Neues von den Minis: Das „TiCore M1“ ist ein kleines und einfaches Schneidwerkzeug, mit modernem Design und integriertem Flaschenöffner. Es stammt von Rodman, einer chinesischen Firma die seit über 10 Jahren Taschenlampen (primär für den Heimatmarkt) herstellt und nun erstmals ein Messer produziert hat. Um eine Vorstellung von der „Größe“ zu haben hier der Vergleich mit einer 1-Euro-Münze.
Das Gewicht liegt dazu passend bei knapp über 38 Gramm.
Die Außenseite des Flaschenöffners ist so gestaltet, dass man nicht hängenbleibt. Dessen Innenseite ist etwas scharfkantiger, was beim Einrasten in den Kronkorken hilfreich ist. Durch die beidseitige Gestaltung kann man drückend oder ziehend mit rechts oder links öffnen. Durch den mit etwa 4,5 cm relativ kurzen Hebel sollte man die Flasche gut festhalten (was sich allerdings auch bei anderen Flaschenöffnern empfiehlt ;-)
Drückt man den „Klingensporn-Frontflipper“ langsam nach unten, bis der Finger an den Griffschalen ankommt, klappt die 1,5 cm Klinge etwa so weit auf, dass der Klingenrücken eine Linie mit dem Flaschenöffner bildet. Nun kann man den Klingendurchbruch greifen und das Messer komplett öffnen.
Alternativ kann man den Schneidzwerg auch in einem Zug öffnen. Zunächst funktionierte das bei meinem Exemplar (einem verschmutzten Prototyp) etwa in zwei von drei Fällen. Doch nach dem Zerlegen, Reinigen und Ölen ging es super, was auch den Kugellagern zu verdanken ist.
Der Klick am Ende des Öffnungsprozesses stammt vom Einrasten eines Detent Balls, der auf einer federnden Zunge der linken Griffschale liegt. Auch im geschlossenen Zustand sorgt dieser Mechanismus für Halt. Es gibt also keine echte Arretierung, was in Deutschland ein Vorteil ist, weil das Messerchen somit – da wo es erlaubt ist – frei geführt werden dürfte.
Hält man das M1 beim Paketöffnen so, dass Daumen und Zeigefinger in den Mulden liegen, kommt die Schneide bei einem versehentlichen Einklapper nicht in Kontakt mit dem Zeigefinger und der Daumen stoppt den Klingensporn. Greift man das Messer beim Schneiden auf Höhe der Achsschraube, liegen die Finger bei ungewolltem Zuschnappen außerhalb des Wegs der Klinge. Beides geht m.E. aus Perspektive der Arbeitssicherheit in Ordnung.
Beim M1 werden Edelstahlgriffschalen und 3Cr13 eingesetzt. Das halte ich - für ein „Einsteigermesser“ im doppelten Wortsinne - für eine passende Wahl. Der Klingenstahl hat eine gute Schnitthaltigkeit, sowie eine hohe Verschleiß- und Korrosionsbeständigkeit und ist auch leicht zu schärfen – außerdem ist er günstig. So bleibt das M1(
im Crowdfunding) im unteren zweistelligen Bereich, während es mit den Trendmaterialien Titan und Magnacut im dreistelligen Bereich landen würde.
Ein Minuspunkt ist die Projektbezeichnung „TiCore M1“, weil ein Teil davon in die Irre führt. „Ti“ ist das Symbol für das chemische Element Titan. Dieses Material kommt aber beim M1 nicht zum Einsatz. Auf diese Irreführung habe ich den Hersteller hingewiesen. Es wurde erklärt, dass anfangs Titan verwendet werden sollte, dann aber umentschieden wurde, damit das M1 preiswert bleibt. Die Projektbezeichnung wurde jedoch unglücklicherweise beibehalten, das soll sich künftig ändern. Insgesamt gefällt mir das M1. Es schlüpft problemlos in die kleine Tasche der Jeans, kann am Schlüsselbund befestigt werden und passt auch ins Portemonnaie. Bin gespannt was wir noch von Rodman sehen werden.