Welcher Wetzstahl

gerhardgg

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Ich schleife mit der Tormek T1 und frische auf mit dem blauen groben Ioxio. Jetzt suche ich einen Wetzstahl. Er sollte nicht zu fein sein, habe keine Lust ewig zu wetzen, aber feiner als der Keramikstab.

Habe mich hier mal umgesehen und denke der Dickeron Saphirzug ist das, was ich suche, Was denkt Ihr?

Danke und Gruß

Gerhard
 
Es kommt darauf an, welche Messer Du abziehen möchtest, und wie Dein Schärfeanspruch ist.
Bei sehr feinen Schneiden wäre eher der Dickoron Micro angesagt.
Bei eher robusten Schneiden passt der Saphirzug.
 
Ich habe Culilux, Böker, Dick Red Spirit usw. Gute Gebrauchsschärfe reicht mit völlig. Danke für die schnelle Antwort
 
Bei Culilux wäre ich unbedingt beim Micro. Den anderen würde ein Sapphirzug auch genügen.
Der Micro arbeitet aber in Anbetracht seiner Feinheit durchaus recht schnell.
Mir persönlich würde da der feinere Schliff über die Geschwindigkeit gehen.
Das kann nur jeder für sich entscheiden.
 
Hab grad den da gefunden, der kann beides oder
  • Teil der DICKORON-Familie ist der DICK combi, Auf zwei Seiten ist ein Saphirzug zum Aufrichten der Schneide und samtweichen Abziehen angebracht
  • Die anderen beiden Seiten sind poliert um die Messerschneide anschließend zu Polieren und damit eine extrem glatte und scharfe Schneide zu erzielen
  • Die Wetzstahlklinge ist 30 cm lang und hat eine Vierkant-Form, auf der die unterschiedlichen Züge jeweils gegenüberliegend angebracht werden
  • Seine Oberflächenhärte liegt bei über 65°HRC
 
So einen Vierkantstahl habe ich noch nicht ausprobiert. Ich stelle es mir schwierig vor, mit der Schneide sauber die plane Fläche zu treffen, und nicht die Kante.
Diese Variante kann aber nicht beides. Ich gehe eher davon aus, dass die Polierseite dazu dient, das wieder zu egalisieren, was die gröbere Seite der Schneide angetan hat.
Also doppelter Aufwand, eine feine Schneide herzustellen, und Verschleißseitig eher von Nachteil für die Klinge.
 
Den Combi kenne ich nicht, gemäß der Beschreibung denke ich aber eher, dass er den Dick Polish und den Saphir kombiniert. Der Micro ist nicht so glatt, wie der Polish. Der Polish hat so gut wie keine sinnvolle Funktion. Im besten Fall hilft er, den Grat zu entfernen, im schlechtesten Fall verrundet man den Schliff.

BTW: Wieso wird auch von Dick immer noch der Quatsch mit dem Schneide-Aufrichten verbreitet? Wenn man etwas oft genug sagt, wird es irgendwann wahr?
 
Hallo,

Zum Auffrischen der Schärfe brauchst du keinen groben Wetzstahl, erst recht nicht, wenn du eine Tormek stehen hast. Beim Wetzen legst du ja eine Mikrofase an bzw. du arbeitest diese nach. Der Stahl arbeitet nur an der vordersten Schneidenspitze in einem winzigen Bereich. Dementsprechend ist der Druck und damit der Abtrag auch bei einem feinen Stahl hinreichend groß, um die Schneide mit 3 bis 5 leichten (!) Zügen wieder scharf zu bekommen. Wenn du viel mehr als dies benötigst oder gar einen groben Stahl brauchen würdest, solltest du nicht mehr wetzen, sondern das Messer auf die Tormek nehmen.

Die Standardempfehlung ist der Dick Dickoron Mikrofeinzug oder der etwas gröbere Dick Dickoron Saphirzug.
 
Wenn’s schnell aber doch einigermaßen gepflegt zugehen soll, wäre der Sieger Longlife eine Option. 2-3 mal darüber steiche(l)n und die gute Küchenschärfe ist zurück. Die Frage, ob dieser Wetzstab auch für Dein Culilux geeignet ist, wird Dir hier bestimmt jemand beantworten. Der Stab (es gibt zwei Längen) ist aber kein Schnäppchen!
 
BTW: Wieso wird auch von Dick immer noch der Quatsch mit dem Schneide-Aufrichten verbreitet? Wenn man etwas oft genug sagt, wird es irgendwann wahr?
Vermutlich, weil die Kunden das so lesen wollen. Irgendwo lernen sie, dass sie einen Wetzstahl brauchen, um den Grat wiederaufzurichten -- steht ja schließlich überall. Wenn sie dann danach googeln und Dick keinen Wetzstahl anbietet, der das "kann", kaufen sie halt woanders. Die andere Möglichkeit wäre, dass das Marketing eigentlich keine Ahnung von den Produkten hat, die sie verkaufen sollen (ein häufiges Phänomen über alle Branchen hinweg). Die schreiben dann halt, was alle schreiben.
 
Vermutlich, weil die Kunden das so lesen wollen. Irgendwo lernen sie, dass sie einen Wetzstahl brauchen, um den Grat wiederaufzurichten -- steht ja schließlich überall. Wenn sie dann danach googeln und Dick keinen Wetzstahl anbietet, der das "kann", kaufen sie halt woanders. Die andere Möglichkeit wäre, dass das Marketing eigentlich keine Ahnung von den Produkten hat, die sie verkaufen sollen (ein häufiges Phänomen über alle Branchen hinweg). Die schreiben dann halt, was alle schreiben.

Kann ich genau so unterschreiben.
 
Hab grad den da gefunden, der kann beides oder
  • Teil der DICKORON-Familie ist der DICK combi, Auf zwei Seiten ist ein Saphirzug zum Aufrichten der Schneide und samtweichen Abziehen angebracht
  • Die anderen beiden Seiten sind poliert um die Messerschneide anschließend zu Polieren und damit eine extrem glatte und scharfe Schneide zu erzielen
  • Die Wetzstahlklinge ist 30 cm lang und hat eine Vierkant-Form, auf der die unterschiedlichen Züge jeweils gegenüberliegend angebracht werden
  • Seine Oberflächenhärte liegt bei über 65°HRC
Ich habe/hatte alle Dickorons hier. Ich nutze praktisch nur den Mikro. Der Polierzug liegt im Keller und wird eigentlich nicht benutzt, weil wenig Effekt und überflüssig. Den Saphir hatte ich lange, dann ist er ausgezogen. Ich denke öfter mal daran, einen neuen zu kaufen, aber eigentlich ist er überflüssig neben dem Mikro. Der Titan ist wie ein gröberer Keramikstahl. Ist eigentlich auch überflüssig. Wenn ich den brauchen würde, nehm ich lieber einen Schleifstein und ein Schärfsystem.

In der Küchenschublade liegen dementsprechend nur ein Dick Mikro und ein feiner Ioxio, die beide benutzt werden.
 
Den Combi kenne ich nicht, gemäß der Beschreibung denke ich aber eher, dass er den Dick Polish und den Saphir kombiniert. Der Micro ist nicht so glatt, wie der Polish. Der Polish hat so gut wie keine sinnvolle Funktion. Im besten Fall hilft er, den Grat zu entfernen, im schlechtesten Fall verrundet man den Schliff.

BTW: Wieso wird auch von Dick immer noch der Quatsch mit dem Schneide-Aufrichten verbreitet? Wenn man etwas oft genug sagt, wird es irgendwann wahr?
Hallo Thorsten,
ist beim Polish die Gefahr, den Schliff zu verrunden größer als mit anderen Wetzstählen? Wenn ja-warum?

Danke und freundliche Grüße
Markus
 
Ich würde eher sagen: Je länger man wetzt, desto höher ist die Gefahr, einen Schliff zu verrunden. Da ist es erstmal egal, womit man wetzt.
Ich plädiere daher immer dafür, einen Wetzstahl nur so kurz wie nötig zu nutzen. Bei einem Stahl ohne Züge (z.B. der Polish) ist diese Aufgabenstellung schwierig. Weil kaum was passiert (siehe oben).
 
Aber wenn kaum was passiert, dann kann doch auch kaum was verrunden. Oder schlägt mir hier meine Logik ein Schnippchen?
Gruß René
 
Damit geschärft wird, musst du eine um Größenordnungen größere Fläche bearbeiten, als um den Klingenscheitel zu verrunden. Nicht nur muss im letzteren Fall viel weniger Material weg, es geht auch viel schneller, da aufgrund der kleinen Fläche bei gleicher Kraft der Druck viel größer ist.
 
Richtig. Wenn du mit einem gut geschärften Messer eine Zwiebel auf einem Teller schneidest, ist es danach stumpf. Obwohl du auf einem glasierten Teller sicher nicht dein Messer schörfen kannst. Was passiert ist, dass du durch einem großen Winkel deine Schneide verrundest: hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, z.B. adhäsiver Verschleiß.
 
Bei allen nicht winkelgeführten Schärfaktionen, sei es Handschliff auf Steinen oder Wetzen, gilt aufgrund des von @Valentinian II beschriebenen Effekts: der eine Zug mit dem stumpfsten Winkel definiert die Schneide. Wenn du mit 20Grad wetzt, reicht ein einziger Zug mit 30 Grad und deine Klinge hat 30 Grad. Um wieder auf 20 Grad zu kommen braucht es dann erheblich mehr Schleifarbeit, da die Seite der Schneide wieder runtergeschliffen werden muss. Das ist auch der Hintergrund für @Besserbissen s Tipp, das Wetzen so kurz wie möglich zu halten und den oft gelesenen Tipp, bei Handschliff auf Banksteinen möglichst wenige verschiedene Steine einzusetzen.
 
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