Ein Praktikum bei Jean-José Tritz

ramibru

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Nach vielen Mails, seinerseits schlechten Erfahrungen mit vielen Vorbehalten und noch mehr stundenlagen Telefonaten mit Jean-José Tritz habe ich Ende August 2025 ein Praktikum bei Jean-Jose-Tritz (nachfolgend: JJT) beginnen dürfen. Denn wenn ich lernen wollte, dann schon bei den Besten...
Fazit: Er weiht mich in seine Geheimnisse und ungemeine Erfahrung bereitwillig ein. Das ist für mich als Standardwaren-Nutzer eine brachial-brutale Erfahrung und hebt meinen Kenntnisstand bereits nach wenigen Besuchen bei ihm auf ein gänzlich anderes Niveau!

Ich zeige nachfolgend ein paar meiner Eindrücke und Erfahrungen
Eines vorab: Ja, ich bin gelernter Fotograf. Ebenfalls: JJT ist Schmied. Das wird also ein symbiotischer Thread werden.
Nein, das soll keine Werbeverkaufsveranstaltung für JJT werden – aber eine subjektive Reportage.
 
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Das Grundschleifen von Messern findet bei JJT auf einem sich langsam rotierenden Schleifstein mit 80er Körnung statt. Der Stein war bestimmt mal doppelt so groß, meint JJT. Er ist wellig und läuft nicht ganz rund, aber das ist völlig egal. So erzeugt der Stein eine Unwucht und damit einen Rhythmus.

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Wenn der Grundschliff stimmt, geht es auf eine uralte Tormek...

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JJT überprüft, ob die Klinge für einen Folder wie gewünscht in den Griff passt...

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Schärfetest bei JJT: Die Nackenhaare eignen sich besonders zum Testen, weil sich dort unsere Haare empfindlich aufstellen.
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Fragt mich bitte nicht, weshalb es in diesem Forum neuerdings nicht mehr möglich ist, ein Bild einzufügen...
edit: fixed!
 
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JJT hat mir heute etwas "zum Spielen" mitgegeben: Ein kurzes Gyotu mit den Massen 190/50/sechs, Ja: sechs mm kommen da aus der Angel raus, Uns sie verdünnen sich auf ein paar mü zu Spitze hin.
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Egal, ob Chinapfanne,

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Zucchini-Slicing Test

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oder die klassische Ingwerstrasse...

Das Ergebnis war immer das selbe: Es pappt so gut wie nichts am Messer an. Es funktioniert wie Teflon, ist aber pure Geometrie bereits beim Ausschmieden und ohne nachträglich herausgefräste Hohlkehlentricks. Man kann das – gerade in SW – anhand der Kontraste in der Flanke ganz gut erkennen, was da passiert.
 
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Photos direkt im mf hostend einzubinden ist zahlend unterstützenden Mitgliedern vorbehalten…

Coole Aktion, direkt mit jjt zusammenarbeiten zu können…
 
Vielleicht mag es keine Avifs? Vielleicht mal png oder jpeg probieren, auch wenn's als Fotograf vielleicht weh tut
Die Lösung für den Hoster Postimages unter MacOs lautet: nicht über den Upload-Button Bilder suswählen! Stattdessen „copy& paste“ – weissderGeierweshalb!!!
Support bei Postimage: Nach fünf Werktagen Fehlanzeige.
 
Vergangene Woche hatte mir JJT ein 190er San-Mai-Gyotu „zum Spielen“ mitgegeben. Ich habe es intensiv genutzt und heute zurückgebracht…

Jean-José hat zunächst die Patina mittels Vlies und Kaisernatron entfernt und das Messer danach auf den Streichriemen wieder in Neuzustand gebracht.

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Das Gyotu ist für mich eine völlig neue Schneiderfahrung, ich bin mit viel zuviel Kraftaufwand an meine Schneidaufgaben gegangen. Und der food release hat mich in neue Sphären katapultiert.
Das Gyotu ist vom Profil recht flach auf Zugschnitt optimiert. Knoblauch oder Ingwer liessen sich problemlos im Wiegeschnitt feinst häckseln, Schalotten dagegen brauchten schon Druck-oder Schubschnitt.
Kalte Karotten knacken in Heftnähe, ab der Mitte bis zur Spitze dagegen ist nichts als selige Stille beim Schneiden.
Der Griff ist rechtshandtauglich und für meine Handschuhgröße 8,5 perfekt – jedoch irrelevant, da ich prinzipiell übergreife.

Das ist ein ganz tolles Messer, wäre aber nicht unbedingt meines, da mir zu kurz und die Hebelwirkung an der Messerspitze zu kurz.
Für Zugschnitt optimiert ersetzt es allerdings jedes mir bislang bekannte Messer.

Die Handhabung fühlt sich „organisch“ und wie eine natürliche Verlängerung meiner rechten Hand dar (kennt noch jemand: Edward mit den Scherenhänden?)

Fazit: Wo all meine bisherigen Messer an der Abscherkante kleben und saugen, da glänzt dieses Messer durch: Nichts!
 
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Heute hat JJT den Griff für einen Folder finalisiert. Die Kunst darin liegt, einen im Apple-sprachlichen Gebrauch üblichen „Unibody“ herzustellen: Einen Handschmeichler, in dessen reduziertem Erscheinungsbild die maximale Funktion gewährleistet ist. Stichwort: Ergonomie!
Ich habe gelernt, dass der Messergriff mindestens so wichtig wir die -klinge ist!
Nebenbei hat er versucht, mich – recht erfolglos – in W-Strukturen im Damastmuster einzuführen. Und mir ein Roman-Landes-Buch zur Lektüre mitgegeben.

Er wird Inhalte abfragen, befürchte ich…
 
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tolle Fotos. Explizit erwähnt!
Dankeschön. Ich hatte bei den Besten ihrer Zeit Fotojournalismus studiert und die Profession danach 35 Jahre kultiviert, bin also keine fotografische Nullnummer...
Die Bilder mit JJT entstehen "en passent".
Mittlerweile nimmt mich JJT als Fotograf nicht mehr als störend wahr. Die ersten Bilder von ihm waren deutlich distanzierter. Wir beginnen langsam, Vertrauen zueinander zu entwickeln und die Portraits von ihm werden mit jedem Besuch authentischer und ehrlicher.
Ich bin so wissensdurstig, dass ich JJT die Exklusivrechte an der Erstvermarktung der Bilder, die ich ihm schicke, gerne abtrete.
Wie ich in meinem Eingangspost schrieb: Das hat etwas Symbiotisches: Ich werfe mein fotografisches Können in die Waagschale, um einen Teil von JJT's Wissen zu erfahren.
Jean-José wird das hier mitlesen: Ich bin davon überzeugt, dass er Ehrlichkeit zu schätzen weiss...
 
Dankeschön. Ich hatte bei den Besten ihrer Zeit Fotojournalismus studiert und die Profession danach 35 Jahre kultiviert, bin also keine fotografische Nullnummer...
Die Bilder mit JJT entstehen "en passent".
Mittlerweile nimmt mich JJT als Fotograf nicht mehr als störend wahr. Die ersten Bilder von ihm waren deutlich distanzierter. Wir beginnen langsam, Vertrauen zueinander zu entwickeln und die Portraits von ihm werden mit jedem Besuch authentischer und ehrlicher.
Ich bin so wissensdurstig, dass ich JJT die Exklusivrechte an der Erstvermarktung der Bilder, die ich ihm schicke, gerne abtrete.
Wie ich in meinem Eingangspost schrieb: Das hat etwas Symbiotisches: Ich werfe mein fotografisches Können in die Waagschale, um einen Teil von JJT's Wissen zu erfahren.
Jean-José wird das hier mitlesen: Ich bin davon überzeugt, dass er Ehrlichkeit zu schätzen weiss...
ok- wenn da eine Portion professionelles Arbeiten drin steckt: ich finde ja, es gibt zuwenig Fotobücher/Dokumentationen über Messermacher....;-) So a la "der letzte seines Standes" (diese Filme sind oft zu gewollt...) Oder ein Kalender? Kurz: gerne mal was draus machen. Handwerk/Messermachen gehört ins Bewusstsein, da tragen solche Fotos gut bei!
Und ja: sind gut gemacht und überzeugen eben abseits von "Fototechnik" usw. (wie man es heut in Foren usw. nur noch sieht) durch gute Bildgestaltung und klarem SW. Das darf gewürdigt werden:)
 
ok- wenn da eine Portion professionelles Arbeiten drin steckt: ich finde ja, es gibt zuwenig Fotobücher/Dokumentationen über Messermacher....;-) So a la "der letzte seines Standes" (diese Filme sind oft zu gewollt...) Oder ein Kalender? Kurz: gerne mal was draus machen. Handwerk/Messermachen gehört ins Bewusstsein, da tragen solche Fotos gut bei!
Und ja: sind gut gemacht und überzeugen eben abseits von "Fototechnik" usw. (wie man es heut in Foren usw. nur noch sieht) durch gute Bildgestaltung und klarem SW. Das darf gewürdigt werden:)
Ein Buch, eine Vita, ein ein Enzyklopädie, ein opulenter Bildband über JJT und Seinesgleichen wäre für mich extrem wünschenswert, allerdings gibt es keine Verleger, da dieses wirkliches "Special Interest" für eine kleine, exklusive Zielgruppe (sprich: Auflage) ist.
Ich werde jetzt nicht zu Guldimann, Kamon und vielen Anderen reisen und vor Ort jeweils bei "null" anfangen, um ihre persönlichen Skills abzulichten. Denn das würde eine Kosten/Nutzen-Rechnung ad absurdum führen. Niemand ausser JJT und mir wissen, wie lange wir gemailt und telefoniert haben, damit dieses Praktikum zustande kommen konnte...
Dieser Thread entstand lediglich aus Dankbarkeit gegenüber JJT – und ich garniere ihn für euch in diesem Forum mit meinen Bildern und Eindrücken. JJT wusste im Vorfeld unserer langwierigen Konversation nicht, dass ich mit einer Kamera umzugehen weiss, und er hat sich dennoch – aufgrund meiner Beharrlichkeit – auf mich eingelassen. Jabbadabbaduuuuuuhhhhh!
So lange er mich erträgt, wird es für euch hier Bilder geben...
In Schwarzweiss, aus Überzeugung! Hier darf ich das in diesem Rahmen – und nach meine Maßgaben. Farbe bietet hier für mich keinen Mehrwert, sie lenkt gerne ab von Bildinhalten. Und die ich möchte: zeigen!
 
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