Wurde Puddeleisen raffiniert?

und nochmals den Rest.



So das wars, ich hoffe das ist in Ordnung so.
Gruesse unsel
Ps: Ich sehe gerade dass mir ein paar Seiten rurcheinandergerutscht sind, ich glaube das letzte Bild gehoert als erstes.
 
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Hier noch ein paar Bilder...zum Thema Puddeleisen / Stahl.
Zu sehen sind zwei von den Rührstangen mit den Resten des anhaftendes Materials, ein Transportwagen mit Luppe drauf, Beschilderung des Wagens, sowie ein Arbeitsbeispiel wie die düngeschmiedeten schlackärmeren Bleche wieder zu Barren verschweißt wurden.
Dabei kann eben ein zeilenförmigens Gefügebild entstehen ....ist ja dann auch ganz gut nachvollziehbar.
 

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Kaum vorstellbar, diese Arbeit. Und gut vorstellbar, dass es viele dieser Arbeiter nicht wirklich lange gemacht haben.
 
Vielen Dank für deine Mühe, unsel, schön, dass es geklappt hat. ;)
Könntest du vielleicht noch die Literaturangabe ergänzen (Erscheinungsjahr, -ort)? Danke!

Und danke auch für die Fotos! :super:



Kaum vorstellbar, diese Arbeit. Und gut vorstellbar, dass es viele dieser Arbeiter nicht wirklich lange gemacht haben.
Wohl war. Teilweise ist zu lesen, dass die Hüttenwerke über die allmähliche Verdrängung des Puddelns in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trotz der zunächst horrenden Kosten nicht unfroh waren. Die Puddler sollen ein sehr renitentes Volk gewesen sein, wohlwissend, dass ohne sie und ihre Qualifikation nichts ging. Die nachfolgenden Techniken (Bessemer, Thomas etc.) machten es u.a. eben auch möglich, auf ungelernte Kräfte zurückzugreifen. Dass die im Schnitt wesentlich älter wurden, bezweifle ich jetzt mal. :glgl:
 
hab zwar noch nicht alle verstanden von den Fachbegriffen aber beim
Wort Frischvogel hats mich gepackt:D

Danke fürs einstellen:super:

feine Lektüre

mfg
 
Schoen dass es euch gefaellt.
Das Buch gibt es bei diversen Antiquariaten fuer 15-30 Euro. Es ist die 3te ueberarbeitete Auflage, von Dr. Hermann Wedding Berlin Verlag von Ernst&Korn 1890

Ich habe es uebrigends das erstemal selbst geschafft etwas zu Scannen..... Ich verstehe also Henry Cort wie er sich fuehlte als er sein zweites Patent am 13 Februar 1784 wegen des Puddelns erhielt :cool:
Das erste erhielt er ein Jahr zuvor, zum Paketieren und Schweissen.

Er half also mit das minderwertige Englische Eisen welches aus Produktionstechnischen Gruenden zuviel Schwefel enthielt und kaltbruechig war Konkurenzfaehig zu machen.
Uebrigends war das Englische Eisen aus diesen Gruenden von allen Staatslieferungen ausgeschlossen. Hierauf fussend konnte Russland 1770seine Eisenpreise willkuerlich um 10% erhoehen.
Jedenfalls konnte England schlussendlich unabhaengig von der Holzkohle seinen Reichtum an Erzen und Steinkohle( welche den Schwefel einbrachte) ausbeuten.
Tja und dann waren da noch die Puddeler, es waren Baeume von Kerlen, mit einem unheimlichen Koennen und nicht weniger Erfahrung, die allerdings nicht sehr alt wurden. In grossen Hallen wurde gepuddelt vorne sengende Hitze, hinten die kalte Luft welche durch die offenen Pforten zog....und all zu frueh die Schwindsucht , Witwen und Waisen mit sich brachten.
Insgesammt ist die Geschichte des Eisens, aus gleichnamigem Buch ich uebrigends eben zitiere eine Spannende wie Dramatische, Henrie Cort erntete keinen Dank sondern Schmach , Verfolgung und Elend. Erst im Jahre 1787 erkannte die Pruefungskommission der Marine sein Schweisseisen als das beste an und erklaerte es dem Schwedischen Oeregrundeisen als ueberlegen. Alle Anker und Eisenzeug wurde fuer die Marine daraufhin ausschliesslich aus seinem Eisen gefertigt.
Nach weiteren dramatischen Schicksalsschlaegen wird er 1794 mit einer Jahresrente von 260Pfund Sterling abgespeist die Ihn und seine Familie vor dem Hungertod rettet.Er stirbt 1800 , das mittlerweile reiche England bewilligt seiner Witwe eine Jahresrente von 100 Pfund St.
Er ruht auf dem Kirchhof der Kirche von Hampstead eine Gedaechtnisstafel erinnert an den unglueklichen Erfinder.

Uebrigends sieht man auf D.Kraft s letzem Bild was eine Garbe ist, resp. woher der Begriff Gaerben kommt was uebrigends das Damastmuster von Puddeleisen erklaert.

Gruss unsel
 
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Vielen Dank für die Scans.
Darf ich sie nochmal als PDF aufarbeiten?

Bei der Suche nach dem Buch noch ein paar andere gefunden und hier ergänzt.

Ciao
Sven
 
Dankeschoen fuer deine eingefuegten Links. Ich schaetze die alten Buecher ueber alles, die zwar aus Technologischer Sicht teils ueberholt sind aber in Sachen Beschreibung und Umschreibung der zu ihrer Zeit aktuellen Technologien unschlagbar sind.
Heutzutage ist der Informierte Leser ............;-) meist nach Stundenlangem Recherchieren in der Lage die Details einzuschaetzen.:irre:
Sven natuerlich darfst du eine PDF daraus machen es nutzen,wenn es dieses Forum unterstuetzt, weiterverschicken wie es dir beliebt. Gib Bitte nur den Verfasser Dr. Hermann Wedding an.
Gruss unsel
 
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Hallo Unsel,
vielen Dank für die Scans. Ich werde sie aufmerksam lesen.

Nun habe ich noch eine Frage: Wie kann man Puddeleisen und Schweißeisen unterscheiden?

Konkret: Ich habe Kuven und Beschläge von einem alten Bauernschlitten. Die Kuven habe ich schon verarbeitet und sie zeichnen in sich sehr schön nach dem Ätzen im Löskaffee.
Ist das jetzt Puddel- oder Schweißeisen?

Grüße

Jörg
 
So hier kommt das PDF:

Ausschnitt aus "Grundzuege der Eisenhuettenkunde" von Herrn Dr. Hermann Wessing.


Das PDF ist nicht perfekt, da meine Tools etwas eingeschränkt sind, aber der "Text" ist jetzt wieder Text und somit durchsuchbar.
Falls ein paar Worte merkwürdig aussehen: Das "h" wurde manchmal durch "In" ersetzt.

Ciao Sven
 

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Hallo Unsel, hallo Sven,
danke für die Mühe, das ist mal wieder richtig interessante Lektüre!
Danke fürs Posten und aufarbeiten!
less
 
Danke Sven, so ist das zu gebrauchen, ich hab diese Pc Manipulationen nicht drauf.

Gruss unsel
 
hi,
bin bei Grabungen auf einer Landwirtschaft auf kiloweise "Schrott" gestoßen,und hätte da mal eine Frage an die Verhüttungsspezialisten,da ich diese Bilder noch nicht wirklich deuten kann.

ist dieses Gefügebild eindeutig Puddeleisen zuzuordnen?
oder können solche Gefüge auch beim raffinieren von Renneisen entstehen?

Das Bild zeigt den Durchschnitt von einem Hufeisen (geätzt 54%hno3)



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mfg
 
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