• Wenn Ihr im Marktplatz was anbietet, kann es schonmal vorkommen, dass potentielle Käufer euch kontaktieren wollen.
    Falls jemand in seinem Nutzerprofil explizit die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme sperrt (per default ist das nicht so), dann wird das schwierig.

    Und weil mich in letzer Zeit wieder mehr Mails in der Sache erreichen, steht das mal so als Info hier ;)

    *Ich* fummel natürlich nicht in Benutzerprofilen rum. Und ich spiel auch nicht man in the middle. Fragen diesbezüglich zwecklos.

    Servus
    Pitter

Taschenmesser der DDR

Andy Haas

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Oh ja, an das eine oder andere der gezeigten Taschenmesser kann ich mich auch erinnern. Hatte ja immerhin auch 16 Lebenslahre in der DDR, bis eben dann zum Glück die Mauer kippte.
2 oder 3 hatte ich in meiner Kindheit besessen, doch ich hab keine Ahnung wo die geblieben sind.
Aber mein Vater hat so ein flaches Herrenmesser mit geprägten Messinggriffschalen immernoch in Gebrauch. Gut, er ist Lehrer und fällt damit nicht grad Bäume aber es ist ihm seit Jahrzehnten ein treuer Begleiter.
Ich finde dieses Thema sehr interessant, nicht aus ner Ostalgie heraus, die gibts bei mir nicht, einfach weil man leider viele kleine Dinge, mit denen man aufgewachsen ist einfach aus den Augen verliert.
 

proundkontra

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DDR Hirschfänger Jagdmesser

Ich hätte auch eine Frage zu DDR Messern, habe einen älteren Hirschfänger und würde gerne wissen wo der herkommt. Er hat eine Säge und ein weiteres kleineres Messer. Der Griff ist aus Hirschhorn.
Leider bin ich nicht berechtigt Bilder einzustellen, aber wer mir helfen möchte dem würde ich per Mail die Bilder senden.
 
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Thomas W

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svensk_kniv schrieb:
moin zusammen,

hier die angekündigten Taschenmesser gescannt; unten rechts das Legebruch mit "L"-logo.
ddr1.jpg


Grüße

Tilo

Das ist lustig, das Silberfarbene ganz links sowie das große Schwarze hatte ich auch mal. Ging wie so vieles über die Jahre verschütt...
 

Thomas W

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proundkontra schrieb:
Ich hätte auch eine Frage zu DDR Messern, habe einen älteren Hirschfänger und würde gerne wissen wo der herkommt. Er hat eine Säge und ein weiteres kleineres Messer. Der Griff ist aus Hirschhorn.

Sind die beiden Messer in einer gemeinsamen Scheide nebeneinander untergebracht?
Wenn ja, die hatte ich auch mal, sind mir leider geklaut worden :haemisch:

Die Messer waren meines Wissens ebenfalls aus dem schon erwähnten Leegebruch.
 

Rajiv

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cut schrieb:
...In Leegebruch (ADLER) sollen angeblich auch keine Messer mehr produziert werden, die Fertigung ist angeblich in die Tschechische Republik verlagert worden.
Damit scheint die ohne Zweifel bedeutende Taschenmesserproduktion von ostdeutschen Herstellern in Sachsen, Thüringen und Brandenburg nun endgültig der Vergangenheit anzugehören!

Ja, es ist richtig, daß in Leegebruch die Messerproduktion immer weiter zurückgefahren wurde und vor einiger Zeit ganz eingestellt wurde. Die Produktion erfolgt(seit 1996 gibt es eine Kooperation von Adler-Messer mit Mikov) bei Mikov s.r.o. in Mikulášovice(http://www.mikov.cz/index/index_de.html), diese Firma hat vor einiger Zeit auch die Markenrechte an Adler-Messer erworben. Schlußpunkt war der 30. August 2005, da erlosch die Adler-Messer GmbH in Leegebruch. Strenggenommen existiert in Leegebruch aber die Firma weiter, aber nicht als Messerhersteller sondern als Metallbaufirma oder so etwas ähnliches.

Rajiv
 

cut

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Rajiv schrieb:
:
"...in Leegebruch die Messerproduktion ... vor einiger Zeit ganz eingestellt wurde.
...seit 1996 gibt es eine Kooperation von Adler-Messer mit Mikov
...die Markenrechte an Adler-Messer erworben."

MIKOV ist vom Ursprung her auch eine deutsche Firma, die bereits 1870 als Messerfabrik FRENIXWERK gegründet wurde. Durch die politische Entwicklung wurde diese in Böhmen liegende Firma gleich mehrfach enteignet, zur Gründungszeit lautete die Ortsbezeichnung Nixdorf.
In den 1920er Jahren hatte diese Firma eine enorm umfangreiches Herstellprogramm and Messern jeglicher Art die zumeist mit dem Markenzeichen eines Ankers in einem Kreis den Buchstaben FF versehen waren. (Und in den 30er Jahren wurden auch SA-Dolche hergestellt.)

MIKOV kooperierte bereits seit längerem mit ADLER / Leegebruch, aber z.B. auch mit PUMA in Solingen.

cut
 
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proundkontra

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Thomas W schrieb:
Sind die beiden Messer in einer gemeinsamen Scheide nebeneinander untergebracht?
Wenn ja, die hatte ich auch mal, sind mir leider geklaut worden :haemisch:

Die Messer waren meines Wissens ebenfalls aus dem schon erwähnten Leegebruch.

Nein, die Hauptklinge ist feststehend, nur die Aufbruchklinge und die Säge sind im Griff integriert.
Verkaufe das Messer gerade bei *****, unter Hirschfänger; fals jemand an meiner Beschreibung etwas zu berichtigen hat, wäre ich sehr dankbar, da ich Wert auf meine 100% positive Bewertungen lege.
 

Rajiv

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Bezogen auf Ausführungen weiter oben, wo nach ostdeutschen Messerherstellern gefragt wurde, fällt mir jetzt als Hersteller(ich meine ganz bewußt keine Messerschmiede/Messermacher, deren Messer alles Unikate sind) nur noch Kurt Haenel Hirschhornwaren in Kleinschmalkalden ein, welche größere Serien herstellen. Wobei das zum Teil recht einfache(sprich: simple und sehr preiswerte) Jagdmesser sind.

Tja, schade daß bei Adler-Messer "die Lichter ausgegangen" sind. Paradoxerweise werden sie jetzt näher an meinem Wohnsitz hergestellt, weil Nixdorf liegt ca. 50km entfernt, Leegebruch dagegen ca. 200km.

Gibt es noch andere ostdeutsche Messerproduzenten? Selbst Messermacher fallen mir auf Anhieb gerade nicht wirklich ein, lediglich in Berlin wüßte ich da jemanden.

Rajiv
 

cut

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Einige renommierte Messerhersteller die bereits im Dritten Reich in Thüringen und in Sachsen tätig waren, haben sicherlich auch nach Kriegsende in bescheidenem Rahmen die Messerfertigung wieder aufgenommen. Allerdings ist auf Grund der politischen und wirtschaftlichen Lage die Fertigung wohl bald eingestellt oder auf andere Produkte umgestellt worden.
Mir fallen zum Beispiel ein:
H.A. Erbe in Schmalkalden/Thüringen
J.E. Dittert & Co, Neustadt/Sachsen

Außerdem gab sogar Neugründungen, nachdem einige Hersteller aus Nixdorf/Böhmen nach Kriegsende aus Tschechien vertrieben wurden und in der DDR einen Neuanfang starteten - und dann dort erneut enteignet wurden.

Bei Interesse kann ich weitere ehemalige Hersteller herausfinden.

cut
 
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Rajiv

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Melde mich erst jetzt wieder, weil ich noch versucht habe neue Informationen zu erhalten. Leider ohne Erfolg. In Schmalkalden gibt es wohl nur die MWS, die Maschinen-Messer(u. a. für Landmaschinen) herstellt. Im sächsischen Neustadt gibt es anscheinend keinerlei Firma mehr, welche Messer in irgendeiner Form herstellt.

Nachfolgebetrieb(e) von der Taschenmsser- und Chirurgie-Instrumente-Fabrik J.E. Dittert in Neustadt/Sachsen habe ich nicht gefunden.

Wenn es noch irgendwelche Messer-Hersteller hier gäbe, dann würde mich das stark interessieren. Bin momentan etwas enttäuscht, weil meine Suche so richtig erfolglos geblieben ist. Na ja, läßt sich eben nicht ändern.

Grüße

Rajiv
 

cut

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Die Firma Haenel ist mit grosser Wahrscheinlichkeit die einzige Firma, die noch Messer in den neuen Bundesländern produziert. Die Klingen werden aber von Solinger Firmen zugekauft.
Nach der Wende gab es aber (ausser Leegebruch/Adler) wohl noch einen weiteren Hersteller. Informationen reiche ich nach.
Nach meiner Kenntnis hat KEINE der traditionellen ehemaligen Messerfirmen "überlebt".

cut
 

Rajiv

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Vielen Dank für deine Recherchen.

Dann werde ich auch nicht weitersuchen brauchen, wenn es mit ziemlicher Sicherheit keine weiteren Firmen mehr gibt. Von neugegründeten Herstellern habe ich auch nichts gehört.

Rajiv
 

cut

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ehemalige Messerhersteller in Ostdeutschland

@

"Wenn es noch irgendwelche Messer-Hersteller hier gäbe, dann würde mich das stark interessieren. Bin momentan etwas enttäuscht, weil meine Suche so richtig erfolglos geblieben ist. Na ja, läßt sich eben nicht ändern."

Hier meine erste ergänzende (und noch unvollständige) Aufstellung über ehemalige Schneidwarenhersteller in Ostdeutschland:
Julius Bodenstein, Steinbach
Gustloff-Werke, Suhl
C.G. Haenel, Suhl
F.A. Helbig, Steinbach
Gebr. Heller, Marienthal bei Schweine / Thüringen
Gebr. Heller, Schmalkalden
Wilh. Kober & Co, Suhl
C.Fr. Kuhrt, Zella-Mehlis
Malsch & Ambronn, Steinbach
Josef Münch, Brotterode
Pappenheimer, Pappenheim/Thüringen
F.A. Recknage, Steinbach/Tühiringen
A.G. Thorwarth, Schmalkalden/Thüringen
VEB Jagd- & Schneidwaren, Mühlhausen
Wellner, Aue

Nach meiner Kenntnis existiert keine dieser Firmen mehr - zumindest ist von einer Messerfertigung nichts mehr bekannt.

cut
 

Rajiv

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Die Firma Wellner(ex. ABS-Auer Besteck- & Silberwaren) gibt es noch, aber die Firma ist vor einigen Jahren von Aue nach Schneeberg umgezogen.

Wellner im Internet

Aber im heutigen Produktionsprogramm sind eben nur Bestecke, übrigens auch die von früher(DDR-Zeit) bekannten Bestecke, welche vollständig aus Edelstahl sind. Es gibt von Wellner also nicht nur Bestecke mit den Porzellangriffen(über Geschmack läßt sich eben streiten).


Rajiv
 

Gratwandler

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Von Mikov besitze ich auch ein Messer, hab es mir allerdings kurz vor der Wende in Ungarn zugelegt als Ersatz für mein Fahrtenmesser, das mir geklaut wurde. Vom Plastikgriff her, wirkt es wie die typischen DDR-Fahrtenmesser, nur die Klinge ist eher im Bowie- Stil.
Mittlerweile geht es langsam aber sicher den Bach runter.

Gruß Björn
 

Edelstahl

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Sind die beiden Messer in einer gemeinsamen Scheide nebeneinander untergebracht?
Wenn ja, die hatte ich auch mal, sind mir leider geklaut worden :haemisch:

Die Messer waren meines Wissens ebenfalls aus dem schon erwähnten Leegebruch.

Hallo ! Zuerst wurde dieses Jagdbesteck in der Doppelscheide in Leegebruch gefertigt.Produktion wurde danach nach Mühlhausen7Thür. ausgelagert .Weitere Fertigung bei VEB Thomas-Müntzer Jagd und Schneidwarenkombinat.Unterschied zwischen Leegebrucher und Mühlhausener Fertigung,Griffmaterial bei letzterem aus Plaste,Leegebrucher aus Hornmaterial.Klingen waren in etwa aus selbem Stahl gefertigt.Ich benutze mein Mühlhausener seit Jahren,als Waidmann.Gebaut für 1000 Jahre.
 

s.dammann

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Die Firma Foron fertigte auch Jagdmesser.

Ich hatte selbst ein kleines 3 Fingermesser und ein Klappmesserchen mit Knochensäge. Der Folder hatte eine schmale ca 50 mm lange Klinge, für die Versorgung von Rehwild völlig ausreichend.

Beide Messer hatten eine elfenbeinimitierende Kunststoffbeschalung mit jagdlich orientiertem Scrimshaw. Diese Ausführung war ausschliesslich für den Export bestimmt, da die Standartvariante für den ostdeutschen Waidmann in dem schon erwähntem Hirschhornimitat bestand.

Steffen
 
G

gast23032009

Gast
Für grobe Arbeiten nutze ich gelegentlich zwei alte TM "MW" (Messerfabrik Weimar). Nicht rostfrei, bräunliche Griffe. Das größere (18 cm, 8 cm Klinge) fand ich vor über 30 Jahren.

Gruß
 

torel

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Danke für den Beitrag, ich hatte gerade zufällig herauszufinden versucht, was sich hinter dem "MW" auf einigen Taschenmessern in meinem Besitz verbirgt.
 

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Micha2205

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AW: VEB Leegebruch & Puma & Zwilling

Die aktuell von Puma/Solingen propagierte Messerserie "IP" (international Partners) ist nur vom Namen her neu, denn bereits in den 1980er Jahren (vor der "Wende") gab es eine intensive Zusammenarbeit von Puma mit der DDR-Messerschmiede Leegebruch. Dort bezog Puma Taschenmesser im Stil von Schweizermessern, deren Klingen mit der bekannten Puma-Marke und (natürlich nicht zutreffenden Ursprungsangabe) "Solingen" gekennzeichnet waren. Möglicherweise erhoffte man sich bei Puma durch die Solingen-Markierung verbesserte Verkaufsmöglichkeiten beim Vertrieb in die USA, dem damals wichtigsten Export-Markt dieses Solinger Messerherstellers.
Identische Messer verkaufte zur selben Zeit auch die Solinger Firma J.A. Henckels ("Zwilling"), allerdings verzichtete diese Firma bei der Klingenmarkierung auf den Zusatz "Solingen".

Die Maschinen zur Herstellung dieser Messer sollen aus dem gleichen (westdeutschen) Unternehmen stammen, der den Maschinenpark von Victorinox in der Schweiz gefertigt hat.

Die bereits beschriebene Klingenmarkierung GML (in einem Oval) steht für Genossenschaft Messerschmiede Leegebruch. Unter dieser Firmierung erfolgte in der Nachkriegszeit die Gründung in Leegebruch/Brandenburg; mit den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen (staatseigene Betriebe) erfolgte in den 1960er Jahren die Umbenennung in VEB Messerschmiede Leegebruch.

Bin gerade auf dieses Forum gestoßen bei der Suche nach dem Hersteller meines Taschenmessers (bestimmt vor 1980 hergestellt, hatte meinem Vater gehört). Die Prägung in der großen Schneide ist GML. Der interessante Beitrag hat mir dabei sehr geholfen. Vielen Dank.

Das zusammengeklappte Messer ist ist mit 8cm Länge etwas kürzer als die Schweizer, also sehr gut geeignet für die kleine Tasche in der Jeans

Taschenmesser_GML.jpg