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Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
C- Inhalt und andere Legierungselemente schwanken bei Crusible noch mehr als bei Böhler, auch daher besonders bei Crusible kann man keine WB-Schemas geben.

Dann vollbringt Spyderco mit den zigtausenden Messern mit CPM-Klingen, die seit Jahren mit großem Erfolg produziert werden ja offenbar Wunder. Der für die Wärmebehandlung Zuständige kann zaubern …

R’n‘R
 

Dimm

Mitglied
Wunder gibt's nicht. Preis ist niedrig, Mengen groß und das Ding ist leistungsfehig für Alltags.
Im Vergleich schon mit Kleinserienmessern von anderen Hersteller- ...
mit handgemachten Messer- da kennst Du schon die Vergleiche.

Moridin

Ich hab Dich schon seit Anfang an verstanden- niemand diskutiert gegen dich
 

Moridin

Mitglied
Ich zweifle ein wenig daran, dass Du mich verstanden hast, aber vielleicht reden wir auch nur aneinander vorbei. Ich interessiere mich für Materialwissenschaften und baue privat gerne Messer. Wenn ich Informationen darüber finde, welche Stähle wofür besser geeignet sind, oder wie ich die Wärmebehandlung optimieren kann, versuche ich das umzusetzen und experimentiere dabei auch gern.
Larrin stellt in seinem Blog umfangreiche Informationen zur Verfügung und schildert seine Methoden. Natürlich habe ich nicht alle Informationen zur Wärmebehandlung ausprobiert, aber die, die ich ausprobiert habe, funktionieren sehr gut. Wenn jetzt ein russischer Profi eine noch bessere Wärmebehandlung verwendet, um noch mehr Leistung herauszuholen, würde ich die auch gerne ausprobieren, aber dazu fehlen mir die Quellen. Überspitzt formuliert kam von Dir, Dimm, bisher "Larrin hat keine Ahnung" und auf meine Nachfragen bist Du nicht eingegangen. Mir persönlich ist es wirklich egal welche Firma die "besseren" Stähle herstellt, aber ich persönlich habe gerne irgendeinen Beleg für Aussagen der Art "Firma A macht bessere Produkte, als Firma B". Zum Beispiel bezogen auf die Schwankung der Legierungselemente bei Böhler oder Crucible würde mich also interessieren wer das wie bestimmt hat. Ein nächster Schritt wäre dann z.B. zu diskutieren, ob die Schwankungen wirklich so groß sind, dass messbare Unterschiede in Härte, Zähigkeit,... zwischen verschiedenen Chargen entstehen.
 

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Was die Qualität von Crucible-Stählen anbetrifft, habe ich nicht den geringsten Grund zur Klage. Und ich habe ein umfangreiches Sortiment verfügbar und in durchaus anspruchsvollem Gebrauch. 5 Para Military 2 mit Klingen aus CPM S30V, CPM S110V, CPM M4, CPM CruWear und 52100. Einige Para 3, zwei Military, diverse Reeve (Sebenza & Umnumzaan), weitere … - alle mit CPM-Stählen.

Insbesondere die Para Militaries und die Para 3 haben eine relativ anspruchsvolle Geometrie mit 30 Grad Gesamtschneidenwinkel.

Dazu kommen diverse Bark River und ein Jeremy Robertson Custom mit Klingen aus CPM 3V. Dann das Spyderco Province (CPM 4V).

Ich hatte bis auf 2 winzige Mikro-Chips beim Werksanschliff keinerlei Probleme mit Ausbrüchen oder Unreinheiten. Diverse Klingen habe ich umgeschliffen. Auch dabei haben sich keine Verunreinigungen gezeigt. Das Province habe ich ausgiebig als Haumesser gequält. Von der Performance bin ich echt beeindruckt.

Insgesamt konnte ich keinen erwähnenswerten Unterschied bezüglich der Qualität im Vergleich mit den Böhlerstählen Elmax und M390 (Haslauer Customs) feststellen.

R’n‘R
 

Dimm

Mitglied
Wir benutzen unterschiedliche Quellen aus unterschiedlichen Ländern.

Larrin- ich habe sogar daran nicht gedacht, ob er Ahnung hat oder nicht.
Auch bei ihm gibts nützliche Infos, aber nicht viel. Man erwartet aber, dass was kommt von ihm, die Hoffnung verkleinert sich langsam aber sicher.

Von Poren und co. bei CPM125 schreiben sehr viele Benutzer und niemand schreibt sowas von M398. Gar niemand...

Ich hab um 5 Klingen aus 125V umgeschliefen, davon 2 haben makroskopische Stahldefekte gehabt.
Deshalb teile ich das mit. Die Stahlsorte kann von einer Fertigung zu Anderem mal besser mal schlechter sein.
Eine gröbere Schneide als bei M398 haben die Klingen aus 125V immer, was viele Benutzer aber ziemlich mögen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Moridin

Mitglied
Naja, die Physik sollte in allen Ländern gleich sein :) Das Problem ist eher, dass die Testmethoden so unterschiedlich sind. Ich finde die Informationen in dem verlinkten Thread zwar interessant, aber zum großen Teil nutzlos. Zwei Leute die ein identisches Messer auf der Jagd benutzen, können zu völlig verschiedenen Ergebnissen kommen. Wenn da ein Stück Wild mehr Sand im Fell hat, wird die wahrgenommene Schneidhaltigkeit deutlich geringer ausfallen, oder es kommt sogar zu Ausbrüchen. Wenn dann noch einer beim Schneiden mehr drückt und der andere mehr zieht, wirkt sich auch das aus und die Ergebnisse werden noch unterschiedlicher und sind auch nicht reproduzierbar. Dann benutzen vllt. Leute noch Messer aus dem selben Stahl, aber mit unterschiedlicher Geometrie, unterschiedliche Körnung für den Anschliff, etc. Das alles macht die Auswertung solcher Berichte, meiner Meinung nach, schwierig.
Mir gefällt Larrins Ansatz (subjektiv) besser, weil er systematischer ist und zu reproduzierbaren Ergebnissen führt. Ob sich die Ergebnisse vom Papierschneiden 1:1 auf die Jagd übertragen lassen finde ich dabei nicht sehr wichtig. So können die Prioritäten variieren.

Was mich noch interessiert sind die Stahldefekte, die Du weiter oben gezeigt hast. Die sind wirklich mit bloßem Auge zu sehen. Ich hätte erwartet, dass der PM-Prozess, egal von welchem Hersteller, so große Strukturen gar nicht zulässt. Kann das auch beim Schmieden, oder in Form schleifen entstanden sein?
 

Dimm

Mitglied
Wenn Larrin PM-Stahlsorten mit wenig Legierung vergleicht, dann gibt's in dem Bereich weniger Probleme bei allen Herstellern.
Nun die Vergleiche von M398 und C125v- da beginnen schon die "großen Entdeckungen", die praktischen Erfahrungen ziemlich wiedersprechen.
Meine Info ist nur als Stahlinfo zu verstehen, Larrins-Persönlichkeit interessiert mich nicht.
 

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Zur Befriedigung des osteuropäischen Hungers nach extrem schnitthaltigen Stählen war M398 zunächst in Rußland verfügbar (1. Datenblatt in russisch). Und insofern gibt es praktische Erfahrungen überwiegend von ebendort.

Das ändert sich jetzt. Sal Glesser hat nach Bekunden im Spyderco-Forum 5.000 lbs (etwa 2,3 Tonnen) von dem Stoff in mehreren Stärken bestellt. Für Steel Afis :super:

Ich warte dann mal auf mein 6. Para Military mit dem von Dimm so hochgelobten Material.

R’n‘R
 

Dimm

Mitglied
Wenn man in die Richtung "geschlossene Schneide" geht, dann würde ich eindeutig M398 bevorzugen.
Fleisch und Sehnen schneidem-125v.
 

uuups

Premium Mitglied
Zur Wärmebehandlung bei Spyderco wird die Lösung ganz einfach Chargenverfolgung und die dazugehörigen Zeugnisse mit Chemischer Analyse und Zusatztests (Härteversuch,US-Test... ) lauten. Wenn man entsprechende Mengen abnimmt kann man die einfach dazu bestellen. Dann braucht man bei der Wärmebehandlung auch nicht zu raten.
Und das die Herren bei Spyderco gute Kontakte zu Crucible haben ist bestimmt auch nicht von Nachteil. Außerdem haben die ja Ihre eigene offentliche Werkstofftestreihe laufen... (Mule Team).
Das zeigt ja schon eine gewisse Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Werkstoffen, auch wenn diese fast alle rostträge sind... (scheint eine amerikanische mindestanforderung bei den Manufakturen zu sein.) ;)

(R'nR und Dimm waren schneller)
 
Zuletzt bearbeitet:

Dimm

Mitglied
Böhler kontrolliert die chemische Stahlzusammensetzung bei jeder Stahlfertigung genau und schickt die entsprechende Dokumentation mit (in Russland).
Dann muss man die WB zu eigener Härteausrüstung anpassen.
Ob Spyderco so viel Aufwand treibt- glaube ich nicht. Es wird eine sichere Härtetemperatur ausgewählt, aber andersrum dann kommen keine tragischen Ergebnisse, wenn Haltezeit oder T etwas zu hoch gehen.
Für Alltags muss das schon reichen auf jeden Fall.
 

recurveman

Mitglied
Böhler kontrolliert die chemische Stahlzusammensetzung bei jeder Stahlfertigung genau und schickt die entsprechende Dokumentation mit (in Russland).

Das macht aber jeder Hersteller der einen einigermaßen hochwertigen Stahl herstellt. Selbst für Baustahl kriegt man diese Dokumente wenn man fragt. In meinem Job habe ich schon 35.000 Zeugnisse 3.1 / 3.2 und seltener 2.2 geprüft (davon auch nicht wenige von Böhler), ich behaupte mal hier einen sehr umfassenden Überblick zu haben.

Und ohne bei Crucible schon mal gekauft zu haben behaupte ich jetzt dass dort die Zeugnisse auch problemlos erhältlich sind. Ein Problem können natürlich die Zwischenhändler sein...
 

Dimm

Mitglied
Was mich noch interessiert sind die Stahldefekte, die Du weiter oben gezeigt hast. Die sind wirklich mit bloßem Auge zu sehen. Ich hätte erwartet, dass der PM-Prozess, egal von welchem Hersteller, so große Strukturen gar nicht zulässt. Kann das auch beim Schmieden, oder in Form schleifen entstanden sein?
Hi,
in dem Fall wurde nicht geschmiedet. Poren sind im "CPM"-Fall nicht selten. Die können nur noch im oberen, vom Bandschleifer zerstörtem Schicht, sein. In dem Fall wurde über 0,5mm bis 1mm abgetragen, die Porösität ist besser geworden, ist aber nicht vollständig verschwunden. Wenn man weiter schleift, dann öffnen sich weitere Poren.
Natürlich gibts solche Defekte auch beim Böhler, aber weniger ausgeprägt.
M398 zeigt keine solche Defekte, ist weniger rostanfällig als 125V. Auch Klingenmuster beim Ätzen ist bei 125V mehr ausgeprägt.
Die beiden Stahlsorten sind (praktisch gesehen) unterschiedlich.
Aber wenn wir Poren, Lochfrass, mehr ausgeprägte Unregelmäßigkeiten als Vorteile sehen, dann ist 125V super! verglichen mit M398 ist.
Wenn man eine gute Fertigung erwischt, dann können die o.g. "Vorteile" von 125V weniger oder kaum ausgeprägt sein. Die Schneide wird aber immer grober- gerade das mögen einige Jäger.
 

Dimm

Mitglied


Das ist REX121- ohne Supertechnik sieht man lokale Roststellen. Die Schneide hat keine Ausbrüche, jedoch Rostansätze.

Nicht umsonst wurde "rostend" von "rostfrei" langsam aber sicher "weggedrängt".