön lange und eine dünnere Klinge ist in der Preisklasse schwer zu finden.
 
Das Kobayashi würde mir auf jeden Fall gefallen. Aber wenn das zu empfindlich geschliffen ist, dann ist es wahrscheinlich raus.


Dumme Frage, aber was verbirgt sich hinter TNT666 und TWR?

Wie dünn schleift TTJ typischerweise seine Messer? Wenn ich 6mm an der Angel lese, bringt so ein Messer vermutlich ganz schön Gewicht auf die Waage.
TWR ist von Böhler: Näheres Hier

TNT666 ist eine Sonderschmelzung für Achim Wirtz. Ich erlaube mir nachträgliches Zitat von Yannis Scholz (Xerxes) anzufügen:
"...besteht aus einer Sonderschmelze, die exklusiv für Achim Wirtz (Stahlhändler und -produzent) hergestellt wurde. Vor etlichen Jahre hat Achim Wirtz eine kleine Menge (ca. 80 Kg) dieses Stahls im Rahmen eines Universitätsprojektes als Probeschmelze herstellen lassen. Seither sind vereinzelt einige Klingen aus diesem Werkstoff aufgetaucht. Nun gibt es eine Neuauflage der einstigen Probeschmelze, doch auch dieses Mal wurden nur 400Kg des Stahls produziert. Es bleibt also ein im höchsten Maße exlusiver Werkstoff.

Der TNT666 ist ein extrem verschleißfester mittellegierter Werkzeugstahl mit hoher erreichbarer Härte, dessen Verschleißfestigkeit ohne Weiteres mit der des 1.2562 mithalten kann. Der Stahl bildet extrem harte Titan-Niob und Wolfram-Chrom Mischkarbide. Gleichzeitig ist der Gesamtgehalt der Sonderkarbide noch gering genug, so dass auch feine Schneiden möglich sind. Ein seltener Werkstoff mit sehr guten Eigenschaften."


Wenn du JJT sagst, du willst ein 240er Gyotu Workhorse, dann schmiedet er dir das mit einem Gewicht von 180 Gramm nach dem Schleifen.
Wenn du dieses Messer in filigraner Ausführung möchtest, dann schmiedet er dir die gleiche Form mit 140 Gramm nach dem Schleifen.
In beiden Fällen wird die Angel gleich stark sein.

Vor ein paar Wochen hatte JJT sein persönliches 190er Bunka mit einer Höhe von 70 mm auf der Waage liegen: 109 Gramm (okay, Bambusgriff) ;-)

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@Matakak: Ich gebe dir bei allen Punkten beim Takamura R2 recht, möchte aber noch hinzufügen, dass es mein persönlicher "King of Kleber" bei der Disziplin Schnittgutfreisetzung (food release) ist.
 
Ich werde mal anfragen, wann das Kobayashi wieder verfügbar ist.

Schnelles Abstumpfen kann viele Gründe haben: zu großer oder zu kleiner Schärfwinkel, Restgrat, Schnitt-Technik, Schneidunterlage…
Ein Messer aus verschleißfesterem Stahl bringt dir nur Vorteile, wenn die Ursache des Abstumpfens geklärt ist.
An dem Satz hänge ich immer noch. Ich will nicht ausschließen, dass ich etwas falsch mache, aber ich wüsste nicht was. Den Winkel des Messers habe ich stufenweise auf 22 Grad erhöht, weil ich ein Umlegen der Schneide beobachtet habe. Seitdem ist das nicht mehr passiert. Restgrat glaube ich eigentlich nicht. Und ein Buchenholzbrett sollte eignentlich weich genug sein... ???

@ramibru Vielen Dank für die Aufklärung. Der TNT klingt schon auch gut. Ich werde nochmal in mich gehen wie wichtig mir das "rostfrei" wirklich ist.

Du könntest Bill Zheng, Zen Knives kontaktieren. Der macht keine schlechten Messer, hat gute Stähle für vergleichbar wenig Geld.
Vanadis, Vanax, Rex...
Danke für den Tip. Die Messer finde ich sehr ansprechend und preislich absolut ok. Ich werde am Wochenende mal eine Anfrage formulieren.

Wäre denn der SG2 das Maximum, das noch vernünftig schleifbar ist? Oder hättet ihr noch andere Alternativen? Wenn ich schon wegen eines Customs anfrage, dann wäre ich da ja offen...

Viele Grüße,
Johannes
 
Ich habe noch einen gröberen Missarka Stein. Der Soll vergleichbar mit einem japanischen 1000er sein. Den benutze ich aber nur sehr selten. Z.B. habe ich damit die Winkeländerungen angeschliffen und leicht ausgedünnt. In der Regel reicht die 3000er Körnung im die Schärfe wieder herzustellen. Auf der 10000er Seite mache ich danach nur noch ein paar Wechselschübe um dien letzten Grat loszuwerden und die Schneidfase zu polieren.

Ich schleife nicht mit System. Um ein Gefühl für den Winkel zu haben, habe ich mir aus Holz Winkellehren mit verschiedener Steigung gebaut. Das hatte ich so bei einem Schärfkurs gesehen und übernommen. Einen zu steilen Winkel merkt man bei dem Naniwa eigentlich sofort, weil man dann in den Stein schneidet.
 
@Amateurkoch: Hast du eigentlich das einfache Herder-Santoku oder das Lignum?
Ersteres ist nämlich auf maximal HRC 55/56 gehärtet, das Lignum wie die ganze K-Serie auf HRC 60!
Das könnte erklären, weshalb du mit der Standzeit deines Santokus unzufrieden bist.
Ich bin auch wie @pebe ein großer Freund des K5, dem einzigen Messer, das ich doppelt (rostfrei/nicht rostfrei) habe. Es ist superleicht und langfristig mit dem Dickoron auf guter Gebrauchsschärfe zu halten…

Herder_K5_das_doppelte_Lottchen.jpg


BTW: TNT666 ist derzeit kaum mehr erhältlich, Achim Wirtz hält seine kläglichen Restbestände beisammen…
 
Wäre denn der SG2 das Maximum, das noch vernünftig schleifbar ist? Oder hättet ihr noch andere Alternativen? Wenn ich schon wegen eines Customs anfrage, dann wäre ich da ja offen...
Du suchst rostfrei und verschleißfest. Da finde ich den SG2 für die Küche schon sehr gut.
Etwas weniger verschleißfest finde ich auch den 14C28N für dünne Küchenmesser sehr geeignet. Ist noch wetzbar und hat mehr Robustheitsreserve.

Wenn Du noch verschleißfester willst, und auf die Rostfreiheit verzichten kannst, dann evtl der "Vanadis 4 extra Superclean". Der ist robust genug für dünne Geometrien. Da solltest Du frei Hand aber schon sehr sicher sein.


Nochmal zu Deinem Herder:

Bei hoch gehärteten Klingen bin ich auch für regelmäßige Touch-Ups auf einem feinen Stein.
Mit dem weichen und praktisch karbidfreiem Herder ist das meiner Meinung nach aber nicht mehr effizient. Ein feiner Wetzstahl, wie oben beschrieben ist da praktischer.
Etwas unorthodoxer aber ebenfalls sehr praktikabel bei dem Stahl, ist das Scharfhalten mit Leder und einer fein abtragenden Paste.
Vor jedem Kochen beide Klingenseiten einmal über das Leder ziehen und man hat ein super scharfes Messer. Und das über Monate, bis ein neuer Grundschliff fällig wird.
Klebt man das Leder auf eine Holzleiste kann man es wie einen Wetzstahl benutzen.



Die Angst die Klinge dabei stark zu verrunden ist übrigens unbegründet, wenn man ein sehr dünnes Leder nimmt und beim Abziehen auf den Winkel achtet.

Deine 22 Grad kommen mir übrigens ein bisschen viel vor.... Wenn sich bei sagen wir mal 18 Grad die Schneide umlegt, deutet das auf zu viel Druck beim Schneiden auf dem Brett hin.
 
An sich die Schneidhaltigkeitsfrage ist einfach: mehr Legierung: C, Vanadium und ggf. Wolfram- mehr Schneidhaltigkeit.

Wie weits realisiert ist- das ist die andere Frage (Wärmebehandlung, mechanische Bearbeitung, Schärfqualität).

Nun ist z.B. eine Feile (hier) am wenigsten schneidhaltig. CPM125V- super schneidhaltig, CPM90V weniger schneidhaltig als 125V, Elmax- noch weniger als 90V.

Was nun Dir näher liegt ist eben deine Entscheidung.

Wenn man mehrere Messer hat und damit Zuhause arbeitet, dann kann man ggf. nach 1 mal Schärfen lebenslang ausreichende Schärfe haben... besonders, wenn die Klingen nicht rosten.
 
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