TouchUp Küchenmesser - welcher Stein? (Bo's Lernthread)

Bo_Hannoi

Premium Mitglied
Das habe ich mich gerade auch gefragt :cool:: Aber trotzdem danke für die Vorschläge ...

Ich denke ich werde es erstmal beim meinem 20€ Gerät lassen und das Geld noch in ein Kochmesser investieren.

Zudem warten da auch noch ein Cerax 320 und ein Professional 800 in meinem Warenkorb auf den Klick aufs Knöpfchen 😞
 
Zuletzt bearbeitet:

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Ich würde einen digitalen Messchieber von einem renommierten Werkzeughersteller empfehlen. Ich habe einen von Würth. Und hier habe ich einen bezahlbaren von Gedore gefunden ...

R'n'R
 

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Wenn Du Nullkomma-Werte ablesen möchtest, wird das beim analogen Schieber eher nix Genaues. Zumindest ist es deutlich mehr Frickelei ...

R'n'R
 

PaMo

Mitglied
Die kosten von 150 sind nicht gerechtfertigt, vor allem nicht wenn man damit ein messer messen will. Gerade bei Messschieber spielt die kraft, mit der man den messschieber bedient eine große rolle. Abweichungen von +- 0.05mm sind da nur aufgrund des drucks beim messen normal. Mit etwas routine erzielt man mit den günstigen Modellen ausreichend genaue ergebnisse. Will man es wirklich genau, wäre eher eine bügelmessschraube als ein teurer messschieber zu empfehlen. auch bei fertigungsunternehmen werden Passungen mit manuellen bügelmessschrauben etc vermessen, und nicht mit Messschiebern.
Lg
 

PaMo

Mitglied
Wenn Du Nullkomma-Werte ablesen möchtest, wird das beim analogen Schieber eher nix Genaues. Zumindest ist es deutlich mehr Frickelei ...

R'n'R
Das stimmt so nicht. Mit einem analogen messschieber um 20 euro hast eine genauigkeit von 0.05mm die auch jeder laie nach kurzer einführung ablesen kann.
Bei den digitalen werden zwar Hundertstel angezeigt, aber wie genau sind die? Da kann man schon beim nullsetzen des digitalen bei etwas zu viel kraft um 0.05 daneben liegen. Bei den billigen wirds dann bei schnellen bewegungen des Messschiebers noch schlimmer.
Genaue ergebnisse im Hundertstel bereich gibts nur mit einer manuellen bügelmessschraube, die man mit wenig druck bedienen kann. Bei messschiebern spielt das eigene feingefühl eine zu große rolle, vor allem bei den digitalen. Ich bin im maschinenbau tätig und seh das sehr häufig. Wenn 3 leute mit dem Messschieber messen, bekommst 3 ergebnisse. Bei der bügelmessschraube wirds dann ein eindeutiges ergebnis.
Lg
 

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Sicher ist, daß sich ein digitaler Schieber einfacher ablesen läßt als ein analoger (Parallaxenfehler). Wenn ich z.B. die Dicke hinter der Wate ablesen möchte. Hier kann man dazu ganz gut die Unterschiede nachlesen.

Und der digitale Gedore kostet keine 150,- sondern 37,48 €. Und wäre mir definitiv lieber als ein xbeliebiger von irgendwo ...

R'n'R
 

PaMo

Mitglied
Klar ist er einfacher zum ablesen, aber nicht zwangsweise genauer.
Der von gedore ist eh klasse, das hab ich ja nicht bestritten. Aber ein manueller um 20 euro hat seine genauigkeit von 0.05mm und da kann man nix falsch machen. Da gibt es kein nullsetzen. Nix. Der hat einfach 0.05 mm toleranz. Fertig. Bei den digitalen hast ja schon beim kunststoffgehäuse bei etwas druck mehr verbiegung. Sorry aber das ist nun mal so.
Das ganze spielt aber am ende keine rolle, weil sind wir uns ehrlich, die Angaben hier "hinter der wate" 0.13 oder 0.18 who cares? So genau hinter der fase den messschieber ansetzen kann nicht mal der erfinder persönlich.
Nicht falsch verstehen, aber wenn jemand glaubt, er kann mit einem messschieber auf Hundertstel messen, der irrt.
Wenn ich bei unserem fertigungszulieferer einen digitalen Messschieber benutzen würde um eine passung nachzumessen, dann würden die mich dort mit einem nassen handtuch aus den hallen jagen.
Lg
 

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Demjenigen, der sich einen Messchieber zulegen möchte, liegen jetzt ja hinreichend Informationen vor, um sich zu entscheiden.

Ganz unabhängig davon bleibt zu sagen, daß Deine Aussage "hinter der wate" 0.13 oder 0.18 who cares? grundsätzlich richtig ist. Allerdings werden derartige Daten von einigen Forumiten mit quasi-religiösem Eifer erhoben ;) ...

R'n'R
 

pebe

Premium Mitglied
Yup. Und mit Deiner Bügelmessschraube wird Deine 0,1er Fase direkt beim Messen auf Null pulverisiert bzw verbleibt dauerhaft ausserhalb der Klinge. :p:

grüsse, pebe
 

Bo_Hannoi

Premium Mitglied
Ok, danke Euch, ich bleibe bei meinem 20€ Teil aus Metall und nehme die Nagelprobe :)
Wenn Herder nochmal eine Chance von mir bekommt ;-)
 

alphacma

Mitglied
Sind die Mehrkosten (~150 gegenüber ~20 für Standard China Amazon) tatsächlich gerechtfertigt?
Der Themensteller hatte nach einem guten gefragt, einen für 20€ hat er ja schon.
Und ja, die Mehrkosten sind gerechtfertigt, für jemanden, der so einen möchte.
Manche kommen auch mit einem 20€ Messer zurecht und finden 150€ zu viel 😀

bügelmessschraube

Es wurde nach einem Messschieber gefragt.
 

Bukowski

Mitglied
Kochmesser mit unterschiedlicher Klingenstärke schneiden unterschiedlich gut durch härteres Schnittgut. Dabei ist insbesondere der erste Zentimeter über der Schneidkante relevant. Jeder, der sich praktisch mit den Schneideigenschaften von Kochmessern beschäftigt, wird feststellen, dass ein Messer mit 0,15mm "hinter der Wate" andere Schneideigenschaften hat als ein Messer mit 0,25mm, gemessen an einer vergleichbaren Stelle mit demselben Messschieber. Einfach mal ausprobieren.
Mir geht es dabei nicht in erster Linie um die unbedingte Gültigkeit meiner Messwerte im Vergleich zu denen anderer, sondern um die Vergleichbarkeit meiner näherungsweise ermittelten Ergebnisse innerhalb meines eigenen Vorgehens. Und die sehe ich durch praktische Versuche mit den vermessenen Messern durchaus bestätigt.
Wo diese geometrischen Unterschiede dann ihre praktische Relevanz verlieren, darüber lässt sich sicherlich streiten.
 
Zuletzt bearbeitet:

Rock'n'Roll

MF Ehrenmitglied
Bei den digitalen hast ja schon beim kunststoffgehäuse bei etwas druck mehr verbiegung. Sorry aber das ist nun mal so.

Nö. Da verbiegt sich absolut nix. Auf dem Metallschieber ist ein Kunststoffgehäuse aus Hartplastik fest aufgesetzt und Du bewegst den Metall-Schieber damit. Das einzig manipulative Element ist der Druck, den Du beim Messen ausübst. Aber das gilt für den digitalen wie für den analogen Schieber.

Wenn ich bei unserem fertigungszulieferer einen digitalen Messschieber benutzen würde um eine passung nachzumessen, dann würden die mich dort mit einem nassen handtuch aus den hallen jagen.

Auch das ist kein stichhaltiges Argument gegen einen digitalen Messschieber sondern ist lediglich eine Anekdote aus dem Berufsalltag eines Maschinenbauers ;)

Wenn digitale Messschieber tatsächlich über wären, warum sollte es dann z.B. im Shop von Mitutoyo 176 digitale Modelle geben? Zu teilweise horrenden Preisen. Die nicht für Hans und Franz gedacht sind, sondern für professionelle Anwendungen mit speziellen Anforderungen. Die Meßgenauigkeit ist bei Mitutoyo mit 0,02 mm angegeben.

Ich habe noch einen Schieber eines renommierten Herstellers entdeckt, der nicht so überaus teuer ist - den Hazet 2154 N-20. Hier bei manomano.de aktuell für 68,99 € zu haben. Meßgenauigkeit 0,03 mm.

Digital Absolute AOS Messschieber von Mitutoyo 94,08 €.

R’n‘R
 
Zuletzt bearbeitet:

Bo_Hannoi

Premium Mitglied
Vielen Dank für die vielen Anregungen zu Messschiebern :)

Es gibt Neues zu berichten von der Messerfront.

2. Wenn es wirklich dünn wird/werden soll ist ballig stabiler als flach: Klingenquerschnitte
3. Ballig hat 'nen besseren Foodrelease, weil dem Schnittgut punktuell weniger Haftfläche an der Klinge zur Verfügung steht.

Inspiriert von der Diskussion mit Bukowski, habe ich mich an das ballige Pallares gemacht und habe versucht es auf dem Bankstein schärfen.
Also mit leichtem Anheben wenn in der Nähe der Schneidfase geschliffen wurde.

Ausgangssituation war:
0 Ausgangslage .jpg


Nach der Atoma 1200 Platte, ballig schleifen kam folgendes heraus - nicht schöner aber wirklich bereits sehr scharf:
1 Atoma 1200.jpg

2 Atoma 1200.jpg


Im Anschluss habe ich mich dann mit dem SunTiger 1000er bemüht:
3 SunTiger 1000er.jpg


Danach der Naniwa Aotoishi 2000:
4 Aotoishi 2000er.jpg


Poliert mit 7 Mikron DiaPaste:
5 Poliert mit 7y Diamantpaste und schleifteller.jpg

5b Poliert mit 7y Diamantpaste und schleifteller.jpg


1000 Schleifpapier mit 2mm Zellkautschuk Unterlage:
6 1000er Schleifpapier.jpg


1500 Schleifpapier mit 2mm Zellkautschuk Unterlage:
8 Nach 1500er Schleifpapier.jpg



Das finale Ergebnis (nach Schleifpapier bis 5000er Körnung und Chromoxid Paste).

Es schneidet sehr gut durch Lebensmittel, Papier wird flüssig in S-Formen geteilt und Unterarmhaare in beiden Richtungen
findet das spanische Messerchen auch toll :)

10 FInal.jpg


Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Schärfen auf dem Bankstein zwar für mich funktioniert,
aber eben massiv Kratzer und Unebenheiten der Klinge herauskommen, so das die Mousepad-Methode notwendig war.

Hätte ich gleich mit dem Aotoishi 2000 angefangen, hätte es besser ausgesehen, aber die Unebenheiten wären auch hier herausgekommen.

Soderle, soviel erst mal von der Front :)

Grüße
Bo
 
Zuletzt bearbeitet:

Bo_Hannoi

Premium Mitglied
Neues von der Schärf-Front :)

Da ich diesen Thread ja nutze, um über Neuigkeiten in meiner persönlichen Schärf-Progression zu berichten,
diesmal nur ein paar kleine Themen und Erfahrungen am Rande.

Durch die positiven wie negativen Berichte zum Sieger Longlife fühlte ich mich die Wochen zu einem Spontankauf hingerissen.
Amazon typisch kam das gute Stück auch postwendend am nächsten Tag an. 🚚

Direkt ausprobiert, auf einem der Punkte-Aktion-Zwillinge war ich erst einmal verblüfft wie kreidig / samtig das Abziehgefühl ist.
Das Ding kann abtragen :) und das auch schnell. Den Winkel zutreffen und halten war für mich nicht so leicht wie auf dem Stein.
Der Abtrag, wie vielfach kritisiert, ist schon grob. Dies will ich genauer beschreiben.

  • Nun, auf meinen schlanken und hauchdünnen Herdern, ist das hinterlassene Gefissel / der Bart an der Fase sicher zu viel des Guten
    und das Messer dürfte 3 mal schneller abnutzen, als auf einem Dick Micro + unregelmäßiger Banksteine.
    Trotz leichtester Auflage war die zarte Schneide schon riefig, jedoch auch brutal gut an den Tomaten.
    Würde mich das stören bei 35€ für das Petty, wenn ich keine anderen Schärf Utensilien hätte? Nö.

  • Auf den Zwillingen resp. Fissler war dieser Abrieb aber wirklich gut und zielführend und aus meiner Sicht, kraft Masse an Metall
    an der Schneide bei diesen Messern, auch nicht überdosiert. Also kurzum, effizient.

sieger.jpg



Ich fand es Interessant, das der Sieger, ähnlich wie ein Schleifstein, Feedback gibt, ob man auf der Schneidfase arbeitet oder zu flach/daneben liegt.

Ich schärfe gegenwärtig, wie bereits geschrieben, jeden Tag ein Messer (der Übungsmesser) von Grund auf verschieden neu ;-).
Ich finde Spaß an der Beschäftigung gute Ergebnisse zu erzielen und ich finde ein bisschen Ruhe wenn ich mir bewusst die 60 Minuten Zeit nehme. 😇
Corona sei dank.

Der Sieger war mir im Nachhinein zu schnell bestellt und zu teuer vor dem Gedanken: "Boris, Du hast doch Spaß am Schleifen,
an Banksteinen, ... und freust Dich doch, wenn Du die Steine zum Nachschärfen rausholen kannst... Was willst Du dann jetzt mit dem Rubin?" :unsure:

Also lange Rede kurzes ...
Ich habe den Longlife direkt wieder zur Paketstation gebracht und weitere Steine bestellt :irre:.
Der Kauf war jetzt gerade nicht wirklich sinnvoll, da ich noch Zeit für die Entwicklung auf Banksteinen brauche/möchte.

Ich denke das Teil kommt mir irgendwann später wieder ins Haus, wenn ich ein bisschen ruhiger geworden bin, bzgl. des Hobbies und die
schönen Banksteine wg. "Aufbau und Saubermachen" an Reiz verlieren.

Aotoishi klein.jpg


Soderle, soviel zum Longlife. :)

Grüße
Bo
 
Zuletzt bearbeitet: