@Valentinian II : Du bist freihändig
mit dem Stein besser geworden. Hab ich ja gesagt, dass ich mir das vorstellen kann. Du benutzt für Laufen und Springen deine Beine, aber dein Muskelgedächtnis beim Springen nützt dir wenig fürs Laufen, weil die Muskeln anders beansprucht werden.
Ich rede davon, wofür ein Wetzstahl gemacht ist, wofür er ein Werkzeug ist. Das ist dem Willen vorausgesetzt, der Wetzstahl sieht nicht aus, wie er aussieht, weil du mit ihm machen kannst was du willst. Und ein Wetzstahl ist fürs Freihandschärfen gemacht. Ein Hammer ist zum Schlagen bzw. Einschlagen gemacht, obwohl du ihn auch als Briefbeschwerer benutzen kannst. Als Briefbeschwerer braucht er z.B. keinen Stiel. Ein Werkzeug sieht aus, wie es aussieht, weil seine Form für eine ganz bestimmte Benutzung gemacht ist, für die es deswegen optimal geeignet ist. Die Gestalt antizipiert seine spezifische Benutzung. Ein Schälmesser hat andere Aufgabenbereiche wie ein Kochmesser, obwohl viele Hausfrauen nur das Schälmesser benutzen. Funktionieren tut das auch, bloß halt schlechter.
@Cybernikus: Ja, das Fuchteln schüchtert ein. Man muss Anfängern sagen, dass sie das schnelle Fuchteln vergessen sollen. "Vergessen musst du das, was früher du gelernt." Kontrolliert ansetzen und entlang ziehen. Seite wechseln, ansetzen, entlang ziehen...Genau. Wenn ein Messer bockstumpf ist - schärfen, nicht wetzen. Es ist nicht schwierig, aber ein paar Sachen muss man wissen. Zum Pinchgrip habe ich ja die Theorie, dass der vor allem deshalb so beliebt ist, weil er die Balance ausgleicht. Ein Messer das in der Klinge den Balancepunkt hat, greift man weiter vorne. Extrem beim chinesischen Kochmesser. Ein Messer, das am Übergang zum Griff ausbalanciert ist, greife ich am Griff. Ich weiß, dass es auch das Argument der Kontrolle gibt. Aber das wäre ein neuer Thread.
@waterstone: "Ob man ihn nun senkrecht auf die Spitze stellt oder damit rumfuchtelt ist m.E. beides "freihand"." Ja. Aber nicht rumfuchteln, weder mit dem Stahl noch mit dem Messer. Das Aufstellen der Spitze fixiert den Stab an zwei Punkten, das erhöht die Kontrolle. Außerdem ist es kein Aufwand. System und Wetzstahl ist aber Aufwand. Also wer es weder ganz freihand schafft noch mit Spitze aufstellen schafft ein Messer zu wetzen, der soll sich halt in Gottes Namen einen Rapid Steel zum Durchziehen kaufen. Ist auch nicht teurer als ein Stahl von Dick und erfordert keine Fertigkeiten.
@Besserbissen: Testzwecke, Wetzen mit System ist doch was fürs Forum. Aber Anfängern würde ich das nicht erzählen. Es ist auch kein erster Schritt. Es ist höchstens ein Notbehelf, wenn man z.B. in der Ferienwohnung ist, die Messer sind bockstumpf und es gibt dort nur einen Wetzstahl. Es bringt auch nichts, Anfängern drei verschiedene Verwendungsweisen zu zeigen. Die sollen e i n e richtig einüben. Drei verwirrt mehr als dass es hilft. Dann haben sie drei zur Auswahl und keine können sie richtig.