Nicht zugriffsbereit = mehr als drei Handgriffe. Durch diese deutsche Regelung im Hinterkopf ist mir das Trident von Titaner gleich aufgefallen, da es einen mechanischen drei- Level-Schließmechanismus hat. Hier der verspochene Test. Es ist aus Titan, so sieht es aus (etwas größer als eine 2 Euro Münze):
Ein normales Schloss für die Messertasche ist entweder offen oder geschlossen. Beim Trident gibt es die Zustände offen sowie einfach, zweifach oder dreifach geschlossen. Das ist jedoch nicht der einzige Unterschied zu einem normalen Schloss für die Messertasche. Üblicherweise hat ein solches Schloss einen beweglichen Bügel, der mit einem Schlüssel oder einer Zahlenkombination arretiert werden kann. Demgegenüber hat das Trident zwei feststehende Bügel und dazwischen einen Schieber. Dieser wird (mit Nut und Feder) zwischen beiden Bügeln eingeschoben.
Der Kopf des Schiebers könnte oben einen kleinen Sechskantbit (4 mm) aufnehmen, darunter findet sich eine Bohrung mit abgeschrägten Kanten. Etwas darunter ist auf beiden Seiten jeweils eine kleine Aussparung und unten ein Keil.
Ist der leichte Widerstand beim Einschieben überwunden arretiert der Schieber und das Schloss ist zu. Einfach so wieder rausziehen geht nicht. Intuitiv drückt man nun fest auf den roten Knopf und versucht den Schieber rauszuziehen – geht auch nicht. Ein Dieb, der das Messertaschenschloss mal ganz schnell öffnen will hat also bereits Schwierigkeiten, wenn das Trident einfach gesichert ist. Das hat mit dem Innenleben zu tun.
Von der Rückseite her (wo das Titaner Logo ist) drückt ein gefedertes Element mit einer konisch gewölbten Spitze in den Schlitz für den Schieber. Drückt man den Rubin, wird das gefederte Element zurückgedrückt und von der Vorderseite schiebt sich ein ungefedertes Element – ebenfalls mit konisch gewölbter Spitze – in den Schlitz. Daher ist in beiden Positionen, wenn der Rubin fest gedrückt wird und wenn unberührt bleibt, etwas im Weg und verhindert das Rausziehen. Um den Schieber zu entriegeln ist daher eine Mittelposition also leichtes Drücken bzw. Fingerspitzengefühl erforderlich. So berühren sich die Spitzen beider Elemente mittig und der Schieber kann bei geringem Widerstand rausgezogen bzw. das Schloss geöffnet werden.
Zusätzlich gibt es einen kleinen Schieber links auf der Vorderseite, der mit dem Fingernagel Richtung Rubin geschoben werden kann. In dieser Position kann der Schieber auch mit gefühlvollem Drücken nicht mehr rausgezogen werden, dass Schloss ist zweifach geschlossen.
Es gibt mehrere Optionen die Messertasche mit dem Trident zu verschließen. Wenn am Ende vom Schieber Ringe angebracht sind, kann man einen Bügel durchziehen.
Oder das Ende beider Schiebergiffe wird rechts und links eingefädelt.
Das geht auch wenn die Tasche zu voll ist und der Reißverschluss sich nicht ganz schließen lässt, dann kann das Schloss als Überbrückung fungieren.
Eine weitere Option besteht darin, beide Schiebergriffe auf der einen und die Schlaufe des Etuis am anderen Bügel zu platzieren, was dann so aussieht.
Durch die mechanische Funktionsweise arbeitet dieses Schloss ohne Schlüssel oder Zahlencode. Wer den Mechanismus nicht kennt oder austüftelt kann das Trident nicht öffnen. Umgekehrt gilt, dass die Kenntnis der verschiedenen Verriegelungsoptionen das Öffnen auch ohne zusätzlichen Schlüssel oder Zahlenkombi ermöglicht (daher verrate ich hier nun nicht genau, wie das Trident dreifach geschlossen werden kann). Die dritte Stufe macht ein Hilfsmittel erforderlich - mechanisch Interessierte Messerfreunde hier im Forum erkennen garantiert, wie diese dritte Stufe funktioniert.
Insgesamt ist das Trident ein Schloss, das seine Funktion erfüllt, sofern ein potentieller Dieb damit nicht vertraut ist. Aber auch wenn er die Funktionsweise kennt, ist Fummeln angesagt. Auf jeden Fall sieht es gut aus und erfordert in der höchsten Stufe drei Handgriffe zum Öffnen. Nimmt man das Herausnehmen des Etuis und das Rausnehmen des Messers aus dem Etui hinzu, kommt man auf 5 Handgriffe, womit es nach meiner unjuristischen Einschätzung als „nicht Zugriffsbereit“ gelten dürfte. Das
Crowdfunding läuft noch einige Tage. Da das Trident sehr schmuck aussieht kommt auch nicht jeder gleich auf die Idee, dass es überhaupt ein Schloss ist.