Welcher Wetzstahl

Den Polish sehe ich bei Fleischern. Und augenscheinlich funktioniert der richtig gut. Es geht doch darum das passende Werkzeug zum Zweck auszuwählen.

Mir ist rätselhaft warum ein altbewährtes Werkzeug auf einmal nutzlos sein soll. Wie brauchbar der im Küchenalltag ist, ist eine andere Frage.
Bei mir und für mich hat er eben nicht richtig gut funktioniert und ich habe schon häufiger in Foren gelesen, dass es anderen ähnlich ging. Wenn jemand für sich zu anderen Schlüssen kommt: gern! Kann man drüber diskutieren, seine eigene Meinung hinterfragen und revidieren oder eben nicht. Einstweilen halte ich den Polish nicht für nutzlos, aber für ein Werkzeug mit geringem Nutzen, verglichen mit den Alternativen Mikro und Saphir.
 
Ich habe nicht bestritten, dass eine Mikrofase angeschliffen wird, bei entsprechenden Wetzstählen mit Zügen.
Nochmal: Wenn man die Benutzung und Funktionsweise eines Wetzstahl erklärt, dann erklärt man was sein Hauptzweck ist und n i c h t,
dass man ihn auch noch für etwas a n d e r e s hernehmen kann. Der Zweck eines Hammers besteht nicht darin Briefe zu beschweren, obwohl man
ihn dafür hernehmen kann. Wenn man sich anstrengt, kann man einen Wetzstahl auch als Nagelfeile benutzen oder als Hering beim Zeltaufbau.

Ob man das Ding nun auf das Brett legt, frei in der Hand führt oder mit der Spitze auf die Arbeitsfläche stellt, hat nichts mit "richtig" oder "falsch" zu tun,
Doch das hat es, denn das Werkzeug Wetzstahl sieht nicht so aus, weil es zum Auflegen auf das Schneidbrett gemacht wurde.
Ihr polemisiert mit einer m ö g l i c h e n Sondernutzung gegen die eigentliche Regelnutzung, die dann quasi als überholt dargestellt wird.

Meines Wissen ist der Polierstab in Zerlegebetrieben eine Ergänzung zum Standardzug und dazu gedacht eine noch höhere Schärfe zu erreichen.
Also erst Standardzug dann Polierzug. So sollte man das auch sehen. Bei einer stumpfen Schneide den Polierzug herzunehmen und sich hinterher zu beklagen, dass er nicht so funktioniert wie ein Standardzug ist auch irgendwie müßig. Bei mir hat der Polierzug einen Effekt.
 
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@tiffel
Deine semantischen Bemühungen, dem Sprachgebrauch von „Grat aufrichten“ Sinn zu verleihen, in allen Ehren, aber häufig wird in diesem Zusammenhang auch gesagt, dass man den Grat aufrichten müsse, weil er sich im Gebrauch umlegt und das Messer dadurch stumpf wird. Es geht also in dieser Vorstellung nicht um ein allgemeines „wieder eine gerade Schneide herstellen“, sondern genau um „zurückbiegen einer plastisch verformten Schneide“.

Nun ist die plastische Verformung nur einer von mehreren Mechanismen des Abstumpfens und in der Regel nicht der vorherrschende. Und man kann ein Messer über Monate immer wieder wetzen. Kein Stahl würde ein so häufiges Hin-und-Her-Biegen mitmachen, er würde nach wenigen Malen wegen Materialermüdung brechen.

Neben solchen Plausibilitätsüberlegungen ist für mich aber das Entscheidende die von @Valentinian II verlinkte Studie von Scienceofsharp.

Daher ist der aktuelle Stand meines persönlichen Halbwissens zu dem Thema: der Common Sense zur Wirkungsweise von Wetzstählen ist falsch. Das ist auch nur einer der vielen Mythen, die sich unausrottbar im Messerbereich tummeln.
 
Ich habe nicht bestritten, dass eine Mikrofase angeschliffen wird, bei entsprechenden Wetzstählen mit Zügen.
Nochmal: Wenn man die Benutzung und Funktionsweise eines Wetzstahl erklärt, dann erklärt man was sein Hauptzweck ist und n i c h t,
dass man ihn auch noch für etwas a n d e r e s hernehmen kann. Der Zweck eines Hammers besteht nicht darin Briefe zu beschweren, obwohl man
ihn dafür hernehmen kann. Wenn man sich anstrengt, kann man einen Wetzstahl auch als Nagelfeile benutzen oder als Hering beim Zeltaufbau.


Doch das hat es, denn das Werkzeug Wetzstahl sieht nicht so aus, weil es zum Auflegen auf das Schneidbrett gemacht wurde.
Ihr polemisiert mit einer m ö g l i c h e n Sondernutzung gegen die eigentliche Regelnutzung, die dann quasi als überholt dargestellt wird.
Nun, der Hauptnutzen eines Wetzstahls - jedes Wetzstahls, ob mit oder ohne Züge - liegt darin, eine Mikrofase anzuschleifen. Und @Besserbissen zeigt, dass man dies nicht nur auf die übliche Art und Weise mit freihändischer, unkontrollierter Herumfuchtelei machen kann, sondern auch mit einfacheren, kontrollierteren Techniken. Das finde ich, besonders für Anfänger, sehr sinnvoll.
 
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@Cybernikus: Du musst keine Eulen nach Athen tragen. Einen umgelegten Grat wieder zurückbiegen ist natürlich kompletter Unsinn. Ein Grat der sich umlegen kann, sollte an einem geschärften Messer nicht vorhanden sein und gesetzt man könnte so einen Grat aufrichten, würde er sich sofort wieder umlegen oder er würde abbrechen (das ist schließlich gehärteter Stahl und kein Blumendraht oder Kupferdraht den man oft hin- und herbiegen kann und der genau dafür gemacht wird). Dass die Züge einen abrasiven Zweck haben, braucht du mir auch nicht zu erklären. Da braucht man einen Wetzstahl schließlich bloß anschauen, damit man das unmittelbar schon aus der Gestalt erkennen kann. Aber umgekehrt muss man doch die Altvorderen für sowas wie Zombies oder halb Schwachsinnige halten, wenn man glaubt, die hätten das nicht gewusst. Schließlich sieht man den Abtrag nicht nur auf einem weißen Keramikstab, sondern auch bei einem normalen Stahl mit Zügen, wenn man mit einem weißen Tuch den Stahl sauber wischt. Das sollen die Alten nicht bemerkt haben? Weil die ihre Stähle nie abgewischt haben? Und man muss sich selbst für sowas wie einen Messias halten, um ernsthaft zu glauben das sei eine neue Erkenntnis und man müsse Missionieren gehen, um den Leuten zu erklären, dass Züge eine abrasive Aufgabe haben.

Meine Güte - wie kann man das n i c h t bemerken, dass Züge die Aufgabe haben Material abzutragen. Mir missfällt der Schluss der aus der "Entdeckung" gezogen wird, dass ein Wetzstahl abträgt und dabei eine Mikrofase angeschliffen wird. "Na wenn Material abgetragen wird, dann ist das ungefähr dasselbe wie schleifen." Und dann kann man ja das vorgehen beim Schleifen auf den Wetzstahl übertragen. Nur so kommt man drauf, beim Wetzen einen Grat erzeugen zu wollen. Das ist die direkte Konsequenz dieser verkehrten Betrachtungsweise.
Der Unterschied ist: Beim Wetzen wird eine M i k r o fase hergestellt und keine komplette Schneidfase wie beim Schleifen auf dem Stein. Es ist eine unterschiedliche Zwecksetzung. Mikrofase herstellen beim Scharfhalten, Fase herstellen beim Schärfen. Diese eindeutige und scharfe Trennung verunklart man, wenn man eine Vorgehensweise, die höchstens zur Not (wenn man einen Wetzstahl zur Hand hat aber keinen Stein) praktiziert werden sollte, in den Rang einer üblichen Benutzung erhebt. Neulinge sollte man gar nicht auf diesen Pfad führen. Ich halte die Schneidbrettmethode und den Rat einen Grat anzuschleifen, schlicht für komplett falsch. Das ist Schärfen mit dem falschen Werkzeug und nicht Scharfhalten.
Die richtige Konsequenz aus Herumfuchtelei ist auch nicht das Legen des Stahls auf das Schneidbrett, sondern n i c h t herumfuchteln, sondern mit kontrollierten Bewegungen abwechselnd auf jeder Seite wetzen, so wie der Herr von Ambrosi Cutlery das vorführt.
 
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Baum fällen, Dachstuhl bauen, Zahnstocher Schnitzen, Möbel bauen ist dann wohl auch grundsätzlich das Gleiche weil überall mit Holz gearbeitet wird.
Atmen, Staubsaugen, Föhnen und Flugzeug fliegen ist auch grundsätzlich das Gleiche, weil überall Luft bewegt wird. Also wenn es e i n Gemeinsames gibt,
ist es grundsätzlich das Gleiche. Provokativ aber falsch.
 
Der Vergleich hinkt.

Wir reden hier eher von Apfelbaum, Kiefer, Sequioa fällen. In allen Fällen wird der Stamm abgesägt und der Baum fällt um. Man wird aber ob der Größe andere Werkzeuge verwenden.
 
Dein Vergleich hinkt, weil der Zweck jedes Mal "Baum fällen" ist. Schärfen und Scharfhalten sind aber unterschiedlich Zwecke.
Wenn man will kann man fast immer ein Gemeinsames finden. Das genau ist aber meine Kritik. Hier kommt es darauf an den Unterschied klar zu machen und eben nicht die Gemeinsamkeit zu betonen. Wenn man letzteres macht, produziert man beim Wetzen Grate, was ich für absolut verkehrt halte.
 
Eben. Und genau deshalb, weil der Endzweck ein scharfes Messer ist, muss man Schärfen und Scharfhalten auseinanderhalten. Wenn man den Leuten sagt Scharfhalten sei Schärfen und Schärfen sei Scharfhalten, und alles sei dasselbe, versteht man gar nichts. Schade. Was ihr macht ist leider Desinformation. Dann wünsch ich noch viel Spaß damit Grate an eure Messer zu wetzen und Wetzstähle als Schleifsteine zu betrachten und euch dabei auch noch als die innovative Aufklärer zu verstehen.
 
Der Unterschied ist: Beim Wetzen wird eine M i k r o fase hergestellt und keine komplette Schneidfase wie beim Schleifen auf dem Stein. Es ist eine unterschiedliche Zwecksetzung.
Du bist schon ein lustiges Kerlchen: Du suchst dir hier Informationen zusammen, verstehst sie nicht richtig und wirfst uns dann Desinformation vor.

Dein zusammengetragenes (Halb-)Wissen hast du doch größtenteils hier aus dem Forum, also könntest du auch ein wenig Respekt gegenüber den Leuten haben, die es dir (kostenlos) zur Verfügung stellen. Und ich würde sie nicht permanent mit völlig unlogischen Argumenten auf teils viel zu aggressive Art und Weise angreifen.

Ich denke auch: Das ist hier einfach nicht das richtige Forum für dich.
 
Und du bist leider ein ganz unbelehrbares Kerlchen: Wer wetzen und schärfen nicht unterscheiden will und den Leuten erzählt, sie sollen Grate an ihre Messer wetzen, sie sollen den Wetzstahl auf das Schneidbrett legen. (Wo dann auch der Abrieb vom Wetzstahl landet) und diese verkehrte Ansicht quasi zu seiner Mission macht, der hat jede Glaubwürdigkeit eingebüßt.

Deshalb an dich die Frage: Bist du nach wie vor der Ansicht, dass man in der Regel (nicht ausnahmsweise), wie beim Schärfen auf dem Stein, ein Messer so lange auf einer Seite bearbeiten sollte bis ein Grat zu spüren ist und dann die Seiten wechseln sollte bis sich wieder ein Grat aufwirft auf der gegenüberliegenden Seite?

Das mit dem Respekt gebe ich zurück. Du bist seit 24. Juni 2021 registriert. Ich bin seit 10. August 2009 registriert. Wie sind also die Verhältnisse? Wer von uns beiden hat mehr kostenloses Wissen aus dem Forum erhalten und wer hat mehr beigesteuert. Kehre vor deiner eigenen Haustüre. Wer hat das Wissen vom Forum in ein Buch gepackt? Wer verbreitet hier unlogische Argumente, die dem gesicherten Wissen von Generationen widersprechen? Hast du auch deinen Eltern mal die Theorie vom Grat ans Messer wetzen mitgeteilt oder wetzen die auch wie 99,9% der Wetzstahlbenutzer jede Seite eines Messers abwechselnd? Und wer ist hier aggressiv? Meinst du "lustiges Kerlchen" wirkt deeskalierend. Meint ihr meine virtuelle Exkommunikation von Valentinian, waterstone und dir wirkt deeskalierend? Geht ihr so mit sachlicher Kritik um? Wer nicht Beifall klatscht wird rausgeekelt? - Nur weiter so. Es ist aufschlussreich, welche Sitten im Umgang miteinander ihr für angemessen haltet.
 
ob es sinnvoll ist, um das Wetzen zu lernen (zwecks winkelhalten) auf einer Seite so lang zu wetzen bis ein Grad entsteht, bezweifel ich auch, aber ich mache ja auch keine Lehrgänge für Anfänger um sowas beurteilen zu können.
Da nehm ich dann doch lieber einen ausreichend großen whetstone:p: :D um mir nicht auf Dauer irgendwelche Wellen in die Klinge zu schleifen...

zum Thema: ich bin mit dem dick micro glücklich. finde den grob genug, sonst kommt ja garnichtmehr zum schleifen;) und unter dem Mikroskop sieht das schon echt unschön aus.
der Polish ist, soweit ich das verstanden habe, maximal in Kombination mit einem gröberen Wetzstahl sinvoll.
 
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Wie schleifst (= wetzt) du eine Schneidkante, ohne dass sich ein Grat bildet?
geht nicht wirklich, aber mit Wechselschüben sorgt man dafür, dass der Grad nicht unnötig groß wird, vorausgesetzt das Messer ist noch nicht völlig stumpf. Sprich abwechselnd maximal 10 Züge oder so.

Sonst schleife ich auch auf einer Seite bis ein Grad kommt, aber am liebsten kontrolliert auf einem Wetzstein:) mit mehr Auflagefläche und auch sonst mit möglichst wenig Druck.

Mit Wetzstählen arbeiten ist meiner Meinung nach Pfusch, wenn auch höchst effektiv!
 
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