Was finde ich in einer alten Glasfabrik?

Geonohl

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1.842
Bei uns wird die große Glashütte (bis 6000 Arbeiter) abgerissen.
Lohnt es sich da, und wenn an welchen Stellen, nach bestimmten Materialien zu suchen?

Ich hab schon an einigen Türstürzen verbaute Eisenbahnschienen aus Puddelstahl entdeckt; wenigstens sind im Rost sehr starke, feine, Streifen abgebildet.

Betrieb war von 1864 bis 2005.
 
Vielleicht haben die ja Schamotte und oder Mehl zu reparieren der Öfen bzw .Kessel zu liegen,kann ja sein das es für Gas oder andere Essen zu gebrauchen ist.

Gruß Maik
 
Der Stahl/Eisen , der in den Anfangsjahren verbaut wurde, dürfte sicher Puddel oder Raffinierstahl sein. wie die beschriebenen Schienen. Die modernen Verfahren wurden rund 20 Jahre später dann so langsam gängig. Lassen sich schöne Monturen draus fertigen. Immer her damit.

Alte, doppelt gebrannte Ziegel sind für viele Sachen toll. Da muß man teilweise richtig was für hinlegen. Hat jetzt aber weniger mit Messern zu tun.

Viele Grüße Thomas
 
Ich habe 16 Jahre in einer Glasfabrik gearbeitet;)
Normalerweise müßte dort einiges zum Essenbau zu finden sein , jede Hütte hat ihr eigenes Lager an Ofenbaumaterial.
Nur die Brenner dürften eine Nummer zu groß sein:irre:
In der Formenwerkstatt werden normalerweise Unmengen an Feilen verbraucht, vieleicht ist dort noch was zu finden.
Im Bereich des Ofens brauchst Du nicht nach altem Stahl zu suchen , die Dinger werden nach ca. 7 Jahren komplett erneuert.
Welche Hütte ist es ? Holzminden?
 
Da ich in Gerreshem wohne.
Was wohl;).
"Die Glashütte":D. Soweit ich weis, eine Zeitlang, die gröste der Welt; es reichte zur Bildung einer eigenen Sprache, dem Hötter Platt; die hat nun einige Male den Nahmen geändert.
Produktnahme? Gerriksglas(u.a. die Einmachgläser mit nem G),

Gerresheimer Glas AG (die gibt es noch), Glaspack,... .
 
Hochtemperaturbeständige Steine .
Zum Einsatz an/in der Schmelze bei 1400-1600°C.
Wichte etwas über 4.
Sollen 200€/t kosten 80x80x30


..... cm:teuflisch.
Wenn einer eine etwas größere Esse braucht.
Vielleicht ja auch zum Bunkerbau geeignet:D.
 
Nee, hab ich mich da verhauen oder die die den Artikel geschrieben haben :argw:. Ich mein das währe in ältern Büchern als t/m³ gemeint und Ortsabhängig.
Ich war zu faul "Spezifischesgewicht" zu schreiben. Die Teile sind also, für Mauersteine, ziemlich schwer, da ein größerer Anteil Zirkonoxid ist.
Also etwas über 4t/m³ oder4kg/dm³ oder 4g/cm³.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin dem Stahl etwas näher gekommen, sicher ist noch nichts.
Wie viel Puddeleisen /-Stahl ich finde, weis ich noch nicht.
An wie viel ist den Bedarf? 1km oder nur 0.0001km :p
Wie viel ist er euch wert?:(?
Moderne Schienen sind mehr als genug da, aber da loht wohl nicht mal der Versand.
 
Wenn du dir sicher bist das du Puddeleisen hast sag bescheid!

Bei mir besteht Interesse!

Gruß Tim
 
Ein Par Stücke sind mir ziemlich sicher, wenn die niemand aus versehen abräumt.
Wie viel will wer und was kann ich dafür ausgeben?
Material, Ausbau, Transport, Zerteilen,… ist ja nicht kostenlos.

Wenn einer sicher ist das auch zu nehmen, bitte Gewicht oder Meter angeben. Die bisher entdeckten, verbauten, Schienen, schätze ich auf ein Profil mit 33kg/m. Wenn ich anderes, als Schiene, finde, gebe ich Bescheid.
 
Ich war heute mal dort. Leider sind nur wenige Schienenstücke nicht überbaut oder unter Asphalt. Ich habe eine Stelle frei gebuddelt und Bilder gemacht unten ist 1 zu sehen.
Die anderen Stellen waren ziemlich zugewachsen.
Die Stelle wurde nach den Bäumchen drum herum, mindestens 4-5Jahre nicht mehr mit LKW befahren. Da die Scheine (beim größeren Bildausschnitt rechts) noch etwas, fast blank, naja grauschwarz glänzende, Stellen hat und auch im Boden kaum Rost zeigt, spricht nach meiner Meinung für ziemlich alt:steirer: aber ist es noch Puddeleisen? Die Schiene muß wohl 50 Jahre außer Betrieb sein und liegt dort mindestens 100 Jahre (die Strecke ist durch mehrere (Backstein)bauten unterbrochen).
Möglicherweise ist es die Ursprüngliche Sterecke von 184?.

Kann einer durch betrachten sagen, was für Material das ist?

Eine Genehmigung zum Graben und Stücke heraustrennen (nur wie:() kann ich nicht vor nächster Woche erwarten. Der nette Herr, den ich sprach, war bisher nur bis zur Geländeoberkante zuständig.
Den alten Stahl, aus Gebäuden, werde ich wohl, wenn, nur Zufällig bekommen, weil den Maschinenführern ein Sortieren nicht zuzumuten währ.
Werde versuchen noch andere Bilder zu machen.
 

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Möglicherweise ist es die Ursprüngliche Sterecke von 184?.
...
Gibt es keine Firmenchronik oder alte Pläne, womit man das einfacher recherchieren könnte ?
Meist steht dort doch drin, was zu welcher Zeit erneuert oder erweitert worden ist, damit sollte zumindest die Frage nach den Schienen zu klären sein.

Gruß Andreas
 
Ich werde noch mal nachfragen. Von den Gebäuden gibt es wohl die Pläne. Von den Schienen wusste es der Mensch gerade nicht. Er war sich ziemlich sicher, dass dieses Stück von 1843 sei. Aber das könnte auch die Strecke 5m daneben sein, bei der man ab und an nur den Kopf aus dem Asphalt schielen sieht. Aber wie soll ich da feststellen ob sie es ist:rolleyes:. Wenn ich die Genehmigung bekomme, werde ich versuchen da auch ein Stück, zum genaueren Untersuchen, heraus zu trennen.
Es gibt noch mehr Strecken die Überbaut sind. Was halbwegs zu sehen ist sind zwei Weichen die eben in drei Gleise (oder Stücke davon) auffächern.
Insgesamt nur 60m? Unter einer großen Halle und einem Fundament einer anderen, schon abgetragenen, sollen auch noch einige liegen.
Modernere schienen sind noch viel mehr.
Da hätte ich Stahl bis zum Lebensende:D :steirer::D.
Wenn sich das wirklich alles als Puddeleisen erweist, werde ich euch nicht alles Vorenthalten;).
Interesse an moderen Schinen ist wohl nicht?
Nach Kranschienen habe ich gefragt, aber das wird nicht aussortiert. Wenn ich es richtig behalten/verstanden habe. Machen die zur Zeit 1000t in der Woche klein.
Ich lese gerade 1843? Ich mein die Gründung war erst später, aber die Bahnstrecke dort ist eine der ältesten in D, könnte also trotzdem stimmen.
Nach wikipedia ist die Hauptstrecke, etwa 50m weiter, etwa paralel, von 1838.

Ich wollte euch Bilder vom Romantischen Sonnenuntergang auf Türstürzen, nicht vorenthalten:
 

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Ich habe Gestern:hehe: nach vielem
:staun:
:glgl:
:jammer:
und
:jammer:
:argw:
:teuflisch:
:steirer:

Doch noch 6 Schinenstücke (Türstürze) kaufen können.

Habe heute abend meinen kleinen Winkelschleifer überhitzt und mal eine Scheibe abgeschnitten.
Erste Bilder gemacht, war schon Dunkel.
Der Fuß Ist 10,8cm breit
Höhe ist um 12,5
Die Kopfbreite ist 6,2
der Steg 1,8 dick (im Bild 2,2cm, wohl gestaucht)
und der Hopf ist um 31/2 hoch.
Alles +- 2mm

Es scheint als sie der Kopf auf ein T Profil aufgeschweißt, so das der Kopf, einem umgekertem U gleich, drauf sitzt und etwas um den Steg greift.

Leider ist der Kopf an vielen Stellen zerrissen und fehlt teilweise.

An den Enden sind Spuren zu sehen, als währen die durch Kaltschroten getrennt worden. Die Scheibe hat einen Riss im Steg, wo anscheinend die Schiene etwas, beim abtrennen, in der Höhre gestaucht wurde.
Auf der rostigen Kopffläche kann man in dem Bild erahnen, dass eine Kerbe im Kopf, eine in der Fußunterseite ist und, die größte Kerbe, von der Seite in den Steg gehämmert wurde. Auf der Gegenseite ist keine Kerbe, was eine Schere oder sowas wohl ausschließt.
Bedeutet das, das die älter als die Erfindung vom Schneidbrenner sind?


Es liegen übrigens noch einige Haufen von Steinen, der Glaswannenseitenwänden herum.
 

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Ich habe Heutmorgen noch genauer nachgesehen. Es sind eindeutige Abdrücke von einem Schrot zu sehen.

Ich hoffe dann auf die Ergebnisse der Untersuchung, die Maik freundlicher weise angeboten hat.
 
Hallo.
Von den Schienen der Glasfabrick nocht nicht viel neues.
Ist aber alt, mit Schlackenzeilen wenig C und P=0,15 , S=0,15-0,28 auch etwas W.


Aber was anderes.
Ich könnte hier von anderen Abrissarbeiten Schienen bekommen, deren Alter nach Beschriftung zwischen 1910 und 1958 liegt (auch eine Weiche dabei) verschiedene Querschitte. Zum Teil sind die mit direkt ins Holz geschlagene Haltefedern befestigt, teilweise mit w förmigen Federn, die geschraubt sind, und zum teil mit Zwei festgeschraubten Spiralfedern; auf Holz-und Stahlschwellen.

Was soll ich davon in Sicherheit bringen?
(ist bei einer Weiche mit "besserem" Stahl zu rechnen?) Ich mein nicht das Schienenherz, das wohl aus Manganstahlguss ist.

Ein Stück hab ich mal in Essig gelegt, keine Streifen zu sehen.
Härtbar und nach den Funken etwa C45 (etwas Mangan).
Ungehärte um 90° biegbar(mit Hammer), bruch erst beim zurückschlagen bei etwa45°.(Streifen vom Fuß, Querschnitt 24x6,5mm).
Nach dem Abschrecken in Wasser (bei verschiedenen Temperaturen) immer noch biegbar, nur viel schwerer, Bruch nach etwa 30°, bei viel Druck ritzt er grade noch Marmeladenglas.

Übrigens, nur mal mit Schleifstein geprüft:
Die Federn eher C60 (die alten) die neuen geschraubten, eher C45 Mangan? und mit? (Die Sternchenfunken hatten eine dunkelrote Verlängerung:confused:)
Schrauben sehr Zäh, hab ich noch keine mitgenommen.
 
Meine Erkentnisse: Moderne Schienen sind mindestens aus etwas wie C30 mit erhötem Mangan Gehalt.
Meist C 0,6-0,7 und über immer über 1% Mangan. (Makiert mit einem kurzem Strich über einem doppelt so langem). Bei Weichen, auch zusätzlich mit Cr, V, W legiert und fast immer Vergütet (auf- hab ich vergessen-mindestens 44HRC ?). Kann man bei den Schienenherstellern leicht finden.


Ich hab ein Buch ergattert das die Schienenherstellung in Südwales in dem Jahr 1873 beschreibt.

Handbuch der chemischen Technologie.
Herausgegeben von Dr. P Bollen nach dem Tode dessen von Dr. K. Birnbaum

Acht Bände, die meisten in mehrere Gruppen zerfallend.
Achter Band:
Bearbeitung der Metalle.
Zweite Abteilung:
Die Erzeugung der Eisen- und Stahlschienen
Mit Kupfertafeln und in den Text eingedruckten Holzstichen.
Braunschweig, Druck und Verlag von Friedrich Bieweg und Sohn.
1874
von Alphons Pekholdt, Ingenieur.
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Mit einer Karte


Da ist die Rede das seit 4 Jahren die Englischen Eisenbahnen nur noch Schienen aus Bessemerstahl bestellen.
Für den Export (Amerika und auch Europa) werden aber noch große Mengen von Eisenschienen hergestellt.
Beiläufig wird erwähnt, dass für Grobbleche mit besonderen Ansprüchen mehrere Luppen bester Güte verbunden werden (was für die Massenherstellung für Schienen nicht mehr rentabel ist).
Eisenschienen haben etwa einen doppelt so dicken Steg, als die Stahlschienen.
Schienen werden aus Paketen erwalzt die aus (meist)9 Luppenstangen bestehen.
Nur das Kopfeisen besteht aus gedoppeltem Eisen (mit sich selbst verschweißt?).
Die Stangen werden mit rot warmen Draht gebündelt und bis Weiß erhitzt.
Dann durch die drei Vorwalzen geschickt und dabei verschweißt. Danach kommen die noch mal in einen Ofen um wieder Weißhitze zu erhalten.
Der Kopf sollte aus möglichst körnigem Eisen bestehen (das Kopfkroneisen (nachher die Lauffläche) wird besonders ausgesucht und vor gewalzt, auf die Länge der anderen Stangen angepasst zugeschnitten.
In den Füßen soll sehniges Material verwendet werden und zwischen Beiden die Übergänge davon.

Doppelkofschienen sind immer aus besserem Material, nicht nur wegen der zwei Köpfe sondern weil die Mitte höher belastet wird, auch dort.

Kleine Liste dort auf Seite 39:
[...]
1. Die Deckplatte, doubliertes, körniges Eisen.
2. Zwei doublierte Randstäbe, flach gelegt; aus körnigem Eisen, wie die Deckplatte. Bleibt auf
vielen Hütten , als nutzlos weg.
3. Mehrere Lagen von einmal gewalztem Eisen (Luppenstäbe)
4. Mehrere Lagen von einmal gewalztem, gemischtem Eisen (halb Korn, halb Sehne,
vollkommen entsprechend dem belgischen „fer mètis“).
5. Vier Lagen von kurzsehnigem Fußeisen (gleichfalls Luppeneisen), entsprechend dem „fer fort“
der Continents.
6. Zwei Eckstäbe, hochkantig über die 4 Lagen sub 5 hinweggreifend, aus Nr.5 packetiert, daher
langsehnig, behufs Erwalzen der feinen Ränder des Vignolfußes.

NB. Das kurzsehnige Luppeneisen (Fußeisen) der untersten Packetlagen wird zuweilen durch Abfälle aus der Feineisen- und Blechfabrik ersetzt, welches Material zwischen den hochkantigen Fußstäben (Nr. 6) bestmöglichst geordnet einzulegen ist.
Aus dieser Anordnung resultieren immer die besten, widerstandsfähigsten (weil langsehnigsten) Vignolesfüße und erfolgt dieselbe in der Praxis sehr häufig behufs zweckmäßiger Verwerthung von dergleichen Abfällen.

[...]


Das Stimmt ungefähr mit den Farbunterschieden in meinen Schienen überein.
 
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